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Zwei Prinzipe, des Guten und des Bösen, des Lichtes und der Finsternis, kämpfen wie Ormuzd und Ahriman in der Brust des Österreichers: mit den Fremden zu verkehren und das Heim zu wehren. Aus diesem schier unlösbaren Konflikt, der schon darum heillos ist, weil der zweite Drang mehr Geld kostet als der erste hereinbringen könnte, entstehen die sogenannten Verleumdungen des Auslands, durch welche sich die Fremden, die dort ganz zufrieden hausen, abschrecken lassen, unser Heim zu besuchen. Denn sie pflegen zwar Schlachtfelder zu besichtigen, aber erst nach einem Krieg, und wollen bei aller Neugier einen solchen nicht mitmachen. Tachinierer, die durchaus nicht dabei sein wollen, wie zwischen Zwettl und Stockerau gekämpft wird, eine Möglichkeit, die sie sich von Zeit zu Zeit, wenn unsere Heimwehr ein Ultimatum stellt, einbilden. Indem die Fremden, die uns eben nicht verstehen, nach der Methode, die sie schon im Weltkrieg geübt haben, das was bei uns geschieht und heute sogar schwarz auf weiß erscheinen darf, zur Kenntnis nehmen und danach behaupten, verleumden sie uns, und indem sie von unseren Fakten sprechen, streuen sie, wie dazumal, die sogenannten Gerüchte über uns aus, über die wir – selbstredend – zur Tagesordnung schreiten würden, wenn wir nicht eben auf jene angewiesen wären, die so undankbar auf unsere Eigenart reagieren. Aus diesem Dilemma herauszukommen, wäre unmöglich, wenn der Österreicher nicht schließlich doch als der von Natur Klügere entschlossen wäre, nachzugeben. So hat auch diesmal, wie so oft in der Kriegsgeschichte, in Österreich die Friedenspartei gesiegt, welcher Sieg uns nicht nur wieder das Vertrauen des Auslands erobert, sondern auch frische Kräfte verleiht, die unterbrochene Reklame für uns fortzusetzen, mit der unbeugsamen Entschlossenheit, bei allen Zugeständnissen an den Heimwehrgedanken ihn fortan nur so weit aufkommen zu lassen, als er dem Fremdenverkehr nicht abträglich ist. Diesen Ausgleich durchzuführen, ist ein Mann mit starker Hand berufen, der mit derselben beide Triebkräfte unseres Wesens zu leiten vermag, ohne da oder dort anzustoßen, und dem es gelingen wird, nicht nur die Bestrebungen der Heimwehr, sondern auch den Fremdenverkehr in die vorschriftsmäßigen Bahnen zu lenken. In beiden Richtungen sind die diesbezüglichen Kräfte bereits tätig und harren nur noch der vollen Entfaltung, nachdem die Entspannung bereits eingetreten ist, wie nicht anders zu erwarten war. Wir wollen aber heute an unserem geistigen Auge nur die Aussichten vorbeiziehen lassen, die jene lichtvollere Bestrebung des österreichischen Wesens uns eröffnet.

Das Fremdenverkehrsingenium ist unerschöpflich. In der Vorkriegsära hatte man geglaubt, etwas Anziehenderes als die Aufstellung eines Goldfischaquariums in der Bedürfnisanstalt am Graben werde sich schon nicht finden lassen. Aber es vermochte sich nicht auszuwirken, der Weltkrieg kam und mit ihm die Zeit, wo man eher befürchten als hoffen konnte, daß die Fremden ins Land kämen. Alles war dem Verkehr mit ihnen dermaßen abgeneigt, daß man ihnen zum Tort auch die Fremdwörter abschaffte, ja auf Speisezetteln wie auf Firmentafeln jede Spur einer früheren Beziehung zu verwischen suchte. Der Besitzer des Geschäftes »Zur englischen Flotte« strich das Epitheton, das nicht mehr ornans war, so daß man einige Zeit noch glauben konnte, es sei die österreichische Flotte gemeint. Der Bahnbrecher jedoch, der den beim Westbahnhof ankommenden Lords ein »Café Westminster« errichtet hatte, nannte es, damit sie sich dereinst verflucht umsehen sollten, einfach »Café Westmünster«. Später wurden, wiewohl es im Vertrag von St. Germain nicht ausdrücklich bedingt war, die alten Bezeichnungen wieder hergestellt, denn gemäß dem Gesetz der Reaktion, das in der Entwicklungsgeschichte bestimmend ist, brach mit geradezu elementarer Gewalt die lange zurückgestaute Sehnsucht nach dem Fremdenverkehr hervor. Was nun alles versucht wurde, um ihn wieder zu heben – der versunken schien, wie nur die Kriegsschiffe der Feinde –, was da unternommen ward, ließ die Vorkriegszeit als ein armes Waserl erscheinen. Natürlich kehrt da auch mancher Plan, kaum verwirklicht, wieder in das Reich der Utopie zurück, dem er entstammte, wie zum Beispiel die phantastische Idee der Handtücher in Eisenbahnklosetts, die, versuchsweise eingeführt, das vertrauende Ausland insofern getäuscht haben, als sie bereits im Inland abhanden gekommen waren. Jüngst ist man aber mit zwei Plänen hervorgetreten, von denen schon gesagt werden muß, daß, wenn auch die nicht helfen und zwar so radikal, daß jedes weitere Antauchen überflüssig ist, Österreich zuspirr'n kann. Es ist der letzte Trumpf, den wir auszuspielen, der letzte Pfeil im Köcher, den wir zu versenden haben; entränn' er jetzo – das weitere weiß man eh.

Der eine der beiden Pläne ist ausschließlich auf die Bundesbrüder abgezielt, auf jene, die immer noch argwöhnen, daß sie »geneppt« werden, ein Vorurteil, das man einmal mit der Wurzen anpacken wollte. Um sich an sie anzuschließen, muß man die Leute erst hier haben. Zu diesem Behufe ist das Folgende, ausgeheckt worden:


Berliner Ball bei Johann Strauß

Eine Anschlußkundgebung im Dreivierteltakt. – Wiener Hochquellenwasser als Ballspende.

Das große Sängerfest, das im vergangenen Sommer in Wien abgehalten wurde und viele tausende Deutsche nach Österreich brachte, hat sich, wie erinnerlich, zu einer großartigen Anschlußmanifestation gestaltet. Bei dieser Gelegenheit zeigte sich wieder, daß eigentlich der Anschluß in kultureller Beziehung längst hergestellt ist und keiner politischen Bindung mehr bedarf. Nun wird, wie wir erfahren, im nächsten Jahre eine Veranstaltung stattfinden, die neuerdings die Zusammengehörigkeit der beiden Länder in geistiger Beziehung dokumentieren soll. Es handelt sich um einen »Ball bei Johann Strauß«, der im Februar 1930 in – Berlin abgehalten werden soll. Dieses einzigartige Fest, das natürlich im größten Stil zur Durchführung gelangt, soll den Höhepunkt des Berliner Faschings bilden. Wir erfahren über diese interessante Veranstaltung folgende Einzelheiten. –



Das Protektorat hat natürlich der österreichische Gesandte übernommen, doch auch Loebe zeigt schon das größte Interesse, wie nicht anders zu erwarten war. Der eigentliche Initiator ist aber nicht er, sondern Benno Lie, der bereits in Berlin eingetroffen ist, um Fühlung zu nehmen, wobei sie sich äußerst entgegenkommend zeigen, die maßgebenden Stellen.


Zur Finanzierung des Festes haben sich zwei exklusive Wiener Firmen, die große Niederlagen in Berlin unterhalten, in uneigennützigster Weise zur Verfügung gestellt.



Wenngleich hier sowohl das Motiv der Massage wie das der Strategie hineinspielt, ist das Neue Wiener Journal doch zuversichtlich und schon jetzt in der Lage, den Clou der Veranstaltung zu verraten. Von prominenten Wiener Tanzgruppen, Walzer und »Original Wiener Heurigen«, die für diesen Abend eigens nach Berlin kommen, abgesehen, werden auch Würstel und Gebäck serviert werden, selbstredend gleichfalls aus Wien bezogen, weil bekanntlich solche Dinge weder in Berlin noch sonstwo auf dem Erdenrund in ähnlicher Qualität hergestellt werden können. (In Paris gfretten sie sich.) Das ist aber noch gar nichts:


Als besonders aparte Ballspende wird jedem Besucher des Festes ein Fläschchen Wiener Hochquellenwasser überreicht werden. Ein großer Waggon Wiener Wasser wird am Vortage des Balles nach Berlin rollen und das Wasser in kleinen Fläschchen abgezogen in Eis gekühlt an alle Ballbesucher verteilt werden. Man glaubt nicht mit Unrecht, daß diese Ballspende Wien neue begeisterte Freunde zuführen wird. – Aber dieser Ball bei Johann Strauß in Berlin wird nicht nur ein Faschingsfest, sondern auch gleichzeitig eine Anschlußkundgebung sein, diesmal aber im – Dreivierteltakt.



Ist das aber schön! Ist das aber herzig! Die Zusammengehörigkeit in geistiger Beziehung wird also durch die Verabreichung jenes wohlschmeckenden, jedoch kalkhaltigen Getränkes dokumentiert werden, durch dessen gewohnheitsmäßigen Genuß schon manche Wienerin einen Kropf und mancher Wiener Anlagen zu einem Ministerportefeuille erworben hat. Wer immer diese Idee ausheckte, der Mann muß in seinem Leben schon sehr viel Hochquellenwasser getrunken haben. Wiewohl es offenbar nicht zu dem Plan gereicht hat, den Stefansturm als Gugelhupf zu befördern. Nun, mit dem angeborenen Dreivierteltakt als einem Tanzmaß vor der Welt zu paradieren – ob dieses alte Hausmittel taugen wird, uns auf die Beine zu helfen, mag zweifelhaft sein. Mit dem Todestag Beethovens haben wir schlecht abgeschnitten, und selbst der Schubert aus Schweineschmalz war eine Hoffnung, die unter der Julisonne zerrann. Aber Hochquellenwasser in Berlin – das ist sozusagen das Ei des Kolumbus, welches auch nirgendswo besser als in Wien zubereitet wird. Daß man nicht längst darauf gekommen ist! Die einfachste Rechnung von der Welt! Das Hochquellenwasser, das in Berlin als Ballspende ausgeschenkt wird (mag in Wien Wassernot herrschen), es kostet auch bei uns nichts, wiewohl es unser Kostbarstes ist, man kriegt es, ohne gewurzt zu werden und bloß zum Preise der Stadt, weshalb die Fremden glauben müssen, daß man dort, wo immer getanzt wird, auch alles andere als Ballspende drauf bekommt. Wenn sie aber einmal erst da sind, wollen wir weiter reden, und mit der Bestellung: Herr Oba, ein Hochquellenwasser! wird es keineswegs abgetan sein. Ein Strom von Berlinern, eine ganze Spree, hätte sich schon über uns ergossen, wenn wir diesen Quell hätten sprudeln lassen. Und es wird kommen, wie es längst hätte kommen müssen – der Fremdenverkehr ist nicht mehr aufzuhalten.

Für alle Fälle aber hat man noch ein zweites Eisen im Feuer. Eine Idee, die weniger durch ihre Selbstverständlichkeit als durch Kühnheit und Eigenart gefangennimmt. Auf sie zu verfallen, muß schwer gewesen sein, und sie zu erraten, ist noch schwerer. Sie ist so barock, daß sie dem Hermann Bahr imponieren müßte. Wien hat viel alte Kultur, weniger neue, und die Kapuzinergruft hilft sicherlich über manchen toten Punkt in der Entwicklung hinweg. Man ist aber längst darüber hinaus, sich auf die Sehenswürdigkeiten zu stützen, die man schon hat, und huldigt heute dem Prinzip, die Fremden selbst als Attraktion für die Fremden zu gebrauchen. Wenn ein 107 Jahre alter Indianerhäuptling bei Gerngroß ein Wiener Frühstück serviert bekommt, so ist nicht nur allen Beteiligten gedient, sondern man darf auch hoffen, daß die Neuerung weitere Indianer herbeiführen wird. Doch das Aufsehen, das der »Weiße Pferde-Adler« in Wien erregt – von dem sie behaupten, daß er die Heimwehr veranlaßt habe, die Streitaxt zu begraben, und die Sozialdemokratie, die Friedenspfeife zu rauchen –, dürfte wieder nichts sein im Vergleich zu der Sensation, die uns erst bevorsteht. Um also gleich in media res zu gehen: da hört man immer so viel vom Nobelpreis reden. Der Wiener, der Sinn für Preise hat, dachte sich, daß das ein besonders nobler Preis sein müsse, noch nobler als der Lippowitzpreis für die beste Antwort auf die Frage, wie Wien ein Kulturzentrum werden könnte. Zu diesem Ziel könnte uns der Nobelpreis noch besser verhelfen. Aber wie? Indem ein Wiener ihn bekommt? Das ist ein wunder Punkt, an den man lieber nicht rührt. Der Nobelpreis hat sich von der Möglichkeit, daß ich ihn auf Grund einer französischen Eingabe bekommen hätte, bei uns nur durch die Sicherheit rehabilitiert, daß ich ihn nicht bekomme. Wir sind mit dem Schrecken davongekommen, und so hoch, daß ein anderer Wiener den Nobelpreis kriegen könnte, versteigen wir uns nicht. Es würde für den Fremdenverkehr genügen, daß ein Nobelpreisträger nach Wien kommt. Da lebt nun ein Wiener im Ausland, der ihn tatsächlich einmal gekriegt hat, wenngleich nicht den für Literatur, sondern den für Medizin, der Professor Robert Barany, der sich in Upsala noch ein Gemüt für Wien bewahrt hat, als Fachmann das Herz, das für den Fremdenverkehr schlägt, auskultiert und unsere geheime Sehnsucht erkannt hat, umsomehr als er auch Forschungen über die Funktionen des Kleinhirns betreibt, für welche ihm eben der Nobelpreis zuerkannt wurde. Nichts könnte ihm danach näher liegen, als das zu tun, was er für das dringendste hielt: eine Vereinigung der Nobelpreisträger ins Leben zu rufen. Was diese Vereinigung eigentlich bezweckt, ist zwar nicht ganz klar, aber ihr praktischer Wert für Wien wurde sogleich erkannt. Die Berichte schwanken, wem das Verdienst gebührt, die Idee des Dr. Barany für unser spezielles Bedürfnis appretiert zu haben. Nach der Neuen Freien Presse hat Barany zunächst nur daran gedacht, daß sich die Nobelpreisträger, die da und dort versprengt leben, organisieren sollen, und sie setzt, nachdem sie den Plan entwickelt hat, hinzu:


Nun haben Bemühungen eingesetzt, die Nobelpreisträger zu veranlassen, ihre erste Jahresversammlung in Wien abzuhalten. Unsere Stadt würde es sich zur besonderen Ehre anrechnen, die Leuchten der Wissenschaft und Koryphäen der Kunst, die diese Vereinigung bilden, hier zu begrüßen.



Man glaubt da wohl erraten zu dürfen, daß sich das Gremium der Hoteliers sofort, nachdem es von der Idee des Dr. Barany erfahren hatte, gemeldet hat. Diese Version wäre keineswegs von der Hand zu weisen. Viel wahrscheinlicher ist jedoch, daß – dem Neuen Wiener Journal zufolge – die Bestrebungen, sich zusammenzuschließen, unter den Nobelpreisträgern (die sich auf der Höhe vereinsamt fühlen) schon seit längerer Zeit vorhanden sind und daß der Dr. Barany sich gedacht hat: Halt, das wäre etwas für Wien! Wir lesen also:


Ein Verein der Nobelpreisträger in Wien

Die Überakademie der Forscher der ganzen Welt

– Und wenngleich Dr. Barany schon seit mehr als einem Jahrzehnt fern von Wien lebt ... so hat er doch seinen Heimatsort nicht vergessen. – Professor Dr. Barany hat nun ein konkretes Exposé über einen solchen Verein der Nobelpreisträger ausgearbeitet und hiebei neben anderen Anregungen als Tagungsort für diesen Verein Wien in Vorschlag gebracht.



Das Exposé hat begeisterten Anklang gefunden und schon in Kürze soll ein Komitee gebildet werden, das die Statuten festsetzen »und die praktische Verwirklichung der Ideen Dr. Baranys in Angriff nehmen soll«, mit einem Wort die Zimmer in den Wiener Hotels bestellen. Das Neue Wiener Journal weist mit Recht darauf hin, »was es für Wien bedeuten würde«, wenn eine Vereinigung in Wien tagte, der Männer wie Hauptmann, Shaw, Hamsun, Einstein, Marconi, Nernst, Briand angehören würden, und zumal Tagore, Wien wäre »in den Mittelpunkt des allgemeinen Interesses der Bewohner der ganzen Erde gestellt«, das es sonst nur mit Ach und Krach durch die Heimwehr auf sich ziehen kann, »und die Verwirklichung der Ideen des Professors Dr. Barany wäre wohl zweifellos von entscheidender Bedeutung für die Zukunft der Stadt Wien«. Kurzum, wir wären aus dem Wasser und brauchten es nicht einmal mehr in kleinen Fläschchen abgezogen nach Berlin zu senden. Denn man stelle sich nur vor: Ein Nobelpreisträger, der nach Wien käme, wäre schon ein gefundenes Fressen, aber alle auf einmal? »Durchlaucht – das – ist – zu – viel!« ruft die Familie in der »Prinzessin von Trapezunt«. Wir werden in einem Taumel sein, und die Nobelpreisträger werden, wenn sie nicht schon auf dem Bahnhof von rasenden Schmöcken zerrissen werden, sich des Ansturmes der Liebenswürdigkeit auf den Straßen, im Theater, in den Hotelfoyers nicht erwehren können. Vermutlich werden sie, um es doch zu können, überall nur im Rudel auftauchen und den Tag in einem jener Autobusse verbringen, in die man die Fremden verpackt und wo sie als Sehenswürdigkeit für die Wiener ausgestellt werden, aber nicht berührt werden dürfen. Das hat der Dr. Barany großartig gemacht. Wenn er nicht dementiert und ärztlich attestiert, daß es sich um eine Fiebervision eines Fremdenverkehrsfunktionärs handelt, so gebührt ihm zum Nobelpreis, der Lippowitzpreis, und das Verdienst, Wien in ein Kulturzentrum verwandelt zu haben, wird ihm anhaften. Man sieht aber, wie absurd es gewesen wäre, wenn ich den Nobelpreis bekommen hätte. Denn der Einladung, dem Verein der Nobelpreisträger beizutreten, könnte ich doch nicht gut ausweichen, man kann sich nicht immer ausschließen, und wie sähe das aus, wenn ich mit ihnen in Wien herumgehen müßte, sie auf Schritt und Tritt vor den Sehenswürdigkeiten warnend, die an sie herantreten, und vor der schönen Umgebung, die sie umgibt? Ihnen Wien aus der Perspektive des Vogels zeigend, den sein eigenes Netz beschmutzt! Zwar würde schon mein Anblick alles, rechts und links, verscheuchen und kein Interviewer nähme mehr einen Bissen von einem Nobelpreisträger, der kollegial neben mir stünde. Aber habe ich ein Recht, der Idee zu schaden und die Zukunft der Stadt Wien zu gefährden? Man sieht also, daß ich den Nobelpreis nicht bekommen kann, es wäre zu auffallend. Da könnte man sich eher noch vorstellen, daß ich heimlich in Berlin die Anschlußkundgebung im Dreivierteltakt mitmache und – einmal schadet's nicht – ein Fläschchen Hochquellwasser zu mir nehme.

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Publication Date: 09-28-2011

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