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Am Rande einer großen Stadt, von Wohnhäusern umgeben, stand ein kleiner Wald. Er schien mit einem unsichtbaren Zaun gegen unerwünschte Eindringlinge geschützt zu sein. So geschah es selten, daß jemand die schmalen Wege betrat. Bis auf einen Mann mit graumeliertem Haar, mit einer Schreibmappe unter dem Arm - der kam fast täglich. Er setzte sich unter die alte Eiche und fing gleich an, über das Gras zu streichen. Seine Lippen bewegten sich und es sah aus, als würde er sich mit jemandem unterhalten.

An einem warmen Sommerabend, als der jüngste Sprößling der alten Eiche die Mutter um eine Gute-Nacht-Geschichte bat, war er wieder da. Das neugierige Baumkind wollte auf einmal kein Märchen, sondern die Geschichte des Mannes hören, der so oft kam, um seinen alten Freund, den grünen Waldkater Schnurr, zu sehen. Denn das, was seine Hände streichelten, war nicht das Gras, sondern das grasgrüne Fell von Schnurr, den andere Menschen nicht sehen konnten.

Die Eiche beugte sich liebevoll über ihr Jüngstes. Sie war erfreut, daß sie unter ihrem zahlreichen Nachkommen ein Kind hatte, das sich für Geschichten interessierte. Es wird mein Amt übernehmen, dachte sie und beschloß, alles zu erzählen, begonnen mit dem Tag, als der Mann – damals noch ein Kind, namens Mischi - zum ersten Mal in den Wald kam.

Mischi hieß eigentlich Michael, aber niemand nannte ihn so, seitdem er sich erinnern konnte. Seine Eltern erklärten ihm, er hätte sich den Namen selbst gegeben, als er das Sprechen lernte. Mischis Einwände, er sei schon groß, fast zehn Jahre alt, jetzt könnten sie ihn Michael nennen, fruchteten wenig. Das war die eine Sache, die ihn immer wieder ärgerte. Die andere, die war noch viel schlimmer. Die ging gleich nach dem Umzug, in der neuen Schule los. Mischi fühlte sich einsam, es fiel ihm schwer, neue Freunde zu finden und jeden Tag ging er allein nach Hause. Als er dabei die neue Umgebung erkunden wollte, entdeckte er den kleinen Wald.

Neugierig, mit klopfendem Herzen ging er den schmalen Weg bis zum winzigen Teich, wo sich drei junge Birken über die dunkelgrüne Wasserfläche beugten; wie junge Mädchen, die ihr Spiegelbild betrachten.
Der Wald wurde für Mischi eine Zufluchtstätte, wo er sich geborgen fühlte. Hier war die Zeit grenzenlos und seine Phantasie entfaltete sich wie ein gerade geschlüpfter Schmetterling. Je nach Laune war er eine bodenständige, aber immer weiter in die Höhe wachsende Pflanze, ein Käfer, ein Vogel, ausgestattet mit Flügeln, die ihm einen Flug über die Bäume ermöglichten und ihm eine noch nie vorher gespürte Leichtigkeit schenkten. Die Besuche in "seinem" Wald wiederholte er fast täglich. Und so merkten die Tiere und Pflanzen bald, daß mit ihm etwas nicht stimmte: Sie vermißten das Lächeln im freundlichen Kindergesicht.

Ein unsichtbarer Waldbewohner interessierte sich besonders für Mischi: Schnurr, der grüne Kater der Waldfee. Die beiden kamen vor Jahren hierher, als die großen Häuser noch nicht da waren und im Wald noch viele alte Bäume standen. Die Fee fragte die größte Eiche, ob sie in die Höhle ihres Stammes einziehen könnte und die Eiche war einverstanden. So erfuhr die alte Eiche die Geschichte der noch sehr jungen Fee. Sie war ungeduldig und unternehmungslustig und verließ die Feenschule, bevor sie das Zaubern richtig gelernt hatte. Sie zog mit Schnurr umher, bis sie in diesen Wald kam. Die Fee übte nun allein das Zaubern, mit mehr oder weniger Erfolg und ihr treuer Begleiter, Schnurr, langweilte sich unsagbar. Als eines Tages Mischi auftauchte, folgte der Kater ihm auf Schritt und Tritt. Nur gelang es ihm nicht, mit dem Menschenkind ins Gespräch zu kommen, denn Mischi sah und verstand ihn nicht. Schnurr bat die Fee um Hilfe. Nach langem Zögern erfüllte sie Schnurrs Wunsch, Mischi die Fähigkeit zu verleihen, Tiere und Pflanzen zu verstehen, und seine Augen zu schärfen, Dinge zu sehen, die den meisten Menschen verborgen bleiben. Neugierig wartete Schnurr auf Mischis nächsten Besuch.

Mischi spürte, daß ihm bei diesem Spaziergang jemand folgte. Immer wieder drehte er sich um, sah aber niemanden. Plötzlich raschelte es im Laub der mittleren Birke am Teich. Mischi sah in zwei smaragdgrün funkelnde Augen.
"Na endlich!"
Mit einem geschmeidigen Sprung landete ein katzenähnliches Wesen vor Mischis Füßen. Sein Fell glänzte in einem Grün wie die Blätter des Waldes nach einem Sommerregen. Alles an ihm war grün, nur die langen Schnurrhare, die sich unternehmungslustig nach vorn bogen, waren von schwarzer Farbe.
"Steh' nicht so verdutzt herum, Mischi. Ich bin Schnurr, der grüne Zauberkater der Waldfee. Wenn sie ihr Mittagsschläf­chen hält, kann ich ungestört im Wald herumstreunen, ein bißchen die Leute ärgern, sie am Ärmel zupfen, ohne daß sie mich sehen."
Mischi erholte sich schnell von der Überraschung. "Ich kann dich aber sehen!"
"Ja, du kannst mich sehen, weil ich es wollte. Sonst bin ich unsichtbar. Manchmal, wenn die Fee nicht aufpaßt, stiebitze ich ihr Allefarben-Tuch. Damit kann ich in die Farben der Umgebung eintauchen. Dann sieht mich auch niemand."
"Schön, daß du da bist, Schnurr."
Mischi streckte die Hand nach dem Kater aus, er wollte das grüne Fell berühren. Schnurr ging rasch einen Schritt zurück, seine Haare standen zu Berge.
"Hast du Angst vor mir?"
"Soll wohl ein Witz sein. Ich und Angst haben!"
Schnurr stand immer noch mit gesträubtem Fell da.
"Warum läßt du mich dein Fell nicht streicheln?"
"Na ja .... ich weiß gar nicht was das ist, streichen" blinzelte Schnurr verlegen.
"Schau her, Schnurr. Ich lege meine Hand auf deinen Kopf und streiche damit über deine Ohren, Schultern und Rücken. Ich mache es ganz sanft, das verspreche ich dir."
"Na gut, probieren wir es einmal." Schnurrs Neugier war größer als das Unbehagen vor der unbekannten Berührung. Mischi strich über seinen Kopf, wie versprochen, verweilte etwas bei den Ohren, kraulte dann ausgiebig Schnurrs grünglänzenden Rücken. Der kesse Kater verwandelte sich augenblicklich in ein sanftes Kätz­chen. Nur das Schnurren wollte ihm nicht so richtig gelingen, er war es ja nicht gewohnt.
"Das Streichen mußt du unbedingt meiner Fee beibringen. So schön hat sie mich nie gestrichen."
"Gestreichelt, Schnurr. Streichen ist ganz was anderes."
"Egal" schnurrte Schnurr genüßlich und zunehmend gekonnter, "streiche weiter."
"Meinst du, daß ich sie überhaupt einmal sehen werde, deine Fee?"
"Na klar. Wenn ich ihr sage, daß ich dich gut kenne ..."
"Übertreibe nicht so, wir haben uns eben kennengelernt."
"Das stimmt nicht, ich kenne dich schon lange. Gleich nach deinen ersten Besuchen sprachen alle im Wald voller Begeisterung von einem Jungen, der jeden Tag kommt. Ich wurde neugierig und beobachtete dich. Heute beschloß ich, mich zu zeigen. Und ich habe es nicht bereut."
Glücklich, einen neuen Freund gefunden zu haben, kehrte Mischi an diesem Tag heim. Als er seinen Eltern von der Begegnung mit dem grünen Kater erzählte, schauten ihn beide besorgt an und fragten, ob er Fieber habe oder zu lange in der Sonne gewesen sei. Mischi merkte, daß sie ihm nicht glaubten und war traurig.

Bald darauf ereignete sich Verhängnisvolles. Auf dem Schulhof, während der großen Pause, entdeckte Mischi einen großen schwarzen Käfer, der sich auf einem warmen Stein sonnte. Lange betrachtete er ihn und merkte selbst nicht, daß er sich mit dem Käfer unterhielt. Der Käfer klagte, ihm sei kalt und daß er sich auf dem Stein ein wenig aufwärmen möchte. Wenn die Sonne seine erstarrten Flügel erwärme, könne er davonfliegen.

Als Mischi sich von dem Käfer verabschieden wollte, sah er die Jungs aus seiner Klasse. Der größte und stärkste von ihnen war mit einem langen Satz am Stein und warf den Käfer auf den Rücken. Der Käfer zappelte und versuchte mit aller Kraft wieder auf die Beine zu kommen. Ein anderer Junge schlug vor, ihm die Beine auszureißen. Mischi hörte die Hilfeschreie des Käfers. Ohne lange zu überlegen stürzte er sich auf den großen Jungen, warf ihn zu boden, kniete sich auf seine Brust, die Hände des Jungen hielt er fest. Der Angriff kam für diesen so überraschend, daß er sich nicht wehrte.
"Genauso fühlt sich der Käfer, wie du dich jetzt fühlst, kannst du das verstehen?!" schrie Mischi den Jungen an. Erschrocken über den eigenen Wutausbruch ließ Mischi ihn los und hob den immer noch auf dem Rücken zappelnden Käfer auf.
Der Junge stand auf, klopfte den Staub von seiner Hose und sagte verächtlich zu den anderen: "Der ist ja irre, gehört in die Klapsmühle. Mit dem will ich nichts mehr zu tun haben."
Die anderen Kinder gingen mit und Mischi blieb allein.

Die Geschichte mit dem Käfer machte in der ganzen Schule die Runde. Oft geschah es, daß die Kinder aufhörten zu sprechen, wenn Mischi sich in den Pausen einer Gruppe anschließen wollte. Sie taten so, als wäre er gar nicht da. Kaum drehte er sich um, hörte er das Tuscheln hinter seinem Rücken.
Mischi fand es nicht ungewöhnlich, daß er Tiere und Pflanzen verstand, er wünschte sich nur, die anderen Kinder könnten es auch. Und weil er nicht wußte, woher er diese Fähigkeit hatte, war er überzeugt, daß die anderen Kinder - und Erwachsene auch - es lernen konnten, wenn sie nur wollten. Es gab aber niemanden in der ganzen Schule, der Mischi zugehört und geglaubt hätte. Mischi verstand die Welt nicht mehr. Von Tag zu Tag wurde er trauriger, und wenn es den Wald und Schnurr nicht gegeben hätte, wäre er völlig verzweifelt.
Schnurr schmiegte den Kopf in Mischis Hand und ließ sich wieder kraulen. Als große nasse Tropfen auf seine Nase fielen, blickte er erstaunt hoch. "Warum fällt Regen aus deinen Augen? Ich dachte, so etwas kommt nur aus den Wolken."
"Ich weine nur. Das tun Menschen, wenn sie traurig sind" schnaufte Mischi.
"Und was kann man gegen das Traurigsein machen?"
Mischi mußte erst einmal überlegen. Es war nicht einfach Schnurr zu erklären, was Traurigsein ist und was man dagegen tun kann. Er wußte nur, daß es gegen seine Traurigkeit ein Mittel gab: Das Verständnis seiner Eltern und Klassenkameraden. Von ganzem Herzen wünschte er sich, daß sie alle in diesen Wald kämen und versuchten mit seinen Augen die Tiere und Pflanzen zu sehen. Dann würden sie ihn verstehen und ihn hinter seinem Rücken nicht mehr den "Spinner" nennen.

Schnurr erriet Mischis Gedanken. Er hatte auch schon einen Vorschlag. "Komm doch am Sonntag mit deinen Eltern hierher. Ich spreche mit allen im Wald, daß sie sich besonders hübsch machen. Du wirst sehen, es wird deinen Eltern gefallen und sie werden dich nicht mehr wie einen Träumer behandeln."
"Schnurr, das ist die Idee! Ich danke dir! Drück mir alle Daumen, Verzeihung, Pfoten, daß es klappt. Auf Wiedersehen!"

Als Mischi aufsprang und die Arme hob und senkte, sah es aus, als schüttele er die Traurigkeit aus den Gliedern. Er streichelte noch einmal den Kopf seines einzigen Freundes und lief nach Hause.
Schnurr sah ihm lange nach, dann sprang er von Baum zu Baum und verbreitete die Neuigkeit, daß Mischis Eltern am Sonntag kommen würden. Der Wald fieberte dem Besuch entgegen.

Die Glockenblumen legten ihre schönsten blauen Kleider an. Die Pilze putzten die Hüte blank. Das Gras und die Bäume ließen sich vom Wind glattkämmen. Die Frösche am Teich studierten ein neues Konzert ein und bauten sorgfältig ihre Instrumente auf den kreisrunden Blättern der Seerosen auf. Die Vögel übten den Tiefflug, um ihr buntes Gefieder ausgiebig zeigen zu können.
Die Waldfee bat zwei Schäfchenwolken, das Wäldchen mit einem kurzen Regen zu erfrischen. Alle warteten ungeduldig auf den Sonntag.
Die Schwalben waren die ersten, die die Besucher erspähten und die Nachricht in Windeseile verbreiteten: "Sie kommen, sie kommen!"
Mischi führte die Eltern mit ersichtlichem Stolz und voller Erwartung in "seinen" Wald. Der Ärger ging aber bereits am Waldrand los. Mischis Mutter rutschte auf den feuchten Blättern aus, die beim letzten Regen auf den Boden fielen. Der neugierige Wind pustete die Zweige beiseite, um die Besucher besser sehen zu können. Die großen Wassertropfen von den Bäumen landeten dabei ausgerechnet auf dem frischfrisierten Kopf der Mutter.
„Meine Schuhe, die Frisur! Alles völlig ruiniert!"
Unter ihren klagen Worten zuckten die Bäume zusammen. Der Vater versuchte sie zu trösten und kam dabei selbst ins Rutschen. Als er sich an einem Baumstamm festhielt, dann seine Hände an den hellen Sonntagshosen abwischte, finge er auch zu schimpfen an. Die Hosenbeine zeigten moosgrüne Fingerspuren.

Lustlos gingen die Eltern mit Mischi bis zum Teich und waren erleichtert als hinter den Bäumen ihr Haus sichtbar wurde. Sie sahen nichts vom Sonntagskleid der Waldbewohner und so spürten sie auch deren Enttäuschung nicht.
Auf dem Weg nach Hause erzählte Mischi von Dingen, die ihm im Wald begegneten, aber die Eltern hörten kaum noch hin. Der Vater meinte nur, er solle nicht so übertreiben, sie hätten von all dem nichts gesehen.

Mischi schlief in dieser Nacht nicht und ging am nächsten Tag nicht in die Schule. Die Füße trugen ihn, ohne sein Zutun, geradewegs zum Wald.
Ein verschlafener Schnurr begrüßte ihn, er pflegte ja zu dieser Tageszeit zu ruhen.
"Was machst du jetzt im Wald? Du müßtest längst in der Schule sein!"
Mischi setzte sich auf einen alten Stein, vergrub das Gesicht in beiden Händen und schluchzte.
Schnurr stand ratlos da, berührte Mischis Kopf vorsichtig mit einer Pfote. "Weine nicht, es wird alles wieder gut." Er merkte aber selbst, daß es nicht sehr überzeugend klang, so machte er einen neuen Versuch, seinen Freund zu trösten. Als ihm das auch nicht gelang, meinte er: "Deine Eltern werden sauer auf dich sein, wenn du die Schule schwänzt ..."
"Ich gehe nicht mehr nach Hause!" unterbrach ihn Mischi.
"Meinst du das ernst?"
Mischi nickte als Bestätigung und wischte die Tränen mit einer trotzigen Handbewegung weg. "Schnurr, ich möchte für immer hier bleiben."
Schnurr sah den Freund nachdenklich an. "Wenn das so ist, müssen wir die Fee wecken. Sie kann dir bestimmt helfen."
Vor dem ausgehöhlten Stamm der alten Eiche blieben die Freunde stehen.
"Warte hier, ich muß die Fee auf dein Kommen vorbereiten. Wenn sie verschlafen ist, verzaubert sie alles und jeden, der ihr unter die Finger kommt. Manchmal muß ich einen halben Tag lang als Frosch herumhüpfen oder als Steinpilz unter den Eichen stehen. Ich komme gleich wieder. Rühr dich nicht von der Stelle, egal, was du auch hörst und siehst, versprichst du es?"
Mischi nickte. "Ich bleibe hier" sagte er leise aber entschlossen. In düstere Gedanken versunken stand er gegen den alten Baum gelehnt.
Plötzlich flog ein schreiendes Käuzchen aus dem Baumstamm, hinter ihm ein Falke. Das Käuzchen hatte Mühe, sich mit den tagblinden Augen vor dem Falken in Sicherheit zu bringen.
"Ich bin es doch, Schnurr! Verwandele mich sofort wieder in deinen lieben grünen Kater!"
Mischi erkannte Schnurrs Stimme. Mit zwei langen Sprüngen erreichte er den Baum und steckte das Käuzchen, das offensichtlich der verzauberte Schnurr war, in seine Jacke.
Mit wütendem Geschrei und kraftvollen Flügeschlägen landete der Falke auf dem Ast, wo vor einer Sekunde noch das Käuzchen saß. Mischi bekam jetzt doch ein wenig Angst. Der Falke hatte beim besten Willen keine Ähnlichkeit mit einer sanften Fee, so wie er sich eine Fee vorgestellt hatte. Der Falke beäugte den Jungen mißtrauisch, dann ließ er sich einfach vom Ast fallen. Mischi rieb sich mit der freien Hand die Augen, denn vor ihm stand die Fee.
Sie war kaum größer als er selbst und fast durchsichtig. Auf der Schulter trug sie ein hauchzartes Tuch, in dem alle Farben dieser Welt eingewoben waren. Bevor Mischi den Mund aufmachen konnte, ertönte es aus seiner Jacke: "Bist du jetzt wach und gut gelaunt?"
Die Fee lachte. "Na komm schon raus aus deinem Versteck, du Feigling!"
"Nicht, bevor du bitte sagst!"
"Also, bitte, lieber Schnurr, komm endlich heraus, damit ich dich wieder in meinen Hauskater verwandeln kann!"
So richtig wach schien die Fee doch noch nicht gewesen zu sein, denn sie verwandelte das Käuzchen schon in Mischis Jacke zurück, die mit einem lauten Geräusch platzte. Schnurr sprang vergnügt auf die Erde, dann auf die Schulter seiner Fee.
"Ich habe Mischi mitgebracht. Du weißt schon, das ist der Junge, der mich so schön streichen kann" verkündete er.
"Ich weiß, der Junge, der dich sehen und verstehen kann. Ich habe dich gewarnt, Schnurr! Hätte ich nur nicht nachgegeben!"
Mit sorgenvollem Blick betrachtete die Fee Schnurrs Freund. Mischi war überrascht. "Hast du mich denn verzaubert?" fragte er die Fee.
"Ja, Mischi, das stimmt. Nur weil Schnurr mich darum bat. Er wünschte sich sehnlichst einen Freund, mit dem er spielen und reden konnte, er fühlte sich einsam - wie du."
"Ich freue mich, daß du es warst. Ich dachte nämlich schon, mit mir stimmt etwas nicht. Das dachten alle ..."
"Was sollen wir jetzt machen?" wollte die Fee wissen.
"Laß mich bitte hier bleiben. Ich möchte die Sprache der Tiere und Bäume nicht mehr missen! Und Schnurr auch nicht!" In seinen Augen glänzten dicke Tränen.
Die Fee lachte, aber Mischi war zu besorgt, um sich von zwei lachenden Feenaugen aufheitern zu lassen. Ausgerechnet in diesem Augenblick mußte er an seine Eltern denken, die bald erfuhren, daß er nicht in der Schule war. Und an später, wenn sie merkten, daß er nicht nach Hause kommen würde ... Trotzdem, er wollte bleiben.
"Ist es wirklich dein ehrlicher Wunsch, nicht mehr nach Hause zu gehen?" fragte die Fee.
"Ja."
"Überlege es dir gut. Ich erfülle nur wahre Herzenswünsche von Menschen."
"Es ist doch mein Herzenswunsch!"
"Das wird sich zeigen, Mischi. Mein Zauber ist wirkungslos, wenn nicht dein ganzes Sehnen dahintersteht. Aber welche Form möchtest du denn annehmen? Hier kannst du nur bleiben, wenn du einer von uns wirst."
"Ich möchte eine Birke am Teich werden."
"Das dachte ich mir schon. Der Teich ist dein Lieblingsplatz in unserem Wald. Bist du wirklich bereit? Ich fange gleich an."
Mischi konnte nur nicken. Der dicke Kloß im Hals hinderte ihn am Reden. So versuchte er, all seine Entschlossenheit in diese Kopfbewegung zu legen.
"Gehen wir." Die Fee ging voran, mit Schnurr auf der Schulter, der entgegen seiner Gewohnheit sehr still geworden war.
Die Birken am Teich flüsterten leise miteinander. Die Frösche lagen faul auf den Seerosenblättern, musizierten aber nicht. Die Bäume drehten ihre Kronen zum Schauplatz des Geschehens. Dann wurde es sehr still im Wald. Für Mischi kamen die wenigen Schritte bis zum Teich unendlich lang vor. Die Fee blieb vor den drei Birken stehen.
"Ihr bekommt einen neuen Bruder. Er ist zwar nicht aus der Erde gewachsen wie ihr, aber genauso wird er aussehen. Der einzige Unterschied zwischen ihm und euch ist seine Seele. Er hat die Seele eines Menschen mit all ihren Wünschen, Träumen, Sehnsüchten, die ihr nicht fühlen aber vielleicht verstehen lernt. Und er kann erst wieder ein Menschenkind werden, wenn seine Eltern ihn ohne fremde Hilfe finden."
Schnurr wurde unruhig, sprang von der Schulter der Fee und ging aufgeregt hin und her.
"Und du wirst für die nächste Zeit für alle Menschen unsichtbar" rief die Fee ihrem Kater zu.
Schnurr zuckte zusammen. "Schrecklich, diese Fee" dachte er. "Immer weiß sie es genau, was in meinem Kopf vorgeht. Ich wollte Mischi auch nur ein ganz kleines bißchen helfen ..."
Die Fee berührte Mischis Augen. Mischi fühlte die Füße schwer werden, als wollten sie in den Boden wachsen. Dann fiel er in einen tiefen, traumlosen Schlaf.

Als der erste Strahl der Morgensonne das Wäldchen weckte, standen die Füße der Birken noch in einer Tauwolke. Mischi erwachte. Noch nie war er so früh im Wald. Als er die Arme strecken und den Schlaf aus den Augen reiben wollte, fielen ihm die Geschehnisse des gestrigen Tages ein. Er war nun eine der Birken geworden, so wie er es sich gewünscht hatte. Seine Wurzeln steckten tief im Boden, der helle Stamm leuchtete, die Äste und Zweige hingen ein wenig nach unten, als wollten sie die Wasserfläche berühren. Mit all seinen Blättern spürte er die Sonne, den Wind und den würzigen Atem des Waldes.
Ein angenehmes Kribbeln breitete sich in seinem Körper aus, das an die Berührung tausender winziger Ameisenfüßen erinnerte. Neugierig horchte er in sich hinein.
Am liebsten hätte er gejubelt, seine Freude laut in die Welt hinausgeschrien, die Freude darüber, daß er den Pulsschlag des Lebens in allen Adern spüren konnte.
In diesem Augenblick vergaß er alles, auch die Eltern.

Die Eltern verbrachten die längste Nacht ihres Lebens, voller Sorgen und Ängste, denn Mischi war verschwunden. Ihr so stiller und folgsamer Sohn kam aus der Schule nicht nach Hause. Als am Abend die Lehrerin anrief und fragte, warum Mischi nicht zu Schule gekommen sei, wußten sie keine Antwort. Er habe, wie immer, pünktlich das Haus verlassen, sagten sie. Die Lehrerin schlug vor, die Polizei einzuschalten. Die Eltern lehnten zunächst ab, denn sie hofften, daß Mischi doch noch kommen würde.
Nach der schlaflosen Nacht boten beide einen traurigen Anblick. Plötzlich sprang die Mutter auf. "Wir gehen in den Wald, vielleicht schläft er noch dort unter seinen geliebten Bäumen."
Der Vater war froh, daß sie nicht mehr weinte. Hastig zogen sie sich an und gingen mit schnellen Schritten die Treppen hinunter. Sie merkten nicht, daß sie sich an den Händen hielten wie zwei ängstliche Kinder. Schweigend legten sie den Weg bis zum kleinen Teich zurück.
Der erwachende Wald wirkte auf sie erfrischend und beruhigend. Als sie bei den Birken stehenblieben, entdeckten sie die kleine moosbewachsene Bank. Sie setzten sich eng nebeneinander.
"Wo sollen wir nur anfangen?"
Die verweinten Augen der Mutter suchten bereits die Umgebung ab.
"Bleiben wir noch einen Augenblick sitzen" schlug der Vater vor. "Ich beneide die Birken, die jeden Tag hier stehen" sagte er.
"Sieh mal, wie schön die kleinste ist." Die Mutter machte ein bedauerndes Gesicht. "Beim letzten Sonntagsspaziergang, zu dem Mischi uns einlud, hatten wir nicht viel von diesem Wald gesehen."
Der Vater nickte zustimmend.
Um sie herum wurde es lebendig. Die Waldbewohner begrüßten den neuen Tag. Die jungen Vögel piepsten hungrig in den Nestern. Ein Frosch steckte den Kopf neugierig aus dem Wasser, die anderen folgten ihm und stimmten ihr Morgenkonzert an. Die unterschiedlichsten Laute ertönten im Gras und in den Blätterkronen der Bäume. Die ersten Bienen schwärmten aus, um die neuerblühten Blumen aufzusuchen. Lange lauschten die Eltern regungslos der Musik des Waldes. Sie verstanden einander ohne Worte und rückten noch enger zusammen. Bevor sie die Suche nach ihrem Sohn fortsetzten, trat die Mutter an die kleinste Birke, die sie so schön fand und streichelte den hellen Stamm. "Wir kommen wieder" flüsterte sie im Weggehen.

Nach stundenlangem erfolglosen Suchen beschlossen die Eltern, nach Hause zu gehen. Im Laufe des Tages verständigte der Vater die Polizei. Der Beamte versprach, eine größere Suchaktion zu veranlassen.
"Den kleinen Wald können Sie mit ruhigem Gewissen auslassen, wir haben jeden Winkel durchsucht." In der Stimme des Vaters klang trotzdem Zuversicht, denn in Mischis Zimmer sah es aus, als würde sein Bewohner jeden Augenblick heimkehren. Mischi aber kehrte nicht heim.

Die Eltern gingen jetzt jeden Tag in den Wald. Das Moosgeflecht auf der kleinen Bank am Teich trug bereits die Spuren ihrer Besuche. Hier fanden sie Trost und schöpften neue Hoffnung. Hier fühlten sie sich ihrem verschwundenen Kind näher als in den eigenen vier Wänden. Und sie nahmen sich die Zeit, auch über die Ereignisse des Tages zu sprechen, was sie sonst selten taten.
Mischi hörte zu. Seitdem er als Birkenbaum hier stand, erfuhr er mehr über seine Eltern als je zuvor.
Aber er lernte auch die Geschichte des Waldes kennen. Wenn alles still wurde, wehte der Abendwind die Erzählungen der alten Eiche herüber. Sie sprach über alte Zeiten, als sie noch in einem riesigen Wald, umgeben von unzähligen Bäumen, stand, die so groß waren wie sie, bis ein Baum nach dem anderen gefällt wurde. Dann bauten die Menschen überall ihre Häuser. Die restlichen Bäume ließ man als Naherholungsgebiet, wie sie es nannten, für die Umgebung stehen. Später wurden junge Bäumchen gepflanzt und der Teich angelegt. Die alte Eiche wurde vor Kummer krank und erholte sich erst, als sie sah, daß aus den Bäumchen im Laufe der Jahre wieder ein ansehnlicher Wald wurde. Die Tiere kehrten zurück, es wuchsen wieder Moose, Pilze, Gras und Blumen. Der Wald begann wieder zu leben.
Die schönsten Geschichten hörte Mischi vom Mond, der die ganze Welt kennt. Er erzählte von fremden Ländern, die er Nacht für Nacht besucht und von Tieren, die nur nachts aus ihren Verstecken herauskommen. Die Sonne erklärte ihm, wie ihr Licht die Pflanzen am Leben erhält und die Wolken schickten erfrischende Regentropfen für seine Blätter. Er erschrak nicht mehr, wenn die zwei verspielten Eichhörnchenkinder sich auf seinen Ästen balgten oder die Vögel eine kleine Erholungspause bei ihm einlegten.
Die anderen drei Birken hörten gern Mischis Geschichten von der Welt der Menschen, die sie um ihre Füße beneideten. Es muß herrlich sein, einfach umhergehen zu können, seufzten sie. Mischi ging es nicht anders. Seine Unbeweglichkeit empfand er allmählich als selbstauferlegte Strafe. Aber viel schlimmer war die Sehnsucht nach den Eltern. Die Birkenschwestern fragten ihn oft, ob er seinen Entschluß bereut und warum er nach einem einzigen fehlgeschlagenen Versuch alles aufgegeben habe. Die Antwort wußte er selbst nicht, nur daß er bald etwas unternehmen mußte. Aber was und wie? Er war doch jetzt eine kleine hilflose, mit der Erde festgewachsene Birke.
So verging fast der ganze Herbst. Schnurr besuchte täglich seinen Freund. Daß Mischi von Tag zu Tag trauriger wurde, war ihm nicht entgangen.
"Ich darf dir nicht helfen", beklagte er oft. "Du weißt, was die Fee gesagt hat. Außerdem bin ich unsichtbar, solange sie es will."
Mischi, der kleinste Birkenbaum, stand regungslos. Schnurr rieb tröstend und sehr streichelbedürftig seinen Kopf am Stamm der Birke. Ein leises Beben ließ den jungen Baumkörper erzittern und warme Tropfen fielen auf Schnurrs Rücken.

"Ich weiß nicht, wie ich meinen Eltern ein Zeichen geben soll. Du siehst ja selbst, daß ich mich nicht rühren kann. Wenn der Wind nicht wäre, würde ich völlig einrosten."
"Streng dich an, du bist doch ein Mensch mit einer Seele. Das hat die Fee gesagt. Eine Seele muß etwas Schönes sein." Schnurrs Stimme verriet Bewunderung. "Wie ist es, wenn man eine Seele hat?" fragte er nun voller Neugier.
"Ich weiß nur, daß es weh tut."
"Hm ... Dann lasse ich mir von der Fee lieber keine Seele geben."
"Du hast schon eine, glaube ich. Sonst würdest du nicht versuchen, mir zu helfen."
"Dir fällt bestimmt etwas ein" tröstete Schnurr den Freund, bevor er ging. "Und mir auch", murmelte er entschlossen.
Beim nächsten Waldspaziergang der Eltern geschah etwas Seltsames. Bevor sie den Teich erreichten, sahen sie etwas farbig Leuchtendes unter einem Baum.
"Ein Tuch, das sich von selbst bewegt" staunte der Vater.
"Etwas so Schönes habe ich noch nie gesehen!" rief die Mutter. "Schau doch, die Farben! Sie verändern sich ständig. Und der Stoff! Zart, wie hauchdünne Seide."
Das Tuch erhob sich einige Zentimeter über den Boden und begann zu schweben. Die Eltern folgten erstaunt dem schwebenden Tuch. Unter der kleinen Birke senkte es sich und blieb endlich liegen. In der Mitte entstand eine kleine Wölbung, die sich rasch wieder glättete.
"Was ist mit der Birke passiert?" rief die Mutter erschrocken. "Sie läßt alle Zweige und Blätter hängen!" Sie ging zum kleinen Baum, den sie in den letzten Wochen so liebgewonnen hatte. Als sie über die Blätter streichelte, sah sie, daß große Wassertropfen auf jeder Blattspitze hingen, die im Augenblick der Berührung hinunterfielen. Sie bildeten kleine nasse Flecke auf ihren Händen und auf dem schönen Tuch unter der Birke.
Verwirrt standen die Eltern vor dem jungen Baum. An diesem Tag fiel es ihnen besonders schwer, nach Hause zu gehen.

Die Nacht schenkte beiden denselben Traum. Sie träumten sich zum kleinen Teich mit dem traurigen Birkenbaum. Sie saßen auf ihrer Bank und hörten die Blätter rauschen. Sie staunten darüber, denn es ging nicht der leiseste Wind. Und auf einmal verstanden sie das Flüstern der Blätter. Sie erzählten von einem Jungen, der gern in den Wald ging, um dort mit den Pflanzen und Tieren zu sprechen, der verspottet wurden, weil er einmal in der Schule einem Käfer das Leben rettete. Von seinem Versuch, den Eltern alle Dinge zu zeigen, die er sah und verstand. Von seinem Entschluß, im Wald zu bleiben. Von der Verwandlung durch die Waldfee und von seinem treuen Freund Schnurr.

Beim Erwachen hatten die Eltern glänzende Augen und lächelten seit Mischis Verschwinden zum ersten Mal. Ohne Eile, mit beschwingten Schritten gingen sie in den Wald. Die kleine Birke ließ die Zweige immer noch so traurig hinunterhängen wie am Tag zuvor.
"Guten Morgen, Michael! Endlich haben wir dich gefunden!"
Es schien, als hätte nicht nur Mischi, sondern der ganze Wald nur auf diese Worte gewartet.
Die Bäume atmeten erleichtert auf. Der Wind weckte die Waldfee, die mit Schnurr im Schlepptau, das Allefarben-Tuch auf der Schulter, sogleich erschien.
"Nun Mischi ... Hm, entschuldige, Michael, du bist erlöst" sagte die Fee und berührte mit beiden Händen die Blätter des kleinen Birkenbaumes. Der Baum schüttelte sich kräftig, der Stamm, die Zweige und Blätter wurden durchsichtig, bis sie ganz verschwanden. Der Junge Michael wurde sichtbar. Sein Gesicht sah erwachsener aus, als es die Eltern in Erinnerung hatten. Seine Jacke zeigte noch den Riß von der letzten, nicht ganz gelungenen Zauberei der Fee. Die Fee lachte, als sie die zerrissene Jacke sah. An diesem Morgen hatte sie ausgesprochen gute Laune.

"Für die entzweigegangene Jacke schenke ich dir mein Allefarben-Tuch. Behalte es als Geschenk von mir, es wird dir später sehr nützlich sein. Denn alles andere wirst du vergessen, und nicht nur du ..."
Sie lächelte geheimnisvoll, gab Michael das zusammengefaltete Tuch und verschwand.
Schnurr begleitete den Freund bis zum Waldrand.
"Ich danke dir, für alles" sagte Michael beim Abschied. "Trotz der Verbote der Fee hast du mir geholfen. Du kamst auf die Idee, meine Eltern mit dem Tuch zu mir zu führen. Daß ich ihnen einen Traum schicken soll, darauf bin ich auch nur durch deine ständige Ermunterung gekommen. Ich besuche dich bald wieder." Er streichelte noch einmal Schnurrs blattgrünes Fell.
Traurig blickte Schnurr ihm nach. Michael ging zwischen Mutter und Vater und die drei hielten sich an den Händen.
"Jetzt weiß ich, was er mit Seele meinte, die weh tut" seufzte Schnurr. "Aber gespannt bin ich doch, ob der Zauber der Fee so wirksam ist, daß er mich vergessen kann ..."
Schnurrs Sorgen waren unbegründet, denn Michael kam wieder. Jede freie Stunde verbrachte er im Wald, nur die Sprache der übrigen Waldbewohner verstand er nicht mehr. Es störte ihn nicht, denn die Erinnerung daran, daß es einmal anders war, hatte er verloren. Nur Schnurr hatte er nicht vergessen, der jedesmal am Waldrand auf ihn wartete, um sich "streichen" zu lassen. Und später, auch als er erwachsen war, begleitete ihn der grüne Kater auf allen Waldspaziergängen.

Früh zeigte sich Michaels Begabung zum Schreiben. Er wurde ein berühmter Schriftsteller, dem die Geschichten nur so zuflossen. Es waren meist Märchen, die von Kindern handelten. Von Kindern, die die Sprache der Tiere und Pflanzen verstanden, die Abenteuer bestehen mußten und die Erwachsene lehrten, die Welt wieder mit den Augen eines Kindes zu sehen. Während des Schreibens hatte er oft das Gefühl, als würde er Selbsterlebtes nacherzählen. Wenn er das wunderschöne Allefarben-Tuch betrachtete, das er überallhin mitnahm, bekam er die besten Ideen für immer neue Geschichten. Daß es kein Zufall sein konnte, ahnte er, verspürte aber niemals den Wunsch, das Geheimnis des Tuches zu lüften.

Es war schon dunkel, der Abendwind strich ein letztes Mal über die Baumwipfel als die alte Eiche aufhörte zu rauschen. "Eine schöne Geschichte. Wenn ich groß bin, erzähle ich sie weiter", seufzte das Baumkind und schlief zufrieden ein.

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Text: Alle Rechte bei der Autorin
Publication Date: 07-07-2011

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