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Alter schützt vor Liebe nicht

Doch Liebe schützt vorm Alter By:
Alter schützt vor Liebe nicht
Angelika hatte Lilo eine ganze Woche vertröstet. Eine ungeheuer lange Zeit für die bei­den. Zunächst strahlten sie sich nur an. Erzählten sich beim Kaffeezube­reiten andere Kleinigkeiten. Lilo wusste gar nicht, womit sie anfangen sollte. „Alles der Reihe nach. Fang ganz vorne an. Plötzlich kommt Kundschaft ins Ate­lier, und das ist Erik. Und dann?“ forderte Angelika sie erwartungsvoll lä­chelnd auf. „Ja, und ihm einfach sagen: „Erik, du spinnst. Fahr nach Hause.“ das konnte ich ja auch nicht, obwohl ich so dachte. Er war ja schließlich ein gu­ter Freund. Wir hatten uns ja immer geschrieben und dass wir uns mochten, das sah ich auch schon so, aber Beziehung und Amore, das lag außerhalb je­den Denkhorizontes für mich. Dann haben wir darüber geredet, dass und warum al­les nicht ging und dabei wurde es lustig und albern. Manchmal kommt es mir so vor, als ob man sich bei gemeinsamem Lachen ganz außergewöhnlich nahe ist, ganz nahe, offen und sicher. Da wurde dann alles ganz anders, als ich's vorher überlegt hatte. Ja, und jetzt liegt er eben auch immer bei mir im Bett, wie dein Herr Fritz.“ schloss Lilo lachend. „Und dich macht's glücklich, dass er da liegt, na klar?“ fragte Angelika Bestätigung er­wartend. Na ja, und jetzt ist das Wunder eben passiert, jeden Tag neu. Schon eine ganze Woche lang.“ erläuterte Lilo. „Und dei­nen Ratgeber ''How to be happy beyond sixty'' den haste jetzt endgültig in die Ecke gepfeffert, oder?“ wollte Angelika noch spöttisch wissen. „Ich habe ihn ganz vergessen. Ich weiß gar nicht mehr, wo ich ihn zuletzt hingelegt habe.“ Lilo dazu. „Und dein Körper? Ärgert der dich immer noch im Bad? Möchtest du immer noch nicht, dass er zu dir gehört?“ fragte Angelika gespannt. „Den habe ich verkauft. Der gehört jetzt Erik, und der kann ihn gut gebrauchen. Er geht auch ganz hervorragend damit um. Der findet den oft mehr als nur in Ordnung. Angeli­ka, der kümmert mich gar nicht mehr. Ich sehe nur noch das Gesicht der Frau.“ antwor­tete Lilo. „Aber das Gesicht der Frau wird doch auch immer älter.“ wandte Angelika leicht provokant ein. „Darauf kommt es doch nicht an, meine Teuerste. Entscheidend ist doch, dass das Gesicht der Frau glücklich ist. Und das ist wohl zur Zeit so.“ reagierte Lilo lä­chelnd. Angelika umarmte sie. „Lilo, ich habe oft das Empfinden, ge­nauso zu fühlen wie du. Was du sagst, macht mich absolut glücklich, als wenn ich selbst in dei­ner Haut steckte. Aber sag mal, wie empfindet Erik denn eigentlich deine hängenden Gärten? Sagt er auch,'Ist eben natürlich so'?“ packte Angelika leichter Übermut. Lilo ant­wortete nicht, verzog das Gesicht zu breiten Grinsen und meinte dann fast ein wenig verle­gen: „Er spielt damit und schmust mich.“ und beide brachen in Lachen aus.

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