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Petra Cramsie & Niall Edworthy
Handbuch für Optimisten/Handbuch für Pessimisten

Sind Optimisten nur blauäugige Träumer? Sind Pessimisten allesamt griesgrämige Schwarzmaler? Ist das Glas halb voll oder halb leer? Dieses Handbuch ist eine einzigartige Sammlung geflügelter Worte, erstaunlicher Fakten und ewiger Weisheiten, die bestätigen, was wir schon immer ahnten: Unsere Existenz ist, je nach Weltsicht, ein tristes Jammertal oder der Himmel auf Erden. Raffiniert zusammengestellt, elegant gestaltet und gespickt mit britischem Humor, enthält es Zuversichtliches und Defätistisches zu sämtlichen Themen unseres irdischen Strebens: von "Arbeit" bis "Zukunft", von "Liebe" bis "Langeweile", von "Hoffnung" bis "Haarausfall".

Ein Handbuch für alle Lebens- und Gemütslagen, das in keiner Westentasche fehlen darf: Ein Antidepressivum in Buchform und zugleich die schönste Art, sich dem gepflegten Weltschmerz hinzugeben.

Petra Cramsie hat Philosophie studiert und arbeitet u.a. für das britische Fernsehen, als Verlagslektorin und als Autorin von Kreuzworträtseln. Sie lebt mit ihrer Familie in Herefordshire, England.

Niall Edworthy ist der Autor von zwanzig populären Sachbüchern zu einer Vielzahl verschiedener Themen - darunter Weihnachten, Militärgeschichte, Fußball, Ornithologie und Gärtnerei. Er lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in West Sussex, England.


Leseprobe:



Aus dem Handbuch für Optimisten:

ALKOHOL



„Bier ist der Beweis, dass Gott uns liebt und will, dass wir glücklich sind.“
Benjamin Franklin (1706-1790), US-Schriftsteller, Diplomat und Erfinder.

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Ohne eine widerspenstige Bande von Trunkenbolden würden die Amerikaner wohl heute noch auf den britischen Union Jack schwören und nicht auf die Flagge der Vereinigten Staaten. Die amerikanische Revolution, die vier Jahre später zur Unabhängigkeit von Großbritannien führte, begann mit der Boston Tea Party von 1733: Damals trafen sich 50 Kolonisten (verärgert, weil sie Steuern zahlen sollten, ohne im britischen Parlament vertreten zu sein) am späten Nachmittag im Bostoner Haus des Druckers Benjamin Edes, um einen geeigneten Protest auszuhecken. Edes versorgte die Patrioten mit einer riesigen Schale Punsch, sein Sohn Peter füllte die Gläser ohne Unterlass, und mit den verstreichenden Stunden wurden die Männer immer betrunkener. Ihr Mut wuchs entsprechend der Menge, die sie intus hatten, schließlich zogen sie sich improvisierte Indianerkostüme an (mit denen sie absolut niemanden hinters Licht führen konnten), taumelten und wankten zum Griffins Wharf, wo sie 45 Tonnen Tee in den Hafen warfen, und so eine konstitutionelle Krise auslösten, die zur Geburt einer Nation führte, die bis zum Ende des folgenden Jahrhunderts zum mächtigsten Staat der Welt aufsteigen sollte.

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Eine einjährige Studie spanischer Wissenschaftler aus dem Jahr 2002, an der 4000 Freiwillige teilnahmen, zeigte, dass zwei – aber nicht eines oder drei – Gläser Rotwein am Tag die Wahrscheinlichkeit einer gewöhnlichen Erkältung um die Hälfte reduziert. Auch das britische Nationalinstitut für Alkoholmissbrauch und Alkoholismus (NIAAA) schloss vor kurzem eine ausführliche Untersuchung auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse ab, die zeigt, dass nicht Antialkoholiker, sondern moderate Genießer die höchste Lebenserwartung haben. Danach ist die Todesrate bei jenen am niedrigsten, die täglich zwei alkoholische Getränke zu sich nehmen.
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Aus dem Handbuch für Pessimisten:

ALKOHOL



Beunruhigende Fakten des Gesundheitsministeriums (2008)
Über 9,5 Millionen Menschen in Deutschland konsumieren Alkohol in gesundheitlich riskanter Form und 1,3 Millionen gelten als alkoholabhängig. Nur etwa 10 % unterziehen sich einer Therapie, die meisten von ihnen allerdings erst viel zu spät, nach 10 bis 15 Jahren Abhängigkeit. 20 % der Jugendlichen im Alter von 12 bis 25 Jahren trinken regelmäßig Alkohol. Die volkswirtschaftlichen Kosten alkoholbezogener Krankheiten werden auf mehr als ¤ 20 Milliarden pro Jahr geschätzt. Jährlich sterben ca. 42 000 Personen direkt (durch Alkoholmissbrauch) oder indirekt (u.a. durch alkoholbedingte Unfälle) an den Folgen des Alkoholkonsums.

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10,6 % aller in Deutschland aufgeklärten Straftaten wurden laut Kriminalstatistik des Bundes (2007) unter Alkoholeinfluss verübt. Folgende Delikte wurden besonders häufig betrunken begangen: Widerstand gegen die Staatsgewalt (63,1 %), Zerstörung von Arbeitsmitteln (54,9 %), Zechanschlussraub (51,2 %), Totschlag (39,6 %) und Körperverletzung mit tödlichem Ausgang (38,5 %).

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Eine englische Studie zeigte, dass 34 % der 18-bis 25-Jährigen ungeschützten Geschlechtsverkehr haben, wenn sie betrunken sind – 23 % gar mit jemandem, mit dem sie gar nicht schlafen wollten.

Imprint

Publication Date: 11-04-2009

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