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Als ich aufwache blicke ich dem Mädchen direkt in die Augen. Sie sind von einem übernatürlich schönem Grün. Überhaupt fällt mir jetzt erst auf wie hübsch sie ist. Sie lächelt mich an, obgleich der schrecklichen Situation in der wir uns befinden. Wahrscheinlich ist sie mir einfach nur sehr Dankbar dafür, dass ich ihren Tod um einige Stunden hinausgezögert habe. Ich bin mir inzwischen sicher, dass wir sterben werden. Wenn ich daran denke, entgleiten mir ein paar Tränen. Ich hätte nie gedacht, dass ich als ganzer Kerl, einmal so voller Emotionen bin. Aber wer wäre das nicht in so einer Situation? Ich versuche mich aufzurappeln. Richtig schwach bin ich geworden, denn ich merke, dass es mir gar nicht so leicht fällt, wieder auf die Beine zu kommen. Sie hilft mir, indem sie mich ein wenig stützt. Dankbar lächele ich. Oder versuche es zumindest. Als ich stehe, kippe ich aber gleich wieder um. Es ist einfach zu viel für mich. Fürsorglich setzt sich das Mädchen zu mir und legt meinen Kopf in ihren Schoß. Sie streichelt mir über mein Haupt. Wieso tut sie das? Wieso ist sie so nett zu einem weißen Engel, ihrem Erzfeind? Ich führe alles auf Dankbarkeit zurück. Vielleicht ist sie es Leid für den Satan zu arbeiten. Nein, das kann nicht sein, sie will doch noch Rache an Gott, oder? Ich verstehe gar nichts mehr. Aber ich genieße es irgendwie, da so in ihrem Schoß zu liegen. Es beruhigt mich ungemein. Wir sehen uns in die Augen, sehr lange. Ich glaube eine halbe Stunde starren wir uns so an. Aber ich kann nichts dafür, ich bin einfach in ihren schönen , undefinierbaren grünen Augen versunken. Plötzlich kann ich nicht mehr anders, ich muss sie küssen. Sie weicht meinem Kuss jedoch aus. Ich kann ihren Gesichtsausdruck nicht deuten. Vielleicht Angst, oder Schmerz. Leise sagt sie: „Ich würde dich wirklich gerne küssen, Jasper. Leider bringe ich dich damit in größte Gefahr!“ Ungläubig starre ich sie an: „Woher kennst du meinen Namen? Und in welche Gefahr bringst du mich?“ Ruckartig will ich mich aufsetzen, vor lauter Kraftlosigkeit sacke ich aber wieder zusammen. Trotzdem rede ich weiter: „So rede doch!“, flehe ich. Wiedereinmal bin ich der Verzweiflung nahe. So eine ausweglose Situation und dann auch noch jemand den ich unbedingt küssen will, mir dann aber erzählt, dass er mich damit in Gefahr bringen würde. Seufzend lasse ich den Kopf hängen. Doch schon ist sie bei mir und hält mein Gesicht in ihren Händen, sieht mir geradewegs in die Augen und flüstert: „Also gut Jasper. Du musst mir versprechen mich ruhig anzuhören.“ Ich nicke und sie fährt fort: „Meine Anwesenheit hier, ist beabsichtigt Jasper. Es war von Anfang an so geplant. Es war alles geplant. Genauso wie es sein sollte, lief es zuerst auch ab. Es sollte genauso sein, dass mich die Engel vor der Tür festhalten. Ich hätte laut dem Plan, die Engel dann eigentlich töten müssen, aber dann kamst du ins Spiel. Auf einmal brach meine ständige geistige Verbindung zum Satan ab und ich spürte etwas anderes. Ich spürte dich. Ich spürte wie du dich vor Gott für mich eingesetzt hast. Ich konnte nicht anders als mich von diesen Typen loszureißen und zu dir zu stürmen. Deine plötzliche Angst um mich hat mein Herz erwärmt, ja sogar die Verbindung zwischen mir und dem Teufel gelöst. Und genau deshalb wird es hier oben bald Krieg geben, Jasper. Der Teufel weiß nicht wo ich bin, ohne diese ständige Verbindung zwischen ihm und mir. Da er aber noch in Verbindung mit mir war, als die Engel mich vor der Tür festgehalten haben, wird er hier oben als erstes nach mir suchen. Das bedeutet Krieg! Er will seine beste Angestellte wieder zurück und um sie wieder zu bekommen schreckt er vor nichts zurück. Deshalb darfst du mich nicht küssen Jasper. Denn einem Kuss folgt ein zweiter und dritter und so weiter. Wenn der Satan hier ist und wieder mit mir Verbindung aufgenommen hat, wird er merken, dass ich mich verliebt habe und dich töten wollen.“ Sie wird rot bei den letzten Worten. Gerade hat sie mir gestanden, dass sie mich liebt. Mir wird klar, dass ich sie auch liebe.Das ganze Zeug, dass sie dahergelabert hat, scheint mir plötzlich völlig unwichtig, obwohl ich weiß, dass ihre Worte von großer Bedeutung sind. „Aber wir können aus dem ganzen Tumult, der hier bald entstehen wird, auch unsere Vorteile ziehen. Wir können flüchten!“, sagt sie noch. Dann sieht sie mich mit ihren wunderschönen Augen an. Ich lese darin so etwas wie eine Bitte, mit ihr zu kommen. Insgeheim habe ich schon lange beschlossen mit ihr zu gehen. Ich möchte dieses Mädchen nie mehr aus den Augen verlieren. Aber dass ich sie nicht küssen kann, schmerzt mich sehr. Ich frage eine, eigentlich zu diesem Zeitpunkt relativ unpassende Frage: „Wie heißt du eigentlich?“ „Zoe.“ „So Mädchen jetzt will ich dir mal was sagen: Du kannst mich nicht einfach so mit deinen unbeschreiblich schönen Augen hier bezirzen und dich in mich verlieben. Nicht ohne dir vorher gesagt zu haben, dass ich dich auch liebe!“ Treuherzig sehe ich sie an. Ich weiß, dass sie sehr glücklich ist, im Moment. „Natürlich komme ich mit dir, glaubst du etwa ich will so etwas schönes wie dich verlieren?“, füge ich noch hinzu. Ich sehe die gigantische Freude in ihren Augen. Ich sehe auch, dass sie mir unglaublich gerne Zärtlichkeiten zukommen lassen würde, aber leider weiß sie ja nie wann Satan die Verbindung wieder herstellt. Schließlich setzen wir uns jeweils an eine Mauer des Zimmers, sodass wir uns gegenüber sitzen. Ich will ihr viel näher sein, aber ich weiß ganz genau, dass das fatale Folgen haben könnte. Obwohl es mir eigentlich egal wäre. Ich würde für sie sterben. Aber ich will noch mehr Zeit mit ihr verbringen. Deshalb nur kein Risiko eingehen. Ich habe noch nie für einen Menschen so gefühlt. Ich genieße es und verliere mich wiedereinmal in
ihren Augen.

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Publication Date: 08-25-2010

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Dedication:
Diesmal für bellablume!!! Weil sie sosehr mitfiebert!!!

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