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Ein Gruß aus der Zukunft für Herrn Mozart


Donnerstag, 5. Dezember 2019

Sehr geehrter Herr Mozart,

die Zukunft hat viel zu bieten. Das dritte Jahrtausend zeigt sich von seiner vielfältigen Seite. Doch es ist nicht alles angenehm, was die Zukunft zu bieten hat. Wir schreiben bald das Jahr 2020 und die Welt dreht sich immer schneller. Modernste Geräte und Hilfsmittel erleichtern zwar die Arbeit, aber irgendwie ist die Lebensfreude der Menschheit weg.
Aber Ihre Musik wird von den Menschen mehr geliebt denn je. Ich höre sie mir auch an. Jedoch gibt es in meinem Leben griesgrämige Leute, die meine Vorliebe für Ihre Musik und Biografie nicht verstehen wollen.
Was würden Sie tun, wenn Sie auf die Hasser aus meinem Leben stoßen würden? Mein Chef mag Ihre Musik überhaupt nicht. Heute war ich krank und müde, weil die Arbeit die Dissonanzen meiner Seele aufzeigt. Ich habe drei bis vier Tage überhaupt nicht schlafen können. Stattdessen lag ich wach im Bett und hoffte, dass mein Vorgesetzter irgendwann ruhig wird. Allerdings ist mein Chef ein Zyniker, dessen Zunge messerscharfe Klingen besitzt.
Ehrlich gesagt bin ich eine skurrile Außenseiterin, da ich in der Gesellschaft immer anecke. Ich rebelliere gegen die Missstände auf der Arbeit, aber die Leute dort mögen mich nicht. Nur einer, der gerne redet, kann mich halbwegs verstehen.
Mein Herz steht dem Bruch sehr nahe. Schon seit Juli 2019 ist das so. Ja, gewisse Zeitgenossen wollen mir das Leben vermiesen. Ich weiß, dass klingt wie eine Verschwörung im kleinen Rahmen. Wie wäre es, wenn Ihre Musik Zauberkräfte hätte? Haben Sie sich diese Frage schon gestellt? Hätten Sie gerne die 1980er-Jahre erlebt?
Sie werden sich bestimmt fragen, wieso ich das vorletzte Jahrzehnt des zweiten Jahrtausends erwähne. Nun, damals war die Welt witzig und skurril. Knallige Farben und bewegte Musik bestimmten das Leben. Ach ja, ein österreichischer Sänger mit dem Künstlernamen Falco hat sogar ein Tribut für Ihr Lebenswerk in Form eines populären Liedes gestaltet. Es heißt „Rock me Amadeus“.
Eigentlich hätte ich über das vorletzte Jahrzehnt des zweiten Millenniums nichts sagen. Schließlich wurde ich im Jahre 1994 geboren. Seitdem habe ich viel erlebt. Gerade erlebe ich das Erwachsenenleben und ich merke, wie schwer es ist. Arbeit und viel Verantwortung diktieren den Alltag. Wenn die eigenen Kollegen gegenüber einem abgeneigt sind, dann bedeutet das Melancholie ohne Ende.
Darum warte ich auf ein Wunder, welches 2020 kommen sollte. Obwohl ich sehr müde bin, bemühe ich mich, diesen Brief facettenreich zu schreiben. Die Zeit rast und die Menschen werden immer komplexer. Irgendwann wird es Maschinenmenschen oder Mischwesen aus Technik und Menschen geben. Letztere sind unter dem Begriff Cyborg bekannt, während man die ersteren Roboter nennt. Wie sehen Sie diese Entwicklung? Ich finde, sie wirkt ein bisschen unheimlich.
Meine Gefühle sind hochkomplex. Mündlich kann ich sie nicht so gut beschreiben. Aber mit der schriftlichen Schilderung klappt das prima.
Außerdem zeichne ich gerne Bilder, in denen Sie die Hauptrolle spielen. In den witzigen, aber schlichten Zeichnungen erleben Sie eigenwillige Abenteuer. Zum Beispiel treffen Sie sich mit der Mondprinzessin zu kollegialen Zwecken.
Ich hoffe, Sie haben einen kurzen, aber bündigen Überblick auf die Zukunft bekommen können

 

Mit freundlichen Grüßen

Esra Kurt

Imprint

Text: Esra Kurt
Cover: Canva,com
Publication Date: 12-05-2019

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