Cover

Einführung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

TALAMESTRA

 

Angriff der

Horror-Käfer

 

 

Azrael ap Cwanderay

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vollständige Ausgabe 2019

Copyright:

© HAMMER BOOX, Bad Krozingen

(Fehler sind natürlich - wie immer - beabsichtigt und dürfen ohne Aufpreis behalten werden J )

 

Lektorat: Hammer Boox

Korrektorat: Bianca Karwatt

Cover: Azrael ap Cwanderay

Satz und Layout: HAMMER BOOX

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

London, im Jahr 2118:

 

Eine brutale Mordwelle erschüttert die Metropole.

Die Opfer werden grausamst zerstückelt aufgefunden, und es gibt keinerlei Hinweise, wie die Täter in die teilweise verschlossenen Wohnungen gelangt sind. Die ermittelnden Behörden sind ratlos. Das Gerede einiger Zeugen von hundegroßen Käfern wird von den Beamten als Wichtigtuerei abgetan.

Doch genau dieses Gerede ruft TALAMESTRA auf den Plan.

Die Spezialeinheit hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Böse in all seinen Formen zu bekämpfen, seien es verrückte Wissenschaftler, monströse  Kreaturen oder  Geschöpfe der Hölle selber.

Schon bald mehren sich die Anzeichen, dass die Morde in ihre Zuständigkeit fallen. Die Spezialisten treffen auf einen Gegner, der die Mächte der Finsternis hinter sich vereint.

Und nicht jeder des Teams wird diese Konfrontation überleben …

 

 

 

 

Vorwort

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

als ich vor geraumer Zeit Talamestra 1 auf den Schreibtisch bekam und las, gefiel es mir auf seine trashige Art sofort. War klar, dass es publiziert werden musste – unabhängig davon, dass es bereits anderswo unlektoriert veröffentlicht wurde. Nur: Leider war es eher eine Novelle, als ein Roman.

Nachdem ich „Azzy“, dem Autor, vorschlug, doch Band 1 und 2 zusammen zu veröffentlichen, einfach um auf eine gewisse Buchdicke zu kommen, hatte er schließlich den Geistesblitz: Es fehlte noch etwas! Richtig. Ein Prolog, der erklärt, wie es überhaupt zu Talamestra kommt, weshalb die Organisation gegründet wurde. Also schrieb er einen – und jetzt ist dieser Roman eine wirklich runde Sache, die mir noch mehr gefällt als zuvor.

Ich bin überzeugt davon, ihr seht das ähnlich.

Also dann:

Auf in den Kampf gegen die Horden des Bösen!

… und euch viel Spaß!

 

Herzlichst,

Markus Kastenholz

Prolog

 

Prolog

 

London, 2018

 

Langsam rollte der silberfarbene Rover vor dem alten Her­renhaus aus und kam schließlich zum Stehen.

Dichter Wald grenzte direkt an das Gebäude, während wild wuchernder Rasen das Grundstück dominierte. Verein­zelte Nebelfelder, die wie geisterhaftes Gespinst im sanften Nachtwind dahintrieben, gaben der Szenerie etwas Unheimli­ches, Gespenstisches.

Das fahle Licht des Mondes spiegelte sich in der Karosserie des Wagens wider.

Das auf dem abgelegenen Gelände stehende Gebäude war alt und verwittert. Schindeln hatten sich vom Dach gelöst, die scheibenlosen Fenster glichen toten Augenhöhlen, hinter denen ungewisse Schwärze lauerte. Morsche Balken stützten ein schiefes Verandadach, während die schwere Eichentür schräg in den Angeln hing.

Hier wohnte schon seit Jahrzehnten niemand mehr. Dennoch mieden die Leute dieses Haus. »Dort spukt es«, raunten sie ängstlich. »Es ist unheimlich dort«, wisperten sie voller Furcht. »Man hört dort seltsame Geräusche, bösartiges Lachen und kindhaftes Geschrei«, erzählten sie sich mit Schaudern in der Stimme.

Ein echtes Geisterhaus also.

Wer die einstigen Bewohner der Ruine im Süden Londons gewesen waren, wusste niemand mehr. Lediglich eine Holding aus den USA, in deren Besitz sich alles jetzt befand, konnte darüber Auskunft geben. Von dort aus achtete man darauf, dass niemand etwas an dem Haus veränderte oder es gar abriss, wohl auf Wunsch der letzten Eigentümer.

So verkam das Haus von Jahr zu Jahr mehr und war mittlerweile nur noch eine alte Ruine, um die sich die absonderlichsten Geschichten rankten.

Dieses unheimliche Haus hatte nun Besuch bekommen.

Schwungvoll stieg ein junger Mann von vielleicht dreißig Jahren an der Fahrerseite des Rovers aus. Er trug eine dunkle Hose, einen roten Pullover und eine hellbraune Jacke. Aufmerksam sah er sich um, während er sich mit der rechten Hand über seine kurz geschnittenen blonden Haare fuhr.

Dann wandte er sich der anderen Person zu, die soeben den Wagen verließ. Es war eine Frau in ungefähr demselben Alter, mit kurzen blond gelockten Haaren. Sie trug Jeans, ei­ne leichte Bluse und eine schwarze Lederjacke.

»Sicher, dass das kein blöder Scherz war, Tal?«, wollte der Mann von ihr wissen.

Die junge Frau ließ ihren Blick suchend über das alte Ge­mäuer schweifen. »Ich weiß nicht, Jack. Der Anrufer klang ziemlich ernst.«

»Wie oft sind Beamte der örtlichen Polizei schon hierher gerufen worden? Fünfmal? Zehnmal? Über ein dutzend Mal!« Er legte die Stirn in Falten. »Und immer stellte es sich als Irrtum oder als blöder Streich von übermütigen Halbstarken heraus. Warum also werden jetzt zwei Detectives von New Scotland Yard hierhergeschickt? Das ist doch total überzogen.«

»Genau das macht mir ja Sorgen. Wenn unser Chef es für nötig hält, uns beide hierhin zu beordern, muss wohl mehr im Busch sein, nicht?«

»Oder der gute Sir John Powers will sich einfach nur beim Bürgermeister einschleimen, indem er zu selbst banalen Fällen seine besten Leute schickt. Alles zum Wohle der ansässigen Bürger. Politik, liebe Tal, reine Politik!«

»So zynisch kenne ich dich ja gar nicht.« Grinsend sah sie zu ihrem Partner. »Oder hat dich die gute Gwen mal wieder abblitzen lassen, und jetzt bist du leicht gefrustet und lässt es an Sir Powers aus?«

Für Sekunden sah der Detective sie stumm an - dann brach er in schallendes Gelächter aus!

»Immer wieder faszinierend, wie gut du mich doch kennst, Blondschopf«, feixte er zurück.

»Nach fünf gemeinsamen Dienstjahren sollte ich das wohl. Und jetzt komm, werfen wir mal einen genaueren Blick auf das alte Gemäuer, bevor es uns wegläuft.« Sie zwin­kerte ihm zu.

»Was genau hat denn der Anrufer zu beanstanden gehabt?«, wollte Jack wissen, während sie sich den Stufen der maroden Veranda näherten. Er klang noch immer genervt.

»Angeblich hat es letzte Nacht in dem Haus geblitzt und geleuchtet, wie bei einem Gewitter. Und ein lautes Grollen wäre zu hören gewesen. Heute am Abend dann, vor etwa einer halben Stunde, wäre ein, ich zitiere: ›infernalisches Jaulen‹ aus dem Keller gedrungen.«

»Ein infernalisches Jaulen? Ernsthaft?« Der Detective konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.

»Nicht meine Worte«, bemerkte Tal. »Ich gebe nur wieder, was der Anrufer gesagt hat.«

»Und wie glaubhaft ist dieser Anrufer?« Fragend hob er eine Braue.

»Ein zweiundvierzig Jahre alter Rechtsanwalt, der nur wenige hundert Meter weiter die Straße runter wohnt. Keinerlei Vorstrafen, niemals auffällig geworden, kein offensichtliches Alkoholproblem und auch keine Anzeichen für Drogen. Nicht mal offene Strafzettel. Ein wahrer Musterbürger. Fast schon zu schön, um wahr zu sein.«

»Und so was macht mich umso misstrauischer«, wurde Jack für einen Moment ernst. Er wusste, nicht alles war immer so, wie es zu sein schien. Dann zeigte er schwungvoll auf die schiefhängende Eingangstür und meinte mit übertriebener Höflichkeit: »Nach Ihnen, meine Dame!«

»Danke, Jack«, entgegnete Tal huldvoll. »Sie können dann den Tee im blauen Salon servieren.« Sie schob sich an der ka­putten Tür vorbei in das Innere des Hauses.

Dunkelheit empfing sie, gepaart mit dem muffigen Geruch von Verwesung und Alter.

Da lediglich durch die zerstörten Fenster schwaches Mondlicht ins Haus drang, holten die Detectives ihre Taschenlampen heraus.

Zwei Lichtlanzen durchschnitten die Finsternis des Eingangsbereiches und rissen die Zeugnisse maroden Zerfalls aus der Schwärze.

Wild tanzten Staubflocken in den Lichtbahnen, als Tal und Jack sich umsahen. Die wenigen Möbel, die hier herumstanden, zeigten die gleichen Anzeichen von Verwitterung wie der Rest des Gemäuers. Überall hingen Spinnweben, und eine fingerdicke Staubschicht dämpfte die Schritte der zwei Polizisten hörbar.

Jeder Regisseur von Horrorfilmen hätte sich alle zehn Finger nach solch einer authentischen Kulisse für seinen neuesten Film geleckt. Da das Gebäude nicht sonderlich groß war, dauerte das Durchsuchen der wenigen Räume im Erdgeschoss nicht allzu lange. Erfolg brachte es keinen.

»Also hier ist definitiv niemand«, seufzte Jack. »Weder be­kiffte Halbstarke noch irgendwelche alkoholgetränkten Penner.«

»Manchmal ist dein frustbedingter Zynismus schon ziemlich nervig. Hat dir das schon mal jemand gesagt? Aber du hast recht, hier unten ist niemand. Bleiben also noch die obe­ren Zimmer und der Keller. Teilen wir uns auf?«

»Klar, funktioniert in den ganzen Horrorfilmen ja auch immer super. Die Truppe teilt sich auf und wird dann, einer nach dem anderen, gemeuchelt.«

»Oha«, grinste Tal. »Hat der große Detective Inspector Jack Simpson von New Scotland Yard etwa Angst?«

»Ja, ja, spotte du nur«, winkte er ab. »Aber beschwer dich nicht, wenn dich ein Irrer mit einer Kettensäge zu Hackfleisch verarbeitet.«

»Wird schon nicht passieren, du Held. Also – du oben, ich Keller?«

»Meinetwegen. Aber sei vorsichtig.«

»Keine Sorge. Ich bin schon ein großes Mädchen und kann auf mich aufpassen.«

»… sagte die blonde Frau und wurde kurz darauf gekettensägt. Viel Spaß im Untergrund.«

»Spinner«, entgegnete die Polizistin lachend. »Und jetzt los, dein irrer Killer wartet!«

Im Schein der Lampe sah sie, wie ihr Kollege zu der schmalen Wandtreppe ging, die in den ersten Stock führte.

Sie selbst wandte sich um und kehrte zurück in den Flur. Dort gab es drei Türen, hinter einer davon würde sich wohl der Abgang in den Keller befinden.

Die erste Tür war ein Fehlschlag. Dort erwartete die junge Frau lediglich ein von Spinnweben bevölkerter Wandschrank. Auch die zweite Tür führte ins Leere, beziehungsweise in eine kleine Kammer, die wohl einst zu Abstellzwecken genutzt worden war.

Hinter der dritten Tür wurde Tal dann fündig.

Der Lichtkegel ihrer Taschenlampe enthüllte eine schmale Kellertreppe, dich sich nach wenigen Stufen in der Dunkelheit verlor. Zum Glück war diese Treppe aus Stein, sodass sie nicht befürchten musste, auf halber Strecke durch morsches Holz zu brechen.

Die Polizistin atmete tief durch und zog automatisch ihre Beretta. Obwohl sie nicht erwartete, dort unten auf Geister oder kettensägenschwingende Irre zu treffen, so beschlich sie doch ein mulmiges Gefühl. Laut Anrufer sollten schließlich aus dem Keller jene seltsamen Laute und Schreie gedrungen sein. Es war also nicht auszuschließen, dass dort unten wirklich etwas Gefährliches lauerte.

Vorsichtig ging sie Stufe um Stufe hinab. Der Kegel ihrer Lampe war nach unten gerichtet, da sie es nicht riskieren wollte, über irgendetwas zu stolpern. Dennoch fiel ihr auf, dass der Keller ungewöhnlich groß zu sein schien. Ihre Schritte erzeugten einen dumpfen Hall und bis auf die Wand zu ihrer Rechten war nirgends eine räumliche Begrenzung auszumachen.

Ihre Annahme wurde bestätigt, als sie die unterste Stufe hinter sich gelassen hatte und sich umsah.

Selbst im Licht ihrer Taschenlampe waren die Kellerwände rechts und links von ihr lediglich zu erahnen. Das gegenüberliegende Ende verschwand sogar ganz im Dunkeln. Eini­ge Meter neben sich konnte sie morsche Holzregale erkennen, daneben verrottete Pappkartons und Unmengen von nicht definierbarem Unrat. Ansonsten schien der Keller leer zu sein. Zumindest der Bereich, den sie sehen konnte.

Behutsam machte sie einige Schritte vorwärts – und wäre fast in das Loch gestürzt, das plötzlich vor ihr aufgetaucht war.

»Whoa! Holy Shit!«, entfuhr es ihr.

Mit rudernden Armen kämpfte sie um ihr Gleichgewicht und konnte gerade noch so nach hinten stolpern. Ihr Herz raste und sie musste mehrmals tief Luft holen, um sich von dem Schreck halbwegs zu erholen.

Dann erst nahm sie das Loch näher in Augenschein. Der Boden des Kellers bestand aus festgetretenem Lehm, was bei gefliesten oder betonierten Böden, wie sie heutzutage üblich waren, eher nur noch selten vorkam.

Im Licht der Lampe sah die Frau, dass das Loch länglich war, gut zwei Meter tief und gesäumt von mehreren Haufen loser Erde und etlichen Lehmbrocken.

Als Tal das Licht weiterstreifen ließ, riss es weitere Löcher aus der Dunkelheit. Allein vier Löcher zählte sie in ihrer nächsten Umgebung. Aber es war nicht auszuschließen, dass sich weiter hinten im Keller noch mehr befanden.

War schon allein die Tatsache besorgniserregend, dass es diese Löcher, die auffallend an Gräber erinnerten, überhaupt gab, so war es etwas anderes, das Tal regelrecht in Alarmbereitschaft versetzte: Etwas hatten all diese Löcher gemein. Sie sahen aus, als wären sie von innen aufgebrochen worden …

Über ihren Innenohrkommunikator nahm Tal Kontakt zu ihrem Partner auf:

»Jack. Komm bitte in den Keller. Hier ist etwas, das du dir unbedingt ansehen musst.«

»Okay«, wurde ihr prompt geantwortet. »In die oberen Bereiche komme ich ohnehin nicht, da ein ziemlich großes Stück der Treppe fehlt. Komplett weggebrochen. Um in den ersten Stock zu gelangen, müsste man schon fliegen können. Bin also gleich bei dir.«

Die Polizistin beendete das Gespräch, und nur wenige Momente später konnte sie auch schon Jacks Schritte oben an der Kellertreppe hören.

»Na, DAS nenne ich doch mal eine Treppe. Solider Stein, nicht so ein morsches Ding wie das Teil da oben.« Seine sich nähernden Worte wurden begleitet vom auf und ab hüpfenden Schein seiner Taschenlampe.

Unten angekommen war seine erste Frage:

»Und, wo ist jetzt dein Kettensägenkiller?« Dabei konnte er sich ein Grinsen nicht verkneifen.

Imprint

Publisher: BookRix GmbH & Co. KG

Publication Date: 01-26-2019
ISBN: 978-3-7438-9457-0

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