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Kapitel 18. Ein gefährliches Spiel



Es war mir wirklich egal, ob ich mit meinem Vorhaben in alte Verhaltensmuster fiel. Ich wollte schließlich keinen Freund haben, der nicht mit mir schlafen wollte.
Und da mein Körper so heftig auf Keith reagierte, musste ich doch schon mal in den Genuss seiner Zärtlichkeiten gekommen sein.
Also würde ich nun dafür Sorgen, dass es wieder geschah.
Ich hatte mit Misaki abgesprochen, dass er heut Abend mit Elara auf Teufel jagt ging oder wenigstens um die Häuser zog, so dass ich ungestört war und mich voll auf meinen Liebsten konzentrieren konnte.
Das Essen und das anschließende Techtelmechtel musste einfach perfekt werden. Ich konnte es kaum noch erwarten ihn endlich zu spüren und unsere Beziehung zu verfestigen.
Überhaupt hielt sich der Prinz viel zu sehr mit Liebkosungen und Streicheleinheiten zurück. In einem lichten Moment ließ er mich an sich ran, wollte sogar zum zweiten Mal, dass ich in seinem Bett schlief, aber dann machte er doch wieder einen Rückzieher und ließ mich am langen Arm verhungern.
Ich war mir sicher, dass er die letzten beiden Nächte nicht mit in seinem Bett geschlafen hatte, schob es aber darauf, dass er sich unbedingt beherrschen wollte.
Heute Abend wollte ich nichts dem Zufall überlassen und ihn endlich dazu bringen ausgehungert über mich herzufallen. Dann hatte bestimmt auch dieses Hin und Her ein Ende.
Und ich konnte mich auf viele heiße Nächte freuen.
Ich hatte ja absolut keine Ahnung, von wem ich da eigentlich so sehnsüchtig geliebt werden wollte...
Misa hatte sich extra angeboten, Keith für die Zeit der Vorbereitung zu beschäftigen, so dass er vorher nichts mitbekam und würde sich danach um die nötige Ruhe kümmern.
Deshalb war ich gerade mit meiner Katze allein zu Haus und frisierte mir im Bad meine Haare. Geduscht und Geschminkt und was da noch so alles zugehörte, war ich bereits.
Nun musste ich mich nur noch um das Essen kümmern.
„ Wow. Für wen hast du dich denn so heraus geputzt?“ bewunderte mich Elara in meinem neuen Kleid.
„ Für Keith natürlich.“
„ Für Keith...ja... natürlich...für wen denn sonst!“ stammelte das Kätzchen.
„ Stimmt was nicht?“
„ Nein, nein. Es ist alles bestens.“
„ Gut. Ich muss mich jetzt ums Essen kümmern.“ eilig lief ich in die Küche.
„ Du wirst das bereuen...ganz bestimmt...“ flüsterte die Kitty vor sich hin. „ Warum nur ausgerechnet Keith? Hoffentlich geht das gut.“
Summend bereitete ich das Essen zu und malte mir in Gedanken immer wieder aus, wie mein erstes Mal verlaufen könnte.
Ich war so aufgeregt wie ein Teenager, der zum ersten Mal im leben richtig verliebt war. Und wer weiß, vielleicht war es bei mir ja auch so.
Zu mindestens bei mir wusste ich, dass die Gefühle echt waren...
Kurz bevor der Braten durch war kamen meine Beschützer wieder nach Hause.
Von Misa sah ich allerdings nicht so viel, da er sich gleich Elara schnappte und wieder verschwand.
So blieb ich mit Keith allein zurück, der noch einmal tief einatmete ehe er zu mir in die Küche kam. Er wusste, dank dem Seelendieb, ja über meine Pläne Bescheid.
Als er mich dann allerdings in meinem eleganten, kurzen Kleid erblickte, verschlug es ihm trotz aller Vorwarnungen, die Sprache.
Er schluckte und versuchte gleichzeitig sich nicht so sehr von meinem Äußerem gefangen nehmen zu lassen. Das hätte fatale Folgen, für uns beide.
„ Da bist du ja schon.“ lächelte ich ihn an. „ Essen ist auch gleich fertig.“
„ Es riecht auch schon richtig lecker hier...“ war das erst beste was ihm einfiel. „ Du siehst übrigens ganz bezaubernd aus...“
„ Danke!“ kicherte ich leicht gerötet und konzentrierte mich wieder auf das Essen. „ Du kannst ja schon mal die Kerzen anzünden und dich hinsetzen.“
„ Die Kerzen anzünden...ok...“ bisher war er noch überzeugt gewesen, dass er den Abend heil überstehen würde. Nun war er sich allerdings nicht mehr so sicher..
Dennoch zündete er brav die Kerzen an und setzte sich an den dekorierten Tisch. Neben den beiden Kerzen standen noch ein paar rote Rosen auf dem Tisch, und drum herum lagen dutzende von deren Blütenblättern.
Als ich wenig später die beiden Teller auf den Tisch gestellt hatte, dämmte ich das Licht und ließ einzig für diesen Abend ausgewählte Musik, leise im Hintergrund laufen.
Also wenn das keine romantische Atmosphäre war, dann wusste ich es auch nicht.
„ Ich hoffe das Essen schmeckt so gut wie es riecht!“ gab ich lachend von mir und probierte einen kleinen Haps.
„ Es wird bestimmt ganz vorzüglich schmecken...“
„ Ach du hast ja keine Ahnung. Ich weiß schon warum ich alles doppelt gekauft hatte.“ murmelte ich. „ Erst ist mir das Gemüse angebrannt und dann ist mir das Fleisch auch noch auf den Boden gefallen. Und während ich die Kartoffeln geschält hatte, habe ich mir auch noch in den Finger geschnitten!! Siehst du??“ demonstrativ zeigte ich ihm den Finger, an dem ein Pflaster klebte.
„ ...“ starrte er mich erstaunt an, bekam aber dann einen kleinen Lachanfall.
„ Wow.“ lächelte ich leicht. „ Das ist das erste mal, dass ich dich lachen sehe.“
„ Entschuldige bitte.“ gab er noch immer lachend von sich und strich sich einige Tränen weg. „ Ich wollte dich nicht auslachen. Aber warum das Pflaster? Deine Wunden heilen doch sofort von selber.“
„ Ich wollte Sichergehen, dass du mein Blut nicht versehentlich isst und deshalb in einem Blutrausch verfällst.“ nuschelte ich mir einen in meinen nicht vorhandenen Bart.
Ich hatte ja schon mal erwähnt, dass ich keine Erinnerungen daran hatte, was über mein fünftes Lebensjahr hinaus ging. Also hatte ich auch vergessen wie man kochte.
„ Du bist wirklich verdammt süß...“ lächelte er mich noch immer an.
„ Stehst du etwa darauf, wenn ich mir weh tu?“
„ Natürlich nicht.“
„ Ich dachte schon.“ schielte ich ihn seitlich an.
Einige Minuten schwiegen wir uns an und widmeten uns dem Essen zu, was, mal abgesehen von den kleinen Pannen, echt lecker schmeckte.
Bisher lief alles nach Plan und ich konnte mich nicht wirklich beschweren. Das Essen schmeckte und mein Gegenüber verfiel immer mehr meinem Bann. Was ich letztendlich bestimmt der romantischen Atmosphäre zu verdanken hatte. Und nebenbei übersäte ich ihn mit verführerischen Augengeklimper, dies verfehlte seine Wirkung bestimmt auch nicht.
Keith war mir ausgeliefert, ungefähr so wie ein Häschen in einem Käfig voller Löwen.
Rein theoretisch konnte ja jetzt nichts mehr schief gehen. Das dachte ich jedenfalls...
Jedoch stieg mir dann ein verkohlter Geruch in die Nase, was nichts gutes bedeuten konnte.
„ Hast du noch was auf dem Herd oder im Backofen?“ bemerkte auch mein Freund den Gestank.
„ Oh nein!!! Der Nachtisch!!“ entsetzt sprang ich auf und raste in die Küche.
Die Creme Brulee hatte ich ja ganz vergessen und anstatt einer knusprigen Oberschicht erwartete mich nun das schwarze entsetzen.
Erschrocken riss ich den Backofen auf und bekam auch gleich eine schwarze, heiße Wolke ins Gesicht gepeitscht.
„ Och nö, och nö, och nö!!“ jammerte ich. Aber nun war es Amtlich, die Mission Creme Brulee war gescheitert. „ Ach verdammt!!“
Warum konnte denn nicht wenigstens heute alles Reibungslos ablaufen?
„ Die sind wohl hin...“ bemerkte Keith hinter mir.
„ Ach ne? Und ich dachte die könnte man noch essen. So ein Mist!!“ fluchte ich.
„ Ist doch nicht schlimm...“ zärtlich umarmte er mich von hinten und drückte sich sanft an mich. „ Es muss ja nicht alles immer hundert Prozent funktionieren. Wir hätten auch noch Jogurt im Kühlschrank.“
„ Nichts da. Ich habe ja noch einen Plan B.“ verkündete ich wieder fröhlich.
Zwar handelte es sich dabei nicht um einen zweiten Satz der Creme Brulee, aber die würden auch viel zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Und mit meiner Zeit wusste ich definitiv etwas besseres anzufangen als darauf zu warten, dass die Creme fertig wurde.
Also musste es jetzt auch ein selbstgemachter Schokoladenpudding tun.
Ich löste mich aus der Umarmung und suchte mir die Sachen heraus, die ich zum Herstelle eines Puddings brauchte.
„ Dann gibt es halt Schokoladenpudding zum Nachtisch.“ als ich dann allerdings meinen Blick über die Arbeitsplatte schweifen ließ, fiel mir beinahe alles aus dem Gesicht. Da hatte ich doch tatsächlich den Wein vergessen, den ich zu der Hauptspeise reichen wollte. „ Och Mensch... Wo war ich nur mit meinen Gedanken...“ seufzte ich fast schon theatralisch auf.
„ Was ist?“
„ Ich habe den Wein ganz vergessen... ich bin eine ganz miserable Köchin..“ seufzte ich erneut auf.
„ Ach quatsch. Wir können uns doch gleich auf die Couch kuscheln und uns noch einen Film ansehen, ehe Misaki wieder kommt. Und dabei trinken wir den Wein. Es ist also alles hab so schlimm...“ er drückte sich wieder an mich und gab mir einen sanften Kuss auf meine Schulter.
„ Ich hatte mir das alles aber ein bisschen anders vorgestellt,,,“ knurrte ich.
„ Hast du etwa geglaubt, du könntest mich mit nur einer Flasche Wein abfüllen?“
„ Wer weiß...“
„ Dann muss ich dir leider sagen, dass dein Plan eh nicht aufgegangen wäre. Ich bin ein Teufel, schon vergessen? Ich vertrage mehr als die Menschen.“
„ Du scheinst aber zu vergessen, dass du auch ein halber Mensch bist.“ belehrte ich ihn.
„ Eine unwichtige Kleinigkeit, die der Rede nicht wert ist.“
„ Das würde ich jetzt auch sagen.“ kicherte ich. „ Außerdem wäre es ja auch nicht in meinem Sinne, wenn du betrunken in der Ecke liegst.“
„ So? Was wäre denn dann in deinem Sinne?“
„ Das verrate ich dir nicht.“ tat ich einen auf Geheimnisvoll und schaltete den Handmixer an.
„ Na, sag schon!“
„ Ich kann dich gar nicht hören! Der Mixer ist zu laut!!“ rief ich ihm grinsend zu.
„ Du bist echt ein kleines freches Monster.“ lächelte er leicht. „ Hat dir das schon mal jemand gesagt?“
„ Nö, ich glaube nicht.“
„ Du hörst mich ja doch!“
„ Was?“
„ Mhm...“ noch immer umspielten seine Lippen dieses niedliche Lächeln, was man leider viel zu selten bei ihm sah.
„ So fertig.“ ich schaltete das Gerät wieder aus und stellte es auf die Arbeitsplatte. „ Hier kann ja nicht mehr all zu viel schief gehen.“
„ Dir könnten die Dessertschüsseln noch runter fallen.“
„ Hör bloß auf!“ strafte ich ihn mit einem alles vernichtenden Blick, während ich die besagten Schüsseln aus dem Schrank holte.
„ Was denn? Das könnte doch wirklich noch geschehen!“ rechtfertigte er sich.
„ Hör doch auf den Teufel an die Wand zu malen.“
„ Das ist wirklich eine sehr blöde Redewendung...“
„ Ich habe sie zum Glück nicht erfunden.“
„ Ich kann nämlich gar nicht malen..“
„ Du kannst so vieles nicht!“ kicherte ich belustigt.
„ Werde mal nicht frech!“
„ Sonst was?“ sah ich über meine Schulter zu ihm zurück.
„ Willst du das wirklich erfahren?“ flüsterte er und sah mir dabei in die Augen.
„ Bekomme ich Alpträume davon?“
„ Schon möglich.“
„ Oh Gott bist du wirklich so schlecht?!“ griente ich ihn an.
„ Du Biest!“ das war so was wie eine Kampfansage, denn schon im nächsten Moment kitzelte er mich gnadenlos durch.
„ Hihihi!“ versuchte ich mich lachend von ihm zu befreien. „ Nicht!! Hör auf...hahaha! Ich sag auch nichts mehr!!“
„ Geht doch...“ gab er zufrieden von sich.
„ Hm...“ ich drehte mich zu ihm um und lehnte mich gegen die Platte hinter mir. „ Nun weiß ich wenigstens, warum du nicht mit mir schlafen willst.“ ich konnte es einfach nicht lassen.
„ Du legst es echt drauf an...“
„ Was willst du denn schon großartig machen? Als mich in den Schlaf zu wiegen?“ flüsterte ich ihm grinsend zu.
„ Ja nichts... ich könnte einfach gehen und dich allein lassen.“ dann lehnte er seine Hand an meine Wange und kam mit dem Kopf langsam näher. „ Oder du bist jetzt schön artig und genießt unsere Sturm freie Bude.“ verführerisch küsste er mich auf den Mund und ließ eigentlich keine Widerrede mehr zu.
Hingebungsvoll erwiderte ich seinen Kuss und schob meine Arme um seinen Nacken. Das lief ja alles besser, als ich mir vorgestellt hatte. Nun musste ich nur noch dafür Sorgen, dass das Feuer nicht wieder abflachte.
Dann sollte unserer ersten gemeinsamen Nacht nichts mehr im Wege stehen.
Verführerisch drückte ich mich an ihn und konnte seine Reaktion auf unser Spiel eindeutig spüren. Er war also keineswegs abgeneigt, was auch ein Punkt für mich war.
Wie sehnsüchtig er wirklich war, bewies er mir indem er mich noch leidenschaftlicher küsste und sich so ruckartig an mich presste, dass ich mit der Arbeitsplatte zusammen stieß.
Hatte ich ihn jetzt schon da, wo ich ihn haben wollte? Aber doch bitte nicht hier auf dem kalten Küchenboden.
„ Sollen wir nicht doch lieber auf die Couch gehen?“ fragte ich ihn leise, während er mich weiter küsste.
„ Du machst mich echt noch wahnsinnig...“ er löste sich leicht von mir und sah mich dann an.
Sein Atem ging bereits etwas schneller, was wirklich ausgesprochen verführerisch und auch niedlich war, außerdem hatten seine Augen vor Verlangen einen dunklen Schleier bekommen. Wenn man das bei goldenen Augen überhaupt so sagen konnte...
„ Geh schon mal ins Wohnzimmer, ich köpfe den Wein und komme dann nach...“ wisperte er mir zu.
„ Ok...“ ich küsste ihn noch einmal verführerisch auf den Mund, damit er auch ja nicht abkühlte, bis er bei mir im Wohnzimmer war und verließ die Küche dann.
„ Verdammt...“ murmelte er vor sich hin.
Fast schon verzweifelt versuchte er seinen rebellierenden Körper wieder in den Griff zu bekommen, was ihm allerdings nicht wirklich gelingen wollte.
Er hätte niemals damit gerechnet, dass er so heftig auf meine Nähe reagieren würde und obwohl ihm dass ganz und gar nicht in den Kram passte, war er nicht in der Lage sich mir zu entziehen. Viel zu stark war das Verlangen danach, mich zu spüren.
Das Feuer loderte noch immer und drängte ihn schon fast dazu, endlich zu mir ins Wohnzimmer zu gehen und mir das zu geben, was ich von ihm haben wollte.
Viel zu lange hatte er sich hinter einer Mauer versteckt und niemanden an sich ran gelassen und dann trat ich auf die Bildfläche, die seine Barriere mal eben so nebenbei beseitigte.
Bisher konnte er mit den neuen Gefühlen, die sich ihm aufdrängten, recht gut umgehen, da wir uns beide gegenseitig auf Abstand hielten.
Aber jetzt, wo ich ihn unbedingt haben wollte und er mich auch noch an sich ran lassen musste, was ja eigentlich zu meinem besten geschah, konnte er sich dem brennenden Verlangen nur schwer widersetzen.
Auch in diesem Moment war die Sehnsucht so stark, dass ich er sich kaum unter Kontrolle halten konnte und letztendlich nur eine Chance sah, um aus dieser Geschichte noch heil raus zu kommen.
Und dann musste er unbedingt einen Weg finden, um nicht mehr in Versuchung geführt zu werden.
Wenn er einbrechen sollte, würde wir uns das Beide irgendwann nicht mehr verzeihen können. Er musste einfach durchhalten... auch wenn das hieß, dass er mich mit Schlaftabletten betäuben musste, damit wir unser Gesicht nicht verloren.
>Sie ähnelt Rika von Aussehen und auch vom Verhalten. Aber sie ist es nicht...also komm wieder runter verdammt!!< stauchte er sich in Gedanken zusammen.
Schließlich entkorkte er den Wein und goss uns beiden etwas ein. Zögernd zerbröselte er zwei Tabletten und ließ de Überreste in mein Glas rieseln.
Seufzend schlenderte er dann zu mir ins Wohnzimmer. Wenn die Umstände doch anders wären und er ohne ein schlechtes Gewissen befürchten zu müssen über mich herfallen könnte, dann würde er das nur zu gern machen. Aber so... ging es einfach nicht.
„ Heute läuft nur Müll im TV!“ seufzte ich.
„ Halb so schlimm.. du wirst dich eh auf nichts konzentrieren können, als auf mich.“
„ Meinst du ja? Ich glaube ja immer noch, dass ich gelangweilt einschlafen werde.“ und damit hatte ich wohl voll ins schwarze getroffen.
Jedenfalls veranlasste ich ihn dazu, kurz darüber nachzudenken, ob er mir den Wein wirklich reichen wollte.
„ Verstehst du das unter Brav sein?“ zog er fragend eine Augenbraue hoch und setzte sich auf die Couch.
„ Was denn? Ich mache gerade jawohl nichts unanständiges!“ grinste ich ihn an.
„ Wie wäre es, wenn du zu mir kommst.“ er stütze seinen Kopf an der Hand ab und sah mich leicht lächelnd an. „ Dann stoßen wir darauf an, dass du wieder da bist und danach verhandeln wir darüber, wie Brav du sein musst, einverstanden?“
„ Na gut!“ ich legte die Zeitung wieder auf den Fernseher und ging zu der Couch hin um mich neben meinen Freund nieder zu lassen.
Dann stießen wir an und tranken einen Schluck von dem Wein, der sogar ganz gut schmeckte. So gut, dass ich das Glas gierig fast bis auf den letzten Tropfen austrank.
Ich hoffte dass das meine Hemmungen etwas vertrieb...schließlich ging es hier um mein erstes Mal... davon ging ich zu mindestens aus.
„ Also? Wollten wir nicht darüber diskutieren, wie brav ich sein soll?“ sah ich ihn dann seitlich an. „ Dann verhandel mal mit mir.“
„ Probiere es doch einfach aus...“ starrte er mich herausfordernd an. „ Ich werde mich schon bemerkbar machen, wenn du nicht mehr brav bist.“
„ Bei mir gibt es aber keine halben Sachen, bist du dir dessen im klaren?“ flüsterte ich ihm zu und setzte mich auf seinen Schoss.
Keith fühlte sich in diesem Augenblick sicher, da er wusste dass die Schlaftabletten bald wirken würden.
Natürlich handelte es sich bei der Medizin nicht um irgendwelchen Sterblichen Kram. Es gab fast überall 'übernatürliche' Apotheken, die für das meiste Leiden entsprechende Medikamente hatten.
Wenn das ganz einfach Schlaftabletten gewesen wären, hätte er mir einige Packungen ins Glas werfen müssen, damit ich überhaupt mal gähnte.
„ Keine halben Sachen klingt gut...“ lächelte er mich an und strich mir eine verirrte Strähne aus dem Gesicht. „ Aber wehe du gibst mir hinterher die Schuld!“
„ Ich weiß gar nicht warum du dich so zierst...“ griente ich ihn an. „ Schließlich habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten und würde nicht mal bemerken wie abgrundtief schlecht du bist!“
„ Im Provozieren bist du echt eine ganz große...“ schmunzelte er leicht. „ Hast du vor mich die ganze Zeit nur zu zutexten, oder geht es bald los?“
„ Nun gut, aber sag hinterher nicht, ich hätte dich nicht gewarnt!“ ich öffnete den ersten Knopf seines Hemdes, ehe ich fortfuhr. „ Nun bin ich dran... und ich werde erst aufhören, wenn du endlich deine Beherrschung vergisst... “ flüsterte ich ihm zu.
Jetzt würde er mir nicht mehr so einfach davon kommen. Ich lehnte meine Hände an seine Wange und küsste ihn verführerisch auf den Mund.
Dabei rutschte ich richtig auf seinen Schoss und rieb mich zärtlich an ihn.
„ Warte! Risa!!“
„ Nein, ich werde nicht mehr warten. Jetzt bist du fällig!“ hauchte ich ihm ins Ohr.
Er zuckte auch gleich zusammen und bekam eine Gänsehaut, die sich über seinen kompletten Körper ausbreitete.
Grinsend widmete ich mich seinem Hals zu und öffnete nebenbei sein Hemd, um die Konturen seiner Muskeln mit dem Finger nach zu zeichnen.
„ Risa!“ flüsterte er erneut warnend meinen Namen.
„ Ja, so heiße ich wohl...“ meinte ich und streichelte über seine breite Brust.
Ich spürte dass er drauf und dran war, seine Selbstbeherrschung über Bord zu werfen, da er mir über den Oberschenkel strich, die Halter meiner Reizwäsche ertastete und schließlich meine Hüfte streichelte.
Das was er dort ertasten konnte, weckte seine Neugierde und erinnerte ihn daran, das Misaki schon in den Genuss meines Anblicks kam.
Nicht das er eifersüchtig war, nein, das stünde ihm auch gar nicht zu. Er liebte eine andere und letzten Endes war dies nur ein Spiel mit flexiblen Regeln.
Trotz alledem, konnte er nichts daran ändern, dass ihm meine Nähe verdammt gut tat und er seit all den Jahren wieder so was wie Glück verspürte.
Ich war in der Lage seine Gefühle zu wecken, die in einem tiefen Winterschlaf lagen und lockte diese aus ihrer dunklen Höhle.
Mein Herz begann wie wild zu schlagen und peitschte meinen Puls regelrecht durch meinen Körper, als ich spürte wie er meine Hüfte fester an sich presste. Ich wusste, dass ich ihn endlich soweit hatte, dass er auf das Pfiff, was mein alter Herr von ihm verlangte.
Jedoch war meine Freude nur von kurzer Dauer, denn plötzlich drehte sich alles um mich herum, meine Arme kribbelten und mein Körper wurde so schlapp.
Noch ehe ich wirklich begreifen konnte was da vor sich ging, wurde mir schwarz vor Augen.
Schwer am atmen lehnte er seinen Kopf gegen die Rückenlehne und drückte mich dabei fester an sich.
Obwohl ich bewusstlos in seinen Armen lag, fiel es ihm nicht gerade leicht seine innere Ruhe wieder zu finden.
Dabei konnte ich ja jetzt nichts mehr machen, was sein Blut zum kochen brachte.
„ Du machst es mir echt nicht leicht...“ flüsterte er seufzend vor sich hin.
Als sich sein Zustand dann endlich etwas beruhigt hatte, trug er mich in sein Zimmer und legte mich dort auf das Bett.
Kurz darauf verließ er den Raum wieder und setzte sich zurück auf die Couch. Seufzend lehnte er seine Arme auf die Beine und seinen Kopf an die Hände.
„ Wo soll dass nur enden?“ murmelte er kaum hörbar vor sich hin.
Einige Zeit verbrachte er allein vor dem Fernseher und versuchte das Chaos, was ich ihn im angerichtet hatte, wieder zu ordnen.
Es stimmte was Misaki sagte, er war auch nur ein Mann, der gegen die weiblichen Reize nicht an kam. Zu mindestens nicht gegen meine, die ihn so stark an seine verstorbene Freundin erinnerten.
Aber das war ja auch kein Wunder, schließlich war ich ihre Schwester und dass wir uns ähnelten, konnte ich nicht bestreiten. Nun sollte Keith diese Ähnlichkeit also zum Verhängnis werden...
Gingen wir jetzt mal vom schlimmsten aus und er würde sich gegen seinen Willen in mich verlieben, würde er dann nicht noch mehr leiden als er es eh schon tat?
Rika musste er nicht jeden Tag sehen, kam nicht in den Genuss ihrer Nähe. Aber bei mir, war das anders.
Im ersten Moment hörte sich das zwar gut an, aber ihm war auch klar, dass ich niemals das selbe für ihn empfinden konnte, wie er für mich.
>Was denk ich denn da für einen Quatsch...< er lehnte sich wieder zurück und starrte die Decke an. >Was ist nur los mit mir? Ich werde alt und sentimental...<

Erst spät in der Nacht kam Misaki mit Elara wieder, Keith saß noch immer auf der Couch und starrte den Fernseher an.
„ Na, wie war es?“ grinsend ließ sich der Seelendieb in den Sessel fallen und begutachtete seinen Freund von oben bis unten. „ Alles noch dran?“
„ Sicher...“ antwortete der Prinz ihm knapp.
„ Wo ist Risa eigentlich?“
„ Sie schläft.“
„ Mhm... also irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass da jemand schlecht gelaunt ist.“ griente Misa ihn noch immer frech an. „ Bist nicht zum Schuss gekommen?“
„ Ich bin nicht schlecht gelaunt...“
„ Nein, natürlich nicht. Wie komm ich da nur drauf?“ zuckte Misaki mit der Schulter. „ War es wirklich SO schlimm?“
„ Nein, es war alles...ok...“
„ Mhm.“ er lehnte seinen Kopf an die Hand und musterte Keith nachdenklich. „ Vielleicht solltet ihr doch die offene Beziehung führen.“
„ Wozu?“
„ Oder wir führen eine Dreiecksbeziehung und haben ihr nichts gesagt, um sie nicht zu überfordern...“ überlegte Misa weiter.
„ Und dann?“
„ Dann kann ich mich um Risa kümmern und du hast vorerst deine Ruhe.“
„ Warst du nicht vor kurzem noch der Meinung, dass ich der einzige bin, der diese Lügen aufrechterhalten kann, ohne irgendwas später bereuen zu müssen?“ schielte er ihn seitlich an. „ Ist dir deine Libido zu Kopf gestiegen, oder was?“
„ Und wenn schon? Eigentlich könnte dir das doch egal sein. Du willst doch nichts von ihr.“
„ Meinst du Risa wird das auch egal sein?“
„ Sie wird es überleben.“
„ Ist dein Verstand auf Reisen oder was ist mit dir los?“
„ Ich will dir doch bloß helfen...“ seufzte der Seelendieb. „ Wenn ich ihr das gebe, wonach sie sich sehnt, wird sie dich in Ruhe lassen.“
„ Quatsch.“ wehrte Keith ab. „ Dann wird sie höchstens auf einen dreier pochen.“
„ Mhm...“ grinste Misa. „ Warum auch nicht. Wäre mit Sicherheit eine prickelnde Erfahrung für sie.“
„ Du beliebst zu scherzen...“
„ Warum denn? Es gab Zeiten, da hättest du dich nicht zweimal bitten lassen.“
„ Das war vor Rika's Zeit.“
„ Ist nicht jetzt auch irgendwie vor Rika's Zeit?“
„ Nein, ich bin mitten drin.“
„ Na gut, dann führt ihr halt eine offene Beziehung.“
„ Ich komm schon klar, keine Sorge! Wir brauchen keine Dreiecks – oder offene Beziehung zu führen.“
„ Du siehst aber nicht so aus, als würdest du klar kommen...“
„ Es läuft alles bestens.“
„ Ja...das sehe ich...“ schmunzelte Misa leicht. „ Vielleicht solltest du noch mal über die offene Beziehung nachdenken. Oder ich erzähle ihr einfach, dass wir eine Affäre hatten...“ überlegte der Seelendieb, während er die Treppe hoch schlenderte.
„ ...“ schweigend sah Keith ihm hinterher.
Er fragte sich was mit Misaki plötzlich los war, dass er selbst so weit gehen würde und mich in sein Bett zerrte. Dabei schien er nicht einen Gedanken daran zu verschwenden, was dass für mich für Auswirkungen hätte, wenn ich mein Gedächtnis wieder erlangte.
Natürlich wäre die offene Beziehung eine seelische Entlastung für den Prinzen, aber auf der anderen Seite, hätte er dann erst recht keine ruhige Minute mehr.
Die beiden Schlächter waren an meiner Seite um mich zu beschützen und mir bei meiner Suche nach dem Tor zu helfen, aber doch nicht um mich zu befriedigen.
Zu mindestens dann nicht, wenn ich nicht ganz bei mir war und nicht wusste was ich da eigentlich tat.
Jedoch erhärtete sich nun der Verdacht, dass sich der Seelendieb in mich verliebt hatte und sich deshalb diese einmalige Chance nicht entgehen lassen konnte.
Keith konnte ihn nur zu gut verstehen und sein Verhalten nachvollziehen. Aber eben weil er dies konnte, musste er unbedingt verhindern, dass Misa sich in einen Bodenlosen Abgrund stieß und mich gleich mit zog.
So viele Probleme auf einmal und alles nur, weil ich mein Gedächtnis verloren hatte...
Und nebenbei drehten alle hier im Haus durch... Misaki hatte sein Gehirn verkauft oder irgendwo verloren und wollte mich scheinbar nur noch spüren. Der Prinz kämpfte mit seinen neuen Gefühlen, die ich ans Tageslicht geholt hatte. Ja und von mir brauchte man wohl nicht reden... Die einzige die noch einigermaßen normal blieb war Elara. Eine Götter Katze...
Allerdings war es nicht verwunderlich dass etwas merkwürdiges hier vor sich ging. Schließlich hatten sie eine schwere Zeit hinter sich. Die Panik, Angst, Verzweiflung und die Sehnsucht nach mir, die sie in den letzten Wochen fast durchgehend verspürten, hinterließen natürlich tiefe Spuren.
Und nun war ich zwar wieder da...aber im Geiste ganz weit weg. Sie mussten noch besser auf mich achten und machten sich von daher noch größere Sorgen, wenn sie mich mal nicht gleich fanden.
Mal abgesehen von meinem Verlangen danach, mit Keith endlich die Erfüllung zu finden und unsere Beziehung so zu perfektionieren.
Ich konnte nicht genau sagen, ob ich ihn in diesem Zustand geliebt hatte, oder ob das einfach nur der Drang nach etwas Teuflischen war.
Obwohl das eigentlich völlig egal war, denn ich wollte ihn spüren ganz gleich ob ich ihn nun liebte, oder ob mich einzig der Teufel in ihm anlockte.
Dieses kribbelnde Gefühl auf der Haut spüren, wenn meine Aura mit einer dunklen kämpfte und laut den Geschichten, die ich in Takeo's Bücher las, sollten die dunklen Gesellen standhafter, leidenschaftlicher, wilder und einfach verführerischer sein.
Das reichte doch schon aus, um das heraus finden zu wollen, oder nicht?
Leider hatte mich dieser Sausack ja mit Schlaftabletten ruhig gelegt... aber dass war ja nicht die letzte Nacht die ich in seiner Nähe verbrachte.
Früher oder später erlag auch er seiner Begierde und dann würde ich endlich erfahren, ob Keith eher ein Mensch oder ein Teufel im Bett war.
Die Sonne ging bereits auf, als Keith sich mal aufraffte um nach mir zu sehen. Nun, Stunden nachdem Misaki schon nach oben gegangen war, fiel dem Herren ein, dass der Seelendieb meinen Hilflosen Zustand ja schamlos ausnutzen könnte. Aber selbst wenn... wäre er nun wohl schon fertig.
Ganz leise öffnete der Prinz die Tür zu seinem Zimmer und betrat es dann auf leisen Sohlen.
Ich schlief tief und fest und ließ mich auch von meinem Freund nicht stören, der vorsichtig die Decke hoch hob, sich da drunter legte und mich dann schweigend beobachtete.
Der Prinz stellte sich immer wieder die Frage, was sie machen sollten, damit ich endlich meine Erinnerungen wieder bekam.
Er konnte es ja verstehen, dass ich Angst vor meiner Vergangenheit hatte, er wusste zwar nicht wie schlimm es nun wirklich war, aber er hatte genug Fantasie um es sich vorzustellen.
Nun saß ich in diesem Schutzschild, was alles böse von mir fern hielt. Ich war glücklich und konnte wieder lachen. Und doch würden sich meine Probleme dadurch nicht in Luft auflösen.
Egal wie sehr ich mich dagegen wehrte, ich musste meine schützende Hülle irgendwann verlassen und der Wahrheit ins Gesicht sehen.
Selbst wenn ich dadurch den Boden unter den Füßen verlieren sollte, waren meine Beschützer da, um mich aufzufangen. Und wenn der Weg auch beschwerlich und weit war, ich musste ihn nicht allein gehen. Irgendwann würde ich das auch begreifen.
Ziemlich lange blieb Keith neben mir liegen und schaute mir beim schlafen zu. Als ich dann allerdings meine Augen öffnete, war von ihm nichts mehr zu sehen.

Gähnend streckte ich mich und setzte mich dann langsam hin.
„ Nanu? Hat er mich wirklich in den Schlaf gewogen?“ fragte ich eher mich selbst. „ Das bezeugt aber nicht gerade sein können...“ schmunzelnd streckte ich mich noch einmal und schwang mich dann aus dem Bett. „ Aber dafür könnte man ihn gut als Schlaftablette missbrauchen...“
Ich war total ausgeschlafen und voller Energie, ich hatte sogar das Gefühl, als könnte ich Bäume ausreißen. Keith tat mir anscheinend verdammt gut...
Summend schlenderte ich in mein Zimmer und holte mir neue Anziehsachen heraus. Zum Glück, so als hätte ich es geahnt, hatte ich mir ja nicht nur diese Dessous geholt und würde mir jetzt das andere Set anziehen. Irgendwann musste es ja mal zum Einsatz kommen.
Danach führte mich mein Weg ins Bad, wo ich mir eine wohltuende Dusche gönnte, die auch den Rest Schlaf wegspülte.
In der Küche erwartete mich dann ein gedeckter Frühstückstisch und zwei Schlächter, die schon auf mich gewartet hatten.
„ Guten Morgen.“ lächelte ich die beiden an.
„ Guten Morgen. Hast du gut geschlafen?“ wollte Misaki von mir wissen.
„ Ja, sehr gut sogar. Und selbst?“
„ Ich kann mich nicht beklagen.“
„ Guten Morgen, Risa.“ begrüßte mich mein Freund. „ Setze dich doch schon mal hin, der Kaffee ist auch gleich durch gelaufen.“
„ Huch. Die Küche ist ja Blitze blank. Das hätte ich aber auch noch alles weg geräumt.“ gab ich erstaunt von mir. „ Da habt ihr wohl einen gut bei mir, was?“
„ Wenn überhaupt dann habe ich einen gut bei dir.“ grinste mich Misa frech an.
„ Hast du alles aufgeräumt?“ harkte ich nach während ich mich an den Tisch setzte.
„ Da du geschlafen hast und Keith mit...anderen Dingen beschäftigt war, bleib nur noch ich übrig.“ erzählte er mir. „ Also ja, ich habe dein Chaos beseitigt!“
„ Das ist aber lieb von dir, danke!“ lächelte ich ihn an.
„ Kein Ding.“ er lehnte sich zurück und schaute mich dann mit einem schelmischen Blick an. „ Du kannst es ja wieder gut machen...“
„ Indem du den Tisch gleich abräumst!“ unterbrach Keith seinen Kumpel.
„ Ja, klar. Das mache ich.“
„ Och, mir würden da noch ein paar andere Sachen einfallen, die du machen könntest.“ griente mich der Seelendieb noch immer an.
„ Misaki!“ schielte mein Freund ihn seitlich an.
„ Was denn?“ hob dieser unschuldig die Hände. „ Ich werd sie schon nicht auffressen.“
„ Bei dir wäre ich mir da nicht so sicher...“
„ Mh?“ verwundert blickte ich die beiden Schlächter abwechselnd an und versuchte ihnen zu folgen.
„ Ich dachte doch nur an einen schönen Nachmittag.“ rechtfertigte sich Misa.
„ Ja sicher!“
„ Was ist denn bitte los mit euch?“ mischte ich mich nach einigen Minuten ein.
„ Dein Freund gönnt mir den Spaß nicht.“ beleidigt verschränkte er die Arme vor die Brust.
„ Spaß den du scheinbar mit MEINER Freundin haben willst!“
„ Gibt es da nicht so ein Männer-Freundschafts-Kodex der besagt, dass die Freundin eines Freundes tabu ist?“ zog ich fragend eine Augenbraue hoch.
„ Das hier ist was anderes!“ wehrte der Seelendieb gleich ab.
„ Ach? Und warum?“ wollte ich dann, neugierig wie ich war, wissen. „ Teilt ihr alles miteinander? Oder seit ihr zwei auch ein Paar?“
„ WIE BITTE????“ prustete Misa drauf los, der gerade einen Schluck von seinem Kaffee trank. „ Ich bin doch nicht schwul!!“
„ Naja...“ kicherte ich. „ Ein paar weibliche Züge hast du aber schon.“
„ Was?“ starrte er mich warnend an. „ Findest du das wirklich? Ganz sicher?“
„ Vielleicht kannst du mir ja ein paar Schminktipps geben...“ redete ich mich weiter um Kopf und Kragen. „ Oh ja genau!!“ schlug ich begeistert in die Hände. „ Wir könnten uns ja gegenseitig Klamotten ausleihen! Ich habe da ein niedliches rosa T-Shirt, was dir bestimmt richtig gut stehen würde!“ mein Lachen verstummte allerdings gleich, als ich seinen alles verschlingenden Blick bemerkte.
Schmunzelnd widmete ich mich dann meinem Kaffee zu und hielt es für das Beste nichts mehr zu sagen.
„ Wo wir das nun geklärt hätten, dass ich keineswegs schwul bin und auch keine weiblichen Züge habe...“ strafte Misaki mich mit vorwurfsvollen Blicken. „ Können wir ja über unsere Pläne für den heutigen Tag diskutieren.“
„ Ich habe noch keine Pläne.“ überlegte ich. „ Und wenn ich mal welche hatte, dann weiß ich es jetzt nicht mehr.“
„ Und worauf hättest du Lust?“ ging der Seelendieb mehr in die Tiefe. „ Wir könnten ja was zusammen unternehmen, während Keith sich um den Papierkram kümmert.“
„ Und warum kümmerst du dich nicht um den Scheiß und ich unternehme was mit ihr?“ zog der Prinz fragend eine Augenbraue hoch.
„ Weil ich jetzt dran bin. Du hattest gestern deine Chance.“
„ Wieso Chance? Sie ist schließlich meine Freundin, also geht sie auch nur mit mir aus.“ sah er seinen Kumpel ernst an. „ Du willst euch beide doch nicht ins Unglück stürzen, oder?“ fügte er dann etwas leiser hinzu.
„ Bevor ihr euch nun hier die Köppe einschlagt, wie wäre es, wenn ihr beide einfach aus geht und ich kümmer mich um den Papierkram?“ versuchte ich die Wogen zu glätten.
„ Ok, nun bist du dran!“ Misaki stand von seinem Platz auf und räumte seinen Teller weg. „ Wir machen uns einen schönen Tag und danach beweise ich dir, dass ich nicht schwul bin!!“
„ Darf ich nur zusehen oder auch mit machen?“ grinste ich ihn frech an.
„ Du wirst nirgendwo zusehen, geschweige denn mitmachen!“ holte mich mein Freund auf den Boden der Tatsachen zurück. „ Ich werde was mit dir unternehmen und danach oder davor, mal schauen, kümmer ich mich um den Papierscheiß!“ genervt stand auch Keith auf und räumte seinen Teller weg. „ Und du, hör endlich auf Risa eindeutige Angebote zu unterbreiten! Sie ist meine Freundin und wird auch nur mit mir das Bett...“ doch dann verstummte Keith, als er Misa's Blick sah, der ihm so etwas wie : Ich hab es doch gewusst, sagen sollte. „ Ach macht doch was ihr wollt...“ knurrte er und verließ die Küche.
„ Oh nein. Ist er jetzt etwa sauer?“ so eine blöde Frage konnte ja nur von mir kommen.
„ Schon möglich. Aber nicht auf dich, also mach dir keine Gedanken.“ lächelte Misaki mich an und tätschelte mir beim vorbei gehen den Kopf.
„ Na dann...“
Kurz darauf räumte ich den Tisch ab und stellte die Spülmaschine an. Als ich die Küche dann verlassen wollte, stand Misaki plötzlich wieder in der Tür.
„ Lass uns was verrücktes machen, Risa!“ griente er mich an.
„ Was verrücktes? Was meinst du damit?“ sah ich ihn verblüfft an.
„ Wir zwei verdrücken uns still und heimlich und machen uns einen schönen Nachmittag.“
„ Und was ist mit Keith? Du weißt schon dass der Amok laufen wird, ja?“
„ Und wenn schon?“ grinste er mich noch immer frech an. „ Diese kleine Abreibung wird ihm gut tun, vertrau mir.“
„ Na schön. Wenn du das sagst!“ wirklich überzeugt war ich aber nicht.
„ Dann zieh dich schnell an, bevor er mir einen Strich durch die Rechnung macht.“
„ Ist gut.“
Keine fünf Minuten später saßen wir dann bei dem Seelendieb im Auto und fuhren davon.
„ Was hast du denn jetzt eigentlich vor?“ wendete ich mich dem Teufel zu. „ Wir können ja nicht Ziellos durch die Gegend fahren.“
„ Du erinnerst dich an gar nichts, was die Erde angeht, nicht wahr?“
„ Ja richtig. Was hast du vor?“
„ Wir werden einen Zoo besuchen. Das wird dir bestimmt Spaß machen und du lernst noch nebenbei etwas über die Tierwelt der Menschen. Was hältst du davon?“
„ Au Ja!!!“ strahlte ich ihn begeistert an. „ Ich liebe Tiere! Einhörner, Paradiesvögel oder Götter Katzen sind alle so verdammt niedlich.“
„ Bei den Menschen gibt es solche Tiere nicht. Aber du wirst es ja gleich merken.“
„ Das ist aber kein Date...oder?“ schielte ich ihn seitlich an.
„ Nein.“ lachte er leise. „ Keine Sorge. Ich habe auch keinerlei Hintergedanken bei dem Ganzen.“
„ Dann ist ja gut.“

Etwa eine halbe Stunde später kamen wir an dem Zoo an. Misaki parkte den Wagen und dann schlenderten wir gemeinsam zum Eingang hin.
Von der netten Frau an der Kasse bekamen wir dann einen Plan von dem Zoo und einiges an Futter.
Am meisten freute ich mich auf diesen Streichelzoo, wo man mit den Tieren kuscheln und sie streicheln konnte.
„ Komm, wir gehen hier lang und laufen dann einmal im Kreis. So wirst du hoffentlich alle Tiere zu Gesicht bekommen.“ Misa griff nach meiner Hand und zog mich sanft hinter sich her.
Der Seelendieb beobachtete mich lächelnd dabei, wie ich von einem Gehege zum nächsten lief und mich begeistert umsah.
Er wurde dann allerdings beim Stalken unterbrochen, da sein Handy klingelte. Während er sein Handy aus der Tasche kramte, ließ er mich nicht aus den Augen und wendete sein Blick auch nur kurz ab, um sich zu vergewissern wer ihn da anrief.
„ Was gibt es?“ fragte er Keith, der sich am anderen Ende der Leitung befand.
„ Frag doch nicht so dämlich!“ herrschte der Prinz ihn an. „ Was von, ich verbringe den Nachmittag mit Risa, hast du nicht verstanden?“
„ Du hast aber auch gesagt, dass wir machen sollen was wir wollen. Und das mache ich jetzt.“
„ Sag mir wo du bist, damit ich Risa abholen kann.“
„ Du brauchst nicht vorbei kommen. Risa ist bei mir in sehr guten Händen, Ich werde schon dafür Sorgen, dass das für sie ein einmalig schönes Erlebnis wird.“ grinste Misa. „ Dann wird sie auch nicht mehr auf die Idee kommen, dass wir beide schwul sein könnten.“
„ MISAKI!!“ brüllte Keith ihn an. „ Komm mal wieder runter! Willst du ihr das wirklich antun?“
„ Antun? Wer redet denn davon, dass ich ihr etwas antun werde. Sie wird gar nicht auf die Idee kommen, dass später zu bereuen!“ er bewegte sich auf sehr dünnem Eis, das war ihm bewusst. Allerdings musste er dafür Sorgen, dass Keith seine schützende Mauer verließ und das bevor Misaki auf das Schicksal pfiff. „ Ich lege jetzt auf. Ach und mein Akku ist leer, ich mache das Handy aus. Bis heute Abend dann.“
„ Misaki!!“
„ Hach ja, was tut man nicht alles für einen durchgeknallten Freund...“ seufzte der Seelendieb und schaltete das Telefon aus. „ Wenn ihn das nicht wach rüttelt, kralle ich sie mir...“
„ Misa, Misa!!“ rief ich aufgeregt seinen Namen. „ Komm mal her!! Hier sind Baby Löwen!!“
„ Mhm...“ lächelnd ging er zu mir hin und begutachtete die beiden jungen Kätzchen. „ Wirklich süß, ja.“
„ Die sind sogar noch mehr als süß!! Ich will so einen haben.“ strahlte ich ihn an. „ Obwohl... ich glaube die würden sich nicht so gut mit Elara und Charon verstehen. Konkurrenzkampf und so...mh...“
„ Außerdem hast du doch schon eine niedliche kuschelige weiße Flausche-Katze.“
„ Und was ist mit einem Elefanten??“ starrte ich ihn mit meinem Dackel-blick an. „ Der könnte doch bei euch im Garten wohnen.“
„ Aber sonst geht es dir noch gut, ja?“ lachte Misaki.
Obwohl mir die Geparden, Tiger, Wölfe und Wüstenfüchse, mit ihren riesigen Öhrchen, auch sehr gut gefielen.
Am liebsten würde ich mir einen eigenen Zoo aufbauen, mit allen putzigen Tierchen dieser Welt.
Bären, Pinguine und Erdmännchen dürften da natürlich auch nicht fehlen. So ein, zwei Hyänen würde ich mir auch anschaffen, die hatten nämlich so eine lustige Lache. Wenn ich dann mal traurig und betrübt war, würden mich diese Tiere bestimmt auf muntern. Und danach würde ich mit den kuscheligen Wesen meines Zoos kuscheln und alles war wieder gut. Das klang doch verdammt nett, oder nicht?

Zur gleichen Zeit lief Keith unruhig im Wohnzimmer auf und ab. Eigentlich müsste es ihm egal sein, was Misa wie und wo mit mir anstellte, aber es war ihm ganz und gar nicht egal.
Natürlich schob er seine Unruhe darauf, dass er uns beide vor einer Dummheit bewahren wollte. Nur dafür müsste er uns erst einmal finden.
„ Elara!“ kam ihm dann der Geistesblitz.
Eilig lief er die Treppe hoch, wobei er gleich zwei Stufen auf einmal nahm und raste dann in das Zimmer, das ich zur Zeit mein eigenen nennen durfte.
Das Kätzchen lag dort auf dem Bett und schnurrte glücklich vor sich hin. Sie hatte nämlich einen wunderschönen Traum mit ihrem geliebten.
„ Elara!“ er ging zu dem Bett hin und versuchte meinen Wächter wach zu rütteln. „ Komm schon, du musst mir dabei helfen Risa zu finden!“
„ Nicht so feste... sei doch mal ein bisschen sanfter...“ nuschelte sie vor sich hin.
„ Wach auf! Schlafen kannst du auch später noch!“ meckerte der Herr ungeduldig drauf los. „ Es geht hier schließlich um dein Frauchen! Du willst doch nicht dass ihr etwas zustößt!“
„ Au ja... zustoßen.... aber richtig...“
„ Verdammt!! Nun wach schon auf bevor Misaki sie nagelt!!!“ brüllte er die Katze an und zog ihr am Schwanz.
„ ABER CHARON!! Nicht am SCHWANZ!!!“ fauchte Elara auf und verpasste Keith ein paar nette Kratzer am Hals.
„ ...“ schweigend lehnte der Prinz seine Hand auf die schmerzende Stelle. „ Na prima...“
„ Keith? Was soll denn das? Warum weckst du mich?“ fuhr sie ihn verstimmt an. „ Ich hatte gerade so einen schönen Traum und er war noch nicht FERTIG!!“
Dadurch das Elara keine einfach Katze war, verschwanden die kleinen blutenden Striche auch nicht sofort wieder.
„ Risa zu finden ist jawohl viel wichtiger als irgendeine Illusion!“
„ Wieso wo ist sie denn?“ schaute sie ihn erschrocken an. „ Ist sie schon wieder abgehauen?“
„ Ja, mit Misaki!“
„ Mit Misaki?“ wiederholte sie seinen Satz mit einem zuckenden Auge. „ Und was ist daran nun so schlimm, dass du mich wecken musstest?“
„ Wer weiß was er mit ihr anstellt!“
„ Das kannst du sie ja dann fragen wenn sie wieder da ist...“ knurrte die Katze ihn an und machte es sich wieder bequem.
„ Du hast jetzt lang genug geschlafen, sieh zu dass du aufstehst und mir bei der Suche hilfst!“
„ Nein! Wenn Misaki bei ihr ist, wird ihr nichts geschehen. Also mach dich mal locker und lass mich in ruhe!“
„ Elara!“
„ Willst du noch einmal Bekanntschaft mit meinen Krallen machen? Dieses Mal ziele ich auch extra dort hin, wo du besonders empfindlich bist!“ starrte sie ihn warnend an.
„ Dann werde ich sie halt allein suchen! Aber sollte sie später etwas bereuen, bist du mit dafür verantwortlich!“
„ Keine Sorge!“ grinste das Kätzchen ihn böse an. „ Misaki wird so gut sein, dass sie es gar nicht bereuen kann.“
„ Grummel...“ fluchend verließ der Prinz das Zimmer wieder und stürmte die Treppe hinunter.
Dann musste er mich halt allein suchen gehen.

Inzwischen saßen Misaki und ich auf einer Bank und genossen die letzten einigermaßen warmen Sonnenstrahlen.
Währenddessen genehmigten wir uns ein leckeres Eis und ich erzählte dem Teufel von dem Abendessen gestern.
„ Das Gemüse ist mir angebrannt, das Fleisch runter gefallen und beim Kartoffelschälen habe ich mir dann auch noch in den Finger geschnitten.“ erzählte ich ihm seufzend die Geschichte. „ Zum Krönendem Abschluss habe ich dann den Wein vergessen und der Nachttisch ist im Backofen zu Holzkohle mutiert.“
„ Oh nein. Das tut mir leid.“ schaute mich der Seelendieb mitfühlend an.
„ Ach naja.“ wehrte ich lachend ab. „ Keith war total niedlich und sehr zuvorkommend. Wir haben uns dann auf die Couch gehauen und... nun ja...“
„ Und was hat er zu deinen Dessous gesagt? War er genauso begeistert von dir, wie ich?“
„ Er hat die Dessous noch nicht mal zu Gesicht bekommen.“ seufzte ich leise.
„ Wieso? Wolltest du ihn nicht verführen?“
„ Doch...ich war auch dabei...bin aber mitten drin irgendwie... eingeschlafen...“ stammelte ich. „ Irgendwie eingeschlafen?“ lachte Misa auf. „ Der muss es ja echt drauf haben.“
„ Ich weiß nicht...vielleicht war ich auch einfach zu müde...“
„ Nein, an dir lag es nicht.“ behutsam legte er seinen Arm um meine Schulter und drückte mich zärtlich an sich. „ Keith ist ein wenig schüchtern, weißt du.“ begann er zu erzählen. „ Vermutlich war er noch nicht so weit und hat dich deshalb mit Schlaftabletten ruhig gelegt.“
„ Mit Schlaftabletten ruhig gelegt??“ gab ich empört von mir. „ Warum sagt er denn nicht einfach dass er noch nicht so weit ist...ouh...“ hielt ich plötzlich inne. „ Willst du mir damit sagen, dass Keith noch Jungfrau ist?“
„ Öh...“ schmunzelte Misa. „ Ich weiß nicht...Irgendwie ja schon.“ >Zu mindestens was sein Sternzeichen angeht...< fügte er in Gedanken hinzu.
„ Oh das ist ja soooo süüß!!“ strahlte ich den Teufel schwärmend an. „ Dann ist es ja für uns beide etwas ganz besonders!“
„ Aber ganz besonders..“
„ Trotzdem hat er einen Dämpfer verdient!“ murmelte ich. „ Mich einfach aus zuschalten, anstatt mit mir über seine Jungfräulichkeit zu reden, ist unerhört.“
„ Wie groß soll denn dieser Dämpfer sein?“ schielte mich der Herr seitlich an.
„ So groß, dass er wach gerüttelt wird.“
„ Dann hätte ich vielleicht eine Idee...“ grinste er mich an.
„ Und zwar?“
„ Wir könnten ihm ja weiß machen, dass wir beide etwas miteinander hatten. Davon geht er ja sowieso aus, dass ich dich beglücken will!“
„ Meinst du wirklich dass ist eine gute Idee? Ich möchte eure Freundschaft nicht gefährden.“
„ Keine Sorge, Risa.“ lächelte er mir beruhigend zu. „ Es wird unserer Freundschaft nicht schaden. Schließlich tun wir es ja nicht wirklich.“
„ Und du glaubst das bewegt etwas in ihm?“
„ Darauf kannst du Gift nehmen.“ griente er noch immer.
„ Dann machen wir das doch!“
„ Du sag mal.“ begann er. „ Du hast doch erzählt, dass du dich an das Gesicht deines Freundes erinnern konntest, nicht wahr?“
„ Ja. Sonst hätte ich ja nicht gewusst, dass ich mit Keith zusammen bin.“
„ Welche Augenfarbe hatte der Typ in deinen Erinnerungen?“ sah er mich seitlich an. „ Keith trug sehr oft Kontaktlinsen, weißt du? Damit er nicht gleich auffällt.“
„ Ja, das sagte er bereits.“ überlegte ich und wühlte die Erinnerung des silberhaarigen Mannes aus meinem Gedächtnis heraus.
Ich konzentrierte mich auf dieses eine Bild und versuchte es noch klarer werden zu lassen. Er lächelte mich warm an und hatte definitiv … „ Goldene Augen...“ gab ich Misa die Antwort.
„ Das ist ja interessant. Und da bist du dir auch ganz sicher?“
„ Ja, wieso sollte ich mir auch nicht sicher sein?“
„ Ich war nur Neugierig. Na komm, lass uns weiter gehen.“
„ Komischer Kauz...“
Gemeinsam sahen wir uns dann noch die anderen Gehege an und betraten zum Schluss den Streichelzoo.
Die kleinen Ziegen waren total putzig und tummelten sich vor meinen Füßen, um etwas von dem leckeren Futter ab zu bekommen. Wobei ich den großen Ziegen, mir ihren monströsen, spitzen Hörnern mit reichlich Respekt gegenüber trat.
„ Hihihi!“ kicherte ich belustigt. „ Nun weiß ich wenigstens von wem die Teufel abstammen!“
„ Mhm...“ verschränkte Misaki schmunzelnd die Arme vor der Brust. „ Also ich weiß ja nicht. Es gibt wohl nicht so viele Teufel, die Fell haben.“
„ Die rasieren sich das bloß ab.“
„ Ach so. Na wenn das so ist.“ lachte der Seelendieb.
„ Na gut. Du stammst nicht von den Ziegen ab.“ grinste ich ihn von der Seite an. „ Deine Vorfahren sind die Gorillas!“
„ Das wird ja immer schöner...“
„ Oder die Brüllaffen...man weiß es nicht so genau.“
„ Du bist echt ein kleines freches Biest.“ knurrte er mich an. „ Eventuell sollte ich dir das mal aus treiben.“
„ Aus treiben?“ schielte ich ihn an. „ Das würde Keith bestimmt nicht gefallen.“
„ Was er nicht weiß, macht ihn nicht heiß. So heißt es doch so schön.“
„ Boar bist du fies!“ lachte ich leise auf. „ Wenn er das wüsste.“
„ Weiß er aber nicht...“
„ Vielleicht stammst du ja doch von den Karnickeln ab...“ überlegte ich laut.
„ Willst du es heraus finden?“
„ Oh bitte nicht!“
„ Dann solltest du jetzt auf der Stelle aufhören mich zu provozieren.“
„ Ja, du hast recht. Ich habe heut schon genug geschlafen.“ kicherte ich leise.
„ Du glaubst doch nicht wirklich, dass ich dich betäuben würde?“ zog er fragend eine Augenbraue hoch. „ Die Chance, dich zu vernaschen würde ich mir weiß Gott nicht entgehen lassen.“
„ Ich dachte auch eher daran, dass du mich in den Schlaf wiegen würdest.“
„ Du Monster!“ bestimmend drückte er mich an sich. „ Gleich hier? Oder wollen wir zu dir fahren? Aber da könnte uns Keith begegnen!“
„ Das war doch nur Spaß!“ kicherte ich belustigt.
„ Hast du ein Glück, dass ich heute so einen guten Tag habe!“
„ Sonst würde unser gemeinsamer Ausflug auch nicht soviel Spaß machen.“ sah ich lächelnd zu ihm zurück.
„ Freut mich, dass dir meine Gegenwart gefällt.“
Nach dem Zoo Besuch gingen wir noch etwas Essen und kamen erst gegen Abend wieder Zuhause an.

Zwischenzeitlich hatte Keith die halbe Stadt nach uns abgesucht und war an allen Orten, wo Misa mich hin geschleppt haben könnte. An den Zoo dachte er dabei allerdings nicht.
Als er uns dann im Flur erwartete, kochte er sichtlich vor Wut.
„ Ich bin dann mal in meinem Zimmer!“ lächelte ich Misa an und rannte dann die Treppe hoch.
„ Wo wart ihr?“ bat der Prinz um eine Antwort.
„ Och, überall und nirgendwo.“ gab der Seelendieb schulterzuckend von sich und ging ins Wohnzimmer.
„ Nun bleib mal hier, du Penner!“ fuhr Keith ihn an. „ Nun sag schon was ihr getrieben habt!“
„ Willst du das wirklich wissen?“ grinste Misa ihn an.
„ Spuck es schon aus!“ seine Stimme war bedrohlich leise.
„ Nun, wir haben uns einen schönen Nachmittag gemacht. Waren im Zoo, waren was leckeres Essen und sind dann auf der Rücksitzbank meines Autos gelandet.“ verschränkte er die Arme vor die Brust. „ Muss ich noch weiter ins Detail gehen? Ich könnte dir erzählen, wie sie sich angefühlt hat, oder welche Stellung wir ausprobiert haben...“
„ Das ist doch nicht dein ernst!“
„ Oh doch, das ist mein voller ernst!“ trat er einen Schritt auf ihn zu. „ Oder hast du wirklich geglaubt, ich würde mir diese vielleicht einmalige Gelegenheit entgehen lassen?“
„ Das hast du nicht wirklich getan...“ er ballte seine Hände zu Fäusten und starrte ihn wutentbrannt an. „ Hast du auch nur eine Sekunde an Risa gedacht? Und wie sie sich fühlen wird, wenn sie sich wieder erinnert?“
„ Zu mindestens wird sie dich nun in ruhe lassen. Das wolltest du doch, oder nicht?“ grinste er Keith an. „ Dabei weißt du gar nicht, was dir alles entgeht. Sie ist unglaublich!“ griente er ihn noch immer schelmisch an. „ Ich musste sie noch nicht mal überreden. Man könnte auch sagen, dass ihre wilde, ungezügelte Seite mir die Kleider von Leib gerissen hatte. Und dann viel sie ausgehungert über mich her, oder ich über sie, je nachdem von welchem Zeitpunkt wir sprechen. Sie ist heißer als jede Succubus dieser Welt. Sie nicht gespürt zu haben ist eine Schande! Ihr Körper ist eine Sünde alle male wert...“
„ Du Arsch!“ urplötzlich holte der Prinz aus und verpasste Misa einen heftigen Fausthieb mitten ins Gesicht.
Dann stürmte er die Treppe hoch und riss die Tür zu meinem Zimmer auf.
„ Du hast nicht wirklich mit Misaki geschlafen, oder??“ er wusste selber nicht wirklich, warum er so wütend war, aber aus irgendeinem Grund konnte er den Gedanken nicht ertragen, dass ich was mit seinem besten Freund hatte. „ Sag was!“
„ Warum spricht Misaki mit dir über unser Sex leben?“ schaute ich ihn fragend an. „ Erzähl doch mal, was er gesagt hat. War ich gut? Ist er noch befriedigt oder will er noch mal?“ ich strich mir mit der Zunge über meine Lippen und fuhr dann fort. „ Ich wäre jedenfalls nicht abgeneigt. Von mir aus darf es jetzt die ganze Nacht dauern!“
Mit meinen Worten schlug ich seinen Rest Verstand KO und ließ ihn tatsächlich Amok laufen.
Mit den Füßen trat er die Tür zu, die mit einem lauten Knall ins Schloss fiel. Danach kam er auf mich zu gestürmt, warf mich über seine Schulter und ließ mich dann aufs Bett fallen.
„ Wenn du dein eventuelles schlechtes Gewissen eh mit Füßen trittst....“ meinte er, während er sich das Hemd auszog. „ Kommt es auf diese eine Sache nun auch nicht mehr an.“
Als ich mich hinsetzen wollte, drückte mich Keith zurück ins Kissen und beugte sich über mich.
„ Soll ich nicht vorher lieber duschen gehen?“ blickte ich ihn fragend an.
„ Halt endlich den Mund!“ herrschte er mich erbost an.
Bestimmend hielt er meine Hände mit nur einer Hand über meinem Kopf fest und öffnete mit der anderen die Knöpfe meines Kleides.
Er war außer sich und die Wut brodelte in ihm, zudem überkam ihm die Eifersucht, schließlich war ich doch SEINE Freundin und Misaki hätte die Finger von mir lassen müssen.
Irgendwie schien er dabei zu vergessen, dass das alles eigentlich nur ein Spiel war, und zwar sein Spiel! Keith war dabei sich darin zu verlieren und setzte seine eigenen Regeln außer Kraft.
Er hatte nur noch einen Gedanken, er musste meinem Körper die Erinnerung an Misaki nehmen.
Nun verlor er sich in einem neuen Spiel, voller Leidenschaft und ohne Regeln.
Verführerisch küsste er meinen Hals und drückte sich dabei fester an mich.
„ Keith?“ flüsterte ich seinen Namen.
„ Halt den Mund...“ gab er leise von sich. „ Ich will nichts mehr hören.“
„ Doch, das möchtest du hören!“ ich entzog ihm meine Hände und schlang sie um seinen Rücken. „ Das war meine Rache für die Schlaftabletten Aktion von dir gestern!“
Keith hatte den Blick gesenkt und versuchte unterbewusst sich meinen Berührungen zu entziehen, die ihm so leicht um den Finger wickeln konnten. Er wollte nichts fühlen, das sollte alles rein Körperlich sein.
„ Findest du es fair, dich auf diesem Wege an mir zu rächen?“ blickte er mich verächtlich an. „ Und dann auch noch mit meinem besten Freund?“
„ Ich habe gar nichts mit Misaki gemacht, Schatz.“ lächelte ich ihn leicht an.
„ Was?“ völlig perplex verharrte er in seiner Bewegung. „ Du lügst doch!“
„ Hast du denn wirklich geglaubt, ich würde mich mit Misa einlassen?“ ich drückte ihn noch fester an mich und streichelte über seinen Rücken. „ Und das, wo ich doch dich liebe?“ flüsterte ich und lehnte meinen Kopf an seinen.
„ ...“ sprachlos riss er die Augen auf und sah mich dann erstaunt an. „ Du glaubst bloß mich zu lieben, oder...?“
„ Nein, ich weiß doch wohl was ich fühle!“ protestierte ich. „ Aber du hättest mir ja ruhig mal sagen können, dass du noch Jungfrau bist und dich deshalb vor dem ersten mal fürchtest.“
„ Hat dir Misaki den Müll verkauft?“ blickte er mich verblüfft an. „ Ich bin schon lange keine Jungfrau mehr.“
„ Und warum dann die Schlaftabletten?“
„ Weil ich weiß, dass du nicht mit mir schlafen willst.“
„ Soll das ein Witz sein? Ich will nichts mehr als dich endlich zu spüren! Ich kann mir wirklich nichts schöneres vorstellen.“
Keith schwieg kurz und betrachtete meinen Körper, ehe er mir wieder in die Augen sah. „ Bist du dir wirklich sicher, dass du das willst?“
„ Hab ich das denn nicht schon oft genug gesagt?“ seufzte ich theatralisch auf. „ Ich will mit dir schlafen und da bin ich mir mehr als sicher!“
Auf seufzend küsste er mich auf den Mund und und ließ sich völlig in meinen Bann ziehen.
„ Du wirst mich bestimmt wieder mit irgendwas aus dem Verkehr ziehen, nicht wahr?“ sah ich ihn an, während er sich an meinem Körper runter schob. „ Gerade dann, wenn es richtig zur Sache geht.“
„ Nein, dieses Mal nicht.“
„ Nicht?“ zog ich fragend eine Augenbraue hoch.
„ Willst du jetzt etwa einen Rückzieher machen?“ sah er mich an. „ Noch hast du die Möglichkeit wieder auszusteigen.“
„ Nein, ganz bestimmt nicht!“ lächelte ich ihn an.
„ Gut...“ vorsichtig hob er meinen Körper an und öffnete den Verschluss meines BHs.
„ Aber bist du dir auch sicher, dass du das willst?“ harkte ich noch einmal nach.
Anstatt zu antworten zog er mich zu sich hoch und zog mir sowohl das Kleid, als auch den BH aus.
„ Was glaubst du denn?“ stellte er mir leise eine Gegenfrage.
„ Ich glaube, dass ich das auf jeden Fall nicht bereuen werde!“ lächelte ich ihn süß an und küsste ihn sanft auf den Mund.
Langsam sanken wir zurück in die Kissen, dabei hörten wir nicht auf, uns verführerisch zu küssen.
Ich konnte es noch gar nicht richtig fassen, dass er mich nun endlich lieben würde. Hätte ich vorher schon gewusst, was ein einfaches: Ich liebe dich! Bei ihm bewirkt, hätte ich ihm das schon viel früher gestanden.
Ich genoss es seine starken Arme zu streicheln, seinen muskulösen Rücken zu ertasten und ihn so nah bei mir zu spüren.
Außerdem hoffte ich inständig, dass er sich nicht wieder zurück zog, so wie er es die letzten Male auch getan hatte.
Allerdings war es nie so weit gekommen, dass wir in einem Bett lagen und ich noch dazu halb nackt unter ihm lag.
Er fühlte sich so verdammt gut an, viel besser noch, als in meinen Fantasien.
Also wenn er es wirklich noch schaffte, sich zurück zu ziehen, dann besaß er entweder eine verdammt gute Selbstbeherrschung, oder er war in der Tat schwul...
Ich stöhnte immer wieder leise auf und versuchte mich so gut es eben ging, im Griff zu behalten. Nicht auszudenken was geschehen würde, wenn Misaki uns hörte. Nein, das wäre mir viel zu peinlich. Allerdings hatte der Prinz auch noch nicht wirklich angefangen, von daher war es mehr als fraglich ob ich mich weiterhin zusammen reißen konnte.
Verführerisch widmete sich mein Freund meinem Bauch zu und übersäte ihn mit sanften Küssen.
Fast schon wie in Trance erlaubte ich es ihm, mir meinen String an den Beinen herunter zu schieben und verschwendete nicht einen Gedanken daran, dass ich nun völlig entkleidet unter ihm lag.
Dabei spürte ich seine Blicke, die ein erregendes Kribbeln auf meiner Haut verursachten. Gespannt hielt ich die Luft an, während er die innen Seite meiner Schenkel berührte.
Keith ließ mein Gesicht dabei nicht eine Sekunde aus den Augen, er war noch immer davon überzeugt, dass ich einen Rückzieher machen könnte, oder plötzlich meine Erinnerungen wiedererlangte.
Er konnte zugegebenermaßen nicht sagen, was für ihm nun schlimmer wäre. Da er allerdings keinerlei Zweifel oder entsetzen erkennen konnte, widmete er sich wieder meinen Brüsten zu, während seine Finger mich weiter in den Wahnsinn trieben.
Energisch biss ich mir auf die Unterlippe, um eben nicht zu laut aufzustöhnen und krallte mich mit der Hand ins Laken fest.
„ Mhm... du bist ganz schön empfindlich...“ flüsterte Keith.
„ Du merkst das und bist dennoch so gemein, das auszunutzen??“ starrte ich ihn an.
Inzwischen war ich schon völlig außer Atem und mein Brustkorb senkte und hob sich unnatürlich schnell. Meine Wangen waren leicht gerötet und meine Augen hatten vor Verlangen einen dunklen Schimmer bekommen.
„ Nh...“ grinste er mich schelmisch an.
Nun wusste ich wenigstens, warum er überhaupt was gesagt hatte, er wollte meine Konzentration stören. Damit ich nicht mehr so peinlich genau darauf achtete, das ich ja nicht zu laut aufstöhnte. Und ich war voll drauf rein gefallen...
„ Ah! Nein...mh...warte!!“ stöhnte ich laut auf.
„ Bestimmt nicht!“ war alles was er dazu sagte. „ Nun kann ich endlich dein Stöhnen hören!“
„ DU- MH bist soo gemein!!“ ich krallte mich fester an ihn und verbarg mein Gesicht an seiner Schulter.
„ Gemein wäre was anderes.“ hauchte er mir direkt ins Ohr, worauf mich auch gleich eine Gänsehaut überfiel.
„ Stimmt! Du quälst mich lieber!“ wisperte ich ihm zu.
„ Ich quäle dich? Womit denn?“
„ Dich auf dumm zu stellen, macht die Sache auch nicht besser!“
„ Na, wenn du mir nicht sagen kannst, womit ich dich quäle, mache ich einfach so weiter.“ grinste er mich leicht an.
„ HA-HALT!!“ entlockte er mir schon wieder ein erregtes Stöhnen. „ Mach es richtig!!“ wimmerte ich. „ Nimm mich...“ flüsterte ich ihm zu und küsste ihn verführerisch auf den Mund.
„ Ähäm...“ räusperte sich plötzlich jemand im Zimmer.
Erschrocken und entgeistert zugleich, sahen Keith und ich den ungebetenen Gast an und wären am liebsten in einem tiefen Loch verschwunden.
„ IEHK!!“ brüllte ich auf und zog die Decke über uns. „ E-Elara!!! Was machst du denn hier??“
„ Ich wollte euch wirklich nicht stören...“ wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich nun meinen das sie rot anlief. „ Ich hätte ja auch nicht gedacht, dass Keith so weit gehen würde...aber ich...bekomme die Tür nicht allein auf...also wenn einer so freundlich wäre...“ nuschelte sie vor sich hin.
Bereitwillig stand Keith auf, der ja als einziger von uns noch was an hatte und öffnete der Kitty die Tür.
Diese rannte auch gleich, wie von der Tarantel gestochen raus und versteckte sich peinlich berührt unter dem Sofa im Wohnzimmer.
„ Oh nein, oh nen! Wie peinlich!!“ jammerte ich und zog mir die Decke über den Kopf.
Wie bei einem Embryo rollte ich mich seitlich zusammen und wünschte mir aus tiefsten Herzen, dass ich einen über den Kopf gezogen bekam und die peinliche Situation einfach vergaß.
Ans weiter machen, so als wenn nichts gewesen wäre, konnte ich natürlich auch nicht mehr denken. So ein blöder Mist, da hatte ich Keith endlich so weit, dass er über mich herfiel und was geschah?
Scheinbar wollte dass Schicksal nicht, dass ich mit ihm die Erfüllung fand...allerdings hatte ich die Rechnung da ohne meinen Freund gemacht, der wieder zu mir ins Bett kam und mich zärtlich streichelte.
„ Lass mich in ruhe!!“ fauchte ich ihn an.
„ Entschuldige, aber das liegt nun nicht mehr in meiner Macht!“ flüsterte er mir zu.
„ Spinnst du?“ herrschte ich ihn an. „ Wie kannst du jetzt nur ans weiter machen denken! Wo uns Elara doch die ganze Zeit hören und sehen konnte!“
„ Mich konnte sie weder hören noch sehen...“ griente er mich frech an.
„ Oh! Du DÄMON!!!“ fauchte ich ihn an und versuchte von ihm weg zu kriechen, was allerdings nicht wirklich funktionierte, da er sich von hinten an mich drückte und mich zu sich hoch zog.
„ Ich werde das Feuer schon wieder entfachen, vertrau mir!“ sprach er leise auf mich ein und küsste mich dabei zärtlich am Hals.
„ Nein...nicht...“ meine Wiederworte klangen wirklich nicht sehr glaubwürdig. „ Warte...“ gerade auch, weil meine Stimme einen verräterischen Klang hatte, der darauf schließlich ließ, dass ich ihn noch immer spüren wollte.
„ Ich werde nicht mehr warten...du wolltest mich unbedingt spüren und nun wirst du mich auch spüren!“ auch seine Stimme war vor Erregung ganz heiser geworden, was mein Verlangen noch mehr anfachte.
Außerdem drückte er seine Hüfte so behutsam gegen meinen Po dass ich genau spüren konnte, wie heftig er auf mich reagierte.
Ich hörte, wie er seinen Gürtel öffnete, danach seinen Kopf und den Reißverschluss und dann wurde mir auch klar, wie er mit mir schlafen wollte.
„ HEY!!!“ fuhr ich erschrocken hoch und stieß gegen seine Brust. „ NEIN!! NICHT SO!!“ fauchte ich ihn an. „ Ich bin doch kein HUND!!“
„ Es wird dir aber trotzdem gefallen...“ wisperte er mir zu.
„ DAS ist mir egal!!“ ich sah über meine Schulter zu ihm zurück und stutzte kurz. Sein sehnsüchtiger Blick raubte mir fast den Atem und ließ mich für einen Moment vergessen, worüber ich mich überhaupt aufgeregt hatte.
Langsam näherte er sich meinen Lippen und küsste diese dann sachte. Leider fiel mir viel zu spät auf, dass das wieder nur ein Ablenkungsmanöver war und als ich es dann erkannte, war es bereits zu spät, da er schon in mir war.
„ Mhm...nicht so...“ wisperte ich ihm zu, während er mich weiter küsste.
„ Doch, genau so...“
Keith bewegte sich absichtlich ganz langsam in mir und genoss es, dass er mich mit jeder Phase seines Körpers spürte.
Erst als er mich komplett in seinen Bann gezogen hatte und ich aufhörte mich gegen diese Stellung zu wehren, zeigte er sein wahres Gesicht!
Urplötzlich stieß er mich nach vorne, wobei ich von Glück sagen konnte, dass die Wand nicht vor mir war, andernfalls hätte ich nun eine schöne Beule, und landete weich auf dem Bett.
„ Sag mal hast du sie noch alle??“ fauchte ich ihn erschrocken an. „ Hätte ich mir die Birne einschlagen – AH!“ er unterbrach mich, indem er sich stürmisch an mich presste und sich über mich beugte.
Keith bewegte sich schnell und feste in mir und brachte mich dazu, alles um mich herum zu vergessen.
Ich war nicht in der Lage, mein Stöhnen zu unterdrücken oder überhaupt einen Gedanken daran zu verschwenden, dass Misaki mich hören könnte.
Der Prinz raubte mir vollends den Verstand, oder eher dass bisschen was davon übrig geblieben war und zeigte mir wie schön es sein konnte, von ihm geliebt zu werden.
Während er sich in diesem schnellen Rhythmus in mir bewegte, knabberte er mir am Ohrläppchen und streichelte mit der einen Hand meine Brust, mir der anderen stützte er sich ab.
Es war unglaublich, wie lange er sich so in mir bewegen konnte, ohne dabei die Erfüllung zu finden. Wobei ich mehr als einmal an meine Grenzen stieß. Seine zutiefst erregenden Laute waren da bestimmt auch nicht ganz unschuldig dran.
„ Keith...“ wisperte ich irgendwann seinen Namen. „ Ich...kann nicht mehr...meine Arme geben nach..“
„ Mh...“ er zog sich leicht von mir zurück. „ Ich könnte mich glatt daran gewöhnen, dass du so meinen Namen stöhnst!“
„ Pff...“ erschöpft ließ ich mich auf den Bauch fallen und drehte mich dann auf den Rücken. „ Oh meine Beine...“
Aber für meinen Freund war das ganze noch lange nicht beendet. Lächelnd drückte er sich zwischen meine Beine und verteilte viele kleinen Küsse auf meinen bebenden Körper.
„ Du bist tatsächlich ein Teufel...“ gab ich völlig außer Atem von mir.
„ Was sollte ich denn sonst sein?“ zog er fragend eine Augenbraue hoch.
„ Immerhin bist du auch ein halber Mensch.“
„ Meine menschliche Seite wirst du im Bett allerdings nicht zu Gesicht bekommen...“ flüsterte er mir zu und küsste mich am Hals.
„ Ja... ich merk schon...“ lächelte ich leicht und schlang die Arme um seinen Nacken. „ Und das ist auch gut so...“
Diese wilde leidenschaftliche Art gefiel mir an ihm nämlich viel zu gut.
Vorsichtig vereinte er sich wieder mit mir und zeigte mir erneut, dass ich ihm bei weitem nicht gewachsen war.
„ Gib mir eine Pause... nur eine kurze...“ stammelte ich nach einigen Minuten völlig außer Atem und am Ende meiner Kräfte.
„ Eine Pause? Was denn? Machst du etwa schon schlapp?“ grinste er mich frech an.
„ Du willst mich doch bei meinem ersten Mal nicht gleich überfordern, oder?“ blickte ich ihn vorwurfsvoll an.
„ Dies war garantiert nicht dein erstes Mal..“
„ Schon möglich...“ ich strich ihm zärtlich durchs Gesicht, ehe ich weiter sprach. „ Aber schließlich erinnere ich mich an nichts! Also ist es so was wie mein erstes Mal...“
„ Du wolltest doch dass unser erster Versuch etwas ganz besonderes wird, oder nicht?“ zärtlich gab er mir einen Kuss auf die Stirn. „ Und dafür Sorge ich jetzt...“
„ Du glaubst also, dass es nicht bei dem einen Versuch bleiben wird?“
„ Wer weiß...“ ein geheimnisvolles Lächeln umspielte seine Lippen. „ War die Pause nun lang genug?“
„ Wenn ich Morgen nicht mehr gerade gehen kann, mache ich dich dafür verantwortlich!!“
„ Das Risiko bin ich bereit einzugehen.“
„ Mhm.“ ich drückte ihn feste an mich und seufzte glücklich. „ Du bist so süß...“
„ Ach? Scheinbar hast du noch nie in den Spiegel gesehen.“ lächelte er.
„ Ich kann mich wirklich glücklich schätzen, so einen … liebevollen Freund zu haben.“
„ Ich hoffe du siehst das später auch noch so..“ murmelte er so leise vor sich hin, dass ich es nicht verstehen konnte. „ Darf ich jetzt endlich weiter machen, ja?“
„ Sollte ich währenddessen einschlafen, dann bitte wecke mich nicht!“
„ Wer von uns ist hier der Dämon?“ schielte er mich seitlich an.
„ Na du?“
„ Mh.“ er lächelte nur vor sich hin und begann sich wieder in mir zu bewegen.
„ Du lächelst in letzter zeit so oft.“ versuchte ich unter seinen Stößen noch normal zu reden. „ Das freut mich.“
„ Du tust mir einfach verdammt gut.“
„ Das hast du aber nett gesagt...“
„ Können wir jetzt weiter machen, oder gibt es noch irgendwas, was du unbedingt jetzt in dieser Situation mit mir klären musst?“
„ Ach wen du so fragst...“ musste bei seinem Blick aber dann anfangen zu lachen. „ Lass uns die Stellung wechseln.“
„ Was? Soll ich etwa nach unten?“ zog er fragend eine Augenbraue hoch.
„ Ja! Warum eigentlich nicht.“
Keith setzte sich an den Rand des Bettes und zog mich auf seinen Schoss. Wenigstens konnte ich jetzt den Takt unseres Spieles angeben. Und dies machte mir unglaublich viel Spaß. Vor allem aber, konnte ich nun sein Gesichtsausdruck beobachten. Er schaute nämlich immer so verführerisch drein, was mein Herz zum rasen brachte. Ich war so glücklich, dass ich mein Glück kaum in Worte fassen konnte. Und noch dazu fühlte sich das alles so unglaublich gut an. Ich könnte ewig hier sitzen bleiben und ihn berühren.
„ Was ist?“ fragte er mich, nachdem ich ihn ununterbrochen angestarrt hatte.
„ Ich mag deine Augen.“ gestand ich ihm leicht gerötet. „ Du hast wunderschöne Augen..“
„ Mh.“ er küsste mich zärtlich auf den Mund und sah mich dann schmunzelnd an. „ Das habe ich auch noch nicht so oft gehört.“
„ Wirklich nicht? Das kommt vermutlich da her, dass goldene Augen bei den Menschen nicht so üblich sind.“ überlegte ich. „ Aber ich bin ja auch kein Mensch und deine geheimnisvollen Augen ziehen mich magisch an.“
„ Wie bei einem Goldgräber, ja?“
„ Ja, so ungefähr!“ kicherte ich.
Verlangend schlang ich meine Arme um seinen Nacken und begann mich wieder auf ihm zu bewegen. Zärtlich streichelte ich über seinen breiten Rücken, zeichnete die Konturen seiner Schulterblätter nach, strich mit dem Finger durch sein Haar und malte kleine Kreise auf seinen Hals.
„ H-Hey!!“ Keith zuckte lachend zusammen und versuchte mir seinen Nacken zu entziehen.
„ Sag du noch mal ich wäre empfindlich.“ grinste ich ihn frech an.
„ Pass bloß auf, sonst mache ich gleich mit!“ warnte er mich, nachdem ich ihn weiter kitzelte.
„ Ja klar!“ kicherte ich und brachte ihn weiter zum zucken.
„ Ok, du hast es ja nicht anders gewollt.“ plötzlich stand er auf und warf mich zurück auf das Bett.
„ He!“ Keith drückte mich gleich zurück in die Kissen und beugte sich über mich.
„ Links oder rechts?“
„ Hä?“ sah ich ihn verwirrt an.
„ Sag, links oder rechts?“
„ Öh...rechts?“
„ Ok.“ zärtlich küsste er mich am Hals und zwar auf der rechten Seite.
„ Wenn du mich gleich fragen solltest, ob hinten oder vorne, knall ich dir eine!“
„ Hatte ich nicht vor.“
Doch dann wurde mir klar was er vor hatte und ich versuchte mich lachend von ihm zu befreien.
„ Nicht!! Keinen Knutschfleck!! Den kann doch jeder sehen. KEITH!!“ doch er löste sich erst von mir, als er seine Tat vollbracht hatte. „ Oh du bist sooo fies!“
„ Du kannst ja ein Halstuch tragen...“ griente er mich an.
„ Grrr...GUTE NACHT!!“ maulte ich ihn an und drehte ihm den Rücken zu.
„ Nun sei doch nicht ein geschnappt.“ lächelte er leicht und beugte sich über mich.
„ Ich schlafe...“
„ Nun komm schon... oder willst du doch dass ich dich frage?“
„ Was willst du mich denn fragen?“
„ Vorne oder hinten?“ grinste er und küsste dabei meine Schulter.
„ Perverses Stück!!“ doch als ich mich zu ihm umdrehen wollte, verschränkte er seine Hand in meine und hinderte mich so daran, ihm die Augen aus zu kratzen.
Obwohl ich natürlich wegen dem blauen Fleck noch verstimmt war, genoss ich es trotzdem ihn so nah bei mir zu spüren und kuschelte mich schnurrend an ihn. Man konnte ihm einfach nicht lange sauer sein, ungefähr so wie bei einem niedlichen, total putzigen Welpen.
Überglücklich zog ich mir seine Hand unter den Kopf und lehnte meine Wange an seinen Handrücken.
„ Mhmm...hatte ich schon erwähnt, dass ich noch nicht fertig bin?“ harkte er leise nach.
„ Willst du denn noch?“ sah ich ihn seitlich an.
„ Von mir aus die ganze Nacht...“ flüsterte er mir zu.
„ Pfff! Das würde deine Ausdauer gar nicht mit machen.“
„ Haben dir deine Eltern denn nie beigebracht, dass es gefährlich ist einen Teufel zu provozieren?“
„ Sicher... aber du bist ja nur ein halber. Also ist es auch nur halb so gefährlich!“ kicherte ich.
„ Meinst du?“ er schob mein Bein hoch und drang vorsichtig in mir ein. „ Willst du es heraus finden?“
„ Die ganze Nacht oder die nächsten fünf Minuten?“ sah ich ihn schmunzelnd an.
Nun, die ganze Nacht wurde es letztendlich nicht, aber über die fünf Minuten ging es weit hinaus.

Die Sonne ging bereits wieder auf, als Keith auf dem Balkon stand und sich ernsthaft fragte, was in den letzten Stunden mit ihm los war.
>Hab ich wirklich... nein... wie konnte das nur geschehen? Und das auch noch im Zimmer von Rika...< seufzend sah er in de Himmel und schaute den Sternen beim verblassen zu. >Was habe ich nur getan?<
„ Ich hoffe die letzte Nacht hat sich gelohnt...“ stand Misaki plötzlich auf dem Balkon.
Der Seelendieb kühlte sein schmerzendes Auge noch immer mit einem Eisbeutel.
„ Sorry wegen dem.. kleinen Schlag...“ sah Keith ihn kurz an. „ Ich weiß echt nicht was mit mir los ist...“
„ Ich schätze dass kann ich dir sagen...“ er lehnte sich mit dem Rücken gegen das Geländer und sah ihn seitlich an. „ Du hast dich in Risa verliebt...“
„ So ein Quatsch...“ wehrte der Prinz ab. „ Weißt du überhaupt was du da redest? Und was das letztendlich bedeuten würde??“
„ Und wie erklärst du dir sonst, dass du in dem Zimmer, was von Rika's Aura erfüllt ist, über Risa herfällst?“
„ Herfallen? Woher hast du das denn?“
„ Mhm...“ er lehnte seinen Kopf leicht zur Seite und kratzte sich am Kopf. „ Man konnte euch für eine Millisekunde hören..“
„ Lass das bloß nicht Risa hören..“ lachte er leise.
„ Hat es dir wenigstens was gebracht, außer einem schlechten Gewissen?“
„ Ich denke schon.. zu mindestens so lange wie sie sich nicht erinnert.“
„ Und was würde sich ändern, wenn sie sich erinnert?“ dachte Misa darüber nach. „ An ihren Gefühlen würde sich jedenfalls nichts verändern.“
„ Und du meinst, sie sieht plötzlich drüber hinweg, dass ich Rika's Freund war?“ er schüttelte leicht den Kopf und sah in den Himmel. „ Dafür war sie ihr zu wichtig.“
„ Also... ziehst du die Möglichkeit wirklich in Betracht, dass du dich in sie....verliebt hast?“ fragte Misa noch einmal vorsichtig nach.
„ Ist dir eigentlich klar, dass es viel schlimmer wäre, wenn es so wäre, als weiter an Rika zu hängen?“
„ Blödsinn. Risa lebt und Rika ist tot. Du kannst mit ihr glücklich werden.“
„ Ich garantiere dir, dass Risa überhaupt nicht davon begeistert wäre, wenn sie mit mir was am laufen hätte. Und sie müsste ich jeden Tag sehen.“
„ Ich bin überzeugt davon, dass du sie dazu bringen kannst, dass sie sich in dich verliebt.“ lächelte Misaki leicht. „ Weißt du... ich habe sie vorhin gefragt, welche Augenfarbe der Typ hatte, übrigens der einzige überhaupt an den sie sich erinnert, und nun rate mal was sie gesagt hat.“
„ Welche Augenfarbe hat denn Dark?“
„ Unwichtig. Da sie überzeugt davon ist, dass der Kerl goldene Augen hat. Was also in ihrem Unterbewusstsein die ganze Zeit vor sich gegangen ist, muss ich dir nicht erklären, oder?“
„ Warum sollte sie sich an mich erinnern?“ zog er fragend eine Augenbraue hoch. „ Wir haben uns doch eigentlich nur gestritten.“
„ Frauen wollen oder immer genau das haben, was sie nicht bekommen können.“ philosophierte der Seelendieb. „ Und desto stärker sie sich gegen etwas wehren, desto größer wird das Verlangen danach.“
„ Das ergibt keinen Sinn...“
„ Seit wann ergeben Frauen einen Sinn...“ lachte Misa.
„ Ja...stimmt schon..“
„ Meinst du Risa erinnert sich daran wie man heilt?“
„ Bestimmt...“

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Publication Date: 04-19-2012

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