Cover

So begann es …

 Trommeln dröhnten eine harte Melodie und greller, orangeroter Feuerschein zauberte eine höllische Beleuchtung auf den Platz zwischen zwei Zuckerrohrfeldern. Ein weiß gekleideter Houngan durchschritt die Reihen von stampfenden Tänzern, die sich in wilden Verrenkungen bewegten. Dann ergriff er einen kleinen Leinenbeutel und schüttete den Inhalt, ein feines, blaues Pulver, am Rand des Feuers aus. Es zischte, und gelbe und rote Feuerschlangen wanden ihre Leiber bis hoch in den Himmel aus dunkelblauem Tuch. Hier verharrten sie und beobachteten die Zeremonie aus Dämonenaugen.


  Außerhalb des Kreises der schwitzenden und zuckenden Körper standen zwei junge Männer. Sie waren wie Seeleute gekleidet und betrachteten das Geschehen mit kritischen Gefühlen.

 

„Ich frage mich gerade“, sagte der kleinere von beiden, „ob es unserer Gesundheit zuträglicher wäre, schnellstens eine größere Distanz zwischen uns und diese Voodoo-Leute zu bringen!“

 

„Verdammt!“, grollte der andere. „Wie konnte es nur so weit kommen? Es sollte doch nur ein Scherz sein!“

 

In diesem Augenblick kam der alte Zauberer grinsend auf sie zu. Dabei bleckte er Zähne, die bedrohlicher als die eines Jaguars wirkten. Befriedigt nickend wies er auf das unheimliche Spektakel.

 

„Die Bestellung ist bereit zur Auslieferung!“ Eine der Feuerschlangen zischte laut und spie gelbe Funken in ihre Richtung.

 

 „Aber seid auch ihr bereit?“

 

Der Gesang der Trommeln wurde lauter, durchbrochen von schrillen Flötentönen. Die Tänzer schrien und stöhnten, einige wälzten sich auf dem Boden. Und dann brachten zwei Männer das, was die Matrosen in Auftrag gegeben hatten.

 

Der Houngan verzog das runzelige Gesicht: „Ein guter Rat! Behandelt das Produkt immer mit der nötigen Vorsicht, und es wird euch stets zu Diensten sein.“

Schreckliche Begegnungen

Als Matze Stockmann die Leiche am Ufer des Kanals fand, schwor er sich, nie wieder hier schwimmen zu gehen.

 

An diesem kühlen Oktobermorgen war es noch nicht richtig hell, und vom Wasser her zogen Nebelschwaden in Schlieren über das Land. Matze drehte gerade seine Runde mit Hotdog, seinem Jack Russel. Dieser pflegte sich mit Begeisterung auf alles zu stürzen, was schlecht roch. Das konnte mitunter unangenehme Auswirkungen auf seine Umgebung haben. Deshalb wurde sein Herr stutzig, als der kleine Hund plötzlich fröhlich kläffend die Uferböschung herunterkegelte und vor etwas anhielt, was sein Interesse erregt hatte. Matze stieg ebenfalls zum Wasser hinunter und wünschte sich später, er hätte es

Imprint

Publisher: BookRix GmbH & Co. KG

Text: Die Urheberrechte der Story liegen beim Autor. Kopieren oder Weiterverwendung sind ausdrücklich untersagt.(c) Maggie MiltonSalzgitter 2010Alle Rechte vorbehalten
Images: Katja Matze, Maggie Milton
Publication Date: 10-07-2010
ISBN: 978-3-7368-1140-9

All Rights Reserved

Dedication:
Diese Geschichte ist ein Ausschnitt aus meinem Buch "Darf's ein wenig Grusel sein?" und erzählt eines der unheimlichen Erlebnisse von Matze und Adrian, die in einem kleinen Ort am Mittellandkanal leben.

Next Page
Page 1 /