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Es ist schon spät, als ich mich auf den Heimweg mache. Obwohl ich im spärlichen Schein des Fahrradlichtes kaum etwas erkennen kann, fahre ich schneller als sonst. Es ist kalt und ich möchte schnell nach Hause. Außerdem ist es in dieser Gegend nicht ungefährlich, nachts allein unterwegs zu sein. In Gedanken bin ich schon daheim und trinke eine Tasse heißen Tee, als plötzlich ohne Vorwarnung etwas großes, schwarzes vor mir auf den Fahrradweg geschossen kommt. Reflexartig reiße ich den Lenker herum und kurz darauf liege ich auch schon auf der kalten Straße. Zum Glück ist mir nichts passiert! Aber was zum Teufel war das da vor mir? Ich beschließe, sofort aufzustehen und weiterzufahren, denn mich beschleicht ein mulmiges Gefühl. Gerade als ich wieder auf mein Fahrrad steige bemerke ich etwa zehn Meter entfernt einen dunklen Schatten auf dem Bürgersteig huschen. Nein, das ist kleiner als ein Mensch... Ich kneife die Augen fest zu, um mehr erkennen zu können und da mache ich mir die Umrisse eines Hundes aus. Erleichtert atme ich auf. Nur ein Hund. Vermutlich ein Streuner, der einen Platz zum schlafen sucht... Ich fahre weiter. Der Hund läuft neben mir her. Ich bleibe stehen. Schaue ihn mir genauer an. Es ist ein schöner Hund. Ein großer, schwarzer. So einer, wie ich ihn mir immer gewünscht habe. Und er sieht mich an. Und da weiß ich, dass ich ihn mitnehmen muss. Sonst würde er vielleicht von einem Auto überfahren werden oder verhungern. Er hat kein Halsband. Und ein Mensch ist auch nirgens zu sehen. Wahrscheinlich ist es wirklich ein Streuner. Ich will ihn streicheln, aber er weicht ängstlich zurück. Und doch brauche ich ihn nicht einmal locken, wenn ich langsam weiterfahre. Der Hund läuft wie selbstverständlich in einigem Abstand hinter mir her. Als ich endlich daheim angekommen bin, versorge ich ihn erst einmal mit Wasser und etwas Fleisch, über das er sich gierig hermacht. Er lässt sich immer noch nicht anfassen. Während ich ihm beim fressen zuschaue überlege ich mir, wie ich es meinen Eltern erklären soll, wenn sie ihn sehen. Und ich überlege mir einen passenden Namen für meinen Schützling. Ich komme zu dem Entschluss, dass Reocky gut passt. Und meine Eltern werden das schon verstehen. Müssen sie. Für diese Nacht erstmal bleibt Rocky hier in der Küche. Und ich bin so todmüde, dass ich sofort ins Bett gehe. Am nächsten Morgen werde ich durch einen gellenden Schrei meiner Mutter geweckt. Ich springe aus dem Bett. Ich wollte doch eigentlich früher als alle anderen wach sein... "Was macht dieser Hund hier in meinem Haus?!", schreit Mama, als ich auftauche. "Schaff ihn sofort raus hier!!!" Rocky hat sich ziemlich erschrocken in die hinterste Ecke unter den Tisch verkrochen. "Mann, du machst ihm Angst! Und außerdem, bitte darf er bleiben, bitte...?? Ich hab ihn gestern auf der Straße gefunden und er ist doch so lieb und bitte!!!" Diese Nummer funktioniert bei Mama immer... "Aber... Das ist ein HUND! Wir hatten noch nie einen Hund... und..." Bittend schaue ich sie an: "Aber ch wollte schon immer einen..." Sie scheint zu zögern. Das ist meine Chance. Jetzt muss ich nur noch so tun, als würde ich gleich losheulen und schon gehört Rocky so gut wie mir. "Er heißt Rocky.", sage ich leise. Mama seufzt. "Eine Woche! Dann muss er Stubenrein sein und außerdem musst du dich um ihn kümmern, sonst können wir ihn nicht behalten, ja?!" Ich falle Mama vor Freude um den Hals. Ich habe einen Hund. Rocky.
Der Tierarzt sagt, es sei alles in Ordnung mit ihm. Rocky hat nur ein paar Impfungen bekommen. Und Stubenrein ist er ohnehin schon. Und jetzt, nach 3 Tagen, in denen er bei uns wohnt ist er schon ziemlich zutraulich geworden und lässt sich gerne kraulen. Ich gehe jeden Tag mit ihm Gassi und übe mit ihm verschiedene Tricks. Rocky lernt gerne. Er ist ein toller Hund.
Der beste Freund des menschen - Der Hund, weil er geduldig und treu ist und immer zuhört...

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Publication Date: 11-14-2009

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