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Titel

 

Terra Utopia – Band 3

Falk-Ingo Klee – Formeln des Seins

1. eBookAuflage – Oktober 2013

© vssverlag Hermann Schladt

 

Titelbild: Armin Bappert unter Verwendung eines Fotos von http://www.gratisfoto.eu/

Lektorat: Hermann Schladt

 

 

 

Falk-Ingo Klee

 

Formeln des Seins

 

1.


„Die OSMAN ist seit zwei Tagen überfällig!“ Frederic Burdalls Ge­sicht nahm einen bekümmerten Ausdruck an. „Was mir Sorgen macht, ist die Tatsache, dass selbst unsere Hyperfunkanrufe unbeant­wortet bleiben.“

„Es könnte ein Defekt am Sender sein“, meinte Yunkton.

„Eben nicht. Die OSMAN besitzt zwei Stück davon. Glaubst du, dass beide Funkgeräte auf einmal ausfallen?“ Isaac Yunkton schüttelte den Kopf.

„Gab es Anzeichen für Hyperstür­me oder kosmische Störungen?“ frag­te er.

„Nichts dergleichen.“ Burdall reichte dem hageren Commander ei­ne mit Koordinaten bedruckte Folie. „Das Operationsgebiet der OSMAN.“

Isaac Yunkton warf einen Blick darauf.

„Müsste ich die Gegend kennen?“

„Nein, dieser Raumsektor ist auch uns noch unbekannt, darum wurde die OSMAN zur Erkundung ausge­sandt. Die OSMAN ist ein als Ver­messungsschiff getarnter Raumer der EFG mit drei unserer Agenten an Bord. Ihre Aufgabe besteht darin, Angaben und Daten über intelligen­tes Leben, besiedelte Planeten und die dortigen Macht- und Herr­schaftsverhältnisse zu sammeln, so­fern dort überhaupt etwas Derarti­ges existiert. Es war vereinbart, dass alle vierundzwanzig Stunden ein Rafferimpuls abgestrahlt wird, eine Art Lebenszeichen also. Dieses Le­benszeichen ist seit achtundvierzig Stunden überfällig.“

„Du befürchtest, dass der Besat­zung etwas zugestoßen ist?“ „Allerdings.“ Burdalls Miene ver­düsterte sich. „Leider besitzen wir nicht den geringsten Anhaltspunkt. Aus Sicherheitsgründen wurde die Funktätigkeit auf ein Minimum be­schränkt; die Auswertung der Be­richte und Informationen sollte nach der Rückkehr hier auf der Erde er­folgen. Wir wissen also nicht, welche Situation die Agenten in diesem Teil der Milchstraße vorfanden und wer oder was für das Ausbleiben des Hy­perfunkimpulses verantwortlich ist. Noch nicht einmal ein Notsignal oder ein Hilferuf der OSMAN wurde auf­gefangen.“

„Wenn ich dich richtig verstanden habe, soll ich mich dort mal ein wenig umsehen.“

„Genau, Isaac.“ Der Chef der EFG, der Extraterrestrischen Forschungs­gemeinschaft, die in Wahrheit eine Unterabteilung der Abwehr war, strahlte sein Gegenüber an. „Ich könnte natürlich auch eine ganze Flotte schicken, doch das wäre viel zu auffällig und könnte zu unange­nehmen Verwick­lungen führen.“

„Okay, ich über­nehme die Aktion.

Wer ist noch mit von der Partie?“

„Winston Krae-mer, Oliver Pieper und Bertil Veenil.“

Yunkton nickte.

Er kannte alle drei von früheren Einsätzen her. Er erhob sich aus sei­nem Sessel und schlenderte zur Tür.

„Ach, fast hätte ich es vergessen: Hast du die letzte Standortmeldung und die Flugroute der OSMAN?“ Frederic Burdall grinste.

„Ich habe bereits die Daten in den Steuerrechner der CROWN einspei­sen lassen.“

„So?“ Der Commander zog indi­gniert die linke Braue hoch.

„Wenn es dir nicht recht ist, kannst du die Speicherung natürlich löschen und die Werte selbst programmie­ren.“ ,

„Das wäre doch absoluter Unsinn“, tadelte Isaac Yunkton.

„Eben.“ Burdall sah seinen Mitar­beiter listig an. „Ich habe übrigens noch ein zusätzliches Funkgerät in der CROWN installieren lassen.“ Yunkton musste lachen.

„Du hast sicher auch sonst alles Notwendige in die Wege geleitet?“ „Ja, du kannst sofort starten, Com­mander. Und sei mit deinen Positi­onsmeldungen bitte pünktlich - ich möchte nicht noch ein Schiff auf die Verlustliste setzen.“

„Ich werde auf deine väterlichen Gefühle Rücksicht nehmen, Frede­ric.“ Der hagere Mann fuhr sich über das kurzgeschnit­tene Haar. „Außer­dem habe ich keine Lust, schon jetzt in den Hades einzu­fahren.“

Isaac Yunkton winkte verab­schiedend. Er war guten Mutes. Alles sah nach einem reinen Routineflug aus. Es war schwer vorstellbar, dass die OSMAN nicht mehr existierte. Wie alle Raumer verfügte auch oder vielmehr gerade die OSMAN als EFG-Schiff über hervorragende De­fensivsysteme und eine starke Be­waffnung. Nach menschlichem Er­messen konnte eigentlich nur ein technischer Defekt dafür in Frage kommen, dass der Diskus sich in den letzten zwei Tagen nicht gemeldet hatte.

Nachdenklich stimmte ihn aller­dings, dass Burdall ihn mit der Auf­gabe betraut hatte. In Kreisen der Abwehr galt er als Spezialist für knifflige Fälle. Ob der Leiter der EFG ihm etwas verschwiegen hatte?

Unbewusst schüttelte Yunkton den Kopf. Nein, das war nicht Burdalls Art. Es war schon eher möglich, dass Burdall ihm eine Art bezahlten Ur­laub zukommen lassen wollte, nach­dem er, Yunkton, in der letzten Zeit einige gefährliche Einsätze gehabt hatte.

Der Commander wusste nicht, wie sehr er sich irrte.


2.


Jetzt!

Raith-Trosih trommelte mit sei­nen langen, dunklen Fingern das Si­gnal. Sofort drückte Rhaith-Rasih, der das Zeichen mit seinen beiden seitlichen Augenpaaren beobachtet hatte, den Auslöseknopf tief in die Halterung. Der Abstoßimpuls wurde freigegeben.

Befriedigt registrierten die Raum­fahrer, dass der erste Großcontainer in den Raum geschleudert wurde. Vor einer mit Monitoren übersäten Wand stand Rhaith-Besih, das dritte Besatzungsmitglied der BRES- DEYH-THRYH, und überwachte den Entladevorgang. Ein nicht abreißender Strom von raumfesten Behältern wurde durch ein einfa­ches, aber wirkungsvolles System von Förderbändern und Lastenauf­zügen nach oben getragen und auf die Abstoßplattform transportiert.

Sobald die Elektronik grünes Licht gab, erfolgte der nächste Abstoß. Ein riesiges Katapult klatschte gegen den Container, und im selben Augen­blick erzeugte ein leistungsstarker Elektromagnet ein negatives Feld. Wie ein Geschoss schnellte der ge­waltige Behälter von der Startebene weg hinaus ins All. Rotierend und sich überschlagend trudelte der Con­tainer davon, dem Planeten Fresih tty Rohty entgegen, den die BRES- DEYH-THRYH in vierhundert Kilo­meter Höhe synchron mit der Rota­tion umkreiste.

Wie lange dauert die Entladung noch? fragte Rhaith-Trosih mit ei­nem schnellen Wirbel seiner wie Zweige wirkenden dreigliedrigen Finger.

Rhaith-Besih, der mit seinen aus drei rundherum angeordneten, aus jeweils drei Augen bestehenden knospenartigen, schwarzen Augen­ Rhaith-Trosihs Frage gese­hen hatte, signalisierte ein knappes drei bis vier Zeiteinheiten.

Sehnsüchtig blickte Rhaith-Trosih mit seinen vorderen Augen auf den Frontbildschirm, auf dem sich Fresih tey Rohty abzeichnete, der Planet der Übernahrung. Dort unten lebten die Rohty, kleine, zweibeinige Tiere mit rotem Pelz und seltsamen Ge­sichtern, die begehrte Beute seiner Rasse, der Fresih.

Rhaith-Trosih beneidete die Jäger auf Fresih tey Rohty. Sie litten nie Mangel an den kostbaren Eiweiß- und Mineralstoffen, die für jeden Fresih so wichtig und zur Vermeh­rung sogar unbedingt erforderlich waren. Nur warmblütige Lebewesen lieferten diese wertvollen Substan­zen.

Ohne den Blick vom Schirm abzu­wenden, sah Rhaith-Trosih mit ei­nem anderen Augentrio auf den Zeitmesser. Es war noch nicht ein­mal ein Zehntel der angesetzten Zeit verstrichen. Ein Dutzend seiner Fin­ger zuckte nervös und bildete un­deutbare Zeichen.

Rhaith-Rasih, dem die Ungeduld seines Kommandanten auffiel, emp­fand so etwas wie Mitleid. Erst vor einem Lichtwechsel hatte er sich mit Rhaith-Trosih vereinigt, doch im Gegensatz zu ihm trug dieser kein neues Leben mit sich. Rhaith-Tro- sihs Körper besaß nicht mehr genü­gend jener Stoffe, die Voraussetzung für die Austragung der Nachkom­men waren.

Rhaith-Trosih war es seinerseits nicht entgangen, mit welchem Stolz Rhaith-Rasih seine schon deutlich vorgewölbte Bauchtasche betrachtet hatte. Wieder blickte er auf den Zeit­messer. Noch rund zwei Zeiteinhei­ten, und er würde genügend Sub­stanzen aufnehmen können, um ebenfalls Keimlinge in seinem Beu­tel heranwachsen zu lassen. Rhaith-Rasih schied zur Zeit als Partner aus, aber Rhaith-Besih, der trug kein neues Leben mit sich - mit ihm könnte er sich vereinigen.

Wie viel erlegte Rohty nehmen wir heute an Bord?

Trotz seiner Geistesabwesenheit bemerkte er mit einem seiner seitli­chen Augen Rhaith-Rasihs mittels Fingersprache gestellte Fra­ge.

Ich weiß es nicht, übermittelte Rhaith-Trosih, erkundige dich bei der Bodenstelle.

Rhaith-Rasih signalisierte eine Bestätigung und machte sich am Bildfunkgerät zu schaffen.

Wenige Augenblicke später flammte der kleine Kontrollschirm auf. Rhaith-Rasih, der die Aufgabe des Kybernetikers und Funkers wahrnahm, tippte auf einer umfang­reichen Tastatur in rasendem Tempo Zeichen ein.

Schon kurze Zeit später kam die Antwort. Sie erfolgte nicht aku­stisch, sondern optisch. In schneller Reihenfolge liefen Hunderte von Symbolen über den Schirm. Die In­formation der Bildfunkstation auf Fresih tey Rohty entlockte den drei Raumfahrern einen zufriedenen Fingerwirbel.

Genau siebenhundertdreiund­fünfzig Rohty in einem Container und neunundsechzig Behälter mit Erzen und Rohstoffen wurden als Ladung angekündigt. Siebenhun­dertdreiundfünfzig Rohty - so viel Tiere waren schon seit langem nicht mehr erlegt worden.

Rhaith-Trosih erinnerte sich in diesem Zusammenhang an die Be­richte einiger Wissenschaftler, die behauptet hatten, die Rohty seien in­telligent und den Fresih geistig nahe­stehend, wenn auch bei weitem nicht so weit entwickelt. Ein Experten-Gremium des Despoten von Rhaith Fresih hatte diese Behauptung mit einer einzigen Feststellung als reine Spekulation abgetan: Intelligente Wesen besitzen eine Fingersprache, die Rohty nicht, folglich sind es Tie­re.

Rhaith-Trosih kannte die Erzäh­lungen einiger Jäger, die Erstaunli­ches über die Fähigkeiten und Listen der Rohty berichteten und die die kleinen Wesen so gar nicht als Tiere einstuften, aber das Verlangen nach den wichtigen Substanzen, das zur Gier ausarten konnte, erstickte der­artige Überlegungen im Keim. Der Kommandant der BRESDEYH- THRYH bildete da keine Ausnahme, zumal das Urteil der Experten des Despoten eindeutig war.

Noch eine Zeiteinheit. Rhaith-Tro­sih fieberte dem Zeitpunkt der Über­nahme der getöteten Rohty förmlich entgegen. Jeder Fresih wurde an der Zahl seiner Nachkommen gemessen; er war jung und hatte noch keine, doch nur eine geringe Zeitspanne trennte ihn davon. Er, Rhaith-Trosih, würde mit einem Beutel voller Keimlinge zurückkehren nach Rhaith-Fresih und als Träger neuen Lebens von den anderen Fresih aner­kannt und geachtet werden.

Noch sechs Container, zeigte Rhaith-Besih an.

Rhaith-Trosih kreuzte die Finger zum Zeichen, dass er verstanden hat­te.

Er vermochte seine Ungeduld kaum noch zu zügeln, so sehr quälte ihn das Verlangen, endlich die begehr­te Substanz aufnehmen zu kön­nen. Siebeneinhalb Rohty konnte die Besatzung für sich beanspruchen, denn in seiner Milde und Güte hatte der Despot von Rhaith Fresih be­stimmt, dass ein Prozent des an Bord gelangten Fanges den Raumfahrern zustand.

Siebeneinhalb Rohty - das waren zweieinhalb Tiere für jeden von ih­nen, ausreichend für mindestens zwei Fruchtbarkeitsperioden. Stolz erfüllte Rhaith-Trosih, als er sich vorstellte, wie man ihn bewundern und beneiden würde, wenn er in sei­nen jungen Jahren schon zwei Beu­tel Keimlinge ausgetragen haben würde.

Sein rechtes Augentrio erfasste das Bild auf der Monitorwand. So­eben wurde der letzte Vakubehälter auf die Plattform geschoben und abgestoßen. Er enthielt ebenso wie die anderen Container Versorgungsgü­ter und Ausrüstungsgegenstände für die Kolonie der rund dreitausend auf Fresih tey Rohty stationierten Fresih, von denen ein Sechstel Jäger waren.

Informiere die Bodenstation, dass wir unsere Ladung gelöscht haben, signalisierte Rhaith-Besih.

Rhaith-Rasih kreuzte die Finger und nahm das Bildfunkgerät erneut in Betrieb. Wieder huschten seine Finger über die Tasten des Zeichensetzgeräts, und wieder liefen Dut­zende von Symbolen als Antwort über den Empfangsbildschirm. Noch während die Sendung andauer­te, schaltete Rhaith-Besih seine An­lage auf Beladung um.

Mittels seiner neun Augen hatte jeder Anwesende die Nachricht lesen können, selbst Rhaith-Besih, der Verladetechniker, der anderweitig zu tun hatte.

Schon in zehn Unterzeiteinheiten würde der erste Container gestartet. Er war der wichtigste Teil der Fracht, denn er enthielt die unbe­zahlbaren erlegten Rohty. Voller Be­geisterung trommelten die Raum­fahrer eine Serie Entzücken aus­drückender Signale in die Luft.

Rhaith-Trosih hielt es nicht mehr aus. Seine wachsende Erregung ver­langte nach Betätigung. Voller Un­rast machte er sich am Steuerpult zu schaffen, ohne eine einzige sinnvolle Schaltung durchzuführen. Schließ­lich entschloss er sich dazu, das Triebwerk hochzufahren.

Warum tust du das? wollte Rhaith-Besih wissen.

Der Kommandant stutzte, weil er einerseits auf eine solche Frage nicht gefasst war und andererseits keinen trifftigen Grund nennen konnte - außer seiner Nervosität, seinem fast schon zur Gier gewordenen Verlan­gen nach den Substanzen.

Seine Finger formten die Symbole für Ich, wir, die Rohty, dann brach er hilflos ab:

Du meinst wegen des kostbaren Containers?

Ja, ganz recht. Rhaith-Trosih emp­fand Erleichterung über Rhaith-Be- sihs Zwischenfrage. Es könnte sein, dass der Behälter unser Schiff ver­fehlt Für diesen Fall müssen wir ge­rüstet sein und dem Container not­falls nachfliegen. Er ist zu wertvoll, um ihn einfach aufzugeben.

Das zustimmende Fingerkreuzen zeigte, dass die anderen die Erklä­rung akzeptierten.

Ich werde in den Raumanzug stei­gen und mich nach draußen begeben, signalisierte Rhaith-Trosih in der Fingersprache.

Er vermochte es angesichts der so dicht bevorstehenden Verwirkli­chung seiner Wünsche und seines Verlangens nicht, einfach tatenlos herumzustehen. Wieder kreuzten die beiden Gefährten bejahend die Fin­ger.

Rhaith-Trosihs Nervosität, seine Unrast und seine triebhafte Erre­gung übertrugen sich auf die ande­ren. Auch sie begannen zu schalten und zu hantieren, ohne dass ein trifti­ger Grund dazu vorlag.

In ihrer Erregung steigerten sie sich in eine geradezu beängstigende Aktivität hinein. Schließlich setzte jeder alle siebenundzwanzig Finger ein und traktierte Hebel und Knöpfe derartig, dass mehrfach Fehlschal­tungen unterliefen. Erst als Batte­rien bunter Warnlichter aufleuchte­ten, bemerkten sie ihre Fehler und korrigierten sie.

Dennoch blies die Umwälzanlage weiterhin ungesäuberte Atemgase in die Steuerkanzel, arbeitete die Be- und Entladungsanlage ohne Ladung auf vollen Touren, und der Antrieb lief in Nullstellung auf Vollast.

Rhaith-Trosih hatte keine Augen dafür. Er war damit beschäftigt, sei­nen Druckanzug durchzuchecken, um möglichst schnell an die begehr­ten Rohty im ersten Behälter zu gelangen.

Der Container mit den erlegten Roh­ty ist auf dem Weg zu uns!

Rhaith-Rasihs Fingerzeichen wa­ren so elektrisierend, dass Rhaith- Trosih und Raith-Besih mitten in der Bewegung innehielten. Verges­sen waren die eben noch wichtigen Arbeiten, vergessen waren Schalt­pulte und Maschinerie des Schiffes. Jetzt zählte nur noch der wertvolle Behälter mit den unersetzlichen Rohty.

Nachdem die Symbole auf dem Bildschirmmonitor erloschen waren; starrten die Fresih wie gebannt auf den Frontbildschirm. Schon wenige Augenblicke später wurde ein Glitzerpünktchen sichtbar, das sich rasch vergrößerte. Der Lichtschein, der auf die BRESDEYH-Thryh zu­hielt, stammte von den Feststoffra­keten, die den Vakubehälter antrieben.

Schnell schaltete Rhaith-Trosih das Bild auf Ausschnittvergröße­rung und ließ ein Dutzend Schein­werfer aufflammen. Der Behälter war jetzt nicht mehr zu sehen, da sei­ne Raketen ausgebrannt und die Flammenzungen erloschen waren.

Voller Spannung warteten die Raumfahrer darauf, dass der großvolumige Transportbehälter auf dem Bildschirm auftauchte.

Endlich, nach einer halben Unter­zeit, die den Fresih wie eine Ewigkeit vorkam, wurde der Container sicht­bar. Das gleißende Licht der Tief­strahler wurde von der silbrigen Hülle reflektiert und hob den Con­tainer deutlich vom dunklen Hinter­grund ab. Die Geschwindigkeit, mit der er sich dem Raumschiff näherte, war nur noch gering.

Schieße die Magnettrossen ab!

Die Erregung ließ Rhaith-Trosihs Finger zittern und machte seine ge­zeigten Symbole schwer verständ­lich.

Der Aufforderung hätte es nicht bedurft. In schneller Folge tastete Rhaith-Besih eine Codefolge in sein Steuergerät.

Gleich glitzernden Spinnenfäden schnellten etliche Kunststoffseile auf den Container zu und saugten sich mit ihren tellerförmigen Enden förmlich an seiner glatten Metall­haut fest.

Ein wahrer Freudentaumel ergriff die Fresih.

Nachdem die erste Begeisterung ein wenig abgeklungen war, begann Rhaith-Besih mit dem Einholen der kostbaren Fracht, während Rhaith- Trosih sich zum Ausstieg fertig machte.

So sehr beschäftigten sich die Ge­danken der Raumfahrer mit den Rohty, dass keiner von ihnen die flackernden Warnleuchten des überla­steten Antriebs bemerkte, der noch immer im Leerlauf mit Höchstlast arbeitete.

Keiner hörte das bedrohliche To­sen und Heulen der Meiler, das Dröhnen und Rauschen der zwi­schengeschalteten Aggregate, denn die Rasse der Fresih war taubstumm.

Erst als sich die BRESDEYH- Thryh schüttelte und aufbäumte, als die Steuerkanzel erzitterte, fiel Rhaith-Trosih auf, dass etwas nicht stimmte, doch da hatte das Verhäng­nis bereits seinen Lauf genommen.

Noch bevor der Kommandant sein Schaltpult erreichte, ging

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Publisher: BookRix GmbH & Co. KG

Text: vss-verlag
Images: vss-verlag
Editing/Proofreading: Hermann Schladt
Publication Date: 10-07-2013
ISBN: 978-3-7309-5417-1

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