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Prolog

Hellwolfes Die Geschichte der Teufelswölfe

 

Freund oder Feind

 

Haben sie schon von Shadow gehört? Der Leitwölfin des NightAngelRudels? Ich bin mir sicher das sie sich mal gefragt haben, wie es dazu kam, dass das NightAngel Rudel entstand. Diese Geschichte zeigt einen Ausschnitt aus der Vergangenheit des Rudels. In dieser Geschichte geht es nicht um Shadow. Diese Geschichte dreht sich um eine ihrer Ahnen. Auch sie musste, wie Shadow, durch Krieg, Verlust und Verrat gehen. In ihrem Leben war fast alles eine einzige große Lüge. Ihre Umgebung dachte sie hätten sie wirklich für immer von allem fernhalten können, doch sprich mit dem Schicksal über deine Pläne und es lacht dich aus. Letztlich tut es nämlich das was es selbst will und das ist nicht immer das was wir wollen!

 

Sandra Blue ist 15 Jahre alt und geht in die achte Klasse einer Realschule. Nach Hausaufgaben und Wäsche waschen geht sie eine Runde mit ihrem 2 jährigen Mischlingshund Charly. Abends, wen es Dämmert kamen ihre Eltern nach Hause. Oft hatte Sandra dann schon gegessen und ging dann mit Charly noch an den Nahe gelegenen Fluss. Ihre Eltern erlaubten ihr dies nur, weil Sandra mit Charly Schutzhundkommandos in der Hundeschule trainiert hatte. Sandra liebte es Nachts, alleine mit Charly zu laufen. Sie sah seit zwei Jahren im Dunkeln noch recht gut. Sie hatte keine Ahnung warum, aber es gefiel ihr. Oft stritt sie mit ihren Eltern, die sie, seit ihrem 12 Geburtstag immer wieder ermahnten nicht den Ort zu verlassen. Doch daran gehalten hatte sie noch nie.

 

Nichts ist wie es scheint!

Als sie eines Nachts wieder mit wieder mit Charly an dem Fluss entlang lief, rannte plötzlich ein Hund auf sie zu. Dicht hinter dem Tier kamen ein Mann und ein Junge in ihrem Alter. Sandra erkannte sie sofort. Es handelte sich um den Jäger und seinen Sohn, welcher bei ihr in die Klasse ging. Als der Hund sie sah blieb er etwa einen Meter vor ihr stehen. Sandra hatte das Gefühl ihn zu kennen. Plötzlich schoss ihr ein Name durch den Kopf: Diem! Kurz entschlossen sagte sie: „Diem?! Komm her damit ich dich an die Leinen nehmen kann.“ Diem sah sie erst prüfend, dann mit fröhlichem Blick an, aber er tat was sie wollte. Der Jäger, sein Name war übrigens Müller, und sein Sohn, Max, die inzwischen auch bei ihr waren sahen sie verwundert an. Im Dorf hatte sie ohnehin schon den ruf, dass sie mit jedem Hund klar kam. Selbst als ein Wolf aus dem dem nahe gelegenen Zoo entkommen war, kam das Tier ohne großes Zögern zu ihr, als sie es dazu auf forderte. Max fragte neugierig: „Wie hast du...? Ich meine woher wusstet du das er auf Diem hört?“ „Das kam mir gerade in den Sinn. Was wollt ihr von dem Wolfshund?“ „Das geht dich nichts an Sandra! Gib ihn her!“, herrschte Herr Müller sie an und wollte nach der Leine greifen. Sandra wich aus und trete sich um, um zu gehen. Mit beiden Hunden! Herr Müller beschimpfte sie so sehr das sie stehen blieb. Er kam näher heran und wollte sie grob am Arm packen. Sie lies sich jedoch Charly und Diem los. Charly blieb bei ihr stehen und auch Diem rührte sich nicht bis Sandra befahl: „Stellen!“ Sofort bellten beide und trieben ihn in die Enge. Sandra rannte Richtung Dorf. Mit einem Lauten Pfiff rief sie die Hunde, welche sofort hinter ihr her über die Wiese jagten. Als sie sich umdrehte viel ihr auf das Diem nicht ordentlich lief. Er schien etwas zu lahmen.

 

Als sie im Ort waren sah sie sich die Pfoten des Wolfshundes an und entdeckt eine leichte Verletzung an einer der Vorderpfoten. „Diem?“, flüsterte sie leise, „Willst du mit zu mir kommen? Dann kann ich deine Verletzung versorgen und gebe dir was zu fressen.“ Sandra glaubte kaum was nun geschah. Diem antwortete ihr: „Wollt ihr beide nicht lieber zu mir kommen? Ich möchte mich bei dir übrigens noch danken Mädchen. Die beiden wollten mich töten.“ Sandra brachte kein Wort heraus. Sie liebte Tiere und wollte sich schon immer mal mit einem Unterhalten können, doch damit gerechnet hatte sie nicht. Als Charly plötzlich sagte: „Ja gerne, aber Sandras Eltern machen sich sicher Sorgen, wen sie nicht nach Hause kommt!“ War das einfach zu viel für sie und sie wurde ohnmächtig.

 

Als sie erwachte lag sie auf einem großen Bett in einem luxuriösen Zimmer. Ein Mann saß an ihrem Bett und lächelte sie freundlich an als er sah das sie wach wurde. Einen Moment später sagte er: „Alles in Ordnung, Sandra? Ich bin's Diem. Keine Angst! Charly ist auch gleich hier. Dir kann also nichts geschehen.“ Sandra sah in misstrauisch an. Konnte sie ihm wirklich vertrauen? Doch die Neugier siegte letztlich über ihr Misstrauen: „Wen sie Diem sind, wie hieß dann der Hund? Oder wen sie der Hund waren, wie kommt es das sie nun als Mensch neben mir sitzen? Und warum?“ Diem lachte belustigt. „Das sind alles berechtigte Fragen. Sandra du darfst mich übrigens duzen. Okay. Also ich bin der Hund, oder eigentlich der Wolf, und als ich mit dir und Charly in deiner Sprache mit dir redeten wurdest du Ohnmächtig. Vermutlich warst du so schockiert. Aber an deiner Stelle wäre es mir nicht anders gegangen. Wen ich nun aber mit dir in meiner menschlichen Gestalt mit dir Spreche ist das in deinen Augen normal!“, erklärte Diem ihr. Sandra wollte nun Wissen: „Wer oder was bist du? Und was willst du von mir? Wo ist Charly?“ „Du traust mir nicht!“, stellte Diem fest und klang ein wenig traurig, „Charly ist in der Küche und macht dir Frühstück. Ich bin ein Höllenhund. Aber du auch! Genau wie deine Eltern. Ich hab ein wenig nach geforscht während du noch geschlafen hast. Deine Eltern haben dir das verheimlicht, weil sie Angst um dich haben. Sie sind Rebellen und befürchten dass ich dich für ihre Taten zur Rechenschaft ziehen könnte.“ „Würdest du? Ich meine... Sollte ich lieber mit Charly flüchten?“, fragte Sandra ängstlich. „Nein!“, beruhigte Diem sie sofort, „Niemals! Außerdem hast du mich gerettet! Deshalb erst recht nicht!“ Er schweig einen Moment bevor er fort fuhr: „Du bist jetzt 15 Jahre. Deine Kräfte erwachen und du solltest lernen mit ihnen um zu gehen. Deine Eltern heißen eigentlich Devil und Lioba. Lioba ist eine Himmelskatze aber genauso ist sie ein Höllenhund. Blue ist auch nicht dein Richtiger Nachname! Eigentlich heißt du Sandra de Luce , wen du wütend bist erwacht eine unbändige Kraft in dir, dann ist es aus mit Sandra und in dir erwacht Scáth und du machst deinem Vater, mit oder ohne Training, alle ehre.“ „Ich lass mich gerne von dir trainieren, aber was ist die Aufgabe eines Höllenhundes?“, Sandra merkte das sie ihm vertrauen konnte. „Du stellst gute Fragen!“, stellte Diem fest, „Also ein Höllenhund hat die Aufgabe für das Gleichgewicht zwischen Gut und Böse zu sorgen.“ Nun kam ein Junge, etwa so alt wie Sandra herein. Er hatte rehbraune Augen, schwarze Haare und war trainiert, aber nicht so übertrainiert wie viele Jungs auf ihrer Schule. Der Junge brachte ein großes Frühstück. Sandra war baff und stammelte: „Charly, bist du das?“ „Ja, aber wie sagst du immer: „Mund zu sonst werden die Milchzähne sauer!“, erwiderte Charly belustigt. Charly forderte sie auf zu essen.

 

Diem begann noch an diesem Tag mit dem Unterricht. Er führte sie in einen großen Raum, welcher zu einer Seite hin offen war. Der Wald begann direkt an der offenen Seite des Hauses. „Setze dich einfach bequem hin.“, begann er die Lektion. Sandra tat was ihr gesagt wurde. Diem redete weiter als Sandra saß: „Keiner erwartet das du es jetzt sofort beherrscht Sandra! Es ist deine erste Lektion! Oft passiert selbst bei Höllenhund die in ihrem Rudel aufgewachsen sind bei der ersten Lektion nichts!“ Sandra nickte und wartete Geduldig. Sie war leicht nervös und würde lieber auf und ab laufen als zu sitzen. Diem erklärte ihr nun: „Stell dir vor wie es wäre durch den Wald zu laufen. Den Waldboden unter den Füßen zu spüren und immer schneller zu werden. Du witterst zwei Eichhörnchen, die sich auf einem Baum um Nüsse streiten, Kaninchen welche au einer Lichtung Gras ab knabbern...“ Diem malte ihr das Bild immer weiter aus. Letztlich sah Sandra es genau vor ihrem Inneren Auge. Plötzlich flog die Tür auf und ein großer, rostroter Wolf sprang in den Raum. Sandra sprang erschrocken auf und bemerkte erst gar nicht das sie auf vier und nicht auf zwei Beinen stand. Dann übernahmen ihre Instinkte. Sandra hob Rute und Kopf in die Höhe und bleckte die Zähne. „Beruhige dich Sandra! Das ist Jerry, er ist ein Freund von mir und mein Beta im Rudel.“ Widerwillig gab Sandra ihre dominante Haltung auf und schnupperte an Jerry. Dieser tat dies auch bei ihr. „Warum störst du den Unterricht Jerry?“, fragte Diem während er zusah wie sich die beiden annäherten. „Noto ist wieder da!“, sagte Jerry und beschnupperte weiter Sandra, „Er sieht nicht gut aus. Du solltest zu ihm.“ „Sandra, Charly und Jerry werden dir einen Grundkurs im Jagen geben. Tu was Jerry sagt meine Kleine!“, meinte Diem eilig und stürmte in seiner Tiergestalt in den Wald. Sandra sah ihm verwirrt nach. Charly trat aus dem Wald zu ihr und Jerry. „Komm wir fangen mit was einfachem an.“, meinte Jerry, „Was wäre dir Lieber, Schafe oder Kaninchen?“ „Ich empfehle Schafe! Aber nur geschoren!“, meinte Charly. Sandra legte den Kopf schief und stimmte seinem Vorschlag zu. Jerry begann ihr nun zu erst die Regeln der Jagd zu erklären. Sandra passte auf und versuchte sich alles zu merken. Doch als sie dann vor einer kleinen Gruppe von vier Schafen standen wurde es für alle Lustig, außer für Sandra. Sie schaffte es einfach nicht eines der Tiere zu Fall zu bringen. Jerry und Charly verkniffen sich das Lachen. Die jungen Rüden, welche ebenfalls zu sahen, lachten jedoch ungeniert, als sie sahen wie Sandra mit ihrem schneeweißen Fell im Schlamm landete. Nun war sie bei ihrem Stolz gepackt. Sie rappelte sich auf und begann die Herde wie ein Hütehund zu treiben. Verwirrte Blicke flogen durch die Gegend und dann verstand Charly: „Mist! Sie haben sie provoziert!“ Die, durch die Planänderung verwirrten Schafe wurden panisch und dann hatte Sandra eines isoliert und biss sofort zu. Nun schwiegen alle. Sogar Diem, welche nun wieder zur Gruppe stieß war sprach los. Es war wirklich selten das eine so unerfahrene Wölfin gleich in ihrer ersten Lektion Beute erlegte. „Das war hervorragend!“, lobte Jerry sie gerade als Diem hinzu trat. Auch er lobte Sandra. Dann erklärte er: „Wen du hier wohnen willst wäre ich einverstanden. Dein Zimmer wäre dann jenes, wo du heute aufgewacht bist. Jerry und ich werden dich Morgen dem Rudel vorstellen! Dann gehörst du zu uns!“ „Ich darf hier bleiben?“, fragte Sandra erfreut, „Charly auch?“ „Natürlich! Ich seid doch wie Pech und Schwefel! Ich würde nie versuchen euch zu trennen!“, erklärte Diem, „Jetzt geht aber schlafen! Ihr seht müde aus!“ Charly und Sandra hatten gar nicht bemerkt wie es dunkel geworden war. Gähnend verwandelte sich Sandra automatisch zurück. Charly wurde zum Menschen und hob sie hoch. Vertrauensvoll schmiegte die junge Wölfin sich an die Brust ihres Freundes. „Ich bring sie ins Bett!“, war das letzte was sie hörte, bevor sie in das Traumreich abdrifte und nur von dem Eigentümer der Stimme Träumte. Charly.

 

In den folgenden 6 Wochen lernte Sandra ihre Kräfte zu steuern und sich bei anderen Höllenhunden oder sonstigen magische Wesen durch zu setzen. Auch lernte sie sich zu verwandeln. Diem brachte viel bei. Zu ihren Eltern ging Sandra jedoch nicht zurück. Diem erklärte ihr das sie aus einem ganz speziellen Rudel Wölfe kam. Er meinte sie wäre eine sogenannte Tigerwölfin. Wölfe von der Größe und der Stärke eines Tigers und mit einem leichten Tigermuster in und den Krallen einer Katze. Sie sollten besonders starke Magische Kräfte haben. Sandra lernte sehr schnell und hatte bald viel freie Zeit. Sie dachte oft nach und bemerkte eben so oft Widersprüche in dem Verhalten von Diem. Durch das schnelle lernen und ihr hartes Training war bald nur noch Diem in der Rangordnung seines Rudels über ihr. Es ist seltsam. Diem sagt zwar oft Dinge die richtig sind, aber sein verhalten ist das genaue Gegenteil von dem was er mir beigebracht hat. Sie lag in ihrer Wolfsgestalt auf auf einem Felsen im Wald und sah in den Himmel. Charly lag unter einem Gebüsch und sah zu ihr. Du hast recht und da du seine Aufgabe bereits erledigt hast kann ich dir ja ein Geheimnis zeigen. Sandra sah ihn verwirrt an: Wie meinst du das? Charly stand auf und lief in die von Diems Lager ab gewandte Richtung. Wo geht's hin?, fragte sie und sprang von dem Felsen neben ihn. Folge mir einfach! Ich zeig dir den Weg zu deinen Wurzeln!, erwiderte Charly und lief weiter. Sandra folgte ihm ohne zu zögern. Sie vertraute ihm mehr als irgendjemand sonst. Dann zeig mir den Weg Charly.

 

Diem nahm Sandra einige Zeit später mit in einen Wald um ihr ein Problem in einem Rudel zu erklären und es mir ihr zu zusammen zu lösen. Sandra wollte ihn jedoch erst beobachten. „Okay, aber wen du etwas verändern oder anders machen würdest, dann sag es mir! Ich lasse es dich dann alleine machen.“ Sandra sah ihm zu. Ein Wolf hatte einen Welpen des Rudels angegriffen, als der Welpen ihn spielerisch ins Ohr gebissen hatte. Ein anderer hatte den Welpen verteidigt. Diem hielt zu dem, der das Junge angegriffen hatte. Bald ging es Sandra zu lang und da sie alle durch einander redeten, rief sie die Streithähne zur Ordnung: „Ruhe!! Diem las mich mal!“ Diem legte die Ohren an. Ihm war das nicht geheuer. Er hatte das Gefühl als ob ihm nicht mehr sein kleiner Engel Sandra, sondern ihrem Pseudonym, Scáth gegenüberstand. Deshalb stammelte er: „Okay! Sandra mach nur!“ und verzog sich in den Hintergrund. Sandra sagte nun zu den streitenden Wölfen in einem ruhigen und freundlichen Ton: „Also ich bin Sandra und wie heißt ihr?“ „Ich bin Toro!“, sagte der, welcher das Junge angegriffen hatte. „Mein Name ist Sancho!“, der anderer. „Und wie heißt du mein Kleiner?“, fragte Sandra. „Ich bin Tony.“, sagte der Welpe ängstlich. Sancho und Toro knurrten sofort: „Halt die Klappe!“ Tony wich erschrocken zurück. Sandra nahm ihm zu sich. Der Kleine sah aus als wäre er gerade mal um die acht oder neun Wochen alt. Da die Welpen von Höllenhunden anders alterten war er vermutlich gerade mal vier oder fünf Jahre alt. „Keine Angst!“, beruhigte sie den kleinen, „Sie werden dir nichts tun. Ich verspreche es!“ Plötzlich knurrte sie so böse das man meinen konnte Devil persönlich knurrten die beiden Wölfe nun an. Nun wichen alle zurück und sahen sie erschrocken an. Nur der kleine Tony schien nicht die geringste Angst vor der großen Wölfin zu verspüren. Sandra hatte die Gedanken der beiden erwachsenen Wölfe gelesen und beide hatten gedacht: 'Dann greif ich mir Tony eben später!' Diem erklärte eilig: „Tut jetzt bitte was sie sagt! In diesem Zustand nennt man sie Scáth. Die Tochter von Devil. Sie...“ „Halts Maul Diem!“, knurrte sie ihn an, „Ihr werdet Tony nichts tun dürfen! Er wurde ins Rudel aufgenommen, nicht hinein geboren. Toro der kleine wollte nur Spielen! Das ist kein Grund ihn an zu greifen! Sancho hat fast perfekt gehandelt! Der einzige Fehler war das er dich angegriffen hat! Ihr hättet es auf diplomatischem Weg lösen müssen.“ Niemand unterbrach 'Scáth' oder redete während sie sprach. Mit sanfter Stimme fragte sie Tony: „Möchtest du hier bleiben?“ „Nein! Mir gefehlt es hier nicht!“, antwortete Tony, „Wieso fragst...?“ Tony wurde von Sancho unterbrochen: „Sei nicht so vorlaut Tony! Sonst....“ „Nichts wirst du tun!“, knurrte die Wölfin mit dem schneeweißen Fell, um gleich darauf mit sanfter Stimme wieder mit Tony zu sprechen, „Wie wäre es wen ich dich zu einem anderen Rudel bringe? Es gibt dort viele Welpen und meine Schwester ist auch dort! Ihr gefällt es dort sehr.“ „Au ja!“ „Du hast eine Schwester?“, fragte Diem und sah sie groß an. Scáth ignorierte ihn jedoch und nahm Tony vorsichtig auf. Sie setzte den kleinen auf ihren Rücken und wandte sich an die umstehenden Wölfe: „Ich warne euch! Wen jemand mir folgen sollte oder wen jemand versucht mich auf zu halten könnt ihr euch auf ein Donnerwetter vorbereiten, dass euch hören und sehen vergeht.“ Da alle eine geduckte Haltung eingenommen hatten, dachte sie sich ihren Teil und ging an den Wölfen mit hoch erhobener Rute und genauso hoch erhobenem Haupt. Mit einem großen Satz verschwand sie im Dickicht.

 

Sandra war an den nahe gelegenen Fluss gelaufen. Während Tony ihr erzählte was er von seinem alten Rudel wusste folgte Sandra dem Flusslauf stromaufwärts. Nach einer Weile erklärte sie Tony: Das Rudel zu dem ich dich bringe Tony, ist dein altes Rudel!“ Tony konnte nichts erwidern. Sandra lief nun wieder in den Wald. Bald kamen sie an eine Lichtung, dort war auch wieder der Fluss. Da Tony sich vor Müdigkeit kaum noch auf ihrem Rücken halten konnte trug Sandra ihn nun wieder auf die übliche Art. Als der Welpe jedoch hörte wie jemand rief: „Sandra ist zurück!“ „Sandra wen hast du mitgebracht?“ „Hast du Diem endlich gezeigt wer der Bessere ist?“ Nun waren sie eingekreist von einer ganzen Menge Wölfe. Sandra setzte Tony ab. Sofort versteckte sich dieser zwischen ihren Pfoten. Ihm waren diese fremden Wölfe nicht geheuer. „Keine Angst Tony!“, meinte Sandra mit einem beruhigenden Ton in der Stimme, „Hier wird dir keiner etwas tun! Und falls die Älteren auf die Idee kommen, ich bin ja auch noch da. Ach ja, das ist mein bester Freund Charly!“ „Hallo Tony! Wen du fragen hast oder sonst etwas ist kannst du jeder Zeit zu mir kommen!. Ach ja, Sandra, Lio ist zu Angelo, sie trifft Devil dort und kommt erst in einer Woche wieder solange sollst du das Rudel führen.“ „Tony, Charly wird dir alles zeigen und dich den anderen Vorstellen! Es wird Zeit auf die Jagd zu gehen!“ „Sandra bleib hier!“, jammerte Tony. Sandra senkte mit mildem Blick den Kopf zu dem Welpen zu ihren Füßen. „Du brauchst keine Angst zu haben Tony. Charly passt auf dich auf. Glaub mir Kleiner! Bei ihm bist du so sicher wie auf meinem Rücken! Nur Lio, Devil und ich können es mit ihm aufnehmen! Sonst keiner!“ Nun schob sie den Welpen vorsichtig zu Charly. Ein Welpe, etwa in Tonys Alter kam auf ihn zu und sagt: „Ich bin Oliver, aber alle sagen Oli zu mir. Willst du mit mir Spielen Tony?“ „Au ja gerne!“, antwortete Tony Sandra und ein Großteil der älteren Wölfe hatten die Lichtung bereits verlassen. Doch Sandra hatte das Gespräch der Welpen noch mitbekommen. Die Kid's haben sich aber auch genau richtig verhallten. Lustig wie schnell Tony seine Schüchternheit vergessen hat., bei diesem Gedanken musste sie schmunzeln. Thunder viel dies sofort auf. So kannte er sie nicht! Zumindest wen Lio ihm die Verantwortung für das Rudel übertrug. Deshalb sprach er sie darauf an: „Was ist den mit dir los? Du lächelst ja obwohl du die Verantwortung für das Rudel hast! Du wirst doch wohl nicht Krank?“ Sandra erklärte: „Hast du bemerkt wie Tony reagiert hat als Oli ihn fragte ob er mit ihm spielen will? Tony war ganz plötzlich kein bisschen mehr schüchtern!“ Nun musste Thunder so lachen, dass sie stehenbleiben mussten und ihn alle anderen Fragend ansahen. Auch sie wussten, dass wen Sandra das Rudel leitete, man meist nur ernste Gespräche mit ihr Führen konnte. Damit sie ihn nicht für verrückt hielten erklärte Thunder warum er so lachen musste. Das belustigte auch die anderen.

 

Eine Woche später hatte Tony sich gut eingewöhnt. Doch dann sollten die Leitwölfe des Rudels zurück kehren. Sandra schien sich unglaublich darauf zu freuen und auch das Rudel erwartete ihre Rückkehr voller Vorfreude. Tony hingegen hatte Angst. Durfte er hier bleiben? Von Devil hatte er schon viel gehört, nur nicht all zu viel Gutes!

 

Als am Abend, noch vor der Jagd, zwei Wölfe ins Lager kamen wurde Tony mulmig zu mute. Die Wölfin war genau so groß wie Sandra, doch ihr Fell noch weißer als das von Sandra. Sie bewegte sich geschmeidig und elegant, reichte jedoch nicht an die Fließenden Bewegungen von Sandra heran. Der Rüde war etwa eine Handbreit größer als die Wölfin und wirkte stark und autoritär an ihrer Seite. Sein dichter braun weißer Pelz glänzte und seine Augen funkelten vor Intelligenz. Tony verglich ihn sofort mit Charly. Aber irgendwie fand er das Charly viel stärker wirkte. „Tony das ist meine Schwester Lio. Lio das ist der Welpe, von dem ich dir ja bereits erzählt habe.“, sprach Sandra und wies auf Tony. Sofort lagen die Blicke der Leitwölfe auf ihm. Tony versteckte sich schüchtern hinter Sandras Vorderpfoten und kam auch nicht wieder vor, als Sandra beruhigenden auf in ein redete. Sanft sagte die Wölfin, welche ihm als Lio vorgestellt worden war: „Hallo Tony! Gefällt es dir hier? Ja? Schön, dann Willkommen zu Hause!“ „Danke!“, sagte Tony sichtlich Mutiger. „Schön das es dir hier gefällt.“ Devil hob den Kopf und schien zu prüfen ob das Rudel komplett war. Kurz darauf heulten die Leitwölfe und versammelten das Rudel um sich, bevor sie es zur Jagd führten. Wie immer wurde genug erlegt um das ganze Rudel satt zu machen. Als alle satt waren war es spät geworden und sie legten sich schlafen.

 

In den nächsten Tagen spielten Lio und Devil oft mit Tony. Er erfuhr das Devil eigentlich Leonardo hieß, Devil war nur sein Pseudonym wen sie ihm jemand neuem vorstellten oder wen er sehr, sehr wütend war. An diesem Abend saßen sie nach der Jagd an einem Lagerfeuer, welches Sandra mit ihren magischen Kräften entfacht hatte. Nach einer Weile horchten sie auf. Da war ein Geräusch gewesen! Es hatte sich an gehört wie Pfoten auf dem Waldboden. Doch das Rudel war komplett, also musste es sich um einen Fremden handeln. Sandra hielt die Nase in den Wind uns versuchte eine Witterung auf zu nehmen. Plötzlich sträubte sich ihr Fell und sie begann zu knurren. Tony nahm ohne Aufforderung seine Freunde und lief zu einer versteckten Höhle, welche sich auf der Lichtung befand. Durch Sandras Beispiel ermutigt knurrte nun das gesamte Rudel und fixierte einen Punkt in den Büschen. Sandra stand leicht vor Lio und Leonardo an der Spitze des Rudels. Mit angelegten Ohren und kampfbereiter Körperhaltung kam der fremde Wolf aus seinem Versteck. Es handelte sich um Diem. Als dieser Sandra sah schien er sich zu freuen und sehr erleichtert zu sein. Doch als sie ihre angriffslustige Haltung nicht aufgab sagte er vorsichtig und ängstlich zu gleich: „Sandra ich hab dich überall gesucht! Bist du in Ordnung? Ich hab mir sorgen gemacht. Komm lass uns nach Hause gehen! In Ordnung?“ „Was suchst du hier? Verschwinde! Oder ich mache dir Beine!“, knurrte Sandra und schnappte nach Diem. Im ersten Moment wich Diem erschrocken zurück, dann aber knurrte er: „Wie redest du mit mir? Ich stehe in der Rangordnung über dir!“ „Nein über mir stehen Lio und Devil sonst niemand! Du erst recht nicht!“, knurrte Sandra zurück und bleckte die Zähne. Die Kinder saßen wie die Orgelpfeilen hinter einem umgefallenen Baumstamm und sahen interessiert zu wie sich die beiden stritten. Plötzlich ging Diem auf Sandra los. Sandra wich geschmeidig aus und sprang dann auf Diems Rücken. Dies tat dem Rüden unglaublich weh und er jaulte auf. Als Revanche biss er Sandra in die Rute. Die beiden Kontrahenten bissen sich noch kurz. Dann lag Sandra auf der Flanke und Diem hatte seinen Fang um ihren Hals. Charly wurde nun richtig sauer. Kein Mensch, oder sonst ein Wesen durfte so mit Sandra um springen. Für ihn stand fest, ich greife ein. Völlig unvermittelt ging Charly auf Diem los, kurz bevor dieser zu beißen wollte. Von da an sahen Lio und Leonardo nur noch zu, den auch sie hatten eingreifen wollen. Doch nun gingen Charly und Sandra zu zweit auf Diem los. Das war zu viel und er musste sich zurück ziehen. Als Diem fort war wechselten Sandra und Charly in ihre Menschengestalt. Sandra gab Charly einen Kuss auf die Wange. Dann sagte sie mit sanfter Stimme: „Danke Charly. Du hilfst mir immer wieder und diesmal hast du mir sogar das Leben gerettet!“ Charly lief hoch rot an. Damit hatte er nicht gerechnet und auch nicht damit, dass Sandra ihm den Kuss vor dem Gesamten Rudel geben würde. Lio unterbrach den Moment jedoch recht schnell: „Ich will ja nicht Stören, aber Diem wird mit Verstärkung wieder kommen. Deshalb würde ich vorschlagen wir wechseln in mein Haus. Dort ist Platz genug. Angelo wird auch kommen um mit dir, Sandra, zu trainieren! Okay? Gut dann kommt!“ Als Mensch hatte Lio blonde Haare mit einem leichten rot Stich, wen das Licht entsprechend darauf viel. Sie hatte eine sportliche Figur und immer Jeans, Pullis, T-Shirts oder Blusen an. Sandra trug ihre langen rot-blonden Haare ebenfalls offen. Die beiden wirkten wie Zwillinge, auch wen Lio ein Jahr älter war als Sandra. Lios Villa lag am Rande einer Kleinstadt, welche unweit von Sandras Dorf lag. Angelo hatte sie ihr gekauft, da Lio ja noch nicht volljährig und sie sein Mündel war. Als sie dort an kamen legten sie sich alle schlafen. Es war ein langer Tag gewesen und sie waren alle Müde. In zwei Tagen würde Sandras Training mit Angelo beginnen. Sandra konnte erst nicht schlafen, sie wusste wie hartnäckig Diem sein konnte und der Gedanke das er wieder kommen könnte raubte ihr den Schlaf. Das Rudel ließ Sandra aus schlafen. Als sie dann gegen halb elf total verschlafen ins Esszimmer kam saß dort ein Mann den sie nicht kannte. Als er jedoch Sandra bemerkte grüßte er freundlich: „Guten Morgen junges Fräulein. Gut geschlafen?“ „Ich bin mir nicht sicher, aber ich denke schon!“, antwortete Sandra. Der Mann schmunzelte belustigt. Nun wurde sie auch von den Anderen bemerkt. Sie waren alle genau wie Sandra als Menschen zu erkennen. Charly ging zu ihr und brachte sie zum Tisch. Lio stellte ihr ein kräftiges Frühstück vor die Nase bevor sie den Mann vorstellte: „Sandra ich hab dir doch von Angelo erzählt! Angelo, das ist meine kleine Schwester Sandra. Könntest du sie vielleicht trainieren?“ Sandra war auf einen Schlag hell wach, wie nach einer eiskalten Dusche! Hatte sie gerade richtig gehört oder phantasierte sie gerade. „Lio ich werde mit deinem Training schon nicht besser! Außerdem hat Angelo sicher etwas wichtigeres zu tun als mit mir zu trainieren.“, dann fragte sie mit scheuem Blick zu Angelo, „Oder?“ Angelo, der ihr schweigend zu gehört hatte, lächelte sie an und meinte: „Ich trainiere dich gern! Und zeit habe ich genug. Ich bin ein Vampir und das muss ja für etwas gut sein! Nach dem was mir Lio erzählt hat könntest du ein wenig Training a la Angelo vertragen. Außerdem hab ich schon vor Monaten angefangen dich zu trainieren du hast nur nicht gemerkt wie du besser geworden bist!“ „Schuft!“, kam es von Sandra und Lio wie aus einem Mund. Seufzend gab Sandra nach, auch wen es ihr immer noch nicht passte: „Okay, ich lass mich von dir trainieren. Aber wen das heißt ich soll um vier Uhr Morgens aus dem Bett dann steig ich aus.“ Nun mussten alle Lachen. Nur Charly viel auf das sie Angelo nicht wirklich zu vertrauen schien. Angelo begann am nächsten mit ihr zu trainieren. Er ließ sie Runden durch den Wald rennen, trainierte mit ihr ihre Balance in dem er sie über Baumstämme laufen lies und ihre Kraft, in dem sie Felsen und Baumstämme durch den Wald ziehen musste. Auch ihre Kontrolle über Scáth trainierte er mit ihr durch endlose Stunden der Meditation. Letzt endlich wurde sie schneller, stärker, wendiger und konnte ganz bewusst zu Scáth werden. Dies alles lernte sie in einem Zeitrahmen der alle erstaunte.

 

Nach einigen Wochen klingelte es an der Haustür. Seit dem Morgen viel ohne Unterbrechung strömender Regen. Als Lio öffnete stand sie Diem gegen über. Er ließ den Kopf hängen und war nass bis auf die Knochen. „Ist Sandra da? Ich würde gerne mit ihr reden. Von mir aus kannst auch du, Charly oder sonst wer dabei sein! Ich will sie nur sehen und mit ihr reden. Wäre das möglich?“ Lio seufzte. „Komm erst mal rein! Ob Sandra mit dir reden will kann ich dir nicht sagen“, meinte sie während sie ihn ins Wohnzimmer führte, „Aber ich denke wen wir dabei sind wird es schon gehen!“ „Danke!“, murmelte Diem. „Sandra komm mal her!“, rief Lio und Sandra kam als Wölfin um die Ecke geflitzt. Als sie Diem auf dem Sofa entdeckt blieb sie wie fest gewachsen stehen. Die Kinder, mit denen sie Fangen gespielt hatte bemerkten dies erst als sie auf Sandras Rücken saßen. Lio sagte zu ihnen: „Kinder geht zu Tony und Oli ins Spielzimmer. Sandra Diem würde gerne mit dir Reden. Ich werde auch hier sein. Das hat er so vorgeschlagen.. Okay?“ Sandra legte die Ohren an und Antwortete knapp: „Okay!“ Diem fing zögernd an: „Also... als erstes... Ich wollte mich bei dir Entschuldigen für mein Verhalten vom letzten mal! Es tut mir wirklich Leid!“, er senkte den Kopf. Sandra erwiderte: „Schon gut! Schwamm drüber! Die paar Bisswunden sind schon lange weg.“ Diem sah sie erstaunt an: „Ich hatte dich schwer verletzt!“ „Das dachtest du vielleicht!“, sagte Sandra und schüttelte den Kopf Sie redeten noch ein wenig. Was Lio und Diem nicht wussten war, dass Sandra in den Gedanken ihres alten Lehrers lesen konnte, wie in einem offenen Buch. Und was sie lass forderte ihre ganze Selbstbeherrschung um ihn nicht einfach an zu springen. Diem hatte sich mit einem Magier namens Al Bano zusammen getan. Sie wollten die Höllenhund, alle außer Diems Rudel versklaven. Innerlich kochend gab Sandra sich nach Außen hin kühl und entspannt.

 

Als Diem endlich gegangen war rief Sandra Charly Leonardo und Angelo zu sich. Lio fragte ungeduldig: „Was ist jetzt los? Du siehst aus als hätte Diem versucht dich zu beißen!“ Alle lachten, nur Sandra blieb ruhig. Lio viel das als erste auf. Sie kannte Sandra so nicht. Sie wollte gerade etwas fragen als Sandra ihr antwortete: „Nein mir geht es gut, ich bin nicht krank Lio. Das wolltest du doch wissen.“ Lio war baff. Gedanken lesen hatte ihr niemand bei gebracht. Auch Angelo nicht. Sandra antwortete wieder bevor die Frage gestellt war: „Das konnte ich schon immer! Fragt Tony, dem hab ich mit diesem Trick schon viel ärger erspart.“ Sandra machte eine Pause um sich zu sammeln, dann sprach sie: „Diem hat sich mit Al Bano verbündet. Sie wollen alle Höllenhund unter seinen Befehl stellen, so das wir wir gewöhnliche Hunde gehorchen.“ Leonardo fing sich zu erst: „Dem werde ich...“ Weiter kam er nicht, den Sandra war unbewusst zu Scáth geworden. Dann hatte sie das Kommando. Sie knurrte: „Nichts wirst du tun! Zusammen sind sie zu stark! Das gilt auch für den Rest. Ich werde Troy benachrichtigen. Er ist ein alter Freund und wir uns sicher helfen!“ Sandra verließ den Raum und ließ drei verunsicherte Wölfe zurück. Als sie zwei Stunden später wieder ins Wohnzimmer kam schien sie noch schlechter gelaunt sein! Sie kam in ihrer Wolfsgestalt zurück ins Wohnzimmer und sagte: „Al Bano und Diem müssen aufpassen das sie ihre Köpfe in naher Zukunft nicht verlieren.“ Leonardo sah sie erst abschätzend an bevor er fragte: „Warum den?“ „Sie haben Troy zusammen mit einem Bann belegt! Gut das Vivi bei ihm ist. Ich treffe mich morgen mit ihr.“ Lio und Charly wollten sie beruhigen, doch ihre Bemühungen wurden immer mit gebleckten Zähnen zurück gewiesen. Tony sah das Sandra aufgebracht war sagte zu Oli: „Kommst du mit? Ich will Sandra auf andere Gedanken bringen!“ „Wie willst du das machen? Wen sie sich so aufregt ist das ein Ding der Unmöglichkeit!“, erwiderte Oliver und spähte durch die Tür. „Wirst du schon sehen!“, lachte Tony und schlich laut los die Treppe herunter und ins Wohnzimmer. Oliver saß an der Treppe und beobachtete ihn unsicher. Tony sah das Sandra als Wölfin vor dem Kamin lag. Vorsichtig, ohne von jemand außer Oli gesehen zu werden pirschte er sich bis kurz Sandra, hinter eine große Topfpflanze. Dort versteckte er sich und wartete auf eine günstige Gelegenheit. Als Sandra sich grummelnd auf den Rücken drehte sprang er mit einem großen Satz auf ihren Bauch. Sandra erschreckte sich zwar aber nicht halb so sehr wie die Anderen. Tony beeilte sich von Sandras Bauch zu kommen und rannte davon. Sandra sofort hinter her. Sie spielten bis beide nicht mehr konnten. Das Rudel und Angelo sahen verwundert zu. Es hatte noch keine geschafft Sandra zu beruhigen, wen sie so schlecht gelaunt war. Lio fragte irgendwann Oli: „Hat er das geplant? Es war seine Idee oder?“ „Ich glaub schon! Er merkt es immer wen Sandra schlecht gelaunt ist! Oft sogar noch vor Charly!“, erwiderte Oli. Kurze Zeit später gingen sie alle ins Bett.

 

Als Sandra am nächsten Morgen auf wachte war es sechs Uhr. Nach einem kleinen Frühstück und einer Dusche zog sie sich eine Jeans und eine weiße Bluse an. Sie nahm eine Leine und rief Charly, der sie als Hund begleiten sollte. Sie verließen das Haus noch vor acht Uhr. Sandra ging mit Charly direkt in das Café Dragon. Vivi wartete schon draußen an einem Tisch. Auch sie hatte einen großen Hund bei sich. Sandra wusste das der Hund ihr Freund Troy war. Charly knurrte Troy leise an. Vivi und Sandra begrüßten sich, dann fragte Vivi: „Wer ist dein Begleiter, Sandra? Er scheint Troy, oder mich, nicht besonders zu mögen!“ „Das ist Charly! Charly das sind Vivi und Troy.“, sie fügte leise an, „Wage es nicht ihn an zu greifen! Als Hund sieht er harmlos aus, aber ich weiß das er gefährlich ist!“ Charly sah sie fragend an. Okay!, hörte sie ihn in ihren Gedanken sagen. „Sollen wir in den Wald Vivi? Dann können wir uns besser unterhalten!“, fragte Sandra. „Ja, die Idee ist gut! Komm lass uns gehen.“ Im Wald verwandelten sich auch Sandra und Vivi in Wölfe, nachdem sie Charly und Troy die Halsbänder abgenommen hatten. Nun erzählte Troy selbst wie es zu der Situation kam. Vivi warf nur hin und wieder etwas ein. Am Abend fragte Sandra, welche mit Lio in Telepathischem Kontakt stand, diese: Darf ich sie mitbringen? Dann können wir zusammen einen Plan ausarbeiten!Lios Antwort kam sofort: Ich dachte mir schon das du fragst! Wen sie einverstanden sind gerne! Als sie Troy und Vivi fragte meinte Troy sofort: „Einverstanden!“ Vivi zögerte kurz wollte ihrem Meister aber nicht widersprechen.

 

Sandra übernahm die Führung und brachte sie zu Lios Haus. Charly protestierte, aber Sandra war das egal. Troy war als der einzige dem sie noch mehr vertraute als Charly. Doch das seltsame verhalten von Charly war ihr durchaus aufgefallen. Sie musste grinsen als sie dachte, dass es auch eine Eifersuchtsszene sein könnte. Aber das war unwahrscheinlich. Als sie bei Lio ankamen wurden sie bereits erwartet. Sandra stellte ihnen ihre Freunde vor: „Das sind Troy und seine Schülerin Vivi. Das sind Lio und Devil.“ Charly und Sandra waren nun weder als Menschen zu erkennen. Troy konnte dies nicht. Er konnte sich seit dem Bann nur noch in Tiere verwandeln. Er setzte sich deshalb als Katze auf Sandras Schoß. Das Ziel war allen klar, nur der Weg... Nur fehlte die Taktik. Was Sandra dann auf fiel war das Charly Troy immer wieder missbilligend an sah. Das rief ihr sein verhalten auf dem Rückweg zur Villa wieder in Erinnerung. Sie konnte sich die Frage nicht verkneifen: „Charly warum bist du seit Troy und Vivi zu uns gestoßen sind so... eifersüchtig? Dein Verhalten auf dem Rückweg kam mir fast vor wie...“, Sandra zögerte kurz fuhr dann aber fort, „... Wie eine Eifersuchtsszene! Was sollte das Theater?“ Charly sah sie an, dann ging er aus dem Raum alle sahen ihm erstaunt nach. Sandra verwandelte sich in die Wölfin und fragte erstaunt: „Was ist jetzt hinüber? Hab ich was falsch gemacht?“ Troy sprang als Hermelin auf Sandras Rücken. Die Wölfin stand vor dem Sofa und überlegte ob sie Charly folgen sollte. Troy sagte nun zu ihr: „Ich glaube er mag dich Sandra. Es könnte also ohne weiteres eine Eifersuchtsszene gewesen sein!“ „Das glaub ich nicht Troy!“, antwortete Sandra, „Charly und ich sind nur Freunde! Sonst nichts!“ Nun mischte sich auch Lio ein: „Wieso? Charly traut sich vielleicht nicht es dir zu sagen, weil er eure Freundschaft nicht riskieren will. Womöglich sieht er in Troy einen Rivalen!“ „Selbst wen das so wäre.... Troy ist wie ein großer Bruder für mich.“ Nun grinsten alle. Sie wussten das Sandra eigentlich etwas anderes sagen wollte. Leonardo sagte nun taktlos: „Da stirbt noch jemand als einsame Jungfer!“ Er hatte kaum ausgesprochen, da klatschte es laut und deutlich. Sandra hatte ihm eine kräftige Ohrfeige verpasst. Sie drehte sich um. Das sie das Haus verließ hörte man an der krachend ins Schloss fallenden Haustür. Sandra rannte als Wölfin quer über das große Grundstück in den Wald. Ihr Ziel war eine idyllische Flussbiegung. Hier war das Wasser so ruhig und der Fluss so breit, dass man das Gefühl hatte an einem kleinen See und nicht an einem Fluss zu sitzen. Verträumt sah sie sich um. Eigentlich wollte sie seit Tagen Charly hier her führen. Verspätet bemerkte sie den zweiten Wolf, welcher sich an dieser Stelle nieder gelassen hatte. Sandra ging ans Wasser und trank einige Schluck. Dann ging sie auf Charly zu. „Was willst du hier?“, fragte Charly und Sandra sah ihn traurig an, als sie die Kälte in seiner Stimme bemerkte. „Ehrlich gesagt: Nach denken. Lio und Troy haben gemeint das zwischen uns... Ach egal! Darf ich?“ Charly nickte. „Was meinten sie?“, fragte er dann leise. „Das wir mehr für einander empfinden als wir zu geben!“ Charly und Sandra wurden wieder zu Menschen. „Ich werde ganz ehrlich sein, was meine Gefühle betrifft, aber versprich mir nicht zu lachen.“, meinte er kaum hörbar und Sandra nickte, „Ich traue Troy nicht über den Weg. Mein Gefühl sagt mir, dass mit ihm etwas nicht stimmt!“ Sandra lächelte ihn an und sagte: „Ich kenne Troy seit meiner frühsten Kindheit, ich weiß alles über ihn und er ist, abgesehen von dir und Tony, der einzige dem ich wirklich vertraue. Er hat mir schon mehrfach das Leben gerettet, ohne das wir es wirklich mitbekommen haben.“ „Du vertraust ihm so sehr?“, hackte Charly nach. „Ja, er ist wie der ältere Bruder, den ich mir immer gewünscht habe.“ Charly sah sie einen Moment an, dann nickte er. „Gut wen du dir mit ihm so sicher bist...“, meinte er dann, „Ich werde versuchen ihm mehr zu vertrauen.“ „Lass uns langsam wieder zurück gehen. Es wird schon langsam wieder dunkel!“, meinte Sandra nach einer Weile. Als Wölfe rannten sie durch den Wald Richtung Villa. Leonardo stand im Garten in seiner Wolfsgestalt und schien verzweifelt zu versuchen eine Fährte auf zu nehmen. Als er Sandra und Charly sah lief er Schwanz wedelnd auf sie zu und rief: „Sandra, Charly seid ihr wieder Freunde?“ Sie sahen sich an und antworteten gleichzeitig aber einsilbig: „Ja!“ Sie liefen gerade ins Wohnzimmer, als Lio, Troy und Vivi ihnen entgegen kamen: „Wie schön das ihr euch wieder vertragt!“, meinte Vivi. Charly grinste und knuffte Sandra. Diese schubste ihn einfach mit der Hüfte weg. Erst jetzt bemerkte Sandra das sie Angelo seit der vergangenen Nacht nicht mehr gesehen hatte. „Wo ist eigentlich dein Kuschelvampir?“, wollte Sandra nun wissen. Lio lachte und erwiderte: „Lass ihn ja nicht hören das du ihn so nennst! Er ist einem Freund helfen gegangen und wird wohl erst in ein paar Tagen zurück sein.“ „Ich hab mich schon gewundert!“, sagte Sandra.

 

Am nächsten Morgen klingelte es recht früh an der Tür. Sandra ging mit Troy als Hermelin auf der Schulter. Während sie öffnete lachte sie und fragte: „Wer hat sich den in diese Gegend verirrt?“ Es kam nicht oft vor das jemand bei diesem Haus klingelte. „Entschuldigen sie die Störung Miss. Ich such nach diesem Mädchen.“, sagte der Junge und hielt ihr ein Bild unter die Nase. Sandra erkannte ihn erst nicht. Dann rutschte jedoch seine Mütze etwas zurück. Es war Max. In der letzten Halben Stunde waren schwere dunkle Regenwolken aufgezogen und nun begann es zu regnen. Max fing an zu zittern seine Kleidung war nicht für das schlechte Wetter geeignet. Dennoch hielt er ihr weiter das Bild hin, auf dem sie und Charly, als Hund, zu sehen waren. Sandra sagte freundlich: „Ja, ich kenne sie und den Hund auch!“ „Ehrlich?“, fragte Max und sah sie zum ersten mal an. „Komm rein Max! Du hohlst dir da draußen noch den Tod!“, setzte sie nach. „Woher kennen sie meinen... Sandra! Du hier!“, nun viel der Groschen endlich. „Ja jetzt komm endlich rein! Troy verträgt den Regen nicht so gut!“ Max folgte ihrer Aufforderung und sie führte ihn ins Wohnzimmer, dort stellte sie ihn ihren Freunden vor: „Das sind Lioba, Leonardo, Charly und Vivi. Freunde das ist Max, er war bei mir in der Klasse.“ „Möchtest du einen Kakao oder eine heiße Schokolade?“, fragte Lio als sie sah das Max noch immer fror. „Eine heiße Schokolade und ein paar Erklärungen wären ganz nett.“, antwortete Max. Lio verschwand sofort in der Küche und machte für alle eine heiße Schokolade.. Als sie wieder kam fragte Max gerade. „Wo warst du die letzten 4 Monate? Sandra du und deine Eltern gälten als vermisst!“ „Ich war viel unterwegs! Mal hier mal dort! Du kennst mich ja! Ich beben so! Aber meine Eltern? Wann wurden sie zu Letzt gesehen?“ „Eine Woche nach deinem Verschwinden, als mein Vater ihnen erzählte wie und wo wir dich zu Letzt gesehen haben. Und von dem Hund, wie nanntest du ihn noch mal?“, erzählte Max. „Diem!“, zischte Sandra. „Du scheinst ihn nicht mehr so zu mögen!“, stellte Max fest. Charly antwortete für Sandra: „Das ist eine lange Geschichte! Und du würdest wohl denken wir lügen dich an.“ Max verdrehte die Augen und bohrte weiter: „Versuchs doch!“ „Ich erzähl es dir ja! Charly falls ich was vergesse ergänze es Charly!“, knurrte Sandra leise. „Natürlich!“, bestätigte Charly. „Er war doch gar nicht dabei!?“, warf Max ein. „Doch! Aber auf vier Beinen!“, sagte Charly zufrieden grinsend. „Kann ich jetzt anfangen?!“, knurrte Sandra, die langsam ungeduldig wurde. Nun verstummten alle. Vivi und Troy kannten die Geschichte auch noch nicht komplett. Sandra begann zu erzählen, von dem Augenblick an wo Diem auf sie zu gehetzt kam. Doch sie lies das eine oder andere Detail weg, bei dem sie dachte, dass es nicht das ganze Rudel wissen müsste. Als sie fertig war meinte Max: „Das klingt wirklich verrückt! Das ist alles wirklich in den letzten Monaten passiert?“ „Ja!“, antwortete Sandra, „Aber du darfst niemandem davon erzählen!“ „Ich verspreche es! Dein Geheimnis wird geheim bleiben!“, antwortete Max. Seine Reaktion war spontan und durch ihre Fähigkeit Gedanken zu lesen konnte sie sich auch noch seiner Ehrlichkeit sicher sein. Maxs Blick fiel auf die Uhr und er sprang erschrocken auf. „Ich muss nach Hause. Sonst flippt mein Vater aus!“, sagte er. „Du kannst jederzeit wieder kommen! Hier mein Handynummer. Ruf einfach an bevor du vorbei kommst!“, sagte Lio und hielt ihm ihre Visitenkarte entgegen. „Okay! Ciau!“, verabschiedete sich Max und verließ das Haus.

 

Am nächsten Tag saßen Troy, Lio, Leonardo, Charly, Vivi und Sandra beisammen. Troy hatte sich die Geschichte von Sandra durch den Kopf gehen lassen. Nun meinte er: „Ja, Troy und das wir alle um unsere Freiheit kämpfen...“, Sandra wurde von einem fremden Wolf unterbrochen: „Sandra?! Gut das ich dich endlich finde! Deine Eltern.... Diem hat sie gefangen!...Er will sie töten... Schnell!“, keuchte er. „Wer bist du?“ „Mein Name ist Aron, ich gehöre zu den Rebellen!“, antwortete der fremde Wolf auf Charlys Frage. „Dieser dreckige Bastard!“, knurrte Sandra, sprang auf und verwandelte sich völlig außer sich vor Wut, „Deine Geschichte ist war Aron? Ja? Scheint als habe mir Diem wenigstens ein Mal die Wahrheit gesagt! Kommt ihr?“ „Diem ist stark!“, warf Aron ein. Scáth bleckte die Zähne und sagte: „Ich bin stark und unglaublich Wütend!“ Sie, Charly, Troy, Lio, Vivi und Leonardo liefen nun gefolgt von Aron los. Das Rudel folgte ihnen weit über den Wald verteilt. Als sie am Lager von Diem ankamen erklärte ihnen Aron, dass die beiden Wölfe, welche in magischen Ketten lagen, Sandras Eltern waren. Sandra nahm ihre Menschengestalt an. „Was hast du vor?“, wollten die Anderen wissen. „Charly hast du den Plan verstanden?“, fragte Sandra, „Ich will so tun als wäre ich Diems verbündete und Aron mein Gefangener! So komme ich nahe genug an ihn heran!“ Aron willigte ein und Sandra legte ihm ein gewöhnliches Hundehalsband und eine Leine an. Dann ging sie auf Diem zu und begrüßte ihn: „Diem! Schön dich zu sehen!“ „Sandra! Das ist schön das du uns besuchst!“, freute sich Diem, „Wen hast du den da?“ „Ein kleines Gastgeschenk! Er gehört zu den Rebellen.“, erklärte Sandra. Nun war Diem auch als Mensch zu erkennen. „Sandra!“, hörte sie die Stimme ihrer Mutter, „Hilf uns!“ Sie horchte auf. „Das war Mom!“, stellte sie fest. Aron riss sich mit einer Kopfbewegung los und Charly befreite ihre Mutter. Aron eilte zu ihrem Vater um diesen zu befreien. Lio griff nun ebenfalls mit dem Rudel an. Auch die Rebellen folgten dem Ruf von Aron und griffen an. Sie und Diems Rudel bildete einen Kreis um um Sandra und Diem, welche sich in Kampfhaltung gegen über standen. Das Nackenfell der Kontrahenten war gesträubt und sie umkreisten sich. Aus den Augenwinkeln sah Sandra wie Al Bano verschwand, der dachte Diem wäre in der Lage dies selbst zu regeln. Sandra und Diem gingen nun auf einander los. Ihre Mutter jaulte kurz auf und ihr Vater knurrte. Sie hatten angst um ihre Tochter.Sandra biss Diem in den Vorderlauf und wich seinem folgenden Angriff mit spielerischer Leichtigkeit aus. Plötzlich lag Diem auf der Flanke und Sandra stand über ihm. „Du hast gewonnen Sandra! Ich unterwerfe mich!“, sagte Diem. Sandra hob knurrend den Kopf. „Wir gehen!“, sagte sie und war noch immer eindeutig Scáth, weshalb sich keiner zu widersprechen traute. Sie gingen zu Lios Villa. Dort erklärten sie Sandras Eltern alles und Scáth legte sich auf der Dachterrasse in die Sonne. Die Rebellen zogen es vor im Wald zu lagern. Als Sandra am Abend wieder kam wollte Diem wissen: „Wo kommt dieses Rudel her? Und woher wusstest du von ihm?“ „Charly hat mich hier her gebracht. Ich hatte immer noch viel Zeit wen ich deine Aufgaben erledigt hatte. Die Aufgaben waren immer so leicht. Eine Woche nach dem du mir das erste Mal begegnet bist hatte Charly mich zu Lio gebracht!“, begann Sandra zu erklären, „Als ich dann noch zusätzlich mit Lio trainierte wurde mir dein Training bald zu langweilig.“ Nun übernahm Lio das erzählen: „Das Rudel der Tigerwölfe wurde vor Jahren zerschlagen. Ich war damals gerade vier Jahre alt, Sandra höchstens drei Jahre. Wie die meisten Welpen wurde ich auch von unseren Eltern getrennt. Ich traf irgendwann auf einen Vampir, Angelo. Er half mir die andern ausfindig zu machen.“ „Du bist also ihre Schwester? Aber...?“,fragte Diem ungläubig. „Du hast meine Schwester und ihren Gefährten mit meinen Eltern verwechselt Diem!“, antwortete Sandra bereits, „Mom und Dad heißen Lyra und Zeus.“ Vivi wollte noch wissen. „Diem du hast mit Al Bano zusammen Troy mit einem Bann belegt....“ „Ich bin nicht in der Lage ihn zurück zu nehmen! Falls du das fragen willst.“, fiel Diem ihr ins Wort, „Wo ist Sandra mit Troy so plötzlich hin?“ „Hier oben!“, rief Sandra von der Treppe. Sie war in die Bibliothek der Villa und informierte sich über diese Art von Zauber. Wieso sie nicht gleich darauf gekommen war, war ihr schleierhaft. Plötzlich rief Sandra: „Ich glaub ich hab's! Das was ihr angewendet habt nennt sich ein Doppelzauber!“ „Ein was?“, wollte Diem wissen. „Ein Doppelzauber!“, antwortete Sandra und kam mit einem großen, sehr schwer wirkenden Buch in den Raum, „Ein Zauber den zwei Personen oder Magische perfekt synchron aussprechen müssen um ihn fast unumkehrbar zu machen.“ „Wir waren nicht perfekt Synchron! Bano war mir immer etwas voraus!“, erklärte Diem. Sein Rudel nickte zustimmend. Charly sah sie fragend an: „Glaubst du wir schaffen das? Ich meine... können wir den Zauber auf heben?“ „Ja wen wir wieder mal perfekt synchron sind schon. Aber nicht mehr Heute! Ich bin von dem Kampf noch geschwächt und wen ich mich nach Scáths Übernahme wieder beruhigt habe bin ich immer etwas geschwächt.“, meinte Sandra, „Hältst du es noch ein oder zwei Tage als Vierbeiner aus Troy?“ „Du darfst dich nicht überanstrengen Sandra! Ich kann auch noch etwas länger warten!“ „Spätestens übermorgen will ich dir endlich die verdiente Ohrfeige dafür geben das du dich über sechs Monate nicht bei mir gemeldet hast!“, knurrte Sandra. „Dann hab ich noch mehr Zeit....“, meinte Troy und verkroch sich als Eichhörnchen bei Lio. Nun lachten alle.

 

Die nächsten zwei Tage ruhten sich die Wölfe aus. Am Abend des zweiten Tages malte Sandra ein Pentagramm im Wohnzimmer auf den Boden. Zur Überraschung der anderen verwendete sie keine Kreide sondern ein Stück Kohle. Für weiße Magie, wie sie von den Tigerwölfen normaler weiße verwendet wurde, war das eigentlich nicht gestattet. Kohle wurde meist bei schwarzer Magie verwendet. Lio sprach Sandra sofort darauf an und sie erklärte: „Der Bann wurde mit schwarzer Magie gelegt und ich muss zum Teil auf diese Mittel zurück greifen.“ Widerwillig gab Lio nach, aber ihr es nicht ganz geheuer zu sein. Sie setzte Troy in die Mitte des Pentagramms und Charly stellte in jede Spitze des Pentagramm eine blutrote Kerze. Dabei Murmelte beide ohne Unterbrechung einen Zauber. Mit einem Handzeichen schickte sie die anderen aus dem Raum. Sie taten es nur ungern, doch sie hörten auf Sandra. Sie wusste das Charly ihr vertraute und sie sich deshalb keine Sorgen machen musste, dass er sie wegen der schwarzen Magie, welche sie nun anwenden würden, zur rede stellen wurde. Dann sprachen sie gemeinsam den Zauber: „Syren re Sayram. Ken dror le Saras ger nesors leskars ten Syn. Sren re Sayram ters Megigars.“ Das Pentagramm begann zu leuchten und die Kerzen begannen zu brennen. Das seltsame schwarze Leuchten schoss in die Höhe und verdeckte Troy. Pure Magie erfüllte den Raum und in der Mitte formte sich eine Männergestalt. Als das Licht erlosch stürmte Lio in den Raum und Troy stand in der Mitte des Pentagramms. Er streckte sich und ein paar seiner Knochen knackten in den Gelenken. Durch das Geräusch unterbrochen drehte sich um und starrte Troy an. Troy sah aus wie zwanzig, hatte schwarze Haare und war etwa 1.90 Meter groß. Er war trainiert und strahlte Sandra überglücklich an. Sandra grinste ihn frech an: „Ich hatte dich weniger muskulös in Erinnerung! Du solltest öfter nur als Vierbeiner durch die Gegend zu laufen.“ Langsam kam das Rudel in den Raum und sah unschlüssig zu Troy, sie wussten nicht wie sie sich verhalten sollten. Troy riss Sandra in seine Arme, wirbelte sie herum und sagte: „Stichle so viel wie du willst! Heute kannst du meine Stimmung nicht trüben! Ihr beide seit die Größten!“ Durch herablassendes Klatschen wurde der Moment unterbrochen. Sandra drehte sich herum als eine Stimme hinter ihnen sagte: „Glückwunsch! Hätte nicht gedacht, dass du in der Lage bist den Bann zu lösen. Oder auch nur die Magie, welche dafür benötigt wird zu kontrollieren.“ „Diem ist weg!“, knurrte Leonardo und rannte in den Raum. Er wurde doch von allen Anwesenden ignoriert. Sandras Konzentration lag auf dem Mann zu dem die Stimme gehörte. Sie kannte sowohl die Stimme als auch das dazu gehörige Gesicht. Doch woher? Bei ihren Eltern hatte sie sie nicht gehört. Bei Diem.... Dann erkannte sie ihn und verwandelte sich noch bevor sie den Gedanken beendet hatte. Sofort sträubte sich ihr Fell und sie bleckte die Zähne! Doch diesmal ging sie noch weiter, obwohl es nicht ihre Art war dies zu tun, richtete sie sich zu ihrer vollen Größe auf. Sie war über 1.7 Meter groß. Das Rudel wich erstaunt von ihr zurück, selbst wen sie zu Scáth wurde tat sie dies nicht. In ihrem Fell wurden blutroten Streifen sichtbar. Der Mann vor ihr war Al Bano. Er stand ihr direkt gegenüber. Zu seinen Füßen saß Diem, nur geringfügig größer als ein gewöhnlicher Hund. Als er Sandras verhalten bemerkte legte er die Ohren an und begann zu zittern. Bano lachte nur böse, doch als er die Macht spürte, welche von ihr aus ging hörte er auf. Sandras Aura wurde von Minute zu Minute mächtiger. Troy blieb an Sandras Seite. Auch Tony, welcher mit Lio in den Raum gelaufen, blieb bei ihr stehen und es wirkte als wolle er ihr den Rücken frei halten. Dies war angesichts seiner noch geringen Größe äußerst Mutig! Sandra knurrte mit gebleckten Zähnen: „Zurück! Und passt auf das mir Diems Rudel nicht in die Quere kommt!“ Troy ging nun zu Lio, doch Tony zögerte noch, folgte letztlich doch. Diem stand auf und machte sich zum Angriff bereit, bevor Sandra sich auf Al Bano stürzen konnte. Nur einen Moment später gingen Sandra und Diem auf einander los. Auch die Rebellen, welche gerade Anwesend waren, und Lios Rudel gingen auf Diems Rudel los. Sandra warf Diem mit viel Schwung gegen die Wand, dass er bewusstlos zu Boden ging. Ohne zu zögern, oder auch nur ein Muskelzucken, welches den Sprung angekündigt hätte, ging Sandra auf Al Bano los. Doch er hatte damit gerechnet und hatte ein Kraftfeld aufgebaut. Sandra prallte daran ab und sie flog auf die Wand zu. Geschickt drehte sie sich herum und federte sie sich ab. Dann musste sie auch schon den Energiekugeln ausweichen, welche Al Bano auf sie abfeuerte. Dann jedoch flog eine Energiekugeln auf sie zu der Sandra nicht mehr Ausweichen konnte. Sandra sah der Kugel mit vor Schreck geweiteten Augen entgegen. Als die Kugel sie in die Flanke traf jaulte Sandra auf und sank auf den Boden. Doch sie stand auf, trotz der schweren, blutenden Wunde. Al Bano lachte fies: „Wieso verteidigst du sie noch immer? Das kostet dich nur deinen freien Willen oder dein Leben, wen du Pech hast!“ „Ich verteidige sie, weil es das einzig Richtige ist! Sie sind meine Freunde! Kampflos gebe ich nicht auf!“, antwortete Sandra schwer schnaufend. Bano lachte noch mehr. „Gut du wolltest es so!“, sagte er dann und wurde ernst, „Du wirst nicht nur als Hau und Hofhund eingesetzt, für dich denke ich mir etwas ganz besonderes aus!“ Erneut warf er einen Energieball nach ihr. Diese schwarz-glühenden Kugeln waren sehr Gefährlich. Bano landete wieder einen direkten Treffer. Sandra hatte nicht mehr die Kraft auf zu stehen. Das lösen des Zaubers von Troy hatte Sandra viel Kraft gekostet und die Verletzungen, welche sie nun hatten schwächten sie weiter. Zitternd lag sie vor der Wand am Boden. Ihr ganzer Körper schmerzte und ihr weißes Fell hatte rote Flecken. Sie versuchte wieder auf zu stehen, doch immer wieder knickten ihr die Läufe weg. Bano kam mit einem Bösen grinsen auf sie zu. In seinen Händen hielt er ein Halsband aus blauem Leder mit einem großen schwarzen Diamanten. Sandra wusste nur von einem schwarzen Diamanten und wen sie ihn trug war sie wehrlos. Diese Wirkung hatte er jedoch nur auf sie diese Auswirkung. Doch woher wusste Al Bano von dieser Schwachstelle? Diem!, knurrte sie in Gedanken. Al Bano stand nun genau vor ihr und wollte sich zu ihr herunter beugen. Sandra sammelte sich und griff auf Ihre letzte Geheimwaffe zurück. Sie hatte in dem Anhänger ihrer Kette eine Tigereisen. Ein Edelstein, welcher bei Tigerwölfen die Kräfte verstärkte. Sie berührte ihn im Geist und schon spürte sie, wie sie von Kraft durchflutet wurde. Sie hob den Kopf und spie wie ein Drache Feuer. Erschrocken wich Al Bano zurück. Nun stemmte sie sich hoch. Einen erneuten Angriff dieser Stärke würde sie nicht mehr weg stecken können. Sie musste auf jeden Fall vermeiden das Bano noch einmal einen direkten Treffer landen konnte. Ihre Glieder schmerzten und zitterten, doch Sandra blieb standhaft. Bano meinte dazu: „Gib auf! Mit mir kannst du dich nicht messen! Du bist total am Ende!“ Er konnte nicht verhindern, dass sich ein Gewisser Respekt in seine Stimme schlich. Plötzlich flog Bano über sie hinweg durch das Fenster. Sofort war er wieder da, doch als er sah das Angelo ihn geworfen hatte pfiff er und verschwand. Diems Rudel zog sich ebenfalls zurück. Charly, Troy und Tony kamen sofort zu Sandra gelaufen, welche nun wieder zusammen brach. Angelo kam zu ihr. Ihre Verletzungen waren tief und sahen wirklich schmerzhaft aus. Lio wollte sofort Verbandszeug hohlen, doch Angelo sagte: „Ich mach das schon!“ Er murmelte einen Zauber und Sandras Wunden begannen erst zu kribbeln und schlossen sich dann. Erschöpft schloss Sandra kurz die Augen. Troy strich ihr sanft über den Kopf. „Danke Angelo ohne dich hätte Bano mich nun zu seinem Schoßhund gemacht!“ Angelo winkte ab: „Gern geschehen! Du warst geschwächt Sandra. Erklärst du mir warum?“ „Das war wohl meine Schuld!“, warf Troy ein, „Sie und Charly haben Banos und Diems Bann von mir genommen. Diem muss Al Bano darüber Informiert haben und sie haben direkt danach angegriffen.“ Angelo schien Troy jetzt erst richtig wahr zu nehmen: „Du bist also der Freund von Sandra?! Schön dich wieder zu sehen Troy!“ „Du nimmst mir die Worte aus dem Mund!“, antwortete Troy. Sie umarmten sich kurz freundschaftlich, dann setzte sich Troy wieder zu Sandra, welche noch immer in Wolfsgestalt auf dem Boden lag. Tony schmiegte sich an sie und winselte leise. Außer Vivi und Sandra fragten fast alle: „Ihr kennt euch?“ Angelo verdrehte die Augen und Troy hob Sandra auf das Sofa. Tony sprang sofort hinter her und Charly setzte sich ebenfalls da zu. Während sich Angelo erzählen lies was alles passiert war Streichelte Troy sanft den großen Wolfskopf auf seinem Schoß und brachte Sandra zu einem versonnenen Brummen. Als das Halsband erwähnt wurde begann Sandra leicht panisch zu zittern und drückte sich an Troy.. Alleine der Gedanke es zu tragen löste bei ihr fast Panik aus. Troy runzelte die Stirn und sah fragend zu Charly. Dieser zuckte mit den Schultern. Angelo, dem es ebenfalls auffiel fragte irritiert: „Was hast du? So hab ich dich ja noch nie erlebt!“ „Es ist das Halsband. Der Gedanke es tragen zu müssen macht mir Angst!“, gestand Sandra und setzte sich, immer noch in Wolfsgestalt auf, „Vor etwa drei Monaten wollte Diem mir einen unglaublich reinen und seltenen Diamanten zeigen. Es gibt nur ein Exemplar. Tief schwarz und wunderschön. Wir sollten ihn für einen seiner Freunde bewachen, eben weil er so selten ist. Als er mich zu diesem Diamanten führte fühlte ich mich etwas geschwächt, schob dies aber darauf, dass ich erst mit Diem und dann mit Lio Ausdauertrainign gemacht habe. Wie bereits gesagt, der Diamant ist wirklich schön und hat etwa die Größe eines Schnappsglaßes. Ich war wirklich fasziniert. Diem fragte mich ob ich den Diamant genauer ansehen will. Natürlich wollte ich das und er gab ihn mir in die Hand. In dem Moment wo der Diamanten meine Haut berührte wurde ich ohnmächtig. Als ich wieder zu mir kam hob Diem mich gerade auf um mich in mein Zimmer zu bringen. Den Diamant hatte er wieder auf seinen Platz gelegt. Am nächsten Tag wollte er austesten was passiert wen ich den Diamant in die Hand nehme, wen etwas zwischen mir und dem Edelstein ist. Er gab ihn mir auf einem Lederstück. Als nichts groß passierte wollte er mich einen Zauber ausführen lassen, doch ich konnte nicht auf meine Magie zugreifen. Nicht den einfachste Zauber konnte ich wirken. Diem nahm mir den Stein ab und es funktionierte wieder. Darauf hin hat mir Diem verboten in die Nähe des Steins zu kommen. Zu meiner eigenen Sicherheit! Dadurch das Bano diese Schwäche meinerseits kennt habe ich ein gewaltiges Problem.“ Die Anderen sahen sie Fassungslos an. „Wieso hast du uns das nicht schon viel früher erzählt?“, wollte Angelo wissen, aber er klang nicht verärgert, eher enttäuscht darüber, dass sie ihm nicht so genug Getraut hatte, um ihn ein zu weihen. Sandra verwandelte sich wieder in ihre Menschengestalt „Ich weiß es nicht!“, flüsterte Sandra und lies den Kopf hängen. „Hauptsache dir geht es gut!“, beendete Charly das Thema und nahm sie in den Arm. Das restliche Rudel stimmte zu.

 

Am nächsten Tag begann Angelo wieder mit ihr zu trainieren. Um sein Training effektiver zu machen zog er Charly und Troy hinzu. Sandra musste die beiden immer wieder im Geist berühren und eine Verbindung bei wachsendem Abstand aufrecht erhalten. Innerhalb kürzester Zeit schaffte sie es jeden im Umkreis von mehreren Kilometern zu erspüren und zu kontaktieren. Auch ihr Magisches Training wurde fortgesetzt. Von den einfachen Heil- und Bannzauber. Welche sie beherrscht hatte war im Unterricht nun nicht mehr viel zu spüren. Angelo begann mir Elementmagie und Kampf-, Kriegs- und Bannzauber der schweren Kategorie. Sie war am Abend immer völlig fertig. Oft aß sie nur kurz etwas und ging dann schlafen. Tony legte sich immer zu ihr ins Bett und schlief bei ihr. Sandras Eltern sahen dem ganzen Kritisch zu, doch Angelo hatte ihnen kein Grund geliefert Sandra aus dem Training zu nehmen. Es vergingen nur einige Tage, bis Diem erneut ärger machte. Sandra rannte gerade um ihre Ausdauer zu verbessern durch einen Parcour welcher Troy für sie auf gebaut hatte. Das Rudel wollte gerade mit den Rebellen auf die Jagd gehen, als Sandra den Parcour abbrach und knurrend ein Gebüsch fixierte. Darauf hin trat Diem aus dem Unterholz und sein Rudel folgte ihm. „Was willst du Diem?“, knurrte Zeus. Er bekam keine Antwort. Diem war vollständig auf Sandra konzentriert. Plötzlich sagte er: „Du wirst mich nicht noch ein mal überrumpeln!“ „Doch das wird sie!“, knurrte Charly dazwischen. Diem ging auf sie los, doch Charly sprang ihm in die Seite und riss ihn um. Sofort erwachte Scáth in Sandra und sie warf sich mit glühenden Augen in die Schlacht. Im Kampfgetümmel verlor sie Charly und Diem aus den Augen. Erst nach einer Weile sah Sandra wie Charly über das Schlachtfeld lief und allem Anschein nach etwas suchte. Sie musste einen Angriff von rechts parieren und konterte mir ihren linken Katzenkrallen. Als sie sich von ihrem Angreifer wieder befreit hatte war Charly fort und sie sah sich wieder nach Diem und ihm um. Bevor sie die beiden jedoch entdeckte hörte sie ihre Mutter vor Trauer und Schmerz auf jaulen. Das Geräusch ging jedem durch Mark und Bein. Doch so plötzlich der Laut erklungen war verstummte er auch wieder und Scáth überkam ein ungutes Gefühl. Totenstille breitete sich aus und alle sahen in die entsprechende Richtung. Von dort kam Diem gerannt und rief zum Rückzug! Sein Rudel folgte ihm und sie verschwanden im Wald. Sandra leckte sich das Blut von den Pfoten und der Brust und wartete kurz auf ihre Eltern. Als diese nach ein paar Momenten noch nicht da waren stand sie unruhig auf um sie zu suchen. Sie brauchte nur ein paar Schritte zu laufen und entdeckte sie bereits. Ihr Vater lag in einer riesigen Blutpfütze und rührte sich nicht. Ihre Mutter war nur wenige Meter entfernt, ebenfalls in einer großen Blutlache. Der Geruch den sie verströmten war eindeutig. Scáths Eltern würden nie wieder zu ihr kommen. Sie waren Tod. Ihnen waren beide die Kehle herausgerissen worden. Es war Diems Handschrift welche Sandra zu erkennen glaubte. Alle Blicke ruhten auf ihr. Thunder stupste sie vorsichtig an. Bevor er etwas sagen konnte warf Scáth den Kopf in den Nacken und stieß ein langes Heulen aus. Ihr Ton war klagend und voller Schmerz. Das Rudel warf sich fragende Blicke zu bis sie die am Boden liegenden Leichen bemerkten. Scáth verstummte und verwandelte sich in ihre Menschengestalt. Ihre Eltern lagen in ihrer Menschengestalt vor ihr. Die Tränen flossen unaufhörlich über ihr Gesicht. Sie musste es tun, zum Schutz des Rudels. Es kam nicht oft vor das bei Kämpfen ein Wolf getötet wurde. Doch wen dann waren alle verpflichtet, egal ob es Freund oder Feind war, die Gefallenen so zu präparieren, dass es keine Rückschlüsse auf die Wölfe gab. Sandra nahm das Messer, welches sie meist in ihrem Stiefel verbarg und schnitt ihrem Vater die Kehle durch, so dass die Bisswunde nicht mehr zu sehen war. Dann ging sie zu ihrer Mutter und tat bei ihr das selbe Als alles getan war lies sie das Messer einfach fallen und rannte so schnell sie konnte als Wölfin in den Wald Noch immer liefen Tränen über ihr Gesicht. Sie rannte einfach weiter und immer weiter. Erst als ihre Lungen brannten wie Feuer und ihre Pfoten schmerzten stoppte sie und lies sich einfach auf den Waldboden fallen. Charly wollte ihr Folgen, doch Lio hielt ihn auf: „Lass sie! Sie muss alleine mit der Trauer zurecht kommen!“ Lio machte der Verlust ihrer Eltern nicht viel aus sie hatte sie nie richtig Kennen gelernt und sie hatten in den letzten Wochen immer wieder versucht ihre Autorität in frage zu stellen. Charly sah ein das sie recht hatte und lief mit hängendem Kopf und Rute ins Haus.

 

Sandra lag derweil mit dem Rücken zu einer Felswand. Sie winselte immer noch leise und rührte sich so gut wie nicht. Immer wieder wurde ihr Körper von Schluchzen geschüttelt. In ihrem Fell waren Zweige und Kletten. Doch das alles interessierte sie nicht. Dann hörte sie Al Bano sagen: „Ich hätte nicht gedacht dass du so sehr an deinen Eltern hängen würdest.“ „Was willst du von mir? Lass mich alleine! Los verschwinde!“, knurrte Sandra. Sie wollte das ihre Stimme fest und sicher klang. Doch Trauer, Angst und Erschöpfung machten ihr einen Strich durch die Rechnung. „Denkst du wirklich ich stelle mir selbst ein Bein?“, fragte Bano und lies eine Energiekugel in seiner Hand erscheinen. Sandra war es nicht möglich rechtzeitig aus zu weichen die Kugel traf sie wieder direkt. Diesmal fehlte ihr endgültig die Kraft sich zu verteidigen und sie blieb einfach liegen. „Jetzt machst du es mir aber sehr einfach kleine Sandra!“, stellte Bano fest und kam teuflisch grinsend auf sie zu. Er hielt bereits das Halsband in der Hand und kniete sich neben sie. Im selben Moment hörten sie Lio, Leonardo und Charly, welche nach ihr suchten. Eilig schloss er das Halsband und machte eine Schwarze Leine fest. Als die drei sie entdeckten hatte er gerade ihre Verletzungen geheilt und stand auf. Sandras Freunde blieben wie angewurzelt stehen als sie bemerkten dass Sandra das Halsband trug. „Bleibt wo ihr seit! Dann passiert ihr jetzt nichts!“, drohte Bano. „Wieso sie? Wieso willst du sie unbedingt gefangen nehmen?“, fragte Lio und bleckte die Zähne. Bano lächelte hinterhältig und sagte: „Das wirst du noch früh genug erfahren!“ Dann war er mit Sandra fort.

 

Al Bano hatte einen Teleportationszauber angewandt. Nun standen sie im Vorgarten einer großen Villa. Sandra wurde von Bano ins Haus geführt. Sie folgte ihm widerstandslos. Sie war gerade dabei auf zu geben.Er brachte sie in einen Raum im oberen Stock. Es war ein großes Himmelbett darin und ein großer Wandschrank, eine Stereoanlage mit vielen CDs und einem großen Fernseher. Es gab ein Bad und ein kleines Sofa. Bano nahm ihr das Halsband ab und forderte sie auf ihre Menschengestalt an zu nehmen. Sandra wurde kalt und heiß, doch sie gehorchte. Sie war selbst ohne das Halsband im Moment zu geschwächt um sich zu Wehr zu setzen. Bano zog sie zur der Couch und sagte: „Das hier ist für die nächste Zeit dein Zimmer. Das Halsband kannst du dir ersparen, du musst mir nur dein Ehrenwort geben nicht zu fliehen. Das würde bedeuten, du müsstest es nur tragen wen ich dich zu irgendetwas außerhalb meines Hauses mit nehme. Sandra nickte ängstlich. Die Sache mit dem Ehrenwort war in der Magischen Welt etwas gefährlich, den ein Mal gegeben war es Bindend. Sie spürte wie er in ihre Gedanken eindrang, aber es fehlte ihr immer noch die Kraft in irgendeiner Weise Widerstand zu leisten. Al Bano versuchte sie jedoch zu beruhigen: „Du hast vor mir nichts zu befürchten solange du mir gehorchst. Die Fenster sind alle mit einem Zauber belegt Du kannst sie öffnen, ein Handtuch hinaus hängen oder ähnliches, aber du wirst nicht ohne mein Einverständnis ins Freie kommen. Die Tür zu deinem Zimmer kannst du fürs erste nicht von ihnen öffnen.“ Sandra nickte wieder nur. Sie hatte immer noch Angst, doch langsam beruhigte sie sich wieder. „Wieso bist du nun so freundlich?“, fragte Sandra schüchtern. „Ich möchte dir noch zeigen, was ich mit dir tue wen du nicht tust was ich dir sage! Nimm deine Wolfsgestalt an!“, sagte Bano als hätte er keine Notiz von Sandras Frage genommen. Nun legte er ihr das Halsband wieder an. „Solange ich dein Wort nicht habe trägst du das Halsband sobald ich dich aus diesem Raum lasse. Auf die Leine verzichte ich probeweise.“ Sandra antwortete resigniert: „Solange ich das Halsband trage würde ich eh nicht weit kommen! Sogar Diem müsste mich gerade schlagen können!“ Bano führte sie zur Hintertür hinaus. Sandra viel erst jetzt auf, dass dieses Haus wirklich einsam stand. Bano führte sie ein paar Metern weiter an der Wand entlang und schon standen sie vor einem Hundezwinger. Er war nicht sehr groß und es stand keine Hütte darin. Eigentlich war es nur ein großer Käfig. Sandra schluckte und lies den Kopf hängen. „Es wäre nicht nötig gewesen mir dies zu zeigen.“, begann Sandra, „Ich hab bereits akzeptiert dass ich keine Chance hab.“ Sie seufzte traurig und ließ sich auf ihre Hinterläufe fallen. „Ich wollte dir so die Alternative zeigen und dir deine Frage beantworten. Solange du tust was ich will ist es kein Problem.“ Bano brachte sie nun wieder in ihr Zimmer. Er nahm ihr das Halsband ab und erklärte: „Im Schrank ist Kleidung Morgen werde ich dich ausschlafen lassen, aber ab übermorgen ist deine Schonfrist zu ende! Gute Nacht!“ Sandra ging ins Bad, duschte und zog sich um. Sie legte sich ins Bett und hoffte bald ein zu schlafen, doch sie schaffte es nicht. Sie hatte viel zu viel Angst. Die Bemerkung mit der Schonfrist verunsicherte sie zu tiefst. Wie meinte er dies? Würde er...? Ihn ihren Gedanken hörte sie Al Bano plötzlich sagen: Mach dir keine Sorgen und jetzt schlafe endlich. Du bist wirklich erschöpft. Sie spürte wie Al Bano ihr seinen Wille auf zwang und ließ ihn gewähren. Durch die Hypnose konnte sie endlich schlafen.

 

Während dessen rannten Lio, Leonardo und Charly zurück zu Lios Villa. Als die anderen sahen das sie ohne Sandra zurück kamen waren alle enttäuscht und besorgt. Als sie Angelo berichtet hatten was geschah meinte dieser: „Mich würde interessieren was Bano plant! Wen er es schafft, dass Sandra wirklich an uns zweifelt, könnte er es schaffen sie auf seine Seite zu ziehen.“ „Wen sie also an uns zweifelt könnten wir sie an ihn verlieren?“, wollte Leonardo wissen. „Mist!“, knurrte Lio wütend und alle gingen in Deckung. In der Regel war Lio ausgeglichener als Sandra, doch auch ihr Pseudonym, Medusa, war auch nicht ungefährlich, auch wen sie im Vergleich zu Scáth war sie jedoch harmlos. „Wieso musstest du auch so einen Unsinn anstellen Charly!“, knurrte sie und verließ den Raum.

 

Als Sandra am nächsten Morgen auf wachte war es etwa 10 Uhr. Sie ging ins Bad und stellte sich unter die heiße Dusche. Sie fühlte sich irgendwie komisch. Sie sah sich die CDs an. Alles ihre Lieblingsmusik ihre bevorzugten. Sie legte eine CD ein und ließ sich auf die Couch fallen. Nach einer Weile klopfte es und Bano trat, gefolgt von einem Diener ein. „Guten Morgen kleine! Ich hab Frühstück für dich dabei!“, meinte Bano. „Danke!“, murmelte Sandra. Während Sandra aß erklärte Al Bano ihr dass Diem ihre Eltern bei der letzten Schlacht nicht mehr gesehen hatte. „Also wen er meine Eltern nicht getötet hatte, wer dann?“, fragte Sandra und legte ihr Brötchen weg. „Du wirst mir nicht Glauben wen ich es dir sage. Aber ich kann es dir mit einem Zauber zeigen!“, meinte Bano und ließ eine Kristallschale bringen. Er füllte die Schale mit Wasser und sprach eine Zauberformel welche Sandra nicht kannte. In der Schale erschienen die Bilder der letzten Kämpfe. Diem hatte gerade Charly weg gebissen und musste sich nun gegen zwei Rebellen verteidigen. Dann erschienen Sandras Eltern. Zeus pirschte sich gerade an Diem heran als sich plötzlich Charlys Fang um seinen Hals legte und er zu biss. Sandra erkannte den Schrei ihrer Mutter wieder. Als Lyra fast wahnsinnig vor Trauer, auf Charly los ging brach der Schrei fast sofort ab, weil Charly sie sofort an der Kehle packte und auch sie tötete. Er schien akribisch darauf zu achten es wie Diem zu machen. Sandra sank in sich zusammen. Tränen stiegen ihr in die Augen und sie begann zu weinen. „Das ist nicht möglich!... Charly würde nie.... Das sind doch Trugbilder! Oder?“ „Der Íomhánna de Fírinne ist ein Wahrheitsgetreuer Zauber. Die Bilder der Wahrheit können nicht lügen. Egal ob sie mit schwarzer oder weißer Magie angewandt werden. Außerdem weißt du, glaube ich, dass ich auch ohne diesen Blödsinn meinen Willen immer bekomme!“ Sandra nickte. Sie war nur noch ein Häufchen Elend. Nun forderte er Sandra auf ihre Wolfsgestalt an zu nehmen und sie gehorchte sofort. Sie würde nicht darauf hoffen, dass Lio noch versuchen würde sie zu befreien. Eher ging sie davon aus das sie den Befehl an Charly gab. Bano machte ihr das Halsband um. Dabei viel ihm auf: „Dein Fell ist nicht mehr so schneeweiß! Kann das sein?“ Sandra lief vor den Spiegel und sah sich genau an. Bano hatte recht! Ihr Fell war silbern geworden wie Mondlicht! „Du hast recht!“, gab sie erstaunt zurück, „Es scheint als würde ich langsam schwarz werden.“ Bano runzelte über ihren Ton die Stirn und meinte: „Darüber reden wir später! Unten wartet ein verbündeter. Wirst dich still verhalten, wie ein Hund!“ Sandra nickte und folge ihm artig sogar ohne Leine.

 

Der Magier, welcher in der Eingangshalle wartete sah sie nur missbilligend an. „Bekommt das Vieh hier keinen Maulkorb?“, fragte er, anstatt Bano zu begrüßen. Sandra bleckte die Zähne und knurrte. Wen Bano sieh schon als Hund hielt konnte sie wenigstes ein wenige für Respekt sorgen. Der Magier wich erschrocken zurück und Bano fuhr sie an: „Aus!“ Gehorsam schwieg Sandra und Bano sah sie erstaunt an. Dann nickte er zufrieden und sagte: „Meine kleine hier braucht keinen Maulkorb. Sie gehorcht mir aufs Wort.“ Der andere Magier nickte und Bano führe sie in ein Arbeitszimmer. Sandra sah erfreut das die Fensterbank hinter Banos Schreibtisch eine Sitzbank war und sprang hinauf und machte es sich dort gemütlich. Bano schien kurz zu überlegen ob er ihr das Gestatten sollte oder ob er sie herunter scheuchen sollte. Letztlich ließ er sie und Sandra legte den Kopf auf ihre Pfoten. „Also Merkury wie kann ich dir helfen?“, fragte Bano. Merkury fixierte Sandra kurz und meinte dann: „Ich habe gehört du willst die Höllenhunde unter deinen Befehl bringen!“ „Ja das habe ich vor!“ „Wieso willst du das eigentlich?“, setzte sie Merkury eine Frage in den Mund. Bano erklärte: „Die Wölfe sind wirklich stark! Wen wir sie auf unserer Seite haben könnten wir viel mehr erreichen.“ Jetzt begann er ausführlich ihnen zu erklären warum er die Wölfe wieder einen wollte. Sandra hörte aufmerksam zu. Dann traf sie eine Entscheidung. Eigentlich hatte sie vor zu verhindern das ihr Fell in den kommenden Wochen schwarz wurde, aber es wurde Zeit ihren wahren Charakter zu offenbaren. In den nächsten Tagen brachte sie Bano dazu, durch gezielten Widerstand, zu akzeptiert dass sie sich nichts gefallen ließ auch ließ sie nicht zu das er ihr das Halsband ab nahm. Doch ihre Magie wurde schon nach zwei Tagen dauerhaftes Tragen nicht länger blockiert, sondern sogar verstärkt. Bano wurde immer freundlicher zu ihr. Irgendwann saßen sie in Sandras Zimmer und Bano erzählte: „Ich bräuchte jemand, der die Wölfe kontrollieren kann. Auf den sie hören! Diem scheidet aus! Er ist recht schwach, dass weißt du ja am Besten, außerdem habe ich bei ihm das Gefühl er könnte ein Spion sein...“ Sandra legte den Kopf schief und wartete ab. „Du scheinst jedoch viel geeigneter. Du lässt dir nicht gefallen und setzt deinen Kopf durch! Und du bist wirklich mächtig!“ Sandras, bis dahin tiefblaue Augen wurden rot wie Blut und sie antwortete: „Ich will aber eine Gegenleistung! Ich kann mir selbst heraussuchen welche Wölfe als mein Rudel bei mir bleiben! Außerdem sind diese dann von deinen Plänen ausgeschlossen! Ich übrigens auch! Ich wäre dann deine Partnerin und nicht dein Haustier!“ Bano runzelte die Stirn. Dann gab er nach, schränkte dies aber ein: „Gut aber nicht mehr als 10 Wölfe!“ „Dann haben wir jetzt einen Deal!“, meinte Sandra und reichte ihm die Hand. Dann horchte Sandra auf. „Was war das?“, fragte sie mehr sich selbst als Bano, „Wir scheinen Belauscht zu werden!“ Sie nahm ihre Menschengestalt an und ging an das Fenster. Ihre Augen waren immer noch rot. Draußen konnte sie niemanden erkennen. Doch ihre Sinne waren noch immer stark, wie die der Wölfin. Sie schnupperte in den Wind und erkannte den Geruch sofort. Es war Charly der um das Haus schlich. Sie schloss das Fenster und sagte leise: „Charly schleicht da draußen herum. Wir sollten ihn einfangen, da ich nicht abschätzen kann wie viel er gehört hat!“ „Gut, wen du das sagst!“, meinte Bano und sie gingen zu Haustür. Sandra nahm ihre Wolfsgestalt an und lief ins Gebüsch. Sie folgte Charlys Fährte und stand nur wenige Minuten hinter ihm während der Rüde Bano beobachtete. „Was machst du da?“, fragte sie und Charly wirbelte erschrocken herum. „Wer bist du?“, fragte er misstrauisch. „Erkennst du mich nicht? Ich bin's Sandra!“, sagte sie und wedelte freundlich mit dem Schwanz, „Komm mit!“ Zögernd folgte Charly ihr. „Warum ist dein Fell schwarz?“, fragte Charly verwirrt als er ihr nach lief. Nun viel Charly auf das sie in Banos Richtung lief. Sofort blieb er stehen: „Sandra wieso läufst du in seine Richtung?“ Die Frage war nicht ernst gemeint. Sandra konnte es in seinen Gedanken erkennen. Blitzschnell drehte sie sich herum und sprang auf ihn zu. Charly sah sie nur schockiert mit großen Augen an. Problemlos konnte sie ihn umwerfen und auf den Boden drücken. Bano wurde von dem Lärm den die beiden machten aufmerksam und kam auf sie zu. Wie aus dem Nichts hatte er ein magisches Halsband in der Hand und legte es dem total überraschten Charly um den Hals. Dann machte er eine Leine an dem Halsband fest und führte Charly in Richtung des Zwingers. Sandra folgte ihm mit angriffslustig gesenktem Kopf und angelegten Ohren. Inzwischen war in dem Zwinger eine Hälfte zu einer Hüte um funktioniert und er schien größer zu sein. Die Hütte hatte ein Flaches Dach und war etwa halb so hoch wie der Käfig. Sie sperrten Charly in den Zwinger und er fragte: „Warum tust du das?“ Sandra bleckte die Zähne und knurrte: „So ein Zufall! Das selbe wollte ich dich gerade Fragen!“, stellte sie überheblich grinsend fest, „Aber ich hatte vor die Frage in der Vergangenheit zu stellen!“ Ohne weiteren Kommentar lief sie ins Haus. Bano lachte und erklärte Charly sie Spielregeln, dann ging auch er.

 

Erst am nächsten Abend kam Sandra wieder an den Zwinger. Sie war in Menschengestalt und sah ihn einfach einen Moment an. Charly lag deprimiert vor seiner Hundehütte. Sein Futter hatte er nicht angerührt. Er sah nicht auf als sie in den Zwinger trat. Erst als sie ihm Wortlos das Halsband ab nahm sah er auf. „Nimm deine Menschengestalt an!“, es war das erste was sie sagte und es klang weder besonders aufgebracht, noch schwang sonst ein Gefühl darin mit. Als er tat was sie wollte fing sie an zu lächeln: „Komm bitte mit Charly. Ich muss mit dir reden.“ Charly protestierte: „Ich werde nicht...“ „Darum geht es nicht!“, knurrte Sandra, nun eindeutig wieder verärgert. Sie führte ihn auf direktem Weg in ihr Zimmer. Dort wartete Bano bereits auf sie. Auf dem Tisch stand die Kristallschale, welche Sandra schon kannte und ein Glaskrug mit Wasser. „Setzt dich doch!“, forderte Sandra Charly auf, als er saß fuhr sie fort, „Hast du meine Eltern getötet? Sei Ehrlich Charly!“ Sofort wich er ihrem Blick aus und stammelte: „Natürlich nicht Sandra! Wie kommst denn auf diese Schnapsidee?“ „Wieso belügst du mich?“, fragte sie Traurig, „Bano zeig ihm bitte was ich meine!“ „Gerne Kleines!“, grinste Al Bano fies. „Das müsst ihr nicht!“, sagte Charly schnell und wurde dann leise, „Ich weiß was du meinst Sandra. Es tut mir Leid! Bitte verzeih mir.“ „Ich will eine Erklärung!“, forderte Sandra mit fester Stimme. Doch in ihr war alles durcheinander. Sie ließ Bano spüren wie es ihr ging und dieser legte tröstend den Arm um sie. Charly erklärte nun niedergeschlagen: „Deine Eltern hatten es von Anfang an nicht gerne gesehen das du von Angelo und Troy unterrichtet wurdest. Auch deine Freundschaft zu ihnen wollten sie nicht dulden. Sie forderten das du das Training aufgibst und mit ihnen fort gehst als sie sahen wie du immer stärker wurdest! Ich wollte dich nur beschützen Sandra. Hätte ich nicht sie getötet, dann hätten sie dich getötet!“ Am Schluss wurde Charly lauter. Sandra sah ihn fassungslos an. Er wurde mucksmäuschenstill im Raum. Irgendwann sagte Bano leise und schon fast zögernd: „Das könnte sogar stimmen! Deine Eltern waren nicht für ihre Toleranz gegenüber anderen Magischen bekannt!“ Nach ein paar Minuten des Schweigens fragte Bano: „Möchtest du aus dem Zwinger heraus Charly?“ „Natürlich! Ich glaube nur nicht das ihr mich heraus lasst!“, antwortete Charly. Sandra unterbrach ihn: „Vergiss es! So einfach ist es nicht! Diems Rudel würde ihn nicht einfach akzeptieren, da er sich allem Anschein nach schon für eine Seite entschieden hat. Und das ist nicht die unsere!“ In diesem Moment klopfte es an der Tür. „Einen Moment!“, rief Bano und befahl Charly leise, „Nimm deine Wolfsgestalt an!“ Charly blieb keine andere Wahl, den der Blick den Sandra ihm zu warf war eindeutig eine Warnung. Bano legte dem Rüden das Halsband um und schob ihn ins Bad, welches er sorgfältig verschloss. Sandra legte sich als Wolf auf ihr Bett und hob aufmerksam den Kopf. Als Bano rief: „Gut komm rein!“ ging die Tür auf und Diem trat als Wolf ein. „Du wolltest mich sprechen?“, fragte er. „Ja komm her! Du auch Sandra!“, sagte Bano. Diems Kopf schoss herum und er starrte sie überrascht an. „Mach dir ein Foto! Davon hast du länger etwas.“, knurrte sie drohend und erhob sich. Sandra musterte sie ungläubig. Ihre Bewegungen waren noch fließender und das tief schwarze Fell schimmerte rot. „Sandra? Aber du... Wie kommt es das... Wieso bist du... Ich meine würdest du die Güte besitzen mir zu sagen warum du plötzlich schwarz bist?“, stotterte er. Sandra verzog das Maul zu einem Grinsen. „Wir haben solange auf dich gewartet bis ich schwarz wurde!“, scherzte Sandra sarkastisch. Bano sagte nun: „Sandra wird den Befehl über dein Rudel übernehmen! Du bist einfach zu unzuverlässig. Sandra steht inzwischen auf unserer Seite!“ „Aber...“, wollte Diem widersprechen. Sofort wies Sandra ihn zurecht. Sie knurrte böse und meinte: „Kein Aber! Al Bano und ich sind Partner! Und du bist nur ein Handlanger! TU was man dir befielt! Ansonsten bist du ruhig!“ „Ja wohl Ma'me! Wie ihr befiehlt!“, winselte Diem und duckte sich. „Das war's, für's erste!“, knurrte Sandra und sprang wieder auf ihr Bett. Diem machte das er fort kam. Bano lies Charly wieder aus dem Bad. „Tut mir Leid!“, meinte er, doch selbst der größte Idiot hätte bemerkt das er es nicht ernst meinte. Charly ignorierte dies jedoch. „Du bist seine Partnerin?“, fragte Charly, „Ist es meine Schuld?“ Bano sah erst Sandra an und sagte dann: „Du hast den Stein ins Rollen gebracht!“ Charly lies den Kopf hängen. „Sandra bring ihn bitte in den Zwinger zurück.“, sagte Bano. Sandra sah in kurz an und nickte. Bano wollte mit ihr alleine Sprechen. Auf dem Weg zum Zwinger sagte Charly: „Die anderen dürften nicht wissen das ich hier bin. Ich sagte ich gehe alleine jagen. Lio hatte gemeint es wäre zu gefährlich dich zu suchen, also hab ich... ich hab...“ Sandra stupste ihn an und sagte: „Wir reden später! Ich muss noch mit Bano sprechen und Morgen Nacht will ich meinen Platz einnehmen.“, sagte sie verwandelte sich um Charly in den Zwinger zu sperren. Als sie abgeschlossen hatte drehte sie sich herum und zögerte kurz bevor sie sprach: „Ich mag dich immer noch Charly. Du bist mein bester Freund. Doch ich weiß nicht wo das hinführen soll, wo wir jetzt auf unterschiedlichen Seiten kämpfen.“ „Mir geht es ähnlich, doch ich sehe den Weg den ich dazu gehen müsste, um unsere Freundschaft zu retten. Ich weiß nur nicht ob ich den Mut dazu habe!“, seufzte Charly. Dann war Sandra außer Hörweite. In ihrem Zimmer kämpfte sie kurz mit sich selbst: „Vielleicht, wen Charly sich für unsere Freundschaft entscheidet,“,begann sie, „Vielleicht können wir ihn dann doch zu uns stoßen lassen!“ Erschöpft lehnte sie ihre Stirn gegen die Tür. „Glaub mir eins Sandra: Ich habe noch nie jemanden gesehen der bereit war mehr für eine Freundschaft zu geben als Charly. Lass ihm die nötige Zeit, dann wird er schon seinen Weg zu dir finden.“, meinte Bano sanft. „Ich bin mir nicht sicher, ob ich nicht mehr als Freundschaft für ihn empfinde.“, murmelte Sandra leise. Die nächsten Stunden weite Bano Sandra in alle Details des Planes ein. Da sie wieder ein mal die meiste Zeit des Tages geschlafen hatte nutzte sie nun die Nacht für Vorbereitungen. Sie lief durch den Wald und sah sich das Revier genauer an. Dann ließ sie sich von Diem eine Liste mit den Mitgliedern seines Rudels geben um zu sehen welche Rudel er bereits unterworfen hatte. Die Antwort war keines! Gegen zehn Uhr stand sie wieder an Charlys Zwinger. „Wie geht’s?“, fragte sie. Charly seufzte. Er hatte die letzten vier Stunden viel nachgedacht. „Ich vermute ich komme nicht darum herum zu Haustier gemacht zu werden?“, frage er leise, „Deshalb... Wen dem so ist... Bitte las mich dein Schoßhund sein. Damit ich wenigstens bei dir bleiben kann!“ „Es gibt noch eine andere Möglichkeit, aber auf die musst du selbst kommen.“, meinte Sandra, „Aber für's erste bin ich einverstanden. Aber nur mit Halsband! Ich will nicht das Bano denkt ich verhelfe dir zu Flucht und du weißt sowieso zu viel.“ Charly nickte und Sandra ließ ihn aus dem Zwinger. „Ich werde in der kommenden Nacht viel als Wolf zu tun haben, das heißt du wirst in meinem Zimmer bleiben müssen oder Bano begleiten.“ „Was immer du willst!“, meinte Charly und lief neben ihr her ins Haus. Als Sandra das Wohnzimmer betrat sah Bano sie grinsend an. „Hallo Engelchen! Hat Charly dich dazu überredet das er dich begleiten darf?“, fragte er, als Sandra sich gesetzt hatte. „Ja!“, erwiderte Sandra, „Morgen Nacht hab ich aber viel als Wolf zu tun. Nimmst du ihn mit oder soll ich ihn solange in den Zwinger sperren?“ „Ich brauche Morgen jemand den ich vorzeigen kann. Charly wäre mir also recht nützlich. Kann ich es riskieren ihm das Halsband ab zu nehmen?“, wollte Bano wissen. „Charly?“fragte Sandra. Charly hob den Kopf und fragte: „Ja?“ „Kann man dich auch Zeitweise ohne Halsband mitnehmen? Lüge mich jetzt ja nicht an!“, wiederholte Sandra Banos Frage für den Rüden. „Ich schwöre dir ich werde nicht versuchen zu fliehen, solange ich in deiner Nähe bleiben darf! Auch wen dies bedeutet dass ich mit Al Bano mit muss!“ Sandra und Bano nickten beschwichtigt. „Was kommt im Fernseher?“, wollte Sandra dann wissen. „Das Geheimnis der Höllenhunde!“, meinte Bano lachend. Bei den Menschen galt dieser Film als Horrorfilm. Die meisten Magischen und ganz besonders die Höllenhunde fanden ihn jedoch zum totlachen! Der Autor hatte es Geschafft genau ins Schwarze zu treffen, ohne es zu wissen und dabei, aus der Sicht der Magischen, alles ins lächerliche zu ziehen. Als es Hell wurde legte sich Sandra hin um ein paar Stunden zu schlafen. Charly musste für diese Zeit wieder in den Zwinger.

 

Als Sandra am Abend erwachte rief Diem gerade das Rudel zusammen. Sandra leckte sich in Wolfsgestalt das Fell. Kurz darauf lief sie zu Charlys Zwinger. „Sei brav Charly!“, sagte sie zu ihm. „Las dich nicht runter machen!“, bat Charly. „Mach dir deshalb keine Sorgen!“, meinte Bano, welcher hinter Sandra aufgetaucht war, „Diem meinte er sei soweit! Du kannst kommen!“ Sandra nickte und rannte in den Wald. Während des Rennens hob sie den Kopf und heulte. Diem erwiderte es sofort als sie verstummte und sein Rudel stimmte unschlüssig mit ein. Nun lief Sandra gemächlich und trat aus dem Unterholz auf eine große Lichtung direkt neben Diem. Erschrocken sprang dieser zur Seite. Sandra konnte ihm den Rangkampf ersparen, da er schon zu oft gegen sie verloren hatte. „Sandra!“, winselte Diem, rollte sich vor ihr auf den Rücke und präsentierte ihr Kehle und Bauch. Sandra hatte den Kopf gehoben und knurrte leise. Nun stieß sie Diem mit der Schnauze an den Hinterlauf. Diem rappelte sich sofort auf. „Lasst uns jagen gehen!“, meinte Sandra. Ohne zu zögern folgten die Wölfe des Rudels ihrer neuen Alphawölfin. Diem seufzte leise. So treu war ihm sein Rudel also. Kurz nach Mitternacht kehrten sie zurück von der Jagd. Sandra begann eine Trainingseinheit und gab Diem genaue Anweisungen. Zur Sicherheit zog sie noch Jerry hinzu. Er sollte ein Auge auf Diem haben und darauf achten das er wirklich tat was Sandra anordnete. Müde zog sie sich zurück in die Villa.

 

Bano war noch mit seinem Freund beschäftigt, als Sandra zufrieden summend das gemütliche Wohnzimmer betrat. Sie bemerkte gar nicht, dass Bano nicht alleine war. „Sandra? Wie lief es mit dem Rudel?“, fragte Bano nach einem Moment. Sandra hob lächelnd den Kopf und erwiderte: „Problemlos! Diem traut sich nicht mal mit mir zu diskutieren! Das Rudel folgt mir und die Jagd lief einwandfrei!“ „Dies ist Morpho!“, stellte Bano nun seinen Gesprächspartner vor, „Morpho diese reizende, junge Dame ist Sandra. Sie sorgt dafür, dass die Höllenhunde gehorchen.“ „Ab heute! Mit Diems Pfusch hab ich nichts zu tun!“, fügte Sandra hinzu und stand als Mensch bei Bano. „Es freut mich Sie kennen zu lernen, Miss Sandra!“, meinte Morpho leise. Sandra lächelte gewinnend: „Die Freude ist ganz meiner Seit's!“ „Wen Ihr erlaubt, aber bei uns hieß es bis vor kurzem noch sie würden mit Angelo und Lioba kämpfen?“ Sandra hielt unbewusst den Kopf schräg und antwortete: „Mit diesen Verrätern möchte ich nicht im gleichen Atemzug genannt werden! Es seiden es heißt: Sandra hat Angelo und Lioba in Grund und Boden gestampft!“ Bano und Morpho lachten beide. Charly kam fieppend auf sie zu und schmiegte sich an sie. Plötzlich heulte Diem. Es war ein Ruf und eine Warnung zugleich. Sandras Kopf schoss herum und sie stürmte mit einem leisen Fluch auf den Lippen hinaus. Bano sperrte Charly in den Zwinger. Sandra knurrte laut und deutlich, damit vier der Wölfe ihres Rudels sich zu ihr gesellten. Darunter auch Jerry. Diem stand mit gesträubtem Nackenfell am Rand der Lichtung. Tony lag bewegungslos im Gebüsch. Sandra stieß Diem beiseite und fragte: „Was tust du den hier Tony?“ „Sandra?“, fragte er erst unsicher und schnupperte in ihre Richtung, „Sandra!“ Tony sprang aus seinem Versteck auf Sandra. Die übrigen knurrten kurz, bis sie bemerkten, dass es sich um einen Welpen handelte. „Lio ist richtig bösartig geworden! Sie hat nach mir geschnappt nur weil ich beim Spielen mit Oli eine Vase kaputt gemacht habe! Sie ist aber auch zu allen anderen so böse. Sie beißt jeden der deinen Namen sagt oder zwingt inzwischen durch Leitwolfbefehlte alle zum Gehorsam! Bei mir Funktioniert das irgendwie nicht. Sie sagt Diem wäre noch viel schlimmer! Und Charly ist schon davor abgehauen! Sandra, sie hat gesagt Charly habe dich entführt und an Bano ausgeliefert!“, Tonys Stimme brach weg und er schluchzte herzzerreißend. Außer Diem waren alle erstarrt. Sandra genoss zwar eindeutig die Macht eines Alphas zu haben, doch sie hatte nicht einmal Diem gegenüber einen Leitwolf Befehl ausgesprochen. Diese zwangen nämlich die Rudelmitglieder zum Gehorsam, ein Widerspruch oder zuwiderhandeln war nur unter größten Schmerzen und mit sehr viel Willensstärke möglich. Selbst Diem hätte dies nur getan, wen er keinen anderen Weg mehr gesehen hätte. Knurrend nahm sie ihre menschliche Gestalt an. Sie nahm Tony auf den Arm und befahl Diem: „Bring Charly wieder ins Wohnzimmer!“ Sie selbst lief Richtung Haus. Sanft drückte sie Tony an ihre Brust und streichelte ihn beruhigend: „Ist ja gut! Du bleibst bei mir. Da bist du sicher!“ „Darf ich das denn?“, fragte Tony leise. Sandra bestätigte und betrat das Wohnzimmer. „Was war los Sandra?“ „Warte noch einen Moment! Ich will das Charly mitbekommt, was gerade geschehen ist!“, erwiderte Sandra und unterdrückte ein Knurren. Tony schluchzte leise, doch er schien sich langsam wieder zu beruhigen. Bano und Morpho starrten auf das zitternde, dreckige Fellbündel und schienen kaum zu glauben, dass es sich dabei um einen kleinen Wolf handelte. Diem brachte Charly herein. Sofort blieb Charly wie festgeklebt stehen als er sah wie sich Tony in Sandras Armen drehte und an sie schmiegte. „Tony wurde von Diem draußen im Gebüsch entdeckt!“, erklärte Sandra und man hörte ihr die unterdrückte Wut an, „Als er mich erkannte fiel er mir um den Hals und berichtete das Lio bösartig geworden ist. Sie spricht Leitwolfbefehle aus und behauptet Diem wäre noch schlimmer. Sie respektiert den Welpenschutz nicht mehr und in ihrer Weltanschauung hat Charly mich entführt und an dich ausgeliefert!“ Tony schluchzte erneut und Sandra begann ihn wieder zu streicheln. Tony war noch so jung und für ihr musste es einfach gerade zu viel sein. Bano schüttelte den Kopf und sprach: „Sie schaufelt sich ihr eigenes Grab! Wen sie nicht aufpasst dann hat sie mehr als nur uns zum Feind!“ Charly fiepte und Morpho fragte: „Was hast du mit dem Welpen vor?“ „Tony sollte bei mir bleiben! Er ist mein Schützling, seit ich ihn vor diesem Flohfänger Diem gerettet habe. Deshalb haben die Leitwolfbefehle bei ihm nichts gebracht, für ihn bin ich die einzige Autorität die er anerkennt. Im Moment zumindest.“, meinte Sandra, „Außerdem ist er vielleicht bald meine Rechte Hand?“ Kurz blitzen ihre Augen auf. Tony wurde bald fünf und das war das alter, in dem Höllenhunde einen großen Wachstumsschub bekamen. Meist wurden sie in diesem Alter zu Halbwüchsigen, da sich ihre Entwicklung so beschleunigte, dass dies innerhalb von ein Paar Wochen geschah brachten sie allerdings jede Menge Futter. Bano sagte allerdings zu Morpho: „Wir müssen erst weiter kommen! Dank Diem liege wir im Zeitplan noch zurück und es würde nicht gut gehen, wen Sandra einen Welpen an einen Magier ausliefert! Sie würde die Kontrolle über ihr Rudel verlieren!“ Morpho nickte und verabschiedete sich. Sandra trug Tony in ihr Badezimmer und Bano und Charly folgten ihr Ein Diener hatte auf Banos Befehl hin die Wanne mit etwas warmem Wasser gefüllt so das Tony das Wasser gerade bis zum Bauch reichte. Während sie Tony badeten fragte Bano: „Deine Kräfte wachsen immer noch. Hab ich recht?“ „Geringfügig!“, antwortete Sandra knapp. Charly fiepte leise und Sandra drehte sich erschrocken zu ihm herum. „Dich hab ich ganz vergessen!“, meinte sie und wies ihn an, „Geh ins Wohnzimmer!“ Charly gehorchte sofort. Als Charly weg war spülte Sandra Tony ab. Die junge Wölfin hörte Bano überrascht nach Luft schnappen: „Tony ist ja schwarz!“ „Ja, viele von uns sind das. Aber oft ändern wir unsere Farben um nicht so sehr auf zu fallen!“, erklärte Sandra. „Hast du das auch?“, fragte Bano und versuchte sich so ihren Fellwechsel zu erklären. Sandra lächelte und wickelte Tony in ein Handtuch. „Nein!“, erwiderte sie dann, „Mir wurde es nie beigebracht meine Fellfarbe zu ändern.“ Während sie ins Wohnzimmer gingen schlief Tony in Sandras Armen ein. „Der Kleine hat ganz schön was durch gemacht!“, meinte Bano leise. Sandras Augen leuchteten kurz Rot auf vor Wut als sie sprach: „Dafür werden sie mir büßen! Tony ist noch viel zu klein um soweit zu laufen wie er es getan hat!“ Bano glaubt ihr diesen Ausspruch unbesehen. Kurze Zeit später brachte Bano Charly in den Zwinger. Tony wurde von Sandra mit in ihr Bett genommen. Es dauerte nicht lange bis auch Sandra eingeschlafen war.

 

Am nächsten Abend wachte Sandra mit dem kleinen Tony auf dem Rücken auf. „Tony komm bitte von mir runter!“, sagte sie ruhig. „Entschuldige Sandra!“, fieppte Tony. Er tapste neben sie und Sandra streckte sich ausgiebig. Dicht gefolgt von Tony ging sie zur Tür.Als sie die Tür öffnete stand Diem vor ihr. „Entschuldige die Störung Sandra...“, begann er zögernd. „Du kommst mir gerade recht! Bring Charly rein und sag Jerry er soll ohne mich mit dem Training beginnen! Ich habe noch einiges zu erledigen. Tony wird übrigens bei uns bleiben!“, befahl Sandra in eisigem Ton. Diem senkte den Kopf und nuschelte: „Ja wohl Sandra. Wie du willst!“ Darauf hin verschwand er. Tony fragte ängstlich: „Muss ich mich jetzt auch so verhalten?“ Sandra schüttelte den Kopf und erwiderte: „Nein Kleiner! D bist mein kleiner Schützling! Jetzt komm!“ Sandra sah zu Tony hinunter und meinte: „Soll ich dir langsam mal das Kämpfen bei bringen Tony?“ „Würdest du das wirklich tun?“, fragte Tony aufgeregt. „Ja ich denke du bist schon so weit!“, antwortete Sandra, „Aber jetzt stelle ich dir erst mal Bano vor! Sei bitte brav ja.“ „Muss das sein? Aber es ist ja eigentlich egal. Ich vertraue dir, Sandra! Solange du dabei bist wird mir schon nichts geschehen!“, sagte Tony. Gerührt drückte sie dem Welpen ein Küsschen auf die Nase und sie gingen gemeinsam ins Erdgeschoss. Vor dem Wohnzimmer wartete Diem und übergab Sandra die Leine, an der Charly fest gemacht war. „Los zurück zum Training! Du hast es sowieso bitter nötig!“, knurrte Sandra ihn an und ignorierte ihn danach gänzlich. Diem verschwand sofort und kommentarlos. Als erstes nahm Sandra Charly die Leine ab und ging dann ins Wohnzimmer. Bano erwartete sie bereits. Als die drei den Raum betraten begrüßte er zuerst Sandra und Tony: „Guten Morgen ihr zwei! Habt ihr gut geschlafen?“ „Guten Morgen!“, erwiderte Sandra, „Ich hab sehr gut geschlafen!“ Tony drückte sich ängstlich an Sandras Bein. Bano ging in die Hocke und sprach Tony direkt an: „Und wie hast du geschlafen Kleiner?“ „Gut, danke der Nachfrage.“, war die schüchterne Antwort von Tony. Sandra setzte sich zu Bano auf die Couch. „Was gibt es heute zu tun?“, fragte sie und nahm Tony auf den Schoß. „Gegen Mitternacht kommen ein paar meiner Freunde. Du und Tony seit unantastbar und Charly ist dein Haustier. Das will ich klar stellen und du sollst ein paar meiner Geschäftspartner kennen lernen.“, erklärte Bano. „Gut, dann hab ich noch vier Stunden! Ich muss mit dem Rudel jagen und das Training begutachten. Tony bekommt heute auch eine Einführung in das Kampftraining. Das schaff ich schon!“, meinte Sandra und nahm ihre Wolfsgestalt an. Dann lief sie raus in den Garten. Tony folgte ihr sofort. Als sie das Grundstück verließen hörten sie bereits Jerry knurren: „Du bist ein Hoffnungsloser Fall Diem!“ Sandra rief belustigt: „Das sagte ich dir doch schon!“ „Sandra!“, es war ein erfreuter Ruf, der durch das ganze Rudel ging. Jerry bemerkte Tony sofort und fragte: „Ist das der Welpe von Gestern? Er wirkt als wäre er ganz schön gewachsen!“ „Ja, das ist Tony. Und Nein er ist nicht gewachsen. Ein paar wenige Welpen aus meinem alten Rudel können ihre Körpergröße beeinflussen. Das wurde früher als Zeichen für große magiesche Fähigkeit gewertet. Leider wurde es mit der Zeit einfach vergessen, da fast keine Welpen diese Fähigkeit mehr aufwiesen und wen es nicht zeigten oder nie einsetzten.“, erklärte Sandra, „Tony wird bei uns bleiben! Er ist nun Teil unseres Rudels!“ Jerry lief um Tony herum und begutachtete ihn. Das Rudel wartete darauf was der „Cheftrainer“ zu dem jungen Wolf sagte. „Ich glaube aus dir wird einmal ein sehr guter Krieger! Du hast bereist eine gute Statur und wirkst gleichmäßig in deinem Muskelaufbau. Da du auf mich gerade wie ein Wolf mit 7 oder 8 Monaten wirkst ist deine Manipulation wohl recht stark. Gestern sahst du aus als währst du bestenfalls 3 Monate alt! Du hast einen wachen, mutigen Blick und scheinst so gut wie keine Angst vor mir zu haben.“, befand Jerry dann. Sandra wusste wieso sie ihm das Training übertrug wen sie nicht da war. Jerry hatte ein Auge für so etwas. Tony bedankte sich für die gute Einschätzung und da sagte Narda, eine Wölfin des Rudels: „Seine Aura ist auch sehr stark. Ich denke er wird auch in der Lage sein, fast so mächtig im Gebrauch der Magie zu werden wie ihr Leitwölfin. Zumindest wein ihr ihn selbst unterrichten solltet!“ „Das habe ich vor Narda, aber nun lasst uns weiter trainieren.“, antwortete Sandra. Sie ließ Tony einen Hindernissparkur machen um zu sehen wie schnell, wendig und ausdauernd er war. Nach einer Weile zeigte sie ihm eine magische Übung, die er machen konnte während Sandra Jerry beim Training mit dem Rudel unterstütze und beurteilte die einzelnen Wölfe. Als sie auf die Jagt gingen durfte Tony sie begleiten um es langsam zu lernen.

 

Es war zehn nach zwölf als Sandra wieder ins Wohnzimmer kam. Sie war noch in der Gestalt eines Wolfes und Tony sprang fröhlich neben ihr her. Er hatte ein flüchtendes Reh so erschreckt das es Jerry genau vor die Nase gesprungen war und er es nur noch töten musste. Nun war der Welpe mächtig Stolz auf sich. Bano bemerkte die zwei sofort und kam zu ihnen. Das riesige Wohnzimmer war voll. Bano begrüßte Sandra kurz und wandte sich dann an seine Gäste: „Liebe Freunde! Darf ich euch um eure Aufmerksamkeit bitte! Dies ist meine neue Partnerin Sandra. Sie und ihr Schützling Tony sind unantastbar, da die beiden sich darum kümmern dass wir die Wölfe unter Kontrolle bekommen. Sandra hat auch bereits ihren Haushund wieder als solchen an ihre Seite geholt. Es handelt sich um Charly, den ich euch ja bereits vorgestellt habe.“ „Bano bist du von allen bösen Geistern verlassen? Du kannst doch nicht einfach ein Wolf aus Liobas Rudel zu deinem Partner ernennen!....“, begann ein junger Dämon, brach aber ab als Sandra anfing zu knurren. Es war recht schnell still und Sandra sprach: „Ich möchte nie, wirklich nie mehr, hören ich komme aus Liobas Rudel! Sie ist nur ein Welpe der Leitwolf spielt!“ Verärgert schüttelte Sandra ihr Fell aus und nahm ihre Menschengestalt an. Bano lachte teuflisch und sprach: „Wer mir nicht glaubt das sie stark ist kann sein Glück ja mal versuchen!“ Sandra sah ihn böse an: Ich will nicht immer bereit sein einen Angriff ab zu fangen / Sie werden es höchstens einmal versuchen. Wen überhaupt!, meinte Bano. Gut! Sie hätten eh keine Chance. Nur einer kann mir das Wasser reichen! / Wer?, fragte Bano, doch Sandra wurde von einem der Dämonen angesprochen: „Schön dich wieder zu sehen Sandra!“ „Lucifer!“, sagte Sandra knapp und senkte den Blick ganz automatisch. „Ich hätte nie gedacht das du so lange mit Angelo und seiner... Humanen... Einstellung aushältst. Troy hat mir bereits Bericht erstattet. Ich muss dich wirklich loben. Sich über deine Schwester Angelo zu nähern war eine hervorragende Idee.“ „Danke Lucifer.... Ich bin ehrlich gesagt überrascht dich hier zu sehen.“, erwiderte Sandra auf Lucifers Lob, „Ich ging davon aus das du an die Decke gehen würdest.“ „Nein, du bist schließlich alt genug um das selbst zu entscheiden.“, meinte Lucifer. Sandra nickte und dann hörte sie Jerry heulen. „Tony, du bleibst hier!“, sagte sie während sie zur Tür rannte und ihre Wolfsgestalt an nahm. Sie geriet nicht mal geringfügig ins Stolpern. Hinter ihr ertönte erstauntes Gemurmel und der Schlag der Standuhr im Flur. Es war gerade zwei Uhr geworden. Wie ein schwarzer Blitz schoss sie in den Wald. Jerry und Netor erwarteten sie bereits. Das Fell von Jerry war gesträubt und er bleckte die Zähne als er berichtete: „Diem ist in den Wald gelaufen und Tala ist ihm, wie angeordnet, gefolgt. Sie wurde von den Rebellen angegriffen.“ Sandra legte den Kopf in den Nacken und heulte. Das Rudel sammelte sich um Sandra und stimmte ein. Sie eröffnete nun die Jagt auf Diem. Westlich von ihnen hörten sie wie Tony ebenfalls einstimmte. Gerne wäre er mit ihnen gelaufen, aber Sandra wusste das es zu kämpfen kommen würden und Tony war noch nicht so weit um in eine Schlacht zu ziehen. Was Sandra erstaunte war das ihr das Rudel bereits jetzt so treu war das es jagt auf seinen früheren Alpha machte. Sandra hob erneut den Kopf und wieder erklang ihr heulen. Nun war das Rudel bereit. Sandra knurrte, sträubte ihr Fell und ließ Tala die Führung über nehmen. Sandra folgte der Wölfin und wurde rechts von Jerry und links von Netor flankiert. Als Sandra die Fährte von Diem aufnahm und das Rudel knurrte ebenfalls. Als die ersten Wölfe der Rebellen angriffen wurden diese schnell gefangen genommen. Die Fährte führte das Rudel direkt zu dem Lager der Rebellen. Es kam wie erwartet zum Kampf und schnell stand Sandra Aron gegenüber, welcher der neue Leitwolf der Rebellen war. Diem hatte ihn bereits informiert, das Sandras Fell schwarz war. So erkannte er sie trotzdem fast sofort. Sandra bleckte die Zähne und fixierte Aron. Ihr war klar, wen sie diesen Kampf gewonnen hatte waren ihr die Rebellen zum Gehorsam verpflichtet. So lautete das Gesetzt der Wölfe. Sie rührte sich nicht. Sandra täuschte unvermittelt links an und sofort folgte Aron ihrer Bewegung uns schnappte nach ihr. Doch Sandra tauchte unter ihm hindurch und biss in den ungeschützten Bauch. Die Wunde war nicht tief, aber sehr schmerzhaft. Jaulend fuhr er herum und schon lagen Sandras Zähne um seinen Hals und er lag auf dem Rücken unter ihr. „Sandra das bist nicht du! Las mich los!“, jammerte Aron. „Wen du dich unterwirfst... kein Problem. Mein Rudel ist zu stark für euch.“, sagte Sandra und befahl, „Jerry! Schnapp dir Diem! Bano und ich denken uns für ihn eine angemessene Strafe aus.“ „Schon dabei!“, meinte Jerry und sprang auf Diem zu. Sandra spürte seine Freude über den errungenen Sieg als Aron sich endlich ergab: „Na gut! Du hast gewonnen!“ Sandra ließ ihn los und Aron drehte sich auf den Rücken. Triumphierend begann das Rudel zu heulen. Sandra nahm Menschengestalt an und legte Diem ein magisches Halsband an und befestigte zwei Leinen daran. Die eine nahm Jerry ins Maul, die andere sie als sie wieder Wolfsgestalt angenommen hatte. Dann zerrten sie Diem wieder zurück zum Haus von Bano. Aron schlich mit eingezogenem Schwanz und hängendem Haupt. Die übrigen Rebellen folgten ihnen ebenfalls scheu.

 

Als Sandra nun wieder auf das Haus zu lief waren zwei Stunden vergangen. Sie hatte den Wölfen befohlen sich aus zu ruhen. Das Rudel hatte es sich verdient. Im selben Moment wie Sandra ihre Pfote in den Garten gesetzt hatte war Tony bei ihr gestanden. Müde hatte sich das Rudel unter einer Weide im Garten versammelt und schien auch schon fast zu schlafen. Nur Jerry stand noch bei und über gab Tony Diems Leine. Gemeinsam führten sie den Verräter ins Wohnzimmer. Dort fragte Bano sofort: „Was war den los?“ „Diem ist ein Verräter. Er hat versucht sich weg zu schleichen. Ich hab jedoch dafür gesorgt dass er nie unbeaufsichtigt blieb. Die Wache wurde angegriffen und Jerry hielt es für besser mich sofort zu rufen. Diem hat uns direkt zu Aron und seinem Rudel geführt. Jetzt sind sie teil meines Rudels.“, erklärte Sandra und wirkte sehr selbst zufrieden. Außer Lucifer und Sandra wichen nun alle vor Bano zurück, als dieser bösartig zu lachen begann: „Ich hätte mir denken können das du diesen Kommentar nicht einfach übergehst. Hast du dir schon eine Strafe für ihn überlegt?“ „Nein, aber egal was es sein wird: Tony wird es nicht zu sehen bekommen!“, erwiderte Sandra, „Die Sonne geht in einer Stunde auf und ich bin erschöpft. Ich ziehe mich zurück. Charly zieht zu mir ins Zimmer. Den Zwinger brauche wir ja nun für die Ratte.“ Bano nickte und sagte: „Tu was du für richtig hältst!“ Sandra verließ mit Tony den Raum und sie holten Charly aus dem Zwinger. Sofort sperrten sie Diem hinein und ließen ihn zurück. Charly folgte ihr ohne Aufforderung. Unterwürfig fragte er: „Was ist passiert?“ „Diem hat uns verraten!“, erwiderte Sandra kurz angebunden. Sie führte ihn in ihr Zimmer und sprach: „Du schläfst hier. Tony kann zu mir ins Bett.“ Charly knurrte leicht sagte jedoch nichts dazu. Als Sandra im Bett lag ging gerade die Sonne auf, doch Sandra schlief sofort ein.

 

Als die Besucher weg waren sprach Bano noch mit Lucifer: „Sandra war deine Untergebene?“ „Sie ist e noch immer. Scáth ist meine engste Vertraute, seit sie vor über acht Jahren von Liobas Seite verschwand. Die damals unzertrennlichen Schwestern trennten sich. Es war Scáth die damals ging, weil ihr der Umgang den ihre Schwester pflege nicht mehr gefiel.“, erzählte Lucifer, „Sie kam auf direktem Weg zu mir. Inzwischen ist sie in der Lage ihre Kräfte perfekt zu beherrschen. Die kleine Wölfin ist absolut Zielgerichtet und tödlich wie... ja, fast so tödlich wie ich.“ Er lachte fies und Bano lief es eiskalt den Rücken herunter. „Siehst du in ihr nur ein Werkzeug?“ Lucifer lächelte matt und schüttelte den Kopf: „Selbst verständlich nicht! Die kleine Scáth ist meine Rechte Hand. Sie ist für mich unverzichtbar. Wen du sie nicht gut behandelst Bano, dann bekommst du es mit mir zu tun!“ „Ich verstehe! Heißt dies, dass du uns unterstützt?“, fragte Bano vorsichtig. „Sonst wäre weder sie noch sonst ein Wolf ihres Rudels hier. Auch wen ich ihr ein leicht verändertes Ziel gegeben habe.“, erklärte Lucifer, den letzten Teil flüsterte er aber zu leise für Bano. „Mein Diener hat dir ein Zimmer vorbereitet. Du bist mein Gast. Fühlt dich wie zu Hause Lucifer.“, sagte Bano, „Ich sollte nun allerdings schlafen gehen. Morgen wird sicher wieder ein anstrengende Nacht, wen wir uns wegen Diem beraten müssen. Schlaf gut.“ „Du auch!“, erwiderte Lucifer.

 

Charly stupste Sandra an die Wange: „Es hat geklopft!“ Er hatte kaum ausgesprochen als es wieder an der Tür klopfte. „Ich komme ja schon!“, knurrte Sandra. Als sie die Tür öffnete stand Lucifer vor ihr. Aus Gewohnheit senkte sie wieder den Blick und grüßte: „Meister.“ „Guten Morgen Engelchen!“, erwiderte Lucifer den Gruß. Sandra ließ ihren Blick gesenkt. Charly fieppte beunruhigt und Sandra flüsterte: „Dich geht nicht alles etwas an! Geh zu Bano! Tony pass auf ihn auf! Wen er Mist baut ruf mich!“ Als die Tür hinter den zwei ins Schloss fiel, warf Sandra sich in die Arme des Meisterdämons vor sich. „Ich habe dich vermisst!“, hauchte sie. „Ich dich auch, Kleines! Bitte sei vorsichtig. Ich muss dich darum Bitten Bano im Auge zu behalten und wir müssen dafür sorgen das Lio sich dir unterwirft.“, sagte Lucifer. „Was immer ihr wünscht Meister! Ich werde schon dafür sorgen das Lio mir gehorcht! Bano weit mich bereits in jedes Detail seiner Pläne ein. Dies ist also kein Problem, doch Lio ist recht stark. Auf diesen Kampf freue ich mich schon jetzt!“, stellte Sandra fest, „Ich muss jetzt los! Mein Rudel ist immer noch in Aufruhr. Aber was mache ich nur mit Diem?“ „Ich begleite dich und du übergibst ihn mir!“, sagte Lucifer, „Oder Bano.“ Die Beiden gingen ins Wohnzimmer und redeten darüber wie Diem zu bestrafen sei. Bano lief unruhig auf und ab. Verwirrte fragte Sandra deshalb: „Was ist?“ „Diem scheint es irgendwie geschafft zu haben zu entwischen...“, begann Bano. Sandra runzelte die Stirn. „Hat jemand den Zwinger auf gemacht?“, fragte sie und warf Charly einen Blick zu. Dieser schüttelte den Kopf und winselte leise. Als auch Bano verneinte knurrte Sandra ungeduldig und verwandelte sich. Gereizt lief sie Richtung Zwinger. Einige Wölfe des Rudels hoben ihre Köpfe als sie sahen wie ihre Leitwölfin den Garten betrat. Neugierig sahen sie zu ihr herüber. Sandra schnupperte in den Zwinger hinein. Diem war noch da, so wie sie es vermutet hattet. Sie bleckte lautlos die Zähne und stieß ein Knurren aus. Dabei stampfte sie mit einer Pfote auf und ihre Augen wurden tief rot. Jaulend erschien Diem im Zwinger und brach zusammen. Mit gebleckten Zähnen knurrte Sandra: „Dachte ich es mir doch! Bano wusste ja nicht das du die Klairenzzauber beherrscht und dich so unsichtbar machen kannst. Doch einen Wolf meines Ranges kannst du mit diesem Trick nicht täuschen.“ Ihre Augen funkelten in einem Übernatürlichen rot. Sie musste sich zusammenreißen um nicht zu Scáth zu werden. Sie wollte keinen Kontrollverlust. „Ich glaube langsam, ich sollte doch auf Lucifers Angebot annehmen und deine Bestrafung ihm überlassen sollte!“, knurrte sie. „Nein, bitte nicht! Sandra bitte ich versuch es nicht wieder!“, winselte Diem. Sandra lief wütend auf und ab. Tony setzte sich neben Jerry und sagte: „So habe ich sie schon lange nicht mehr erlebt. Diem hat es wirklich raus sie so zu verärgert, dass sie fast zu Scáth wird.“ Charly brummte zustimmend. „Eigentlich sollte ich dich schon für den Verrat töten, aber es gibt schlimmeres als den Tod!“, sagte Sandra leise. Bano trat hinzu und übermittelte ihr: Willst du ihn Lucifer als Bettvorleger überlassen? Die Idee wäre Genial! Lucifer saß als riesiger Rabe auf dem Zwinger. „Tony ins Haus!“, befahl sie mit einem leisen Knurren, „Komm erst wieder wen ich dich rufe!“ Tony winselte kurz und verschwand eilig im Haus. Als Tony außer Hörweite war fragte Sandra den Raben: „Bist du dabei?“ „Natürlich! Ich würde mich freuen.“, erwiderte Lucifer. „Dann ist es beschlossen! Diem wird ausgepeitscht und bleibt bis auf weiteres im Zwinger! Lucifer wird die Strafe vollziehen während wir auf der Jagd sind.“, entschied Sandra und rief Tony zurück. „Wir gehen jetzt auf die Jagen!“, dann lief sie in den Wald. Charly musste jedoch in der Villa bleiben. Jerry fragte unterwegs: „Du hast ganz schön hart durch gegriffen. Das war gut! Ich frag mich nur... Wieso hast du uns sofort auf die Jagd geführt?“ „Wieso nicht?“, fragte Sandra, „Muss ich euch so etwas zu muten um meinen Kopf durch zu setzen?“ Aron trat an ihre Seite und hörte aufmerksam zu. „Nein, wir gehorchen dir weil du uns so gut behandelst. Ich hab zwar das Gefühl das es dir gefällt, das du so stark bist, aber so lange du eine gute Leitwölfin bist...“, Jerry zuckte mit den Schultern und lies den Satz so stehen. „Danke für die Blumen.“, erwiderte Sandra. „Ich sehe das als Kompliment.“ Jerry lächelte: „Das war's auch! Du bist spitze und zwar so wie du bist! Lass dir von keinem was anderes erzählen!“ Jetzt wäre Sandra rot geworden, wäre sie in Menschengestalt gewesen. Doch dann hatten sie eine Herde Hirsche aufgespürt und waren anderweitig beschäftigt.

 

Als sie zurück kamen lag Diem wie ein Häufchen Elend im Zwinger. Es waren deutliche Lücken in seinem Fell und er blutete. Konsequent ignorieren die Wölfe ihn und selbst Charly beachtete ihn nicht im geringsten. Er freute sich jedoch darüber, dass Sandra ihm erlaubte sie zu begleiten obwohl sie mit dem Rudel trainierte. Bano sah ihnen etwas zu und sofort viel ihm der Unterschied auf. Alle waren schneller als, kräftiger, Ausdauernder und bewegten sich geschmeidiger. Alle waren sehr gut, doch Tony stach am meisten Hervor. Für einen so jungen Wolf war er mehr als gut! Beim Morgengrauen lagen alle vier in ihrem Bett.

 

Die nächsten 8 Wochen vergingen ähnlich. Tony wurde schnell größer und wurde ein hervorragender Kämpfer. Bald war er Sandras rechte Hand. Charly durfte sich zwischenzeitlich frei auf Banos Grundstück bewegen, aber immer nur mit Halsband.An diesem Abend kam Netor angerannt und teilte Sandra mit: „Ich hab es herausgefunden! Ich weiß nun wo sich das Têlar Rudel aufhält.“ „Netor beruhige dich!“, knurrte Sandra, „Jetzt erzähle mir was passiert ist!“ Netor erzählte aufgeregt, aber ruhiger: Er habe das Lager eines Rudels gefunden, welches sie schon so lange suchten. Erfreut stieß Sandra ein knurren aus und Jerry, Caro, Tony und Aron kamen sofort zu ihr. „Was gibt es Sandra?“, fragte Jerry, der inzwischen ihr Beta war. „Netor hat das Têlar Rudel aufgespürt!“, teilte sie mit und stupste den Rüden wohl wollend an. „Das ist sehr gut!“, freute sich Aron. Er war ihr inzwischen bedingungslos loyal. „Wie wollen wir vor gehen?“, fragte Caro. Damit ging es in die Planung. „Ich bin der Meinung wir sollten sie von einander Trennen und in kleine Kämpfe verwickeln! Nesar machen wir müde und dann kann es kein Problem geben...“, meinte Jerry. „Für mich klingt es wie eine Strategie von der Ratte!“, knurrte Caro, „Ich bin für den klassischen Kampf! Sandra würde sowieso gewinnen! Selbst wen sie müde und Nesar ausgeruht wäre würde sie ihn noch in die Pfanne hauen.“ „Ich habe gehört Nesar wäre sehr stark...“, stellte Tony in den Raum. Sandras Ohren zuckten sofort. „Stark meinst du?“, fragte sie. Sie liebte es sich mit starken Wölfen zu messen! „Hab ich zumindest gehört! Ich weiß nicht ob es stimmt!“, meinte Tony und wusste er hatte Sandra am Hacken. Die anderen seufzten. „Wir machen es auf die Klassische Variante.“, meinte Sandra. Sie lobte die fünf und sprach: „Heute Abend setzen wir unseren Plan in die Tat um.“ Damit lief sie davon und legte sich unter einen Baum.

 

Am Abend führte sie ihr Rudel nach der Jagd direkt dorthin wo Netor das Têlar Rudel zuletzt gesehen hatte. Tony wich Sandra nicht von der Seite. Recht schnell hatte Nesar sie bemerkt und Jerry und Netor erkannt. Sein Rudel stellte sich recht bald. Sie ahnten nichts von der neuen Stärke des Rudels. Nesar wusste auch nicht das Diem nicht mehr der Alpha des Rudels war. Selbstbewusst sagte Nesar: „Jerry ich sagte Diem bereits, dass ich nicht Kampflos aufgebe!“ Tony knurrte leise als er Diems Namen hörte. Sandra trat vor Nesar und sprach gelassen: „Diem ist nicht mehr der Leitwolf unseres Rudels. Ich bin nun der Alpha. Mein Name ist Sandra.“ „Ich glaube kaum, dass es dir gelungen ist aus denen brauchbare Kämpfer zu machen.“, knurrte Nesar unschlüssig. Er wusste nicht was er von Sandra halten sollte. „Wie wäre es mit einem Kampf?“, fragte Sandra, „Wen du glaubst, du könntest nicht verlieren ist es schließlich nur zu deinem Gunsten!“ „Ein Leitwolfkampf?“, fragte Nesar. „Ja und nein. Wir zwei kämpfen, ebenso wie unsere Rudel.“, meinte Sandra, „Aber trotzdem ein Rangkampf. Muss ich dir wirklich die Regeln erklären?“ Nesar bleckte die Zähne und knurrte: „Den Jungwolf an deiner Seite lassen wir aber raus! Ich will ja nicht das ihm was passiert!“ „Tony ist ein hervorragender Kämpfer! Wen er kämpfen möchte kämpft er!“, knurrte Sandra zurück und sträubte ihr Nackenfell. Da ging Nesar auch schon auf sie los. Er versuchte sofort Sandras Hinterlauf zu packen, aber Sandra stieß ihm die Schnauze zwischen die Schulterblätter und Nesar knallte unsanft auf den Boden. Sofort biss sie in den Vorderlauf. Tony war nicht weit von ihr entfernt. Er zeigte den erfahreneren Wölfe was er konnte und das war nicht wenig. Sandra wurde es nun langweilig. Nesar hatte sie immer wieder attackiert aber nicht einen Treffer landen können und Sandra hatte ihn immer wieder zu Boden geschickt. Nesar wollte sich gerade wieder aufrichten, als Sandra ihren Fang an seinen Hals legte und ihn zu Boden drückte. Entsetzt jaulte Nesar auf und sofort ruhten alle Blicke auf ihnen. Der Kampf war zu ende. „Ich unterwerfe mich dir Sandra.“, winselte der Rüde Sandra lies ihn los und Tony heulte Triumphierend auf. Sandra spürte die Euphorie die das Rudel dank des Sieges ergriffen hatte. Flankiert von Tony und Jerry führte sie das Rudel zurück zu Banos Villa. Hängenden Hauptes folgte Nesar ihnen. Am Lagerplatz, etwa 500 Meter vom Garten entfernt, angekommen befahl Sandra: „Ruht euch aus! Heute gibt es auch kein Training mehr!“ Tony hüpfte aufgeregt um sie herum und fragte sie: „Darf ich mit?“ „Na Gut! Komm Bano wartet schon!“ „Du bist kein bisschen außer puste?“, fragte einer von Nesars besten Jägern entsetzt, „Wir sind zu viert auf dich los gegangen und du bist nicht im geringsten außer Puste.“ Tony legte den Kopf schief und fragte: „Und?“ Netor sprach: „Tonys Ausbildung wird von Sandra geleitet. Tony ist aber nicht der Einzige dem die Rauferei nicht wirklich was ausmacht. Wir sind alle nicht wirklich außer Puste.“ Nesar starte Sandra an. „Ich habe den Kampf nur beendet weil du mich gelangweilt hast!“, erklärte sie, „Wir alle hätten noch eine weile gekonnt. Jetzt komm Tony! Ich habe noch einiges zu erledigen.“ Sie betrat den Garten und sofort war Charly bei ihr.

 

In den nächsten vier Wochen trainierte Sandra ihr Rudel weiter und gliederte die neuen Wölfe ein. An diesem Abend saß Sandra mit Bano auf dem Sofa. „Was machen wir mit dem Verräter im Zwinger?“, fragte Bano und streckte sich ausgiebig. Sandra stand auf und begann auf und ab zu laufen: „Ich nehme ihn mir noch mal vor. Danach sehen wir weiter!“ Sandra nahm Wolfsgestalt an und lief zum Zwinger. „Sandra? Darf ich hier wieder heraus?“, fragte Diem winselnd. „Das kommt darauf an... Wirst du wieder gehorchen?“, fragte Sandra. „Ja, dir und wem immer du die Befehlsgewalt über mich anvertraust.“, winselte Diem und versuchte winselnd ihre Schnauze zu lecken. Sandra bleckte erbost die Zähne: „Du hinter lässt eine Schleimspur!“ Diem senkte den Blick. „Verzeih mir. Ich werde mich nicht mehr widersetzen!“, knurrte Sandra „Ich hoffe das du mir nicht mehr die Quere kommst. Weißt du, ich habe auch meine Befehle und du gefährdest deren Ausführung.“, sagte Sandra ruhig. „Du bekommst Befehle? Von wem?“, fragte Diem. Sandra sah sich um. „Lass uns mal einen kleinen Spaziergang machen.“, sagte Sandra, „Tony!“ Netor kam gemeinsam mit Tony. Tony fragte: „Was gibt’s?“ „Du, Diem und ich machen einen Spaziergang! Netor ich will keinen der anderen in der Nähe haben!“ „Ja, Leitwölfin. Wie ihr wünscht!“, erwiderte Netor. Sandra lief in den Wald. „Sandra was ist los?“, fragt Tony besorgt. „Also erstens, um auf Diems frage zurück zu kommen... Ich handle auf Befehl von Lucifer. Sonst wäre ich jetzt in meiner Finca in Spanien und würde regelmäßig in Sibirien jagen gehen.“ Diem seufzte. „hört sich schön an!“, meinte Tony, „Wieso bist du jetzt nicht dort?“ „Wegen Angelo! Er und Liobas Rudel sind Lucifer ein Dorn im Auge. Also schickt Lucifer seine Jägerin damit sie wieder auf seinen Befehl hin handeln!“, erklärte Sandra. „Wieso erzählst du mir das?“, fragte Diem. Tony sah Sandra an und sagte: „Du brauchst einen Boten!“ „Heißt das ICH soll...“, fragte Diem. Sandra unterbrach ihn: „Ich werde Bano sagen das du zu Lucifer kommen sollst und dem Meister werde ich berichten, das du ihm Nachrichten von mir bringst. Gehorchen wirst du sowohl Lucifer als auch mir den Lucifer hat mir einen sehr hohen Rang verliehen.“ „Zu Lucifer? Willst du mich Bestrafen?“, winselte Diem erschrocken. „Solange du gehorchst wird er dir nichts tun und ich weiß sicher das du gehorchen wirst! Den Lucifer nicht zu gehorchen wäre ungesund!“ „Was immer du willst.“, sagte Diem deprimiert. „Sandra, wen das alles vorbei ist, darf ich dann bei dir bleiben?“, fragte Tony unsicher. „Ja, natürlich! Wundert euch übrigens nicht wen Lucifer mich meist Scáth oder Blacknight nennt.“ „Wieso nennt er dich immer Scáth?“, fragte Tony erstaunt. „Das ist mein Richtiger Name! Scáth Blacknight Duat! Jetzt gehen wir aber zurück und ich leite alles in die Wege!“, sagte Sandra, „Wen du aber nur ein falsches Wort von dir gibst verlierst du den Botenschutz den ich dir biete, Diem.“ Dieser nickte ergeben. Scáth fiel in einen schnellen Galoppschritt. Diem und Tony folgten ihr sofort. „Warte im Zwinger!“, befahl Scáth, „Kannst du ihn verschließen Tony?“ „Natürlich Leitwölfin!“, gab Tony zurück. Scáth verwandelte sich zurück. Langsam komme ich der Erfüllung meines Auftrages näher. Bald bin ich wieder zu Hause! Nur was mache ich mit Bano?, fragte Scáth, „Ich muss dringend mit dir reden Kleines!“, meinte Bano. Verstimmt knurrte Scáth, als diese Sekunden später in sein Büro kam und das erste was sie sagte war: „Nenn mich bitte nicht Kleines!“ Bano nickte erschrocken über ihren missbilligend Ton. „Diem sollten wir an Lucifer geben. Er weiß wie er mit ihm umgehen muss!“, sagte sie Geschäftsmäßig. Bano sah sie misstrauisch an: „Ich hoffe das du ihm nicht zu viel deiner Treue schenkst! Er ist nicht mehr dein Meister!“ „Du wirst es schwer haben mir das ab zu gewöhnen!Ihn habe Lucifer von Welpenbeinen an als Leitwolf gesehen. Außerdem, wen Lucifer uns unterstützt wird der Rest ein Kinderspiel!“ „Glaubst du?“, fragte Bano. Er war nicht ganz so überzeugt. Unbewusst begann Scáth zu knurren. Bano lächelte: „Du bist heute ziemlich gereizt. Kann das sein?“ „Ja, es geht auf den Winter zu und wir müssen uns langsam an den Gedanken gewöhnen unser Winterquartier zu beziehen! Außerdem...“ Scáth werde von dem Heulen von Aron unterbrochen und aufgeschreckt: „Verdammt!“ „Was ist passiert?“, fragte Bano. „Später!“, gab Scáth zurück, „Tony komm! Es gibt Ärger!“ Scáth wollte gerade aus dem Fenster springen als ihr einfiel, dass Bano hilfreich sein könnte: „Lio ist in unserem Revier!“ Bano stürmte in den Stall um sein Pferd zu holen. Sie selbst sprang aus dem Fenster und landete geschmeidig in ihrer Wolfsgestalt. Das Rudel war sofort bei ihr. Charly fragte scheu: „Kann ich euch Helfen?“ Scáth biss das Halsband durch und nickte. Darauf hin schloss sie die Augen, warf den Kopf in den Nacken und heulte laut. Immer mehr Wölfe stimmten mit ein. Bis das gesamte Rudel heulte. Als Sandra die Zähne bleckte und die Augen öffnete wichen alle außer Tony zurück. Ihre Augen waren komplett rot. Selbst das normalerweise Weiße in ihren Augen und sie leuchteten unheilvoll. „Kommt, wir zeigen denen jetzt, dass sie nicht tun und lassen können was sie wollen!“, sagte Scáth, „Lasst uns jagen!“ Ein zustimmendes Knurren ging durch das Rudel. Flankiert von Tony und Jerry rannte sie in den Wald. Charly und das Rudel hinter sich. Charly und Jerry tauschten die Plätze auf ihr Zeichen und leckte im über die Wange. Ein stilles Zeichen der Zuneigung. Nach kurzem hatte sie Lio und ihr Rudel aufgespürt. Sie standen auf einem Hügel und sahen knurrend zu ihnen hinunter Lio wurde von Angelo und Troy auf Pferden begleitet. Troy nickte ihr kaum merklich zu. Angelo sagte etwas zu Lio und diese sah aus ihren azurblauen Augen zu ihr auf. „Sandra wird vermutlich noch von Bano fest gehalten!“, hörte sie Angelo sagen. Scáth bleckte die Zähne. Charly war mit Tony zu Bano gelaufen und nun traten beide zu ihr. Lio zuckte erschrocken zusammen als Charly und Scáth sich wie üblich zur Begrüßung ihre Nasen aneinander stupsten. Scáth sprach laut: „Troy ich soll dir von Meister Lucifer ausrichten, dass du hervorragende Arbeit geleistet hast. Mein Glückwunsch!“ Dabei verzog sie ihr Maul zu einem Süffisanten Grinsen. Troy stand in die Steigbügel und verbeugte sich ebenfalls süffisant Grinsend: „Vielen Dank Sandra Scáth Blacknight Duat!“, gab er zurück und ritt zu ihr. Lio, Angelo und deren gesamtes Rudel sahen sie fassungslos an. Scáth gab das Signal für das Rudel noch zu warten. Mit einem großen Satz sprangen sie, Charly und Tony den Hügel hinunter. Sie landeten ca. drei Meter vor Lioba. „Gestatten: Mein Name ist Sandra Scáth Blacknight Duat!“, sagte Scáth, „Aber Sandra habe ich eigentlich Streichen lassen und nur wenige außer mein Rudel dürfen mich so nennen!“ „Schwester?“, fragte Lio unsicher, „Was ist passiert?“ „Meister Lucifer befahl mir dir deine Grenzen auf zu zeigen. Ich muss sagen ich habe noch einiges mehr erreicht.“ Jetzt knurrte Lio: „Du hast auf Lucifers Seite gewechselt?“ „Ich bin von ihm aufgezogen worden!“, erklärte Scáth und bleckte die Zähne. „Jetzt!“, rief Devil und die feindlichen Wölfe wollten sich auf Sandra stürzen. Tony und Charly standen ruhig da. Scáth warf den Kopf n den Nacken und heulte. Sofort setze sich das Rudel in Bewegung. Mit bösartigem Knurren trafen die Rudel auf einander. Scáth und Lio sprangen sich gegenseitig an. Scáth biss feste in Lios Schulter. Angelo darf getötet werden, gab Scáth Lucifers zuvor erhaltene Befehle an Troy weiter. Tony und Kiro, Lios Rechte Hand, waren in einen Zweikampf verwickelt. Scáth biss zum zweiten Mal feste in die Wunde von ihrer ersten Attacke und Lioba jaulte auf. Tony hatte Kiro jetzt im Nacken erwischt und warf ihm im hohen Bogen gegen Devil der versuchte sich an Scáth an zu pirschen. Lio biss Scáth mit all ihrer Kraft in die Flanke. Ohne es groß zu beachten biss Scáth sie in den Rücken. Lio jaulte auf. Scáth riss sie von sich weg und warf sie hoch in die Luft. Sie holte Luft und stieß eine Stichflamme aus. Lio versenkte sich das Fell und jaulte auf. Lios Rudel sah sie erschrocken zu ihrer Leitwölfin. Sandras Rudel blieb gänzlich unbeeindruckt und setzte einige böse Treffer. Scáth packte Lio am Hinterlauf und warf sie auf den Boden. Wieder jaulte Lio erbarmungswürdig auf. Scáth setzte ihre Vorderpfote in Lios Nacken. „Ich habe nicht den Auftrag dich zu töten Lio! Unter wirf dich und ich lasse es gut sein!“, meinte Scáth gelangweilt. Kiro wurde jetzt von Netor auf den Boden gedrückt. Tony und Charly hielten gemeinsam Devil am Boden. Dieser fragte nun panisch: „Und wen nicht? Tötest du dann deine eigene Schwester?“ Unruhig sahen ein paar Wölfe auf. „Ich sag es dir gleich! Ich bin nur meinem Rudel gegenüber sanftmütig. Lio gehört nicht mehr zu meinem Rudel!“, knurrte Scáth und bleckte die Zähne in Liobas Richtung. Jetzt sah Lio das Devil bedroht wurde. Sie versuchte nach Scáth zu beißen, doch sie kam nicht an sie heran. „Gib auf Lio!“, sagte Tony, „Die Leitwölfin ist zu stark für dich.“ Lio knurrte und versuchte sich zu befreien. Scáth knurrte kurz in Richtung Tony. Ohne zu zögern legte Tony Devil seinen Fang an den Hals. Lio jaulte erschrocken auf: „Lass ihn! Er hat nichts mit all dem zu tun!“

Teufelsblut?

 

„Womit habe ich nichts zu tun?“, fragte Devil nervös. „Ich war damals Schuld daran, das wir uns nicht mehr Lucifers Befehle unterordneten. Wir sind schließlich keine Höllenhunde sonder Wölfe. Und ich hatte es verdammt noch mal satt mich immer wie einer dieser Höllenhunde behandeln zu lassen und dann ging es los das wir eine Rasse von Höllenhunden wären.“, meinte Lio den Tränen nahe. „Es ist dir bewusst, das ich als Teufelswolf bezeichnet werde?!?“, fragte Scáth amüsiert, „Außerdem hast du meine Forderung noch nie erfüllt!“ Scáth knurrte bösartig und sofort schnappte Tony nach Devil. Plötzlich packte Angelo Troy und warf ihn auf Scáth. Im selben Moment verschwanden Lio und ihr Rudel. Angelo hatte sie fort teleportiert. „Troy runter von mir!“, knurrte Scáth und drückte sich hoch. Eilig sprang Troy auf und stellte sich neben sie. „Das war sehr gute Arbeit!“, lobte Scáth. Ihr Rudel sah sie fragend an und Netor meinte: „Aber sie sind uns entkommen!“ „Egal! Lioba hat eine wichtige Lektion gelernt!“, erwiderte Scáth ruhig, „Troy bitte, als Wolf bist du mir eindeutig lieber.“ „Wie du wünscht Scáth!“, meinte Troy und schon stand ein schwarz-brauner Wolf bei ihr. Die beiden sahen fast identisch aus. Troy war nur geringfügig kleiner und ein wenig schmächtiger als Scáth. Bano sah sie ungläubig an und fragte: „Wie kommt es das ihr euch so ähnlich seht?“ „Ein anderes Mal Bano!“, sagte Scáth, „Seit bitte ruhig! Ich muss nachdenken!“ „Du willst das Rudel nicht mehr missen Schwester? Der Meister wird dem schon zustimmen. Doch vergiss nicht, wir haben einen Auftrag der Ausgeführt werden muss!“ Tony rannte los um Diem die Information zu liefern. Kurz darauf tauchte Lucifer auf. „Du hattest sie schon fast! Aber egal: Ab jetzt wirst du dich voll und ganz auf Angelo konzentrieren! Wen er aus dem Weg geräumt wurde ist es ein Kinderspiel Lio zu unterwerfen! Nur Blacknight, sei vorsichtig! Ich will nicht das die Erzengel auf dich aufmerksam werden!“, sagte der Dämon und übernahm das Pferd von Troy. Scáth nickte. Dann landete etwas auf ihrer Nase. Verblüfft wanderte ihr Blick in den Himmel. Es begann zu schneien. „Wir werden in meine Villa nach Spanien gehen. Dort können wir überwintern! Im Schnee jagt auf Lioba und ihr Rudel zu machen wäre töricht!“, meinte Scáth, „Ich erkläre dir alles dort Bano. Ich will mir endlich auf die Sonne auf den Pelz scheinen lassen.!“ Damit wurde alles vorbereitet um das Lager zu wechseln.

 

„Hier her hast du dich also immer zurück gezogen wen du verwundet wurdest!“, sagte Troy und sah sich staunend um. „Achtzehn Hektar Wald, vier Hektar Wiesen und alleine der Garten hat 300 Quadratmeter.“, erklärte Sandra, „Das Gelände ist eingezäunt, ihr seht also wo das Grundstück endet. Ihr könnt euch auch alle ein Zimmer heraus suchen. Im Obersten Stock haben nur Tony, Troy, Bano und Charly Zutritt! Ich will dort nur in absoluten Notfällen gestört werden!“ Durch die Wölfe ging ein verständnisvolles Nicken. Jeder Alpha brauchte seinen Rückzugsort. Tony fragte neugierig wie immer: „Wieso ist das Grundstück eingezäunt?“ „Das wollte Lucifer so als er es mir kaufte. Damit es hier sicher ist! Über den Zaun kommt keiner ohne das es bemerkt wird. Es seiden er kann fliegen!“, erklärte Sandra. Das Gepäck wurde sofort von einigen Dienstboten abgenommen. Das Haus war eine riesige Finca mit drei Flügeln je drei Stockwerken. Es war weiß gestrichen und wirkte freundlich mit den großen Fenstern. Der Kiesweg der von der riesigen Garage zum Haupthaus führte war von Blumenbetten gesäumt und es zweigten mehrere Wege ab, die um das Haus in den Rosengarten und zu einem Stall führten. „Silverrun, Chipsi und Nightrun werden nicht geritten. Alle anderen Pferde sind okay. Scáth gähnte und meinte: „Ich gehe schlafen. Euch rate ich auch dazu.“ „Gute Nacht!“, kam es vom Rudel zurück.

 

Sandra war am nächsten Morgen früh auf und lief mit Tony und Charly den Zaun am. „Runter!“, befahl sie plötzlich. Sofort duckten sich ihre Begleiter. Scáth hatte zwei Engel entdeckt. „Glaubt Ihr dieser Wölfin etwas? Ich meine sie ist trotz allem noch ein Höllenhund und die Schwester des Teufelswolfs. Für mich hört sich das nicht sehr vertrauenswürdig an. Wer oder was ist überhaupt ein Teufelswolf?“, sprach der eine Engel. Scáth unterdrückte ein Kichern. „Ramiel, es reicht das ich und die anderen Erzengel das wissen und Lioba ist auf unserer Seite. Und sie ist ein Himmelswolf und kein Höllenhund.“, sprach der andere. „Ja Erzengel Aftiel !“, bestätigt Ramiel. Tony lauf zu Lucifer und berichte ihm was hier geschieht! Sag ihm ich stecke bis zum Hals in Schwierigkeiten!, befahl Sandra. Bevor Tony los laufen konnte sprach Aftiel : „Hier in der Nähe dürfte ihr Domizil sein!...“ Bis zu den Ohrenspitzen! Lauf sofort los Tony!, befahl Scáth. Sofort preschte Tony los. Charly und Scáth zogen sich lautlos zurück. Dann rannten sie so schnell sie konnten zum Haus zurück. Scáth tobte vor Wut. Wie zur Hölle hatten die Erzengel von ihr erfahren und warum wussten sie von ihrer Villa. Bösartig knurrend sprang Scáth gegen einen der gewaltigen Bäume und dieser fiel krachend auf den großen Vorplatz. Einige Wölfe des Rudels fuhren erschrocken herum. „Sag mir Bescheid wen Tony und Lucifer hier sind!“, knurrte sie Netor an. Dieser nickte ängstlich. „Was ist passiert?“, fragte Aron. „So hab ich sie ewig nicht mehr erlebt!“, flüsterte Troy. Vivi trat ängstlich zu ihrem Lehrer und fragte: „Wie lange wird sie brauchen bis sie sich beruhigt?“ Jetzt sahen alle zu Troy. „Kommt darauf an was sie so aufgeregt hat. Es kann ein paar Stunden gehen, ein paar Tage oder eine paar Wochen.“, erklärte Troy, „Als damals der Streit mit Lioba entstand war sie vier Wochen so aggressiv das selbst mächtige Dämonen ihr aus dem Weg gingen. Aber wen man ihr nahe genug steht ist man nicht in Gefahr.“ „Wie nahe?“, fragte Jerry. „Sie ist eine Alphawölfin. Als ihr Rudel seit ihr sicher, aber ich würde euch raten, nicht mit ihr zu streiten. Es könnte sein das sie etwas heftiger reagiert in den nächsten Tagen.“, sprach Troy. Im selben Moment fuhr auch schon ein schwarzer Ferrari die Einfahrt hoch. Als das Cabrio hielt sprang Tony heraus. Lucifer stieg auf der Fahrerseite aus dem Wagen, strich Tony über den Kopf und lief eilig ins Haus, ohne die Wölfe weiter zu beachten. Scáth lief knurrend auf und ab. Wer ist die verdammte Ratte!, dachte sie. „Das würde mich auch interessieren!“ „Lucifer!“, sagte Scáth erleichtert. „Ich werde hier bleiben kleines! Mach dir keine Sorgen! Ich will meinen Liebling ja nicht an einen Todesengel verlieren “, sagte Lucifer. „Ich mach mir sorgen um mein Rudel. Außerdem, du weißt wie ich gegen Ende der Winterpause sein kann...“, erzählte Scáth. Lucifer nahm sie in den Arm. So väterlich war er nur bei ihr und Troy. „Mach dir keine Sorgen, deinem Rudel passiert nicht.“ Bano klopfte zögernd und trat ein. „Sandra? Da sind zwei Herren, die sich gerne mit dir unterhalten würden!“, meinte er zögerlich. Scáth seufzte: „Wen ich nicht runter gehe kommen sie rauf! Begleitest du mich bitte Lucifer? Als Wolf oder so.“ Lucifer lächelte: „Natürlich!“ Einen Wimpernschlag später stand neben Scáth ein Wolf. Lucifers Fell wirkte als würde es das Licht aufsaugen. Scáth ging mit stolz erhobenem Kopf und selbstbewusster Haltung in die Empfangshalle. „Was kann ich für sie tun meine Herren?“, fragte sie in perfektem Spanisch. „Seniora, mein Name ist Erzengel Aftiel . Ich würde mich gerne mit Ihnen unterhalten.“, meinte Aftiel . „Darf ich fragen wie sie mein Anwesen gefunden haben?“, fragte Scáth mit hörbarem knurren. „Wir haben eine Möglichkeit!“, Ramiel knurrte ebenfalls. Lucifer teilte ihr mit: Biete ihnen doch etwas zu trinken an. Scáth folgte seinem Rat und fragte Aftiel : „Kann ich dir etwas zu trinken an bieten? Deine Begleitung werde ich fürs erste ignorieren! Ich bin eine Alpha und erwarte den entsprechenden Respekt!“ „Das verstehe ich!“, meinte Aftiel und Scáth glaubte wirklich das er verstand, „Ein Kaffee wäre freundlich!“ Scáth scheuchte einen ihrer Angestellten los um einen Kaffee und eine Cola zu hohlen.

 

Aftiel beobachte die junge Frau ihm gegen über sehr genau. Sie war impulsiv und konnte wie auf Knopfdruck wieder ruhig und beherrscht werden. Wen Lucifer sie wirklich „rekrutiert“ hatte tat er ihm Leid. Zu ihren Leuten schien sie gut zu sein. Sowohl von den Angestellten als auch von den Wölfen ging große Loyalität aus. Aftiel war sich sicher das er bei einigen sogar Bewunderung gespürt hatte. Doch der Wolf, welcher das Mädchen begleitete, war ihm nicht geheuer! Irgendwas kam ihm an dem Tier bekannt vor. Da er noch nicht wusste woher, entschied er erst ein Mal darauf zu vertrauen, dass die junge Wölfin keinen Kampf provozieren würde. Als der Kaffee kam hielt er es für einen guten Moment, mit ihr über das Geschäftliche zu sprechen. Doch sie kam ihm zuvor. „Worüber wollten sie mit mir sprechen Senior?“, fragte sie ihn und führte ihn in ein großes, gemütliches Wohnzimmer. Aftiel setzte sich auf das Sofa und sprach: „Du sollst in letzter Zeit öfter mit dem Schwarzmagier Al Bano gemeinsam agieren. Auch sollst du recht viel Zeit mit Lucifer verbringen!“ Nun konnte Aftiel zu seinem Erstaunen eine hochgradige Veränderung an Sandra erkennen. Von einem Moment auf den Anderen wirkte sie nicht mehr so jung und unerfahren.

 

Scáth konnte beobachten wie Aftiel die Stirn bei ihrer Reaktion runzelte. „Al Bano war mir in den letzten Woche wirklich sehr nützlich. Dank ihm bin ich in der Lage gewesen mein Rudel wieder um mich zu sammeln.“, erwiderte sie und lehnte sich in ihrem Lieblingssessel zurück. Sie sah wie der Engel ihr gegenüber die Information verarbeitete. Ramiel wollte sich auf das zweite Sofa setzen, doch Lucifer sprang darauf und knurrte ihn an. „Und Lucifer?“, fragte Aftiel . Scáth sah ihn mit rot glühenden Augen an und reagierte wie Lucifer sie gebeten hatte: „Paṕa ist der Grund dafür, dass ich noch Lebe, nachdem meine Schwester ja so viel Ärger gemacht hat.“ „Paṕa!“, keuchte Ramiel. „Das wusste deine Schwester nicht!“, stellte Aftiel nüchtern fest. „Ich würde es begrüßen, wen diese Information mein Grundstück nicht verlassen würde. Ich habe bereits genug einflussreiche Feinde in der magischen Welt.“, meinte Scáth. Aftiel schüttelte lachend den Kopf: „Von mir erfährt niemand was! Ramiel wird das Treffen wieder vergessen.“ „Ja, dafür würde ich gern sorgen!“, sagte Lucifer und lag auf dem Rücken mit, hinter dem Kopf verschränkten Armen, auf der Couch. Bevor Aftiel ihm wieder sprechen konnte stand Ramiel auch schon unter Hypnose. Aftiel sah wenig überrascht aus. „Medea ist aber nicht deine Tochter?!?“, wollte der Erzengel wissen. „Die Beiden sind Halbgeschwister!“, sagte Lucifer. Scáth brummte: „Braucht ihr mich noch? Wen nicht hab ich ein Rudel das meine Aufmerksamkeit benötigt.“ Auf ein Zeichen von Lucifer hin verließ sie als Blacknight den Raum. Scáth fragte Tony; „Wie lief die Rattenjagd?“ Netor sah sie entsetzt an: „Wir haben eine Ratte?“ „Ja und es ist eine wirklich Fette. Charly und ich haben ehrlich gesagt Angst vor deiner Reaktion.“, meinte Tony. „So schlimm?“, fragte Troy. Tony nickte nur. „Wir reden weiter wen diese verdammten Engel hier weg sind. Sie müssen nicht unbedingt mit bekommen wie ich mir eine Ratte zur Brust nehme!“, knurrte Scáth, „Wen ihr mich sucht, ich bin in der Bibliothek.“ Scáth vertiefte sich in einem Buch um sich ab zu lenken, während Lucifer Aftiel erklärte wieso keiner von ihr oder Troy wusste. Nach einer Stunde kam Troy und sagte das die Engel fort waren. Gleich darauf stand Scáth in der Empfangshalle. Tony kam herein und hinter ihm tappte Vivi. Sie war noch keine vier Meter weit gekommen, als Scáth sich gewaltsam Zutritt zu ihren Gedanke verschaffte. Die Wölfe des Rudels kamen angelaufen, da sie durch das erschrockene Jaulen von Vivi angelockt wurden. „Wieso hast du uns an die Erzengel verraten?“, knurrte Scáth und zog ihre Lefzen so hoch, dass man jeden Zahn sehen konnte. Vivi knurrte zurück: „Du und dein Bruder habt daran Schuld! Vor zehn Jahren habt ihr während der Kämpfe meine Eltern getötet, obwohl sie euch anflehten sie zu verschonen!“ Troys Blick wurde eiskalt als er neben Scáth trat. „Deine Eltern haben uns nicht angefleht ihr Leben zu verschonen, sondern deines! Ich hatte gehofft dir mehr Respekt vor den Toten beigebracht zu haben, doch du wirfst einfach fort was deine Eltern hinter ließen. Sie waren damals so schwer verletzt, dass sie es nicht mal mit unserer Hilfe überlebt hätten und dessen waren sie sich auch Bewusst!“, erklärte er und schüttelte seinen Kopf, „Hätten wir dich damals nicht mit uns genommen wärst du nun tot!“ „Das ist sie nun auch! Oder viel mehr: So gut wie!“, knurrte Scáth bösartig und bleckte die Zähne, „Diem konnte ich weniger hart bestrafen, da er uns an feindliche Wölfe verriet. Du jedoch hast jedoch deine Informationen an die Erzengel weiter gereicht! Damit hättest du uns alle ins Verderben schicken können!“ „Mach es ihren Eltern zu liebe schmerzlos! Ich werde es mir aber nicht ansehen Ich bin laufen!“, meinte Troy und rannte aus dem Haus. „Ich wünschte du hättest es nicht getan!“, sagte Scáth zu ihr und klang unendlich traurig. Sie schloss kurz die Augen. Ohne Vorwarnung sprang sie Vivi an die Kehle. „Es tut mir wirklich Leid Miro!“, murmelte Scáth und zog sich zurück. Netor sagte: „Verständlich oder?“ „Vivi oder die Leitwölfin?“, wollte Caro wissen. „Die Leitwölfin. Sie gilt als Dämonin. Wen die Erzengel mehr erfahren ist das ihr sicherer Tod!“, erzählte Netor. „Wieso gilt sie als Dämonin?“, wollte Dielela, eine junge Jägerin, wissen. „Weil sie selbst in den großen Kriegen der Dämonen immer an Lucifers Seite blieb und treu zu ihm steht. Selbst im Krieg gegen Telinio.“, sagte Tony. Netor sah ihn irritiert an. „Wo her weist du das?“, wollte Aron wissen. „Scáth und Troy reden viel mit mir darüber. Sie meinen man muss die Geschichte verstehen um die Zukunft beeinflussen zu können!“, erklärte Tony. Lucifer trat zu ihnen in seiner Wolfsgestalt. „Tony wo ist Blacknight?“, fragte er und ignorierte die umstehenden Wölfe. „Oben. Sie will nicht gestört werden.“, sagte Tony ohne Angst. Die anderen wichen ängstlich vor ihm zurück. Selbst Al Bano. „Moonlessnight?“, fragte Lucifer ungerührt und sah zu der toten Vivi, die weggebracht wurde. „Laufen schon bevor...“, Tony unterbrach sich selbst. „Tony duze mich ja!“, sagte Lucifer und tappte Richtung Treppe. „Du sollst ihn duzen?“, fragte Charly, „Warum?“ „Tony!“, rief Lucifer. Sofort folgte Tony dem Ruf. Lucifer verwandelte sich vor der Bibliothek wieder in seine menschliche Gestalt. „Blacknight?“, sagte er eindeutig verärgert. „Ja?“, fragte Sandra und trat in den Raum. „Du und Troy stecken in Schwierigkeiten! Ihr habt eine Verräterin in unsere Mitte gebracht. Dafür werde ich euch beide eine Strafe aufbrummen!“, sagte Lucifer. Er drehte sich nicht zu ihr um, was bedeutet das er wirklich sauer war. Tony sah erstaunt zu wie Scáth unterwürfig den Blick senkte und sagte: „Ich kann nur für mich sprechen, Vater, doch ich werde jede Strafe akzeptieren, MyLord! Doch bitte nicht so das mein Rudel es mit bekommt. Ich möchte nicht das sie eingeschüchtert werden.“ „Einverstanden, aber in Zukunft lieferst du mir diese Verräter aus! Anderenfalls schicke ich dich in Erziehungsurlaub!“, fauchte Lucifer. Scáths traurige Augen wurden groß und sie fiepte, trotz Menschengestalt, ängstlich. „Wie du wünscht Meister!“, bestätigt Scáth unterwürfig. Verwundert drehte sich Lucifer nun doch zu ihr herum. „Dir geht es wirklich schlecht!“, stellte er nun fest, „Troy wird es nicht besser als dir gehen. Ihr Zwei seit schon gestrafft genug!“ Lucifer zog Scáth in seine Arme um sie zu trösten. Tony sah sich das ganze verwirrt an. „Darf ich fragen was hier vor sich geht?“, fragte er schüchtern. „Komm her!“, forderte Scáth ihn auf. Tony verwandelte sich in einen kleinen, etwa fünf Jahre alten Jungen und kam zu ihr und Lucifer. „Wen ich das richtig verstanden habe bist du ihr Vater?“, fragte Tony und setzte sich bei ihm auf den Schoß. Scáth sah zu Lucifer und fragte: „Du akzeptierst ihn?“ „Du hast ihn doch schon praktisch adoptiert.“, meinte Lucifer, „Und bisher scheint der süße Kleine ja wirklich zuverlässig zu sein.“ „Ich sehe zwar süß aus, doch ich bin sicher nicht ungefährlich!“, knurrte Tony spielerisch. „Das stimmt Kleiner!“, meinte Lucifer. Sandra schmiegte sich noch enger an Lucifer. „Kannst du für ein paar Tage bleiben?“, murmelte sie leise. „Natürlich Kleines. Ein paar Tage kann ich schon hier bleiben...“, meinte Lucifer und bemerkte das Sandra am einschlafen war. Vorsichtig kletterte Tony von ihrem Schoss und verwandelte sich. Lucifer hielt sie noch einen Moment im Arm, dann nahm er sie auf den Arm und brachte sie in ihr Zimmer. Dort legte er sie ins Bett und deckte sie zu. „Ich bleibe bei ihr Tony. Beruhige du doch das Rudel etwas und such vielleicht nach Moonlessnight!“, meinte der Meisterdämon dann leise. Tony nickte und lief in das große Wohnzimmer. Welches das gesamte Rudel nutzte. „Wo ist Sandra?“, fragte Jerry. „Sie schläft.“, meinte Tony, „Wir sollen uns keine Sorgen machen. Aber Vivi stand Troy und ihr wohl sehr nahe...“ „Verstehe. Da ist so ein Verrat noch viel schmerzhafter.“, meinte Caro. Charly sah unsicher zur Treppe. „Wen du jetzt hoch gehst macht Lucifer einen Bettvorleger aus dir Charly!“, rief Tony auf dem Weg ins Freie.

Vertrauen

 

Tony hatte Troy bald gefunden und ihn mit sanftem Druck dazu gebracht zum Haus zurück zu gehen. Troy knurrte ihn zwar immer wieder genervt an, aber Tony ließ sich nicht davon ab bringen ihn die Treppe hoch zu lotsen und zu Lucifer, welcher in Wolfsgestalt am Fußende von Scáths Bett lag. „Kommt her ihr zwei!“, meinte er in einem fürsorglichen Ton, der so gar nicht zu seinem Ruf passte. „Es tut mir Leid Vater.“, murmelte Troy und blieb vor dem Bett stehen. Lucifer verdrehte die Augen: „Das war mir klar Junge! Und jetzt bewege deinen pelzigen Hintern zu uns drei hoch!“ Troy lächelte traurig und sprang zu seiner Schwester, Tony und Lucifer aufs Bett. Einen Moment später schliefen auch die drei tief und fest.

 

Am nächsten Morgen wachte Sandra auf und lag zwischen drei Wölfen. Sie streckte sich. „Wie geht es dir Scáth?“, fragte Lucifer und hob den Kopf. „Besser!“, meinte sie in einem Ton, als wäre sie am Vortag nur erkältet gewesen. „Troy?“, fragte Lucifer und sah seinen Sohn fragend an. „Es wird schon werden...“, meinte der schwarze Rüde. „Vater... hast du etwas dagegen, wenn ich das Rudel so lasse?“, begann Sandra zögernd, „Ich meine, natürlich werde ich an meinem Auftrag festhalten, aber ich will die Sache mit Bano endlich beenden. Diese Pläne gehen mir schon lange gegen den Strich...“ „Ganz meiner Meinung meine Kleine!“, sprach Lucifer, „Bano will die Teufelswölfe unter seine Kontrolle bringen! Das entspricht nicht meinen Vorstellungen. Dein Rudel wird bald in der Lage sein die anderen zu kontrollieren und das reicht aus meiner Sicht. Bano werde ich keine Kontrolle über euch gestatten!“ Troy und Sandra grinsten sich hinterhältig an und auch Tony begann zu grinsen. „Hoffentlich weigert er sich es zu akzeptieren. Dann zeigen wir dir, wie sich ein Richtiger Teufelswolf benimmt, wen Lucifer den Befehl zum Töten gibt!“, meinte Troy an Tony gewannt. Sandras Fell sträubte sich und sie knurrte: „Das wird ein Spaß!“ Tony sah die zwei fragend an. „Du weist doch, Tony, dass wir nicht gerade sanftmütig sind.“, sprach Sandra, „Wir beide gälten als höchst grausam und sind nur unserer Familie oder unserem Rudel gegenüber sanftmütig. Bano gehört zu weder noch und seine Pläne gefallen uns auch nicht wirklich.“ „Ich versteh! Wer nicht zur Familie gehört, verdient dieses Verhalten nur zu Zwecken der Täuschung oder unter besonderen Umständen!“, fasste Tony zusammen. Lobend leckte Scáth dem jungen Rüden über die Ohren während Lucifer bestätigte: „So ist es Kleiner!“ „Dann lasst uns jetzt zu unserem Rudel gehen Jungs!“, meinte Scáth und sprang von dem riesigen Bett, „Sie werden sich sorgen machen!“ Scáth lief, flankiert von Troy auf ihrer rechten und Lucifer auf ihrer Linken Seite die Treppe hinab. Tony folgte den drei sofort. Schon von der Treppe konnten sie hören wie Jerry knurrte: „Du hast uns nichts zu sagen Bano! Wage es dich nicht über Sandras Kopf hin weg Entscheidungen zu treffen!“ Die vier tiefschwarzen Wölfe stoppten an der Treppe in den Eingangsbereich. Troy und Lucifer knurrten unverhohlen und Sandra rief wütend: „Was geht hier vor?“ Sofort zuckten die Wölfe und Bano zusammen. Tony trat an Troys rechte Seite und stimmte in das knurren von Lucifer und Troy mit ein. „Bano wollte uns gerade Befehlen nach weiteren Rudeln zu suchen und sie an zu greifen.“, berichtete Charly. Er stand Seite an Seite mit Jerry und die beiden wirkten, als wären sie kurz davor Bano an zu greifen. „Bano?“, knurrte Scáth und funkelte den Magier finster an. „Ich wollte sie nur in deiner...“, begann der Magier. „Du hast dem Rudel keine Befehle zu erteilen!“, knurrte Troy laut und deutlich. „Willst du ihm das erklärten Lucifer? Oder sollen mein Bruder und ich das übernehmen?“ „Ich mach das!“, knurrte Lucifer und lief auf Bano zu, welcher ihn mit großen Augen anstarrte. Lucifer verwandelte sich zurück in seine Menschengestalt und bedeutete Bano ihm in Scáths Büro zu folgen. „Wir müssen ihn nicht mehr lange ertragen...“, murmelte Troy vor sich hin, wie ein Mantra. „Wie konntest du ihn nur so lange ertragen, Scáth?“, fragte er während die beiden elegant die Treppe hinab liefen. Scáths Ohr zuckte und sie schnaubte belustigt, als sie antwortete: „Er war bisher recht nützlich! Du weist das ich nicht viel von den meisten Magiern halte Bruder! Aber solange sie von nutzen sind kann ich mit ihnen leben.“ „Geht es euch beiden wieder besser?“, fragte Caro besorgt. „Ja uns geht es besser!“, meinte Scáth, „Lasst uns auf die Jagd gehen!“ Damit führte sie das Rudel hinaus in den Wald.

 

Sie brauchten nicht lange um ein paar Rehe zu erlegen und das Rudel schlug sich die Bäuche voll. „Was meintest du vorhin, als du sagtest: Wir müssen ihn nicht mehr lange ertragen, Troy?“, fragte Nesar nach, als alle satt waren. „Schwester?“, fragte Troy vorsichtig. „Bano wird bald fest stellen warum seine Pläne nicht umsetzbar sind... Lucifer wird nicht zu lassen das er auch nur einen Wolf unter Kontrolle bringt. Erst recht nicht einen Wolf unseres Rudels!“, erklärte Sandra dann schwieg sie einen Moment. Als sie fort fuhr wirkte sie leicht unsicher. „Ich bin der Meinung es wird Zeit euch ein Geheimnis zu verraten...“, begann sie zögerlich, „Troy und ich sind, wie ihr wisst, Geschwister. Was ihr nicht so genau wissen dürftet ist, dass Lio nur meine Halbschwester ist. Sie hat einen anderen Vater als Troy und ich. Lios Vater ist eine Himmelskatze. Unser Vater ist Lucifer...“ Geschockt sah das Rudel seine Leitwölfin an. „Lucifer ist... dein Vater?“, fragte Charly und sah sie mit großen Augen an. „Das hat sie gerade gesagt!“, lachte Troy fies. „Troy!“, knurrte sie leise und schnappte nach dem Rüden. Aaron erholte sich als erstes von dem Schock: „Das ändert nicht wirklich etwas!“ „Ich bin seiner Meinung!“, warf Caro in den Raum. Nach und nach stimmte das gesamte Rudel zu. Gerührt sah sich Scáth um. „Ich vermute mal ganz frech, Sandra ist nicht dein Richtiger Name...“, stellte Jerry plötzlich in den Raum. „Ganz richtig!“, meinte sie, „Ich heiße eigentlich Scáth Blacknight Infernal.“ Komm zurück Scáth! Sofort!, hörte sie ihren Vater da auch schon in ihrem Kopf. „Jetzt wird es interessant!“, meinte sie und stand auf, „Wir sollen zur Villa kommen!“ Dann sprintete sie los. Tony und Troy fies grinsend neben ihr. Das Rudel folgte aufgeregt. In der Einfahrt stand Lucifer Bano gegenüber. Der Meisterdämon wirkte völlig entspannt, die Hände hatte er lässig in den Hosentaschen. Bano stand kampfbereit ihm gegenüber. Sofort reagierten die Geschwister und sprangen ihn von hinten an. Jeder packte einen Arm und drehte ihn geschickt auf den Rücken des Magiers. Sie zwangen ihn vor Lucifer auf die Knie und Troy nahm seine Menschengestalt an um ihn ganz zu übernehmen. Blacknight fixierte Bano mit leuchtend roten Augen. „Er weigert sich meine Entscheidung zu akzeptieren...“, meinte Lucifer gelangweilt. „Sollen wir ihn töten?“, fragte Troy und griff mit einer Hand in seinen Rücken. Lucifer schüttelte belustigt den Kopf: „Macht es richtig!“ Scáth lies ein böses knurren hören und sofort lies Troy den Magier los. Dieser ergriff panisch die Flucht. „Lassen wir ihm fünf Minuten Vorsprung!“, meinte Blacknight zu Tony, „Das macht es etwas spannender.“ „Vergesst nicht, es ist schon eine Weile her, seit ich euch auf diese Art der Jagd geschickt habe! Passt auf euch auf! Ich hohl mir ein Stück der Torte in der Küche! Will sonst noch jemand was?“, sprach Lucifer. „Geht ruhig mit! Das hier ist unsere Aufgabe!“, meinte Blacknight und Jerry verwandelte sich und ging mit Lucifer ins Haus. Der Rest des Rudels folgte sofort. „Die Zeit ist um!“, meinte Troy und sah Scáth fragend an. „Komm Tony! Aber halte dich zurück!“, meinte diese und rannte los. Sie hatten Bano schnell eingeholt. Scáth und Troy rannten leicht versetzt neben ihm her und schnappten immer wieder nach ihm. Hin und wieder erwischten sie ihn und rissen böse Wunden. Dann schlug Bano einen Hacken und lief zwischen Felsen hindurch. Troy war fast gegen sie gelaufen beim Ausweichen. Blacknight war mit einem Satz auf den Felsen und rannte oberhalb des Magiers neben ihm her. Zwischen den Felsen war zu wenig Platz für sie. Tony lief auf der Anderen Seite der Felsspalte und hielt gut mit. Dann stürmte Bano aus der Felsspalte heraus und lief auf einen Fluss zu. „Bano!“, kläffte Blacknight und der Magier drehte sich erschrocken um. Sofort sprang die Wölfin ab. Sie wirkte wie ein wahr gewordener Alptraum. Zielsicher biss sie ihm ins Gesicht. Der Schrei dürfte Kilometern weit zu hören gewesen sein. Dann packte sie ihn am Bauch und schüttelte den Magier. Noch lebte er, aber das würde sich bald ändern. Blacknight hörte Flügel schlagen und sah aus den Augenwinkeln wie Aftiel unweit landete. Mit einem bösen knurren überließ sie Bano Troy und trat auf ihn zu. „Hat er deinem Vater nicht gehorcht?“, meinte der Erzengel belustigt. „Freut mich, dass du es so amüsant findest. Was suchst du hier Aftiel ?“, fragte Blacknight und sah zu wie ihr Bruder mit Tony Bano bei lebendigem Leib zerfetzte. „Ich hab ein Problem und brauche deine und Lucifers Hilfe.“, meinte Aftiel . Blacknights Kopf fuhr herum. „Dein Ton gefällt mir nicht!“, meinte sie, „Es hört sich ernst an!“ „Ramiel wurde von der Hypnose deines Vaters befreit. Durch Michael und er hat verraten, dass ich zu gestimmt habe, mein Wissen über dich geheim zu halten. Er weiß zwar nichts mehr von unserem Gespräch im Detail, aber...“, erzählte Aftiel , „Ich bin als Konsequenz verbannt worden... Ich weiß nicht wohin...“ Blacknight stieß ihn zutraulich an und sagte: „Zeig mir das Mal oder deine Flügel! Ich muss vorsichtig sein!“ Aftiel krempelte seinen Hemd hoch. Auf seinem Oberarm war eine tiefschwarze Flamme zu sehen. Blacknight berührte sie und die Flamme wirkte als würde sie flackern, dann nickte die schwarze Wölfin. „Das reicht mir, Engel der Dämmerung!“, meinte sie. „Du bist gut informiert!“, meinte Aftiel. Troy trat zu ihr. „Wissen ist Macht!“, meinte er. Tony fügte an: „Und nur die Mächtigen überleben in unserer Welt!“ „Steig auf meinen Rücken... Wir haben einen weiten Weg vor uns!“, sprach Blacknight und der Gefallene stieg zögernd auf ihren Rücken. „Halte dich gut fest!“, mahnte sie und spürte wie er sich in ihrem Nackenfell fest hielt. Dann rannte sie los. „Ich glaube es nicht, dass sie ein zweites Mal den selben Fehler machen!“, seufzte Troy neben ihr. „Wundert mich auch! Erst recht wo sie mit Dad nicht fertig werden! Aber es sind eben dumme Wesen!“, meinte Blacknight. „Ihr wisst schon, dass ich bis vor einem knappen Tag noch zu diesen dummen Wesen gezählt habe?“, meinte Aftiel auf ihrem Rücken. „Ja, aber du hast Intelligenz bewiesen. Hättest du nicht zu gestimmt, stillschweigen zu bewahren, dann hätte Lucifer dich sicher getötet!“, meinte Tony und lief auf ihrer anderen Seite. „Was ist den hier los?“, fragte Lucifer mit großen Augen. Aftiel stieg schüchtern von Blacknights Rücken. „Aftiel wurde verbannt! Ich hab das Symbol selbst geprüft!“, meinte Scáth wieder auf zwei Beinen. Lucifer seufzte: „Ausgerechnet einen der Beiden Engel, vor denen ich Respekt habe!“ „Sei mir Willkommen solange du willst.“, meinte Scáth, „Du kannst dich wie zu Hause fühlen!“ „Danke!“, meinte Aftiel. Tony verwandelte sich und fragte: „Soll ich dir ein Zimmer zeigen? Du wirkst müde!“ „Ja, bitte!“, meinte der Gefallene und folgte dem kleinen Jungen. „Kümmerst du dich etwas um ihn?“, fragte Lucifer, „Ich bin zwar auch hier, aber er scheint dir zu vertrauen.“ „Wir kümmern uns alle um ihn! Du hast uns bei gebracht das alle Gefallenen sich als Familie betrachten! Und damit sind sie auch unsere Familie!“, meinte Scáth. Lucifer küsste sie auf die Stirn und die drei traten nach drinnen. „Duckt euch!“, rief Jerry warnend. Lucifer und Scáth konnten gerade noch so in Deckung gehen, doch Troy bekam ein riesen Stück Sahnetorte mitten ins Gesicht. Lucifer und Scáth sahen sich an und begannen zu lachen. „Wer war das?“, knurrte Troy und stampfte in den Raum. Es war mucksmäuschenstill. Dann zeigte einer der Rang niederen auf einen anderen. Troy griff nach zwei Stück Kuchen und warf jedem von ihnen eines ins Gesicht. Jerry, Lucifer, Scáth und Aron flohen ins Wohnzimmer. „Willst du das nicht unterbinden?“, fragte Aron vorsichtig. „Lass sie ihren Spaß haben. Aber meine Angestellten wissen, dass sie diese Sauerei nicht weg machen müssen!“, meinte Scáth fies grinsend. Als kein Kuchen mehr da war kam Troy auf sie zu. „So kommst du mir hier nicht rein!“, knurrte Scáth, „Alle hier geblieben!“ Sofort blieben alle stehen. „Ihr habt diese Sauerei verursacht, ihr macht sie auch wieder weg!“, knurrte sie. Damit drückte einer der Diener Troy einen Eimer und einen Mopp in die Hand. Troy sah sie verwundert an: „Ist das dein Ernst Schwester?“ Auch den anderen wurden Putzsachen in die Hand gedrückt. „Sehe ich aus als würde ich scherzen Bruder?“, erwiderte Scáth, „Bis zur Dämmerung habt ihr Zeit! Dann ist hier alles wieder sauber! Keine Magie Troy! Ihr Putzt von Hand!“ Mit diesen Worten verließ sie den Speisesaal und ging in den Hinteren Bereich des Hauses. Aron und Jerry folgten ihr, während Lucifer die Gestalt einer großen Main Coon an nahm und in der Tür des Speisesaals sitzend die Putzaktion überwachte. „So Jungs, wir haben einen frisch gefallenen Erzengel ihm Haus und er braucht frische Sachen!“, erklärte Scáth, „Ich hab hier ab und an Dämonen aufgenommen, die von Engeln angegriffen wurden und alles verloren hatten. Deshalb hab ich hier einen Vorrat an Kleidung.“ Scáth öffnete eine Abstellkammer und griff Zielsicher nach zwei Kartons. Sie drückte jedem der Rüden einen in die Hand und sagte: „Die müssten passen.“ „Kann es sein, dass du immer auf fast alles vorbereitet bist?“, fragte Aron vorsichtig. „Ich bin in Zerebero und im Tartarus aufgewachsen Aron. Immer zwischen Onkel Hades und Vaters Residenzen hin und her gewechselt. Da lernt man schnell auf alles vorbereitet zu sein.“, erklärte Scáth und sah sich suchend um. Während sie nach einer kleineren Kiste griff fragte Jerry: „Im Tartarus? Onkel Hades?“ „Im Prinzip sind die erste Generation Engel und Unterweltler Kinder zweier Mütter und eines Vaters.“, sprach Ker, „Der Vater ist Chronos. Die Mutter der Engel ist Livea, das Licht. Die Mutter der Unterweltler ist Drane, die Dunkelheit. Hades ist ein Unterweltler der Ersten Generation. Also ein Halbbruder meines Vaters und mein... man könnte sagen Taufpate.“ Während sie erklärte ging Scáth die Treppe rauf und die beiden folgten ihr. „Deine Familiengeschichte ist kompliziert!“, brummte Aron. Scáth lachte auf: „Versuch dir Mal die Namen meiner ganzen Onkels und Tanten zu merken! Dann ihre jeweiligen Kinder noch und was wer für Aufgaben hat! Oder ob du ihnen besser aus dem Weg gehst, weil sie dich umbringen wollen oder ob sie dir Freundlich gesinnt sind!“ „Lieber nicht!“, meinte Jerry, „Ich hab das Gefühl als würde das länger gehen.“ „Ich kenne nicht Mal die Hälfte aller Verwandten und bei den Cousins und Cousinen sind es noch weniger!“, kicherte Scáth. Dann erreichten sie die Tür hinter der sie Tony spürte. Scáth klopfte und trat ein. „Aftiel? Ich hab dir ein paar Klamotten gebracht!“, sagte sie und stellte den Karton auf einen Tisch ab. Die Rüden in ihrer Begleitung folgten ihrem Beispiel. „Danke Sandra! Das ist wirklich nett!“, erwiderte Aftiel. „Ruh dich aus! Morgen reden wir in Ruhe!“, entschied Scáth, „Schlaf gut!“ „Danke du auch!“, gab der Gefallene zurück und die Wölfe verließen den Raum.

Imprint

Text: Tatjana Schnee
Images: Tatjana Schnee
Publication Date: 07-23-2014

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Dedication:
Dieses Buch widme ich meiner Großmutter (+ Nov. 2012) und meinem Großvater (+Nov.2014). Ruhe in Frieden, wir bekommen es hier unten schon auf irgendwie auf die Reihe!

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