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Ein Engel namens Angela.

Religionen gibt es ja viele. Ein Jeder soll nach seinem persönlichen Glück streben und das glauben, was er will. Nachdem das Fliegende Spaghettimonster die Anhänger der Pastafarians beglückt hatte und so, mir nichts, dir nichts, im All verschwunden war, bildete sich eine neue Religionsgemeinschaft heraus, nämlich all Jene, die immer die Enten im Park mit Brot fütterten, glaubten in einer gewissen Ente männlichen Geschlechts, auch Erpel genannt, eine Gottheit wiederzuerkennen.

 

Nun hatte jener Enten-Gott auch eine Ober-Ente weiblichen Geschlechts namens Angela Merpel, (Merpel = married to Erpel). Also, die beiden waren verheiratet, aber nur irgendwo in der Karibik, weshalb ihre Eheschließung hier keine Gesetzeskraft hatte und er seine weiblichen Untertaninnen beglücken durfte, wann immer er wollte und weshalb Angela wohlweislich ihren Schnabel hielt.

 

Als auserwählte Ober-Ente stand Angela ein ganzer Tross an Beratern zu, die alle fürstlich aus der enten-göttlichen Staatskasse bezahlt wurden und den Enten-Gott verehrten und nichts auf ihn kommen ließen.

 

Während Madame Merpel mit Vorliebe in trüben Gewässern herumstocherte, wo sie absolut nichts zu Suchen hatte, natürlich immer dem eigenen Schnabel nach und trotz Ergebnisoffenheit doch nichts zu Stande brachte und bis zum Kotzerbrechen den Satz:" Wir schaffen das" vor sich hinquakte, hielt ihr geheimnisvoller Gatte salbungsvolle Predigten an seine Untertanen, so wie er das auf seiner Enten-Universität vor Jahren gelernt hatte. 

 

Natürlich hielten sich weder er noch seine göttliche Gemahlin an irgendeins ihrer Gesetze. Nein, DIE waren nur für das dumme Fußvolk gedacht, das den ganzen Tag nur darauf wartete, dass jemand eine Brottüte dabei hatte und sie ihr Futter nicht mühevoll selbst im trüben See suchen mussten.

 

Nun waren aber Geschichten von gefüllten Brottüten auch in andere Länder weitergetragen worden und so kam es, dass sich eines Tages fremde Enten unter die einheimische Entenschar mischten. Zuerst waren es nur wenige und in großzügiger Manier ließen die einheimischen Enten die Fremden an ihren Festmahlen Teil haben. Die Fremden sahen ja auch so heruntergekommen und dünn aus, da musste man doch einfach Mitleid haben.

 

Doch mit der Zeit kamen immer mehr fremde Enten ins Land. Es war nicht mehr genug Brot für Alle da. Das Futter im See wurde auch immer knapper, während Madame Merpel täglich Durchhalte-Parolen an die Einheimischen herausgab. Zwar quakten die Einheimischen aus Protest, aber als die Fremden auch noch ihre Umgebung demolierten, sie offen bedrohten und sogar ihre Weibchen wegzunehmen versuchten, war das Maß gestrichen voll! 

 

Es gab Krieg im Entenland!

 

Mit allem, was sie an Waffen aufzubieten hatten, verteidigten sich die einheimischen Enten. Da gab es Schnabelhiebe bis zur Zerfleischung. Die Raubtiere der Umgebung hatten ihren Spaß an der Sache, denn plötzlich hatten sie jeden Tag satt zu Fressen. 

 

Die Zahl der Enten dezimierte sich auf beiden Seiten und als alles zerstört und nichts mehr zu holen war, gaben die fremden Enten auf und verzogen sich in ihre Heimatländer zurück. Der Enten-Gott und Madame Merpel aber, die vor dem Ausbruch des Krieges außer Landes geflüchtet waren und sich erst wieder zurück wagten, als alles vorbei war, wurden von dem wütenden Enten-Mob zum Tode verurteilt und den Füchsen zum Fraß vorgeworfen.

 

Und was lernen wir aus dieser Geschichte?

 

Iss dein Brot selbst, oder teile es mit Leuten, die du persönlich kennengelernt und als Vertrauenswürdig eingestuft hast.

Es hilft dir nämlich auch kein Gott, wenn du in der Patsche sitzt.

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Publication Date: 08-02-2016

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