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Vorwort

Für alle Hamburger, alle Plattdeutschen und für die Lauenburger ganz besonders. Gedichte zur Hochzeit und zum Geburtstag! (Wenn se plattdütsch könt, oder es lernen möchten)

Danke allen Lesern. Freddy Schnoor

 

Einige Gedichte und Kurzgeschichten sind, ebenfalls in den anderen E-Büchern von Friedrich Schnoor, schon erschienen.

Aber da sie nach meiner Meinung sehr gut sind habe ich sie auch in diesem Buch nochmals veröffentlicht.

 

Mein Vater liebte "sein" Hamburg ("Hamborger Leed") und dann auch Lauenburg/Elbe ("Uns Lau`nborg") wo wir über 10 Jahre wohnten (Eltern mit Kleinkindern mußten Hamburg 1943 wegen der Luftangriffe verlassen)  und trotz unseres uralten Hauses ("Mien lütte Kot") in dem wir eine Bleibe gefunden hatten, fühlten wir uns dort sehr wohl  (trotz der Armut und des Hungers). Wir sind den Lauenburgern, genau wie alle Flüchtlinge die von den Lauenburgern herzlich aufgenommen wurden, immer noch sehr dankbar!

In Lauenburg lernte mein Vater sehr viele Leute kennen die auch seine große Bibliothek benutzten (die er aus aus Hamburg mitgebracht hatte ) dabei hatte er einen Großteil der Bücher sogar noch in Hamburg gelassen. Unter ihnen die Pastoren u.a. Pastor Bahr, die Rektoren und viele Lehrer der Schulen und u.a. den Philosophen Herrn Martin Blumenberg die meisten waren mit ihm befreundet.

 

Zu mir: Ich möchte noch einmal darauf hinweisen das ich als Handwerker über 50 Jahre gearbeitet habe und  jetzt erst dazu komme die Gedichte und Geschichten meines Vaters zu sichten und teilweise aus alten, in deutscher Schrift verfassten Dokumenten, abzuschreiben und auch teilweise aus alten Zeitungen einzuscannen und zu bearbeiten. Es ist mir ein Anliegen die  hinterlassenen Unterlagen meines Vaters der Nachwelt zu hinterlassen um die schöne Plattdeutsche Sprache hoffentlich noch lange überleben zu lassen.

 Uns plattdütsche Modersprak dörf nich unnergohn! Ich habe erlebt wie karg und schwer das Brot als Künstler zu verdienen ist. Auch ein Grund das ich Handwerker geworden bin, nach dem Krieg das einzige was ich lernen konnte, das Geld für die höhere Schule hatten meine Eltern nicht und an Zuschüsse war in der Zeit nicht zu denken. Mein Vater und nachher meine Eltern haben immer von der Hand in den Mund gelebt und trotzdem hat mein Vater seinen Beruf als Berufung angesehen und sein langes Leben, bis zuletzt, für die Erhaltung des Plattdeutschen gearbeitet  und gelebt. Darum habe ich mir es zur Aufgabe gemacht soweit es mir mit meinen, nur angenommenen Wissen des Plattdeutschen und des Schreibens, weiterzumachen so lange ich noch kann und neue Unterlagen finde.  

Da ich jetzt erst (2018) Briefe an meinen Vater von Martin Blumenberg entdeckt habe und meine Frau sie abgeschrieben hat (meine Augen werden leider schlechter, mien Sicht ward ornlich flau), wofür ich ihr sehr dankbar bin, denn ich fand die Gedichte und Briefe wirklich zu schade um nicht veröffentlicht zu werden.

 

                 Hardlichen Dank  an alle  Leser seggt Freddy Schnoor . Hamburg im Dez. 2018

 

Mein Vater mit seinen geliebten Büchern alles überwiegend Plattdeutsch

Biografie:

Biografie: Mein Name ist Freddy Schnoor; geb1938 ; Ich versuche auf diesem Weg die Erinnerung an meinen Vater wachzuhalten. Mien Vadder weer Friedrich Schnoor, geb.14.02.1879 gest.25.06.1966; he weer plattdütscher Rezitator (Vordragskünstler) un plattdütscher Schriftsteller, unner sien pseudonym "Fiete Lüttenhus" hett he ok schreeven un in verschiedene Zeitungen hett he siene Geschichten un Riemels veröffentlicht. 

 Die Lauenburger Zeitung schreibt am 13. Februar 1954 zum 75.Geburtstag von Friedrich Schnoor:

Am heutigen Sonntag,den 14.Februar 1954, feiert der in Hamburg geborene, seit 1943 in Lauenburg wohnende plattdeutsche Rezitator Friedrich Schnoor seinen 75. Geburtstag. Man sieht ihm sein hohes Alter nicht an und in der Unterhaltung gar offenbart sich eine geistige Beweglichkeit und Aufgeschlossenheit, die in Erstaunen versetzt. Dem Plattdeutschen mit Leib und Seele verfallen - könnte man dem heutigen Jubilar ins Lebensbuch schreiben. Im Hamburger Elternhaus kam er bereits in jungen Jahren durch die Lübecker plattdeutschen Schriftsteller Karl Kindermann und Gustav Falke mit der " plattdeutschen Bewegung" in Berührung. Sie erkannten seine rezitatorische Begabung und seine Liebe zum plattdeutschen und bestärkten ihn in den Entschluß, sich ganz der Vortragstätigkeit und der plattdeutschen Bewegung zu widmen.So begann Friedrich Schnoor mit Vorträgen und Rezitationen, er bereiste Stadt und Land,verfasste auch selbst viele plattdeutsche Erzählungen und Gedichte und stand im Jahre 1910 zum 100. Geburtstag Fritz Reuters, als Onkel Bräsig auf der Bühne. Ein besonderer Höhepunkt seines Lebens war eine Reise nach Amerika im Jahre 1912, wo er in New York aus Anlass des dort gefeierten Volksfestes mit Vorträgen und Rezitationen große Begeisterung auslöste. Der erste Weltkrieg unterbrach dann vorerst seine Vortragsreisen. Nach einer schweren Gasvergiftung, die er im Kampf an der Somme erlitt, wurde er zur Lazarettbetreuung eingesetzt und konnte die Verwundeten mit köstlichen plattdeutschen Erzählungen erfreuen. Sein ganzes Leben war dem plattdeutschen Sprachgut und dem Dichterwerk gewidmet - ja auch heute noch rezitiert er in Schulen, bei Landsmannschaften oder in Volkshochschulen. Seine klangvolle und geschulte Stimme ist noch immer voller Frische und Kraft und sein Gedächtnis - er spricht noch immer alles auswendig - lässt ihn nicht im Stich. 

Ein besonderer Höhepunkt seines Lebens war eine Reise nach Amerika im Jahre 1912, wo er in New York aus Anlass des dort gefeierten Volksfestes mit Vorträgen und Rezitationen große Begeisterung auslöste. Wenn mein Vater 1912, wie er es vorhatte, als Bibliothekar auf der"Titanic" von England nach Amerika gefahren wäre, eine Einladung und Passage dafür hatte er schon. Zu seinem "Glück" bekam er einen Tag vor der Abreise nach England so starke Zahnschmerzen das der Zahnarzt ihm verbot damit zu reisen, daraufhin mußte er zu seinem Bedauern abtelegrafieren und fuhr später, ebenfalls als Bibliothekar mit der Hamburger- Paketfahrt Aktiengesellschft (später Hamburg-Amerika Linie) , soviel ich weiß. Auf jeden Fall wäre mit Sicherheit alles anders verlaufen. Von dem Unglück erfuhr er erst in Amerika. 

Harrn de Plattdütschen dat Regiment. - 1907

Vereen "De Plattdütschen vun 1902  

 

Harrn de Plattdütschen dat Regiment.

Nee, seggt Nawer Kröger,

Dat ward ümmer leeger,

Wat dor Allns passiert, is rein to dull!

Bi dat Zeitungslesen

Kriggt man jo dat Gräsen,

Denn von Slechtigkeiten is se vull!

Wat wi Allns beleben,

Dat is kuum to glöben,

 

Un de letzte Tied hett` wat dran dahn!

Ümmerto Prozesse,

Ok bi de Noblesse,

Rin in`d Lock keum männig fiene Mann

 

Bankdirekters sitten,

Un bi de Slafitten

Hett man von dat Slag een ganze Reeg!-

Adebor, du Roder,

Dien Kwilecki Broder *

Man all wedder bi de Flünken kreeg,

Ok den Köpenicker **

Kreeg man op`n Kieker,

Ok noch männig annern Kujon!-

Un denn gor erst, Kinners,

De Suldatenschinners,

Gittigitt, wo mag man sowat dohn!

 

Spitzbobenkram un Swindel,

Öberall Gesindel,

Ümmer slechter ward förwohr de Tied!

Narrns is man sick eenig,

Öberall bockbeenig,

Serben, Türken, Russen: Larm un Striet!-

Ja seggt Nawer Kröger,

Dat ward ümmer leeger,

Futsch sünd Fründschaft un de Minschenleew!

Un wo wör dat nüdlich,

Op de Welt gemütlich:

„Wenn`d blots Plattdütsche un sünst nix geew!“

 

Wenn de Japanesen

Kunn`n Fritz Reuter lesen,

Wenn de Türken Heinrich Jürs verstünn`,

Wenn mit de Kosaken

Man kunn plattdütsch snacken,

Wenn de Englischmann sä: „Leewe Frünn“

Wenn denn de Franzosen

Mit uns Hering schmausen-

Un een Plattdütschen weer ehr Präsident

„O, wo wär dat nüdlich,

Op de Welt gemütlich,

Harrn „De Plattdütschen“ dat Regiment!“ 

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Aus Zeno. Org* Der Prozeß wider das Grafen-Ehepaar Kwilecki, der im letzten Viertel des Jahres

1903 das Schwurgericht des Landgerichts Berlin I zwanzig

Tage beschäftigte, zählt trotzdem zu den größten Seltenheiten 

Ausschnitt aus Wikipedia **Friedrich Wilhelm Voigt (* 13. Februar 1849 in Tilsit; † 3. Januar 1922 inLuxemburg)

war ein aus Ostpreußen stammender Schuhmacher. Bekannt wurde er als der

 Hauptmann von Köpenick durch seinen spektakulären Überfall auf dasRathaus der Stadt Cöpenick

 bei Berlin, in das er am 16. Oktober 1906 alsHauptmann verkleidet mit einem

Trupp gutgläubiger Soldaten eindrang, denBürgermeister verhaftete und die Stadtkasse raubte.

Konfermatschon in`n Gängeviertel. Hamburg 1919

„Hein, Hein stoh op, dat ward de heuchste Tied!

röppt Schipper Kohrs un treckt sick an,

Du weest doch wat förn hogen Dag is hüt.

Wi möt no Kark henn, holl Di ran.“

 

„Jo Vadder, jo ick koom doch all,“röppt lütt Hein

Un riwwt sick gau nochmol de Ogen ut,

Swingt ut`n Bett denn rut mit beide Been

Un löppt an`d Finster ran un kickt dor rut.

 

„Wat hesst Du denn to kieken?“ brummt de Ool,

„Marsch, wasch un kämm di, ick bün all gliek sowiet,

Ok Mudder is all trecht. Verdreiht noch mol,

Wat steihst dor noch un kickst rut no de Stroot!“

 

„Oh Vadder,“ seggt de Jung, „dat harr`k nich dacht,

Op so een`n Dag, wo ick warr konfermeert,

Dor hebbt se nich mol op`n Hoff fien flaggt!

Ick meen doch seeker, dat ick dat bün wert.“

 

„Du dummer Jung, wat billst Du di denn in.“ 

Seggt Vadder Kohrs, un lacht dorbi ganz luud.

„Nu mook man, dat Du kümmst in`n Antog rin

Un denn fix bi un drink Dien`n Kaffee ut.“

 

„Jo jo, ick mok all,“ seggt recht kott lütt Hein

Un wascht un kämmt sick un treckt gau sick an.

Wat kleed de nee`e Kladosch em bloot fien!

Nu kümmt he sick richdig vör as een Mann.

 

„So,“ seggt de Ool, „büst Du nu endlich proot?

denn drink dien `n Kaffee ut. Dat ward nu Tied.

Nimm dien Gesangbook Mudder, sünst koomt wi noch to loot.

De Paster teuwt nich.—Heur, de Klocken lüüd.

 

Nu sünd se op de Trepp un goht henndohl.

Ün`n op`n Hoff kiekt Hein nochmol ümher,

He wull sien Frünn sick wiesen doch so geern,

De sülln doch mol kieken, wo smuck he weer.

 

„Na, nu man to Hein, goh Du man vörweg,“

Seggt Vadder Kohrs,“Wi Beid goht achterran“.

So koomt se denn all` Dree no de Stroot nu rop.

Un duurt nich lang`n, langt se bien Michel an. 

 

Wat is dat in de Kark doch fierlich hüt,--

Un soveel Minschen sünd all dor!

Kohrs un sien Froo sidd Beid in de Midd,

Un Hein steiht vörn, dicht bien Altor.

 

Kuum hett dat utlüüd, as de Orgel brummt,

Un boben, runn von`n Chor teunt een Chorol.

Nu kümmt de Paster.-- De Gesang verstummt.

Een „Vaderunser“ beed de Herr ersmool.

 

Un denn güngt los. Wat predigt he doch scheun!

He kenn sien Lüüd un wüß to packen ehr.

All Johrelang weer he in de Gemeen,

Harr Mennigeen dorvon döfft, de hier nu weern.

 

Ok Mudder Kohrs wisch still sick aw ne Troon.

Se weer so week un harr all dörchmokt veel.

Nu,wo ehr eenzig Kind süll in de Welt rutgohn,

Dor güng dat dubbelt ehr an Hadd un Seel.

 

De Paster sweeg.—De Predigt weer to Enn.

De Konfermanden kneeten vörn Altor.

De ool Herr heew nu beide Hänn

Un seegen nu de junge Christenschoor.

 

Nu weerd vörbi, un währn`d de Orgel bruus

Güng langsom ut de Kark nu de Gemeen.

Ok Kohrs un sien lütt Froo güng`n still no Huus,

Un in de Midd harrn se ehrn Hein.

 

„Mien Jung!“ seed Kohrs, as se in`d Huus nu weern,

Un ward em op den`n Kopp de Hänn nu leggen,

„Von`n Paster dehst Du eben Godes heurn,

Nu will ick Di as Vadder noch wat seggen:

 

„Du geihst nu in de Welt, to Schipp nu weg,

Letts mi un Mudder beid hier trüch.

Doch süll di`t god gohn oder slech,

Doh stets Dien Schülligkeit un Plich.

 

Wat Di ok in de Segel fohrt,

Holl Dienen Kopp un Nacken stiew.

Du weest, Du büst von gode Ort;

Dat slechte holl Di stets von`n Liew.

 

Kennst Du Gorch Fock?*-- Schood, he is dot.

Von den`n kannst Du noch veeles lehrn.

Lees mol sien Book „Seefahrt is Not“!

Denn weest, wat sick för Di deit heurn.

 

Jo, so een Seemann müst Du warrn

As wie Klaus Meewes eener weer!

Wenn wi von dit Slag mehr blot harrn,

Denn güngt hüt anners bi uns her.

 

Denn seeten wi nich mehr in son Schann,

Wo uns de Fiend den`n Hals tosmeert.

Denn harrn wi em rutjoogt längs ut`n Lann;

Den`n harrn wi all dat lopen lehrt!

 

Den`n harrn wi wiest wat Dütschland is!

Un dat wi noch een starke Mach!—

Dat harrn wi dohn, dat is gewiß,

Harrn wi mehr son von Klaus Mewes sien Slag.

 

Dorüm mien Söhn: „Seefahrt ist Not!“

Hier is dat Book.—Ick schenk Di dat.

Richt Di dorno!—Is Fock ok dot;

He leewt in jedes Menschenshadd!—

 

Un wenn Du denn trüch mol kümmst

Un sühst von Fern den`n „Michel“ stohn,

Un denn den`n Kurs von Hoben nimmst,

Denn schoom Di nich, wisch aw ne Troon!

 

Si stolz op Dien ool Vaderstadt!

Hol ok Dien Modersproo in Ehrn!

Un seggt mol Een Di dorop wat,

Den`n möt Se den`n Hamborger Jung kenn`n lehrn. 

Un nu mien Söhn, bliew brav as nu`.—

Un goh mit frischen Mot an Bord,

Dien Mudder un ick, wi bliewt Di tru,

Un beed för Di üm gode Fohrt! 

Un Vadder Kohrs giwwt Hein een`n Kuß.--

Op steiht Di ümmer Dien Öllernhus!“

Mudder Kohrs weent liesen nu, un seggt :

„Mien leewe Jung, nu hol Di stief

un vergeet Mudder un Vadder nich!“

 *Gorch Fock (eigentlich Johann Wilhelm Kinau; 1880–1916)

 

De Drinker von Friedrich Schnoor - Kalkberg 1908

 

 

 

He drünk för Döst un ok as Köst,

He drünk bi Küll un ok bi Hitten,

He drünk ut Lust un ok bi Frust.

Keum he no Huus, drünk he den`n Rest,

Denn harr he fix een`n sitten.

 

 All freuh an`n  Morgen füng he an;

He deh so flau sick feuhl`n.

Blot „Een`n” ton Awgeweuhn`n, jo een;

Eers müss sien Kehl he eul`n.

 

Een`n ganzen „Lütten“ wull he blot,

O jo nich, nich toveel!-

Verdammt, wat smeckt de Köm hüt good,

Wat kratz de in de Kehl!

 

 

 

„Dorvon ganz gau noch een`n för mi,

Dat Tüügs smeckt veel to scheun!“

So bleew den`n ganzen Dag he bi,

Bit he weer von de Been.

 

De Wirt, de loow em ümmer sehr,

Dormit gröhl geern he luut.

Man as he harr keen Geld nich mehr,

dor smeet de Wirt em rut.

 

Doch dee de Döst to dull em quäln,

Dor güng he henn non Diek,

Dor sööp he denn jo woll toveel,

Se tröcken em rut as Liek.

 

As op`n Kirchhoff  he in sien Graww

Man deh nu leggen em

Dor regen dat von`n Heben stark,

De ganze Kuul de swemm.

 

Un as sien Frünn em in de Eer,

Dor güngen se nu snell

Rinn in`n Kroog, un bi Kööm un Beer

Versöpen se ok noch sien Fell.

 

Der Trinker Übersetzung von De Drinker -übersetzt von Freddy Schnoor

Er trank  bei Durst und auch als Kost,

Er trank bei Kälte und bei Hitze,

Er trank zur Lust und auch bei Frust.

Kam er nach Haus trank er den Rest,

Dann hatte er ordentlich einen sitzen.

 

Schon früh am Morgen fing er an;

Er tat so flau sich fühl`n.

Bloß „Einen” zum Abgewöhn`n, ja ein`n;

Erst  muß seine Kehle er noch öl`n.

 

Einen ganz „Kleinen“ will er bloß,

o ja nicht, nicht zuviel!-

Verdammt, was schmeckt der Köm heut gut,

Was kratzt der in der Kehl!

 

 

 

 

 

„Davon ganz schnell noch einen für mich,

Das Zeug schmeckt viel zu fein!“

So bleibt den ganzen Tag er bei,

Bis er ist von den Bein`n.

 

Der Wirt, der lobte ihn immer sehr,

Das sagte er gerne und laut.

Aber als er hatte kein Geld dann mehr,

Da schmiß der Wirt ihn raus.

 

Doch tat der Durst zu stark ihn quäl`n,

Da ging er an den Deich,

Da soff er dann ja wohl zuviel,

sie zogen ihn raus als Leich.

 

Als auf dem Kirchhof  in sein Grab

Man tat nun legen ihn

Da regnet es vom Himmel stark,

Die ganze Kuhle schwamm.

 

Als seine Freunde ihn in der Erde,

Da gingen sie ganz schnell,

Rein in den Krug, und bei Köm und Bier

versoffen sie sein Fell.

Dat Begräwnis. Von Friedrich Schnoor /Kalkberg 1912

                                                     

 Nu wör he dot oll Vadder Krus`,

De Veteron von Söb`ndig weer.

De Liek`nwogen stünn vörn Huus`;

Man geew em hüt de letzte Ehr.

 

De Strot deh swatt vull Minschen stohn,

Dat schubbs un dräng sick vör de Döhr.

De Kampfgenossen mit ehr Fohn

Harrn opstellt sick un bill`n Spalleer.

 

Vöreer stünn de Musikkapell,

De süll nu speeln den`n Chorol.

De Liek`ndreegers weern to Stell

Un keumen mit den`n Sark all dohl.

 

Man langsom güng`d de Treppen run;

De Sark, de wör so bannig swör.

Nu harrn`s em dohl un weern un`n

Un drögen mit em ut de Döhr.

 

De Musik füng to speeln an:

,,Et is bestimmt in Gottes Rot.”

Den`n Hoot nehmt aw nu alle Mann,

As man den`n Sark op`n Wogen lod!

 

Un sacht`n tröcken an de Peer.

De Wogen fohrt de Strot henndohl,

De Kriegers de goht achterher,

Un vörn dor bloos` man den`n Chorol.

 

So koomt se op`n Karkhoff an.

De Sark ward von`n Wogen nohm`n,

Se dreegt em an de Kuhl nu ran,

Wo sick denn opstellt Alltosom`n.

 

De Karkhoffspaster höllt`n Red`

Un sprickt von ,,bob`n Weddersehn“.

Een ,,Vater unser“he noch bed`.-

Ne Tron wisch aw sick mennigeen.

 

De Kriegerpräses sprickt nochmol

Un smitt dree Hänn vull Eer in`d Graw.

De Fohn de senkt sick sacht`n dohl-

Un langsom treckt man wedder aw.

 

Uennerwegs fangt man to laaw`n an,

Wat Krus` förn goden Minsch west weer.

He weer een wohre Seel von Mann.

Un nu leeg he all in de Eer.-

 

So koomt se no een Weertschaft ran.

Dor wulln se nu eersmol inkehrn.

Se goht denn rin mit alle Mann;

Müss`n op den`n Schreck eers een`n vertehrn.

 

Se sett sick an de Disch´n dohl,

De een bestell nu gliek`n Run`n.

Un nu stöt se denn an eersmol,

Wer wüß, ob se`d noch morgen kun`n?-

 

Nu drünken se denn Alltosom`n.

Een grot`n Döst harr Jedereen.

Dat harr ehr doch to dull mitnohm`n,

Dat weer ehr trocken in de Been.

 

Een fung dor nu to quesen an,

Dat doch dat Beer weer veel to düür.

,,Jo“, ropt op`nmol nu alle Mann,

,,Dat kümmt blot von de hoge Stüür!“

 

 

 

 

Se koomt nu op de Politik

Un denn op de Ernährungsfroog`

Un schimpt nu op de Republik:

Dat wör jo slechter alle Doog!

 

Dat weer doch fröher anners west,

De ool Regierung de müß her!-

Se drünken ut denn nu den`n Rest

Un foddern sick weddern Runn` Beer.

 

Un sidd un unnerhollt sick denn,

Un man vertellt un drinkt un lacht.

Ganz prachtvull gung de Tied ehr henn.

Un an de Liek ward  nich mehr dacht

Der Leichenkutscher    Friedrich Schnoor  Hamburg 1928

Eine wahre Begebenheit aus dem Leben meines Vaters

                             (Mein Traumerlebnis)

 Es war einige Jahre vor dem ersten Weltkrieg, da hatte ich einen sonderbaren Traum. Mir war, als wenn es Abend wäre, und ich mich im Hinterzimmer meiner elterlichen Wohnung befand. Ich stand vor dem Fenster und sah hinaus in den Garten, der ziemlich groß, und rings herum von Tannen umgeben war. Zwischen diesen Tannen führte nach beiden Seiten hin ein breiter Weg, der nach der Landstraße zulief. Es war heller Mondschein, und wie ich so stehe und hinausschaue, sehe ich, wie sich zwischen den Tannen, auf dem Wege langsam etwas auf mich zubewegt, doch konnte ich nicht feststellen was es sei, die Tannen nahmen mir noch die Sicht. Plötzlich trat das, was ich wahrgenommen hatte, zwischen den Tannen hervor und bewegte sich auf unseren, vor mir liegenden Garten zu, und nun konnte ich genau sehn, was ich vor mir hatte; es war ein Leichenzug. Voran fuhr der Leichenwagen, der Kutscher hielt die Zügel des linken Pferdes in der Hand, und ging nebenbei. Hinter dem Wagen schritt langsam das Gefolge. Dicht vor meinem Fenster stockte der Zug, und der Leichenkutscher blickte scharf zu mir hinauf, so, daß ich sein Gesicht deutlich erkennen konnte. Darauf setzte sich das Ganze wieder langsam in Bewegung und verschwand auf dem entgegengesetzten Wege zwischen den Tannen. —

 

 

Wie in Schweiß gebadet wachte ich auf und war froh, daß dies grauenhafte nur im Traum gewesen war.Wohl dachte ich noch lange Zeit über diesen Traum nach, und fragte mich auch oft, ob er wohl Bedeutung für mich haben könnte, da ich schon viel gehört hatte, daß Träume eine Vorbedeutung in sich tragen, doch da sich nichts Nachteiliges für mich  ereignete, kam auch der Traum schließlich in Vergessenheit. 

Im Jahre 1913 fuhr ich von Hamburg aus dienstlich nach New York, und wollte in einem der dortigen großen Warenhäuser etwas einkaufen. Da die Abteilung, zu der ich mußte, sich im sechsten Stock befand, mußte ich mit dem Fahrstuhl hinauffahren. Vor mir stiegen eine Menge Leute in den Fahrstuhl. Ich war gerade im Begriff einzusteigen, als ich zufällig noch einen Blick auf den Führer des Fahrstuhls warf; sein Gesicht kam mir bekannt vor, doch konnte ich mich nicht erinnern, wo ich den Mann gesehen hatte.— Da, -- plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen; es war der Leichenkutscher, den ich im Traum gesehen hatte! —

Dies ist eine Vorbedeutung, schoß es mir in den Sinn,-- fahre nicht mit! -- Und ich blieb als einziger von den Fahrgästen zurück.

Dadurch habe ich mein Leben gerettet! — Einige Minuten später sauste der Fahrstuhl mit den Fahrgästen und dem Führer in die Tiefe...

Alle kamen ums Leben, ich war gerettet! —

Es war eines der größten Fahrstuhlkatastrophen Amerikas und der Zeit vor dem ersten Weltkriege.

 

 

 

 

Und für mich, das zweite mal eine Lebensrettung. Nach dem großen Glück das ich bei der ersten Reise, (ebenfalls dienstlich) im April 1912 hatte, und das ich wahrscheinlich nur überlebte weil ich in Hamburg, kurz vor der Abreise nach Southampton, wo ich eine Stelle als Bibliothekar für die deutsche Bibliothek auf der Titanic angenommen hatte, ausgemustert wurde da ich Zahnschmerzen hatte. Ich war am Boden zerstört. Da ich aber einer Einladung nach New York nachkommen mußte, suchte ich mir ein anderes Schiff und fuhr, ebenfalls als Bibliothekar, mit der „Victoria Luise“, kurze Zeit später nach  New York. Erst in Amerika erfuhren wir von dem tragischen Unglück der Titanic.

Ich bin kein strenggläubiger Mensch, glaube aber an Gott und ging zum Gebet erst einmal in eine Kirche um zu Danken.

Eine Meinung in Reimen, zum Verbrennungsofen in Ohlsdorf

veröffentlicht in den Hamburger Nachrichten 1904

 Da streiten sich die Leut herum

in „ Aus und mit dem Publikum,“

meist über allerkleinste Sachen,

man möchte manchmal drüber lachen,

doch letzt als ich die Zeitung las

und just dabei zu Abend aß

wurd`s mir zu Muth gar ungemütlich,

denn was ich las war wirklich niedlich.

Es war nämlich, neu eingesandt,

von einem Herrn, mit Namen „Kant“,

wo er in kurzen Worteslauten

sich äußert über Friedhofsbauten

 

und in sehr ungehaltenem Tone

auch Ohldorfs Ofen nicht verschonte.

Er meinte drin, es sei doch grad nicht fein

daß an Gemüsegärtnereien

ein solcher Bau errichtet sei,

sei`s auch Einbildung, einerlei!

es wär doch immer kein Genuß

wenn man da so an denken muß

daß bei Verbrennung einiger Leichen

ein Ascheteil thät entweichen,

der sich dann doch ohn jeden Zweifel

„oh,“ daß ich`s sagen muß „pfui, Teufel“!

Auf dem Gemüse lagern thät

deshalb er jedem Menschen räth

beim Einkauf seiner Waren schön

und vosichtig zu Werk zu gehn,

damit man nicht,weil`s oft ein leichtes sei,

Gemüs` bekommt aus solcher Gärtnerei

und somit, ohne daß man`s weiß

auf Leichenstaub herum dann beißt,

es möcht ja sein daß dies thät gut verdau`n

doch dem der`s wüßte, würde doch wohl grau`n.

„Na, hör`n Sie,“ als ich dies gelesen

wurd mir zu Muth so weh, so schlimm,

das Abendessen war umsonst gewesen,

mein Appetit er war dahin.

„Oh, Hamburg,“ rief ich, „s`ist kaum zu glauben

daß solches in ner`Weltstadt noch passiert,“

braucht man nen`Ofen, gut so ist`s doch auch klar

Daß ihm ein anderer Platz wird reserviert

dort wo er keinen schadet und belästigt,

denn Ohlsdorf mangelts wirklich nicht an Raum.

„Drum, höre Hamburg,“ widersprech` nicht,

„erfüll den Wunsch uns,

Du kommst nicht mehr drumherum!“ 

Kartüffelsupp bi Gustav Falke

Eine amüsante plattdeutsche Erzähiung

von Friedrich Schnoor,

in der er sich aus seiner Hamburger Kind-

heit an eine Begegnung zwischen dem

Lübecker Dichter Gustav Falke und

Detlef v. Liliencron erinnert. 

    Zu Kartüffelsupp bi Gustav Falke

          Gustav Falke   (* 11. Januar 1853 in Lübeck;

         † 8. Februar 1916 in Hamburg-Groß Borstel)                                                           

 

  Detlev von Liliencron – * 3. Juni 1844 in Kiel; † 22. Juli 1909 in Alt-Rahlstedt

 *(Poggfreddichter) Poggfred, von Detlev Freiherr von Liliencron 

Dormols, to Anfang de Negendíger

Johrn, wahn Gustav Falke in Eilbeck.

In de sülwíg Stroot lewten ok mien

Öllern; blot'n poor Hüüs' wieder lang.

Mien Öllern harrn een'n Loden:

„Frucht-, Gemüse- und Konserven-

handlung" stünn mit grote Booksta-

ben öber de Döhr moolt.

 

 

 

 

 

De Froo von unsen Dichter heur to

uns' däglichen Kunn; un wenn se in

unsen Loden stünn un de Woorn, de

se bi uns köfft, in ehr Handtasch harr,

un keen Kunn wider dor weern, snack

se noch geern'n Stremel mit mien

oll brove Mudder; öber'd Koken,

öber ehr lütten Döchter un öber alls,

wat sick son Huusfroons sünst noch

to vertelln hebbt. Un mennigmol see

mien Mudder: Ummer, wenn se mit

ehr sproken harr, weer'd ehr west,

as wenn von den'n Sünnsçhien ut

dat Falkesche Huus een lütten Strohl

mit  unsen lütten düstern Loden

rinkoom'n weer. -- Och, un wi kunn'

düssen lütten Strohl so god bruken!

Ober ok ehr' Mann, de Dichter

sülwst, keum bi uns un köff in; un

wenn ick ok man noch 'n Jung weer,

so weet ick doch noch sehr god, dat

he fründlích weer un sick mennigmol

mit mien Öllern plattdütsch unner-

holln hett.

Dormols weer uns' Falke nebenbi

noch Musiklehrer. He harr sick as 

Dichter noch nich dörchsett. Em güng

dat as all de lewenden Dichters; he

müss` sick mit sien Familie sweer

dörchhelpen.-- He geew also noch

Unnerrich in de Musik; de Stünn to

föfdig Penn! - Een suures Brot! 

Dat weer to de Tied, as Detlef v.

Liliencron, de dormols as Dichter all

een'n groten Noom harr, sick för

Falke insetten deh. Liliencron harr

all op Falke henwiest un sien Dich-

tungen god kritisiert. Breew harrn se

ok all wesselt, blot perseunlich weern

se noch nich tosom'n koom'n. 

Dor keem eens Doogs Fro Falke in

unsen Loden un see: Se harr'd hüt

ielig, mien Mudder much ehr gau dit

un dat gewen, denn se kregen hüt

noch Beseuk; vördem ober wull se

mit ehm Mann noch to Stadt und

Inkeupe moken. 

Falkes harrn een Mäken, de weer

von'n Lann; een true Seel, blot de

Klookheit harr se nich mit Löpeln

eeten. 

De kümmt`n Stunnstied noher in

unsen Loden, hoolt'n Kleenigkeit un

seggt denn to mien Mudder: „Den-

ken's sick mal an, eben sünd mien

Herrschaften weggahn, dor bimmelt

dat, un as ick de Döhr upmak, dor

steht dor'n Kirl, de fröggt, ob Herr

Falke to spreken is. Ne, segg ick, de

Herrschaften sünd grad ewen weg-

gahn, öwer se wörrn woll bald wed-

der kaam'n, denn se teuben up Be-

seuk. Dat weer jo schaad, see he to

mie, denn keum he naher wedder vör.

Ick süll mien'n Herrn man bestelln,

dat Baron v. Liliencron hier west

weer; un. denn is he wedder weg-

gahn.” „Denken's sick blot mal an",

see se denn to mien Mudder, „een 

Baron! Wat hett mien Herr doch för

fiene Bekanntschaften! Ower ick weit

nich, de Kierl seihg mie gornich na'n

Baron ut, he wier mie veel to gradtau." 

Falkes koomt no Huus un heurt jo

nu, wer dor west weer. Na, nu weer

de Opregung jo grot. Liliencron harr'

sick ober in sie'n Breew eers to

Nohmdoogs Klock fiew anmelld. Nu

müssen se eers mol snell to Middag

eeten, denn. de Baron kunn víllich

bald wedder koom. 

Dat Middag steiht up'n Dísch und

de Familie fangt grod an to eeten;

et geew hüt Kartüffelsupp. Opnmol

klingelt dat an de Huusdöhr, dat Mä-

ken geiht henn un mokt up. Falkes

heurt buten een pultrige forsche Män-

nerstimm, un gliek dorup geíht de

Stuwendöhr up, und rin kümmt -

Baron v. Liliencronl ' 

 

 

 

 

 

 

Na, de Schreck, den'n Falke un

sien Froo kregen, lett sick nich be-

schriewen. Se sprüngen all von'n Disch

up un de Baron drück jeden de Hand,

as wenn se all olle Frünn west weern.

Liliencron see: „Bitte, lassen Sie

sich nicht beim Essen stören! - Was

gibt 's denn heute? -- Aha, Kartoffel-

suppe! Herrlich, herrlich! Kartüffel-

supp, Kartüffelsupp, de ganze Woch'

Kartüffelsupp!” „O gnädíge Frau".

wen`n he sick denn an Froo Falke,

„Kartoffelsuppe esse ich für mein Le-

ben gern. Ein herrliches Essen!“ Un

nu wör sick denn mit Liliencron to-

som wedder an'n Disch sett.

Woveel Töller von de Kartüffel-

supp de „Poggfreddichter“ eeten hett,

kann ick nich seggen. Ober smeekt hett

se em.

Pingsten in`n Wandsbeker Holt!

In mien Jungstied, wenn Pingsten wör,

Wat weern dat scheune Doog!

Denn neuhm mien Vadder mi mol vör

Un rich an mi de Froog:

„Wo muchs du geern woll Pingsten henn?

Besinn di ober gau.“--

He grien dorbi son beten, denn

He wüß dat ganz genau.--

He kenn sien`n Jung, sien`n Daugenicks!

De Antwort kreeg he denn ok fix.

Se luud ganz kott un stolt:

„No`d Holt, no`d Holt!

No`d Wandsbeker Holt!”  

   Pingstmorgen den gung dat nu los

In alle Hergottsfreuh.

Ne Kinners, wat weer dat förn Spoß,

Dat weer noch wert de Meuh!

Weern eben  wi in`d Holt ringohn,

Ick weet dat noch as hüt,--

Bleew Vadder eers vörn Denkmol * stohn,

Verwiel dor`n ganze Tied

Und seed „Kiek düssen Steen di an!

De steiht to Ehrn för een`n Mann*,

 De hier  hett Dicht´ un Wannert` mol ;

Sien Leeder singt Ji in de School.

Op den`n Mann sünd wi stolt!--

Wie leew harr de sien Holt! sien Holt!

Uns ` ool Wandsbeker Holt!“ 

  

Quelle Wikipedia*Matthias Claudius (Pseudonym Asmus,

* 15. August 1740 in Reinfeld (Holstein);

†21. Januar 1815 in Hamburg)  

Wo geern heff ick mien`n Vadder heurt!

He wüß dat all so fein!--

Nodem he mi denn harr belehrt,

Gungt wider rin in`t Greun,

Denn setten wi uns eersmol dohl

Ganz dich neern an den`n Diek

Un eeten un drünken mol.--

Von fern klung lies Musik.--

Dat keum von wieden ut ee`n Goorn,

Door speeln un`s Wandsbecker Husorn!

Uns` stramm`n Jungs, uns` Stolt

Pingsmorgen denn in`d Holt! in`d Holt!

So wunnerbor in`d Holt!

 

  Von morgens freuh bit obends loot

Kunn man in`d Holt uns sehn.

Veel beder weer`d doch as op` de Stroot.

Wat weer dat wunnerscheun!--

Mien Vadder neuhm mi an de Hand

Und wies` mi manchen Boom

He wies` mi mennig selten Plant

Un nenn mi ok ehrn Noom.

Uns` Mudder, de gung still bieher—

Un ut de Bööm dat jubileer,---

De Bläder speeln in`n Sünn`ngold.—

O wie scheun weer dat doch in`d Holt! in`d Holt!

Pingsten

Imprint

Publisher: BookRix GmbH & Co. KG

Images: 220px-Bundesarchiv_Bild_102-10544,_Berlin,_Demonstration_der_SPD_im_Lustgarten alte Hamburg Bilder aus dem Fundus meines Vaters; meine Stadt.de
Cover: Freddy Schnoor
Editing/Proofreading: Original Schreibweise von meinem Vater, Friedrich Schnoor übernommen
Translation: ins Hochdeutsch von Freddy Schnoor + Dat Chritgeschenk Übersetzt aus dem Plattdeutschen von Brigitte Bahlo
Publication Date: 05-02-2010
ISBN: 978-3-7368-4124-6

All Rights Reserved

Dedication:
Für alle Hamburger, alle Plattdeutschen und für die Lauenburger ganz besonders. Gedichte zur Hochzeit zum Geburtstag und zu Weihnachten ! (Wenn se plattdütsch könt, oder es lernen möchten). Neu in dem Buch Philosophische Briefe und Gedichte von einem Freund meines Vaters, aus der Lauenburger Zeit Martin Blumenberg (1945 - !959 in Lauenburg/Elbe wohnhaft

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