Search
  • All Search Results
  • Books
  • Users
  • Groups
  • FAQs

El Loco

Kurzgeschichte By:
El Loco

 Der Wind fegte gegen die Tür und wirbelte weiter über den unebenen Parkplatz des Gewerbegeländes, auf dem er einige Pfützen aufriss. Der Ältere blickte durch das Fenster des Büros zum Parkplatz und zur im Wind leicht wippenden Straßenlaterne, vor der unweit einige Kastenwagen, Kleintransporter und Pritschenwagen zum Verkauf standen. Bald gingen die beiden großgewachsenen Männer zur linken Tür des Büros, der Jüngere zog das Kettenschloss auf und öffnete. Der Pizzabote hatte an der gespiegelten Seitentür des Büros geklopft.  „Geh nach hinten durch", sagte der Ältere, der graue Schläfen hatte. Er trug ein abgewetztes Sakko, eine Schirmmütze und hatte einen graubraunen Vollbart. An der Wand des Büros prangte ein Bild des Istanbuler Haydar Pascha Bahnhofs mit einer Bahntrasse im linken Bereich, ein osmanisch-preußisch initiiertes Projekt zur Wende des 20. Jahrhunderts. Neben dem Schreibtisch gab es Stühle, einen Tisch mit einer Wasserkaraffe darauf, Zigaretten, Händlermagazinen.   Der polnische Pizzabote begrüßte sief und ging mit der Box und einer Tüte an ihnen vorüber. Sie gingen alle durch das LKW-Verkauf-Büro, an dem massiven Schreibtisch vorüber mit einem Tiger, der im Schatten einer Palme lauerte, Aktenordnern, einem verstaubten Telefon und einem osmanischen Miniaturgeschütz darauf. Daneben gab es Verkaufsangebote der LKW-Händler, des Herrn Alexander Streser und Herrn Selahattin Sherif, außerdem Steuerbescheide, Papierlocher, andere Mappen für Aufträge, für das Personalwesen und Finanzamt. Kemal Bey war seit 1995 als Lkw-Unternehmer mit einer GmbH Rechtsform im Handelsregister nahe der Großstadt eingetragen. Er hatte sich behaupten können, doch ein einziges Mal war es zu einem schlimmen Ereignis gekommen. Ein böses Kismet, dass eines Tages in einen Geschäftsvorfall gelangt war, zur bösartigen Falle heranwuchs und vor dem ihm auch nicht die 21 jährige Erfahrung geschützt hatte. Aber später in der Erzählung mehr dazu...   Kemal Bey wies ihn zu einem Tisch am Büroende. Der kleinwüchsige Mann ging zum Tisch, packte die Menüboxen aus und kassierte. Er gab ihm drei Euro Trinkgeld und der Fahrer mit der Baseballkappe verschwand. Sie setzten sich und aßen bald in der Ecke des Zimmers ein Hähnchengericht mit Sambalsauce und Baguettebrot dargereicht. Manchmal blickte der Unternehmer zum Fenster, wo der Bote mit dem Kurierwagen fortfuhr, nebenan ein Arbeiter einer Postfirma Pakete packte und in einen Transporter verfrachtete. Der Jüngere goss bald Bombay Sapphire Gin in Gläser. „El Loco ist erst seit zwei Wochen raus. Es hat ihm aber schon zugesetzt", sagte sein Onkel. „Das hat es Onkel Kemal, aber er ist endlich raus aus dem verdammten Gefängnis. Seit zwei Wochen wieder in der Freiheit", sagte der Jüngere.  Der Ältere nickte und blickte vom Essen auf (...)


Posts and Comments
To ensure optimal functioning, our website uses cookies. By using the website you agree to the use of cookies. More info
OK
Top of page
No Thumbnail Remove Please choose a reason Please enter the place in the book. en en_US