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- Ich habe etwas festgestellt: ein Mensch braucht abgesehen von Nahrung nichts anderes als ein Kissen und trochene Socken zum Glücklichsein.

- Wahlweise auch Unterwäsche anstatt der Socken, ja. (lacht) Aber symbolisch hast du recht.

- Ein Kissen ist echt das Beste auf der Welt.

- Hm, bedingt, bedingt.

- Und Socken oder Unterwäsche ist einfach unentbehrlich.

- Wenn du dich entscheiden müsstest zwischen deinem alleralleralleralleraller Lieblingsmenschen auf der Welt und einem Kissen, was würdest du nehmen? Ich nähme den Menschen.

- Mensch, ich meine doch materielle Dinge.

- Wenn das Allerallerallerlieblingsmensch ist taugt es auch als Kissen.

- Stimmt.

- Ich meine: ALLES.
Neben Kissen hast du dann auch Entertainment, ganz gut eigentlich. Aber Kissen – darf man nicht verachten.

- Vorallem als Single.

- Wenn man halt nie jemanden vermisst…

- Es hat eine Idee gegeben. Ein Inhalt. Ein Inhalt eines Kunstwerks oder Stils oder keine Ahnung. Ein Inhalt einer Verkörperung der Gesellschaft. Wenn ich ein Mensch bin, der keinen vermisst ist das doch der Höhepunkt von Egoismus und Individualismus. Und das prägt doch unsere Zeit. Die ganze junge Generation ist doch nur noch auf Eigenvorteil bedacht.

- Du bezeichnest dich selbst als hohen Punkt von Verkörperung und Egoismus?

- Nichts von Revolution oder so.
Ne. Wobei. Vielleicht. Eine Protestaktion.

- Wieso Protest? Es würde sich zwar keiner von uns so bezeichnen. Aber alle sind wir hohe Punkte im höheren Egoismus.

- Weil keiner mehr etwas verändern will, weil Horde Individualisten.

- Eine Linie. Eine Bergkette in Nordamerika, alle die gleiche Ebene. Individualisten? Gar nicht mal so.

- Aber keiner sieht es.

- Unsere Jugend ist zwei geteilt: Einmal die, die sich als Mitglied des Stromes sehen. Sich nicht als toten Fischen bezeichnen würden, der mit der Masse schwimmt. Aber doch solche sind. Und dann die, die egal was sie tun oder was um sie passiert, sich als Individuen sehen. Beides ist eine Form von Egoismus. Wenn ich nichts gegen irgendetwas sage, dann mache ich einfach mit. Folglich werde ich in Ruhe gelassen und wahrscheinlich von ähnlich denkenden noch vergöttert. Aber zumindest greift mich keiner an, darum geht es doch. Dann kann ich mich um ausschließlich mich selbst kümmern. Bin ja Egoist.
Wenn ich mich von vorne herein als Individuum sehe schließe ich Verantwortung geben müssen damit aus. Dann kann ich mich endlich nur um mich selbst kümmern. Dann bin ich das gleiche, genau das gleiche. Ein Egoist.
Irgendwie eklig.
Leiser Protest? Nein. Niemals. Gar kein Protest. Das Geräusch ist das leise Flüstern beim Weglaufen vor dem bösen Mann, Verantworung.

- Vielleicht aber auch überlaufen.
Weißt du noch, als ich gesagt habe, ich würde auch gern werben und die Millionen verwirren und ihnen etwas vormachen.

- Klar.

- Ich denke es ist einfach so, weil kein Zusammenhang der Jugend. Sondern individuelle Ziele. Deswegen Aufgabe und zur anderen Seite. Generation von Opportunisten. Deswegen auch das rechte Spektrum auf der Suche nach Halt.

- Individuelle Ziele schon. Aber wogegen soll die Masse denn noch sein? Verblödet und schon alles akzeptiert. Plus Bequemlichkeit gegen Rückveränderung. Warum sollte es nicht gut sein wie es ist? Es gibt eine Generalmeinung und die wird schon Recht haben.
Deswegen nur die individuellen Ziele. Wenn überhaupt. Ich selbst zähle mich zu den Ziellosen. Glücklichsein, Familie gründen, alles BLAH. Nein, wieso denn auch? Glücklich bin ich doch jetzt schon. Ich habe alles was ich brauch, ich hatte alles was ich brauchte. Ende.

- Das ist das Gute an der Kunst, sie will nicht verändern sondern nur aufweisen.

- Jetzt streife ich nur noch umher. Was ich als Ziel noch ansetzen würde wäre eventuell noch etwas Bedeutsames machen. Aber was bedeutet schon etwas? Die Geschichte von der Vergänglichkeit eben. Ich gehöre zu den Ziellosen. Den Geist verändern, okay.
Aber so irdisch irgendetwas? Nö. Ich brauche keine Karriere.
Einfach nichts mehr brauchen, sondern treiben lassen. Aber nicht von den anderen sondern von dem Gefühl, richtig / falsch. Da gibt es doch wieder nur schwarz und weiß.

- Ja, das ist auch eine Einstellung.

- Entweder Karriere oder nicht. So „bisschen dazwischen“ gibbet nisch.

- Genau so ist es. Aber warum?
Wie die Politik. Was anderes als Demokratie oder vielleicht Kommunismus gibt es nicht.
Und beides ist echt Scheiße.
Und beides ist echt Scheiße.

- Willkommen.

Imprint

Publication Date: 09-09-2008

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Dedication:
Für eine Generation.

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