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1. Einleitung

Lange bevor die Mauer 1989 fiel, besuchte ich 1964 meine Verwandten in Stralsund (also ziemlich genau 3 Jahre, nachdem diese unsere Mitbürger im Osten von uns isolierte). Mein damaliger Eindruck von dem Leben in der DDR war sehr positiv und ich konnte mit meinen Verwandten interessante Sehenswürdigkeiten auf Rügen und der Insel Hiddensee besuchen.

 

                    Auf der Fahrt nach Hiddensee 1964 

 

 

 

 

                                                                                  

Fast 13 Jahre später (1977) kam ich wieder zu Besuch nach Stralsund. Diesmal allerdings nicht mit dem Zug über Hamburg, sondern von Kopenhagen (wo ich seit Januar 1977 mit meiner Familie lebte und arbeitete) mit der Fähre von Gedser nach Warnemünde. Die Einreiseformalitäten waren sehr viel einfacher und ich konnte mit meinen Verwandten von Dänemark aus normal telefonieren.

 

                                   

          Familientreffen in Stralsund im August 1977

 

 
 

Genaugenommen waren wir damals zweimal in Stralsund: Einmal zu Pfingsten 1977 und das zweite Mal im August als meine Eltern uns in Dänemark besuchten und sie die Gelegenheit benutzten, die Verwandten in Stralsund zu sehen. Das war ein einzigartiges Zusammentreffen der älteren Generation, von denen niemand mehr lebt (mit Ausnahme des Autors in der Mitte).

 

Dass es noch über 12 Jahre dauern würde, bis die Mauer fiel, ahnte damals von den Anwesenden niemand und war auch eine große Überraschung. Meine Kontakte mit den Verwandten in der DDR reduzierte sich durch meine Versetzung als Technical Manager 1980 nach Holland (Wohnsitz in GOUDA) und mein Schritt in die Selbständigkeit als Beratender Ingenieur.

 

Während dieser Zeit unternahm ich mehrmals eine Reise zu Geschäftskontakten über die Zonen-Autobahn nach Berlin.Ich fuhr immer sehr vorsichtig und kassierte trotzdem einmal ein Bußgeld über 100,- DM, da ich angeblich schneller als 100 km/h gefahren sei. Derartige Ereignisse machten eine Fahrt nach West-Berlin immer zu einem spannenden Erlebnis.

 

Nach dem Fall der Mauer dauerte es fast drei Jahre (1992) bis ich wieder - ohne große Kontrollen - nach Berlin reiste. Mein Sohn Jochen (damals 21 Jahre alt) lebte in der Brunnenstrasse in Ost-Berlin. Dort waren die Verhältnisse wie zu DDR-Zeiten und die Mieten günstig.

 

 

 

Als wir im November  Jochen besuchten, war es relativ kühl und meine damalige Freundin Iris, Jochen und ich unternahmen nur einen Ausflug zum Brandenburger Tor. Dort befanden sich - zu meiner Überraschung - sehr viele Verkaufsstände, an denen auch russische Militaria angeboten wurde.

 

Bereits im Mai 1993 war ich (begleitet von Torsten - Jochens Freund in Hildesheim) bei sehr viel schönerem Wetter wieder in Berlin und wir besuchten das Schloss Sanssouci in Potsdam. Damals hatte ich für die historische Dimension dieses Lustschlosses und für seinen Erbauer, Friedrich dem Großen, wenig im Sinn. Dieses Interessse entwickelte ich erst seit 1996 mit meiner zweiten Frau, Jutta Hartmann-Metzger. Mit ihr besuchte ich 2010 das Schloss Sanssouci erneut.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                          Schloss Sanssouci Mai 1993

 

 

 

 

 

 

 

Im Oktober 1993 waren wir wieder in Berlin - diesmal mit meiner Freundin Iris und Jochen stellte uns seine neue Freundin Sabine und spätere Frau vor. Diesmal besuchten wir das Kloster Chorin und das Schiffshebewerk Niederfinow. Beides lag in nordöstlicher Richtung - ca. 100 km von Berlin entfernt.

 

 

             Sabine, Jochen und Iris im Kloster Chorin 1993

 

 

 

 

 

Das Besondere an meinem heutigen Interesse für die "Neuen Bundesländer" (ehemals DDR) vermittelte mir meine zweite Frau, Jutta Hartmann-Metzger, mit der ich seit 1998 glücklich verheiratet bin.

 

 Vom Anfang unserer Bekanntschaft 1996 an waren wir kulturell sehr aktiv und besuchten alle Schlösser der näheren Umgebung von Hildesheim. Danach wagten wir uns in den Harz und besuchten auch Wernigerode und Quedlinburg, wobei wir uns insbesondere für den Dom und dessen Geschichte im Dritten Reich interessierten. Nun begannen wir nicht nur Tagesauflüge in die "Neuen Bundesländer" zu unternehmen. Sehr spannend war natürlich der Urlaub auf RÜGEN (2002), denn dort wandelte ich auf "alten Spuren".(1964).

 

2. RÜGEN - auf alten Spuren wandeln

Bereits 1964 besuchte ich mit meinen Verwandten in Stralsund die schöne Insel RÜGEN und die Nachbarinsel HIDDENSEE. Aus meinem Reisebericht habe ich den entsprechenden Abschnitt übernommen und auch meine Erfahrungen aus dem Jahre 2002 (bei meinem zweiten Besuch der Insel) verwertet:

 

Mit dem Zug fuhr ich über Hamburg nach Stralsund. Die Fahrt verlief ohne besonderen Vorkommnisse. Selbst das Buch "Hundejahre" von Günter Grass konnte ich für meine Tante Margot in die DDR schmuggeln. Mit dem bekannten Autor und Literatur-Nobelpreisträger, Günter Grass, gibt es interessante Berührungspunkte, über die ich bereits an anderer Stelle (siehe Reisebericht "Sommerferien 1954 - alleine mit dem Zug nach HANNOVER") geschrieben habe. Hannover

 

Neben meinem Opa Felix und meiner Oma Grete (die Eltern meiner Mutter) wollte ich Tante Margot (die Schwester meiner Mutter) und ihre Familie in Stralsund besuchen. Letztere waren 1954 auf Wunsch meines Onkels in die DDR übergesiedelt. Das letzte Mal hatte ich sie in Groß-Giesen bei Hildesheim im August 1954 gesehen, wo ich nach 14 Tagen meine Sommerferien bei ihnen überraschend abbrechen mußte. Nun bestand die Familie aus sieben Personen, denn in der DDR war "Bübi" am 26. Januar 1957 als männlicher "Nachzügler" hinzugekommen. Leider verstarb Bübi in jungen Jahren bei einem Verkehrsunfall. Meine älteste Cousine lebt immer noch in Stralsund. Während Malli, Margot und Daggi über einen Ausreiseantrag 1985 wieder in den Westen kamen.

 

 

                Malli und Klaus nach Hiddensee August 1964


Die Ferien in Stralsund habe ich immer noch in sehr schöner Erinnerung. Als ich kürzlich über das Thema "DANZIG" (wo ich am 13. November 1944 geboren wurde) telefonisch Kontakt mit Elfriede (sie ist eine Cousine meiner Mutter und ist ebenfalls 1944 geboren) in Stralsund aufnahm, gab es ein lautes Hallo, denn sie konnte sich noch sehr gut an meinen Besuch 1964 in Stralsund erinnern. Danach hatten wir keinen Kontakt mehr. Elfriede ist die "Archivarin" der Familienbilder, die sie sorgfältig auch über die Zeit in DANZIG gesammelt hat.

 

Von ihr erhielt ich auch verschollene Fotos aus meiner frühesten Jugendzeit.

 

 

 

                   Familienausflug auf Hiddensee August 1964

 

Mit ihrem damaligen Freund, Dietmar (sie haben 1965 geheiratet), unternahm ich mehrere "feuchtfröhliche" Kneipentouren durch Stralsund. Dabei kam ich auch mit jungen russischen Soldaten, die ebenfalls auf Zechtour waren, ins "Gespräch". Dummerweise habe ich bei einem etwas höheren Alkoholspiegel die Angewohnheit, Englisch zu "quatschen". Dies war aber bei den Russen garnicht so sinnvoll und gottseidank konnte mich Dietmar, der damals 22 Jahre alt war, aus der brenzligen Situation befreien. Darüber sprach ich kürzlich auch mit Dietmar.

 

 Obwohl diese "Abenteuer" mehr als 46 Jahre zurückliegen, konnte wir uns noch so daran erinnern, als ob es erst gestern passiert wäre. Mit meiner ältesten Cousine (sie ist zwei Jahre jünger als ich) besuchten wir eine Disco, in der kein Twist getanzt werden durfte. Damals waren "Jeans" der Renner - meine schenkte ich Christiane. Später bekam ich als Dankeschön einen Bildband über das "Puschkin-Museum" in Moskau.

 

 Aber auch Ausflüge auf die Inseln Hiddensee und Rügen vor der Haustüre standen auf dem Programm. Das gemeinsame Foto auf der Insel Hiddensee zeigt, dass wir für einen anständigen Picknick alles dabei hatten. Beim Besuch der Insel Rügen waren wir mit dem "Rasenden Roland" (einem fauchenden Dampfroß, das ich 2002 wieder gesehen  habe) unterwegs. Am einsamen Strand von Binz machten meine beiden Begleiter (Oma Grete und Opa Felix) und ich es uns gemütlich. Im nahegelegenen Mitropa-Restaurant wollten wir etwas essen - leider waren die Speisen ausgegangen.

 

 

 

                           Strand bei Binz

 

                  Binz auf Rügen Oktober 2002

 

 

 

 

 

 

 

In der Zeit vom Montag, den 7. Oktober bis Sonntag, den 13. Oktober 2002, habe ich mit meiner zweiten Frau, Jutta Hartmann-Metzger, auf der Insel Rügen einen Kurzurlaub verbracht. Ich wollte bei dieser Gelegenheit auch auf alten Spuren wandeln. Auch hier wurde ich enttäuscht, denn von dem einsamen Strand in Binz war nichts mehr zu finden und das Mitropa-Restaurant gab es nicht mehr. Allerdings entdeckte auf der Heimfahrt unterhalb vom Rügendamm die Stelle im Schilf, wo ich das geschmuggelte Buch "Hundejahre" heimlich zu Ende gelesen hatte. Das Wetter war die gesamte Zeit einfach zu schlecht, um die schönen Erinnerungen wieder aufleben zu lassen. Und dann mißfiel uns auch das sehr hohe Preisniveau, dem keine passende Gegenleistung gegenüberstand. Ich habe das alles sehr bedauert, denn in meiner Erinnerung waren die Ausflüge nach Hiddensee und Rügen sehr schön.

 
 

 

 

3. DRESDEN - ein interessantes Kulturwochenende

Diesen Beitrag habe ich vor einiger Zeit bereits bei OLDIES Hannover veröffentlicht. Im Zusammenhang mit meinem geplanten Buch "REISEN in die Neuen Bundesländer" möchte ich meinen Bericht über das schöne Wochenende in DRESDEN bei meinen Reiseberichten veröffentlichen:

 

 

                     Stadtplan von DRESDEN 

 

Für meinen 60. Geburtstag (am 13. November 2004) hatte sich meine Frau, Jutta Hartmann-Metzger, etwas ganz Besonderes ausgedacht - ein interessantes und schönes Kulturwochenende in Dresden. Wir fuhrenmit unserem Wagen OPEL Combo Tour zu unserem Wochenendziel. Etwa 100 km vor Dresden gab es auf der Autobahn einen lauten Knall und "schreckliche" Geräusche an unserem Wagen. Bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h war uns ein neuer Winterreifen geplatzt! In einer gemeinsamen Aktion behoben wir diesen Schaden. Dies blieb dann aber doch die einzigste unangenehme Überraschung.

 

 

 

              Begrüssung im Hotel zum 60. Geburtstag

 

 

 

In unserem Dresdner  Hotel QUINTESSENZ fühlten wir uns sofort willkommen und die Arragements des Personals für meinen 60. Geburtstag waren sehr beeindruckend. Das Hotel war relativ klein und entsprach so vollkommen unseren Wünschen. Es lag außerhalb Dresden in Weixdorf. Von dort konnte man aber sehr bequem mit der Straßenbahn (Linie 7) ins Zentrum gelangen. 

 

 

 

 

           Verkehrsverbindungen zum ZENTRUM

 

Der Samstagvormittag begann mit einer Stadtrundfahrt, die uns bis nach Loschwitz mit dem "Blauen Wunder" (einer Elb-Brücke in Stahlkonstruktion) und der dortigen Standseilbahn führte. Die Bahn brachte uns zum "Balkon von Dresden" -  der vornehmen Wohngegend  um den "Weißen Hirsch". Mit einem Raddampfer der Weißen Flotte - mit dem bezeichnenden Namen AUGUST der STARKE - ging es zurück nach Dresden, wo wir unterhalb der Brühlschen Terressen ankamen. 

 

 

                Unterwegs auf der Elbe

 Nun hatten wir Gelegenheit, uns in der Altstadt die wiederaufgebauten Sehenswürdigkeiten anzusehen (in der Nacht vom 13. bis 14. Februar 1945 wurde im Rahmen mehrerer Bombenangriffe nahezu alles zerstört und viele Menschen kamen ums Leben). Am beeindruckendsten ist die neuerstandene Frauenkirche. Spendenmittel nach der Wende machten dies erst möglich.

 

 

 

                    Die neuaufgebaute Frauenkirche

 

 

Das Schloss mit der eindrucksvollen Hofkirche wurde bereits zu DDR-Zeiten wiederaufgebaut. Nun gibt es fast wieder das alte "Elbflorenz", das AUGUST der STARKE (1670 bis 1733) sich erträumt hatte und sich erschaffen ließ.

 

 

 

 

                            Collage "DRESDEN"

 

 Als besonderes Highlight stand an diesem Tage noch die Besichtigung der Semper-Oper auf dem Programm. Eine längere Warteschlange wies auf das große Interesse hin. Unter der Anleitung von Gottfried Semper (dem Vater, der als ehemaliger "48-er Revolutionär" nicht nach Dresden zurück durfte) baute der Sohn die abgebrannte Oper wieder auf. Nach dem Kriege war der erneute Wiederaufbau eine besondere Leistung der DDR-Bürger. Im Rahmen der über einstündigen Führung durch die Semper-Oper konnten wir dieses Meisterwerk der Restaurier-Kunst bewundern. 

 

 

 

                    Führung durch die Semper-Oper

 

Am Sonntag (dem Tag der Heimreise) gönnten wir uns noch einmal einen "architektonische Leckerbissen" -  den Dresdner Zwinger. Die Erwanderung des Innenbereiches zeigte uns die Dimension dieses Bauwerkes und uns einige interessante fotografische Perspektiven. Für die bekannten Museen in den Innenräumen des Dresdner Zwingers wollen wir uns bei unserem nächsten Besuch in Dresden etwas Zeit reservieren. 

 
 

 

 

                Die Porzellansammlung im Dresdner Zwinger

 

 

Voller Begeisterung über die herrlichen Eindrücke und die Gastfreundlichkeit der Dresdner fuhren wir wieder nach Hause. Das Novemberwetter hat uns angenehm überrascht und es gelangen uns einige eindrucksvolle Aufnahmen. Wir wollen auf jeden Fall - möglichst im Frühling - wiederkommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

 

 

 

 

 

4. WEIMAR - eine Kulturstadt!

 

Weimar ist keine Weltstadt wie Berlin oder München, doch hat diese beschauliche Kleinstadt an der Ilm ihren ganz besonderen Reiz und sogar einen gewissen Weltcharme (UNESCO-Welterbe). Zitiere ich doch gleich zu Beginn die Worte Goethes: „Wo finden Sie auf einem so engen Fleck noch soviel Gutes?“ Zu empfehlen ist ein dreitägiger Aufenthalt in Hotel oder Pension am Rande der Stadt. (Bewertung "Apart Hotel") Dort können Sie dann Ihr Auto stehen lassen und öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Die Thüringer Touristik-Card verschafft Ihnen teilweise vergünstigte Eintrittspreise.

 

 

Starten Sie mit einer Stadtrundfahrt, um sich erst einmal einen Eindruck zu verschaffen. Aber es geht auch auf eigene Faust. Weimar ist überschaubar. Wir haben Weimar zu einem Geschichts- und Kulturerlebnis für uns entdeckt und nun begleiten Sie uns auf unserem Rundgang durch die Stadt. Ausgangspunkt ist der Theaterplatz inmitten der Stadt, das Nationaltheater mit dem Denkmal Goethes (1749 bis 1832) und Schillers (1759 bis 1805). Das Wahrzeichen Weimars wurde vom Dresdner Bildhauer Ernst Rietschel 1857 unter den Augen der Weimarer feierlich enthüllt. Den Sockel ziert die Inschrift: „Dem Dichterpaar – Goethe und Schiller – das Vaterland“ Wenn Sie sich umdrehen, schauen Sie auf das Wittumspalais, dem Witwenssitz der Herzogin Anna Amalie, die 1775 – nach Übergabe der Regierungsgeschäfte an Herzog Carl August (1757 bis 1828) – sich dorthin zurückzog.

 

 

Noch der Epoche des Rokoko verhaftet, verlieh sie dem neuen Weimar und dem Hofe Glanz und Glorie. Sie gebar ihrem Mann, Herzog Ernst August Konstantin von Sachsen – Weimar zwei Söhne und führte nach dessen Tode ein pflichterfülltes und arbeitsvolles Leben. Kunst, Kultur, Philosophie, Musik – kurz die schönen Künste lagen ihr sehr am Herzen. Die Erzieher beider Söhne waren Christoph Martin Wieland (1733 bis 1813) und Karl Ludwig von Knebel (1744 bis 1834). Im Palais traf sich auch die von Goethe gegründete Freitagsgesellschaft und auch die Freimaurer hatten dort ihre festen Sitzungen. Von dort aus geht es in nördlicher Richtung zum Bauhaus-Museum, der berühmten Designer-Schule des 20. Jahrhunderts. Gehen wir in Richtung Geleitstrasse, zur Scherfgasse, so befinden wir uns vor dem Palais Schardt mit dem Goethe-Pavillon. Bilder "Weimar"

 

Eine kunstvolle Zeitreise durch das Stadtpalais ist möglich – ergänzt durch Scherenschnitte und eine historische Puppenstubenausstellung. Weiter nördlich befindet sich die Jakobskirche mit dem Jakobsfriedhof. In der Kirche heiratete 1806 Johann Wolfgang von Goethe Christiane Vulpius. Auf dem Friedhof sind – neben Christiane Goethe – auch Caroline Herder und Lucas Cranach der Ältere (1472 bis 1553) beigesetzt. Als nächstes steht als wichtiger Besuchspunkt der Besuch der Stadtkirche St. Peter und Paul, die sogenannte Herderkirche, auf dem Programm. Sie war die Wirkungsstätte von Johann Gottfried Herder (1744 bis 1803) und ist berühmt durch  seinen Altar, den Lucas Cranach der Ältere entworfen hat. Lucas Cranach der Jüngere vollendete ihn. Herder ist dort auch beigesetzt. Wir machen einen Abstecher in die Albert – Schweitzer – Gedenkstätte (ehemaliges Haus des Märchendichters Johann Karl August Musäus (1735 bis 1787).

 

Nun gilt unser Interesse dem Schlossmuseum am Burgplatz (Öffnungszeiten April bis Oktober 10 bis 18 Uhr). Wir interessieren uns für die hochkarätige Europäische Kunstsammlung, beginnend mit der Reformationszeit bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Endlich erreichen wir auf der Strasse „Am Horn“ und entlang am Park an der Ilm Goethes Gartenhaus. Weiter geht es auf dem Corona – Schröter – Weg zum Römischen Haus. Es ist das erste klassizistische Bauwerk und entstand 1792 bis 1797 als ehemaliger Sommersitz von Herzog Carl August. Wir gehen wieder dem Stadtkern entgegen zur Marienstr. 17, dem sogenannte Liszt – Haus. Es ist die ehemalige Hofgärtnerei und wurde von Franz Liszt (1811 bis 1886), dem berühmten Komponist und Klaviervirtuosen in den Sommermonaten der Jahre 1869 – 1886 bewohnt.

 

Über die Geschwister-Scholl-Strasse in westlicher Richtung erreichen wir den Historischen Friedhof, die letzte Ruhestätte der Herzoglichen Familie und der Dichtergrößen Goethe und Schiller. Ein Durchbruch verbindet die Fürstengruft mit der angebauten russisch – orthodoxen Kapelle in der Maria Palowna, die Tochter des russischen Zaren Paul I. und Schwiegertochter von Herzog Carl August, ruht. Nun ist es nicht mehr weit bis zum Frauenplan. Das 1709 erbaute Barockhaus mit Hausgarten, in dem der Dichter, Staatsmann und Naturwissenschaftler Johann Wolfgang von Goethe (1749 bis 1832) nahezu 50 Jahre erst als Mieter, dann als Eigentümer bis zu seinem Tode 1832 gelebt hat. Johann Wolfgang von Goethe war durch sein Werk „Die Leiden des jungen Werther“ als „Bestsellerautor“ bekannt geworden. 1774 kam er erstmals nach Weimar und wurde durch Vermittlung von Karl Ludwig von Knebel Herzog Carl August vorgestellt.

 

 

 

1775 folgte er dessen Einladung und zog von Frankfurt am Main nach Weimar. Im Jahre 1776 wurde Goethe von Herzog Carl August geadelt und führte außer seinem Dichterleben u.a. auch das Leben eines Naturwissenschaftlers (Studien über Gartenkultur und die Farbenlehre). Den Dichter verband eine platonische Liebe mit Frau Charlotte von Stein, und erst 1806 heiratete er seinen „Bettschatz“ Christiane Vulpius, mit der er einen überlebenden Sohn August hatte. Alle anderen Kinder verstarben sehr früh. Kennengelernt haben sich beide 1788 im Park an der Ilm, als Christiane Goethe einen Bettelbrief ihres Bruders übergab. Sie führte zeitlebens ein Schattendasein an der Seite dieses großen Mannes. Nun steht noch der Besuch des Schiller-Wohnhauses auf dem Programm. 1802 erwarb Friedrich von Schiller (1759 bis 1805) das spätbarocke Haus. an der Schillerstrasse 12. Er wohnte dort mit seiner Familie, Ehefrau Charlotte und drei Kindern.

 

Friedrich von Schiller war aufgrund von Schulden und Streitigkeiten mit dem Herzog Karl Eugen heimlich von Stuttgart nach Mannheim geflüchtet. Er verfasste in der Sturm - und Drangzeit Dramen wie „Die Räuber“ und „Kabale und Liebe“. Seine Arbeit als Theaterdirektor in Mannheim war nicht immer von Erfolg gekrönt. Nachdem Schiller 1787 Wieland in Weimar kennengelernt hatte, wirkte er an dessen Zeitschrift mit. Seine erste Begegnung mit Goethe bei den Lengefeldts in Rudolstadt verlief recht kühl. Schiller folgte 1788 einer Professur nach Jena und heiratete 1790 Charlotte von Lengefeldt (1766 bis 1826) und folgte einer Professur nach Jena. Im Laufe der Zeit wurde dem Paar drei Kinder geboren. Wegen seines Gesundheitszustandes musste er seine Professur bereits wieder 1791 aufgeben. Im Jahre 1799 übersiedelte Schiller nach 1802 Weimar und lebte dort nur noch sechs Jahre.

 

1804 wurde Schiller von Herzog Carl August in den Adelsstand erhoben. 1804 verfasste er sein letztes Werk „Wilhelm Tell) und verstarb nach einer schweren Lungenerkrankung im Jahre 1805. Sein Todesjahr jährt sich heute zum 200ten mal. Wer noch Zeit und Muße hat, dem öffnet sich das Weimar Haus in der Zeit von 10 bis 19 Uhr (April bis September). Das erste mulimediale Erlebnismuseum zeigt eine Zeitreise durch fünf Jahrtausende Weimarer Geschichte. Damit endet unser Kulturwochenende. Vielleicht folgen sie unseren Spuren und wenn Sie noch etwas mehr Zeit haben, so entdecken Sie ja noch das eine oder andere Wichtige, das unseren Augen entgangen ist. Sie können selbstverständlich vor Ort Ihre Geschichtskenntnisse noch vertiefen. Wir wollten Ihnen lediglich einen Anreiz dazu bieten.

 

Text: Jutta Hartmann-Metzger/Fotos: Klaus Metzger

 

 

 

 

5. POTSDAM und das berühmte Schloss SANSSOUCI

Mitte Juli 2010 war ich für eine Woche mit meiner Frau, Jutta Hartmann-Metzger, zur Kur in Swinemünde (Polen). Dies war eine sehr große Enttäuschung, die ich in meiner Hotelbewertung Villa Herkules deutlich ausgedrückt habe.

 

 

                             Schloss Sanssouci

 

 

Die Reise führte uns mit dem Auto am Freitag, den 16. Juli 2010, über Potsdam, wo wir eine angenehme Übernachtung im "Hotel zum Hofmaler" hatten. Bewertung "Hotel zum Hofmaler"

 

 

                Gartenanlage Schloss Sanssouci

 

 

Am Tag der Ankunft wanderten wir durch das Holländische Viertel (Reisetipp "Holländisches Viertel") zum Schloßpark Sanssouci und waren begeistert.  Bilder "Schloss Sanssouci"

 

6. Das Selketal und die Burg Falkenstein im HARZ

 

 

 

 

                             Burg Falkenstein

 

Es ist bei uns schon Tradition, den Hochzeitstag (kirchlich am 5. Juni oder standesamtlich am 20. Februar) außerhalb zu feiern. Vergangenes Jahr zog es uns Anfang Juni wieder einmal zum Timmendorfer Strand/Niendorf an der Ostsee. Wir hatten sehr großes Glück mit dem Wetter und verbrachten ein sehr schönes Wochenende in unserem Lieblingshotel MIRAMAR. Als Belohnung für unser Engagement für HolidayCheck (Hotelbewertungen, Reisetipps und Bilder) übernahmen diese die Übernachtungskosten. (Reisebericht "Ostsee")

 

Dieses Jahr wollten wir eigentlich den standesamtlichen Hochzeitstag im Februar im van der Valk Parkhotel Schloss Meisdorf feiern. Leider war Jutta zu diesem Zeitpunkt so erkältet, dass wir auf unseren zweiten Termin Anfang Juni (Freitag, den 8. bis Sonntag, den 10. Juni 2012) umgebucht haben. Auf dieses ausgezeichnete Hotel sind wir in unserem Gutscheinbuch (Hildesheim und Umgebung) gestoßen. Danach hatten wir ein Essen und eine Übernachtung frei.

 

 

 

 

 

              van der Valk Parkhotel Schloss Meisdorf

 

 

 Die Anfahrt ins 140 Kilometer entfernte Meisdorf am Harz war völlig unproblematisch, da wir fast die gesamte Strecke von Hildesheim auf der sehr gut ausgebauten B 6 fahren konnten. Nur auf der letzten Etappe hinter Quedlinburg mußten wir uns nach dem Weg erkundigen (wir benötigten 1 h 45 min). Das Parkhotel lag etwas versteckt am Ortsausgang von Meisdorf in einem wunderschönen Schlosspark. Wir konnten uns sehr schnell akklimatisieren, indem wir erst einmal ausgiebig zu Mittag assen (es gab Rehbraten mit Knödeln).

 

 

 Gegen 14 Uhr konnten wir auf unser Zimmer 304 im 3. Stock des "Neuen Schlosses" (dem Gebäudeteil mit dem Turm). Es lag unterm Dach und war sehr geräumig. Dort machten wir "traditionell" erst einmal unsere Siesta. Im Keller unseres Gebäudes befand sich ein Swimming Pool. Die entsprechenden Bademäntel hatten wir uns an der Rezeption besorgt, so dass wir uns gegen 18 Uhr dorthin begeben konnten. Der Ruheraum hatte auch einen Zugang zum Park. Man konnte sich wirklich vorzüglich entspannen. Deshalb bekam unsere Hotelbewertung auch den Titel "Entspannung mit Komfort": Hotelbewertung "Parkhotel"

 

                                    Das Wildgehege

 

 

Nach einer Stunde (gegen 19 Uhr) wanderten wir durch den herrlichen Park bis zum Wildgehege. Hirsche und ein Mufflon begrüßten uns ohne Scheu (Fotos "Wildgehege") Das Abendessen hatten wir für 20 Uhr reserviert ("Buffet"), sodass wir uns noch in dem eindrucksvollen Schlosspark umsehen konnten (Fotos "Schlosspark") Beim Abendessen waren wir doch sehr überrascht, wieviele Gäste dieses komfortable Parkhotel gebucht hatten (zum Mittagessen waren wir fast alleine und ich fragte im Scherz die Bedienung, ob wir die einzigsten Gäste wären).

 

                                     Im Selketal

 

 

Am folgenden Samstagmorgen, den 9. Juni 2012, frühstückten wir erst einmal ausgiebig und freuten uns über das sehr schöne Wetter  - ideal für die Wanderung durch das Selketal zur Burg Falkenstein (Entfernung ca. 4 km).

 

Gegen 10 Uhr gingen wir los mit Rucksack, Kamera und Getränken. Gegenüber dem Parkhotel fanden wir die erste Orientierungstafel und auch unterwegs gab es zahlreiche Hinweise zur Flora und Fauna im Selketal. (Reisetipp "Selketal und Burg Falkenstein")

 

 

                              Burg Falkenstein vom Selketal

 

 

Zu dieser Zeit waren wir auf unserer Wanderung durch das Selketal nahezu alleine. Dies galt auch auch für den letzten Abschnitt über einen Kilometer, wo es relativ steil bergauf zur Burg Falkenstein ging. Diesen Weg müssen die Esel früher für Transportzwecke benutzt haben, denn er trägt den bezeichnenden Namen "Eselstieg". Wir genossen die Natur und interessierten uns für die zahlreichen Wiesenblumen.(Fotos "Selketal")

 

                                      Burg Falkenstein

 

 

Nach der sehr entspannten Wanderung durch das Selketal und anstrengenden Aufstieg fanden wir uns auf der Burg Falkenstein mitten in einer größeren Hochzeitsfeier mit dem obligatorischen Fototermin des Brautpaares wieder, der - nach unserem Eindruck - die gesamte Burg beanspruchte. Trotzdem fanden wir einen ruhigen Platz und genossen die herrliche Aussicht. (Fotos "Burg Falkenstein")

 

                                      Burgkapelle

 

 

Nach einem kleinen Imbiss (Bratwurst) und der Besichtigung der Burg (insbesondere die Burgkapelle war sehr beeindruckend) machten wir uns auf den Heimweg. Diesmal benutzten wir nach dem Abstieg die Landstrasse nach Meisdorf, wo wir gegen 14 Uhr wieder gesund und munter und mit vielen Eindrücken (Bildern) eintrafen.

 

 

 

 

                   Europa-Rosarium in Sangerhausen

 

 

                                   Rosenpracht

 

Am Sonntagmorgen, den 10. Juni 2012, war nach dem Frühstück die Heimfahrt geplant. Jutta wünschte sich, unterwegs das Europa-Rosarium in Sangerhausen (Reisetipp "Rosarium") zu besuchen. Dies lag ca. 40 km von Meisdorf entfernt und wir kamen dort pünktlich zur Öffnung gegen 9 Uhr 30 an. Fast zwei Stunden liessen wir uns von der Blütenpracht der zahlreichen Rosen beeindrucken. Jutta erwies sich wieder einmal als Meisterin bei der Aufnahme der besten Fotomotive. (Fotos "Rosarium")

 

 

 

 

 

 

                 

                              Jutta und Klaus im Europa-Rosarium

 

 

 

Die weitere Strecke hatte Jutta als tüchtige Copilotin (während unserer abenteuerlichen Irland-Reise - Reisebericht "Irland" - im Jahre 2.000 habe ich ihr für ihre Verdienste das Zertifikat "Best Co-pilot of the World" verliehen) die weitere Fahrtroute durch den Harz festgelegt: von Sangerhausen fuhren wir nach Nordhausen, Braunlage, Clausthal-Zellerfeld und über die Autobahn von Seesen nach Hildesheim. Kurz vor 15 Uhr waren wir wieder wohlbehalten zu Hause. Und wieder  einmal haben wir unseren Hochzeitstag in einem interessanten Rahmen "zelebriert".

 

Ich habe auch einen schönen BILDBAND "Das Selketal und die Burg Falkenstein" zusammengestellt.

Weitere Literatur:

"Unterwegs mit dem AUTO"

 

Fotos und Text: Klaus Metzger

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

                       

 

 

 

7. Ein Ausflug nach GOTHA und ERFURT

Wir haben schon mehrmals interessante Plätze in den neuen Bundesländern besucht und waren überrascht, wie positiv sich alles entwickelt hat. Ich reiste 1964 (drei Jahre nach dem Bau der Mauer) im Alter von 20 Jahren zu meinen Verwandten in Stralsund und erlebte einerseits eine unglaubliche Gastfreundlichkeit und andrerseits die Mangelwirtschaft, die sich z.B. dadurch zeigte, dass ich meine Jeans verschenkt habe. Bereits 3 Jahre nach der Wende zog mein Sohn Jochen in den Ost-Teil von Berlin.

 

Von dort unternahmen wir im Oktober 1993 die ersten Ausflüge zum Kloster Chorin  und zum eindrucksvollen Schiffshebewerk Niederfinow. Das Kloster Chorin ist eine ehemalige Zisterzienserabtei in der Nähe des Ortes Chorin etwa sechs Kilometer nördlich von Eberswalde im Brandenburger Landkreis Barnim. Es wurde 1258 von askanischen Markgrafen gegründet und hatte weitreichende Bedeutung am nördlichen Rand des Einflussbereichs der Askanier (Grenze mit den Slawen).

 

Das am 21. März 1934 in Betrieb genommene Schiffshebewerk ist das älteste noch arbeitende Schiffshebewerk Deutschlands. Es liegt am östlichen Ende des Oder-Havel-Kanals in Niederfinow/Brandenburg und überwindet den Höhenunterschied von 36 Metern zwischen der Scheitelhaltung und der Oderhaltung der Bundeswasserstraße Havel-Oder-Wasserstrasse, für die das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Eberswalde zuständig ist.

 

Im Mai 2002 fuhren wir zu einer Erkundungstour in den Ost-Teil unseres geliebten Harzes, um von Schierke aus mit der Schmalspurbahn auf den Brocken zu fahren. Dies war ein besonderes Erlebnis, denn erstmals waren wir auf dem Berg, den man früher vom Gasthaus Brockenblick bei Hildesheim sehen konnte.

 

Kurz darauf wagten wir uns im Oktober 2002 nach Rügen. Die größte Insel Deutschlands war bereits 1964 (bei meinem 1. Besuch in Stralsund) über den Rügendamm leicht zu erreichen. Und ich erinnerte mich in meinen Reisebericht Stralsund an den Ausflug mit meinen Großeltern nach Binz. Als ich 38 Jahre dort später dort mit Jutta unterwegs war, konnte ich nichts wiedererkennen und die damalige Leichtigkeit war hinter den Prachtbauten verschwunden. Das Preisniveau war schwindelerregend.

 

Die Jungfernfahrt mit dem neuen Opel Combo Tour (Diesel!) ging im Mai 2004 nach Eisenach. Auf  dem Wege dorthin besuchten wir die berühmte Wartburg. Es war nicht zu übersehen: Dies war ureigentliches Luther-Land. Man konnte es auch sehr gut spüren. Es ist schon bemerkenswert, wie der protestantische Glaube die Bedrängungen durch den Kommunismus in der DDR überstehen konnte. Es waren unsere Mitbürger, die ich bereits 1964 bei meinem Besuch in Stralsund so positiv erleben konnte.

 

 

 

Besonders erlebnisreich war unsere zweite Reise in die Ex-DDR mit dem neuen Opel Combo Tour nach  Dresden.Wir wollten meinen 60. Geburtstag (am 13. November 2004) an der Elbe feiern. Aber erst hatten auf der Autobahn kurz vor Dresden ein Autopanne. Gottseidank war dies in der Nähe einer Haltebucht und mit vereinten Kräften konnten Jutta und ich das Problem lösen. In Dresden parkten wir unseren Wagen vor dem Hotel und nutzen nur noch die Strassenbahn für unsere geplanten Besichtigungen und die Schiffstour auf der Elbe.

 

Im Mai 2005 freuten wir uns auf den Besuch in Weimar .Wir fuhren wieder mit dem Wagen zu unserem Ausflugsziel in die neuen Bundesländer. Die Wanderung durch kleine Städtchen Weimar war ein besonderes Erlebnis. Wir konnten uns das Leben von Johann Wolfgang von Goethe bildhaft vorstellen. 2017 waren wir zur Kur in Marienbad. Dort begegneten wir dem bekannten, deutschen Dichter, Wolfgang von Goethe, als Denkmal (sitzend auf einem Stuhl) erneut.

 

Richtiggehend sportlich war im Juni 2012 die Tour nach Meisdorf. Wir übernachteten im wunderschönen Schlosshotel mit einem beeindruckenden Tiergehege. Die Wanderung zu Burg Falkenstein war im ersten Teil durch das Selketal wenig anstrengend. Dafür hatte es der Aufstieg zur Burg in sich. Als wir oben angekommen waren, freuten wir uns über unsere sportliche Leistung. Auf der Rückreise besuchten wir noch das EUROPA-Rosarium bei Sangerhausen.

 

 

 

 

 

                         Jutta vor dem Herzoglichen Museum

 

 
 

 Eine historisch interessante Reise war am Samstag, den 13. August 2016, der Ausflug nach Gotha wert, um die Thüringer Landesaustellung "Die Ernestiner - eine Dynastie prägt Europa" im Herzoglichen Museum, das unterhalb vom Schloss Friedenstein liegt, zu besichtigen (die Ausstellung fand vom 24. April bis zum 28. August 2016 statt).

 

 

Die Verbindung der Ernestiner zu Gotha und Coburg zu den europäischen Herrscherhäusern ist immer noch beeindruckend. Auch im Schloss Friedenstein entdeckten wir interessante Ausstellungen.

 

Zur Vertiefung unseres Wissens kauften wir im Museum das Buch "Die Welt der Ernestiner"

und "Die Königshäuser Europas - von Gotha geadelt". Ich habe über interessante Werk geschrieben: 

Ein sehr spannendes Buch mit zahlreichen Dokumenten, die dem besseren Verständis der Verbindungen der Ernestiner mit den europäischen Königshäuser dienen. Eine sinnvolle Einführung war dabei die Ernestiner-Austellung im Herzoglichen Museum des Schlosses Friedenstein zu Gotha.

 

 Bereits am Freitag, den 12. August 2016, trafen wir nach einer 3-stündigen Fahrt in Erfurt ein und übernachteten im Victor's Residenz-Hotel. Das Hotel lag in der Nähe der Altstadt und war mit dem Auto relativ leicht zu erreichen. Eine größere Parkgarage stand zur Verfügung. Die Straßenbahnen ins Stadtzentrum standen kostenlos zur Verfügung. Ein größerer Supermarkt war. in der Nähe.

 

 

 

 

 

                               Zum Breiten Herd

 

 

Nachdem wir am Samstag die Ausstellung in Gotha besucht hatten, widmeten wir uns am Sonntag, den 14. August 2016, der interessanten Erfurter Altstadt. Wir nutzten dabei die kostenlose Strassenbahn. Viele Prachtbauten überdauerten den Krieg und die DDR. Nach der Wende 1989 waren viele dieser Gebäude verfallen. In der Zwischenzeit wurden alle Renaissance-Bauten renoviert und man fühlt sich an lauen Sommerabenden fast wie in der Toskana. Ein schöner Spaziergang erschließt einem diese Eindrücke.  Bemerkenswert ist auch der Domplatz mit dem Dom und der protestantischen Kirche.

 

 

                                         HYUNDAI Matrix

 

 
 

Am folgenden Tag reisten wir mit diesen bedeutenden Eindrücke wieder zurück nach Hildesheim. Allerdings zeigte sich beim Starten in der Parkgarage wieder die seltene Eigenschaft unseres HYUNDAI Matrix: Er wollte nicht starten! Erst nach zwei Versuchen und dem besonderen Geschick meiner hervorragenden Beifahrerin, Jutta, begann der Motor einwandfrei zu laufen.

 

 

In der Zwischenzeit haben wir uns einen MITSUBISHI Space Star zugelegt, den nur noch die Hälfte Benzin verbracht und keine Startprobleme hat. "Unterwegs mit dem AUTO"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

8. THALE und der Hexentanzplatz

 

                                    Lustige Hexe

 

 

Mehrmals wollten wir dieses Jahr einen Tagesausflug nach Thale  zu den Hexen unternehmen. Leider war das Wetter nicht entsprechend. Erst am Samstag, den 7. April 2018, herrschten ideale Bedingungen, denn die Temperatur lag über 20 grd. C und der Himmel war ganztägig strahlend. blau.

 

 

 

 

Allerdings erfuhren wir am Abend im Fernsehen von dem schlimmen Ereignis in Münster, bei dem durch einen amokfahrenden Lebensmüden zwei Menschen beim "Kiepenkerl" getötet und zahlreiche Menschen verletzt wurden. Wir waren in der Zeit vom 9. bis 11. September 2017 in Münster und haben uns im Rahmen einer Stadtbesichtigung an derselben Stelle aufgehalten.

 

Wir haben es uns bei unseren zahlreichen Fern- und Autoreisen abgewöhnt, uns Sorgen über mögliche Terroranschläge zu machen. Deshalb freuten wir uns auch, dass wir ohne Schwierigkeiten nach 1,5 Stunden das 125 km entfernte Thale erreichten und auch sehr schnell einen großen Parkplatz bei den Seilbahnen fanden. Einen Großteil des Weges über die B 6 kannten wir bereits von unserer Fahrt zum Parkhotel Schloss Meisdorf und zur Burg Falkenstein vor 6 Jahren.

 

 

 

 

                             Kletterwald Thale

 

 

Es war schon beeindruckend, die zahlreichen  "Spaßmaschinen" im Funpark, dem Minigolf-Platz (der aus der Gondel sehr gut beobachtet werden konnte) und dem Kletterwald für die begeisterten Jugendlichen zu sehen. In jüngeren Jahren hätten wir uns sicherlich auch gerne im Kletterwald verirrt.

 

Nun wollten wir zuerst einmal den berühmten Hexentanzplatz auf dem Bergplateau in 454 m Höhe besichtigen. Deshalb benutzten wir die geschlossene Kabinenbahn (Berg- und Talfahrt 7,- Euro p.P. - 750 m lang) um dorthin zu gelangen. Selbstverständlich gibt es auch die Möglichkeit mit dem Auto bis zu einem Parkplatz in der Nähe des Hexentanzplatzes zu fahren.

 

 

                           Gondelbahn zu Hexentanzplatz

Der Hexentanzplatz soll angeblich ein altsächsischer Kultort sein, an dem in der Nacht zum 1. Mai (Walpugisnacht) zur Verehrung der sogenannten Hagedisen (Wald- und Berggöttinnen) Feste abgehalten wurden. Der Ort wurde erst nach dem Verbot des Kultes durch die zugewanderten christlichen Franken zum Hexentanzplatz. Der Überlieferung nach wurde der Platz, zur Kontrolle des Verbots, von fränkischen Soldaten bewacht, die von als Hexen verkleideten und auf Besen anreitenden Sachsen verjagt wurden. Ein weiterer alter Kultplatz der Sachsen befindet sich auf dem Brocken.

 

                        Berghotel Hexentanzplatz

 

 

 

 Seit Langem sollen sich auf dem Hexentanzplatz in der Walpurgisnacht interessante Dinge abspielen. Hexen treffen sich hier zu einem Ausflug zum Brocken (Höhe: 1.142 m), den wir sehr gut sehen konnten. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts gibt es am Hexentanzplatz das gleichnamige Berghotel. Zur Zeit der DDR war jegliches Treiben zur Walpurgisnacht verboten, da die Bürger ausgeruht an den bedeutenden Feierlichkeiten zum 1. Mai teilnehmen sollten. Erstmals 1990 fanden wieder Hexenveranstaltungen statt. 

 

 

 

                  Das mystische Bodetal

 

 

Bei guter Wetterlage (und das traf für unseren Ausflug hervorragend zu) erlebt man auf dem Bergplateau wunderbare Ausblicke in das oft mystisch wirkende Bodetal. Besonders aufregend ist in den hellgrünen Kabinenbahnen der Blick nach unten. Man kann durch den Glasboden in die Tiefe des Bodetals sehen.

 

 

 

                           Ausblick auf Thale

 

 

Nach einer kletterreichen Wanderung um den Hexentanzplatz genossen wir bei einer Tasse Kaffee (2,90 Euro) im Freien noch einmal den herrliche Aussicht nach Thale. Dann spazierten wir in Richtung Bergtheater, kamen am Harzeum vorbei (wo wir am Eingang ein interessantes Schild "Lebensgefährtin" fotographierten):

 

 

 

                     keine Abgabemöglichkeit 

 

 

Die Walpurgishalle, die in der Nähe zu finden war, fand unser Interesse und wir besichtigten sie. Im Museum in der Walpurgishalle, welche auf Anregung des Malers Hermann Hendrich erbaut wurde, werden die Sagenwelt des Harzes und Szenen aus Goethes Faust lebendig. Darin ist auch ein Opferstein ausgestellt, der an alte Fruchtbarkeitsriten erinnert.Wir fanden das Ganze nicht besonders beeindruckend - zumal die großen Gemälde wegen der Lichtverhältnisse nicht sehr gut zu erkennen waren.

 

                               Die Rosstrappe

 

 

Die Rosstrappe ist ein 403 Meter hoher Granitfels oberhalb des linken Bodeufers, der als eine der großartigsten Felspartien nördlich der Alpen gilt. Wir konnten die Rosstrappe sehr gut von der Gondelbahn  aus sehen. Auf dem Felsen befindet sich eine Vertiefung, die einem riesigen Hufabdruck ähnelt. Wohl auch deshalb ranken sich seit Jahrhunderten zahlreiche Sagen und Mythen um das Granitmassiv. Die bekannteste Sage erzählt von der Entstehung des legendären Hufabdrucks, die dem Felsen seinen Namen gab. Zur Rosstrappe gelangt von Thale aus mit dem Sessellift.

 

Auf dem Rückweg zum Parkplatz wunderten wir uns über die verfallenen Industriegebäude und den großen Parkplatz. Zu DDR-Zeiten war hier das Werk VEB Eisen- und Hüttenwerke Thale. Zum 300jährigen Jubiläum des Hüttenwerkes wurde 1986 das Hüttenmuseum Thale gegründet, das ein Besuch wert ist.

 

 

                                    Hüttenmuseum Thale

 

Der jahrelange Investitionsstau führte nach der Wende beinahe zum Aus für das traditionsreiche Unternehmen (der größte Arbeitgeber vor Ort) und es gingen über 8.000 (!) Arbeitsplätze verloren. Es wurde schließlich 1993 durch den Verkauf an den früheren niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht und den Kaufmann Hans Henry Lamotte privatisiert.

 

Zu einer nachhaltigen Weiterentwicklung kam es aber in dieser Zeit nicht. Erst mit der Übernahme durch die Schunk Group aus Gießen (1997) wurde wieder in die unterschiedlichen Unternehmens-bereiche, vor allem die Emailleverarbeitung investiert. Am 1. Oktober 2007 wurde die EHW Thale EMAIL GmbH durch drei Privatinvestoren übernommen. Unter der Bezeichnung THALETEC produziert das Unternehmen heute mit rund 200 Mitarbeitern technisch emaillierte Apparate und Produkte für die chemische und pharmazeutische Industrie.

 

Obwohl die Wende nun schon fast 30 Jahre zurückliegt, sind die strukturellen Probleme in Thale noch sehr gut zu erkennen. Aus dieser Sicht ist aber auch verständlich, warum hier soviel für die Touristen (insbesondere für die Jugendlichen) investiert wird. Denn nur so kann ein Teil der verlorengegangenen Wirtschaftskraft zurückgewonnen werden. 

 

 

9. Natur und Technik am RENNSTEIG im Thüringer Wald

 

 

                               Die Werraquelle

 

Seit längerer Zeit hatten wir geplant, einmal auf dem Rennsteig im Thüringer Wald zu wandern und die freie Natur zu genießen. Am Donnerstag, den 26. April 2018, fuhren wir bei strömendem Regen in Sarstedt los und mußten uns auf der Autobahn A7 bis zur Ausfahrt Bockenem (südlich von Hildesheim) durch sehr beschränkte Sichtverhältnisse kämpfen.

 

Danach lies der Regen nach und wir fuhren gemütlich über die B 243 nach Seesen und dann weiter bis kurz vor Nordhausen. Diese Strecke kannten wir bereits von unserem Ausflug im August 2016  nach Erfurt. In der Nähe von Erfurt gelangten wir auf die Autobahn A4, der wir bis zur Anschlußstelle A71 in Richtung Süden folgten. In Ilmenau gab es Probleme, denn die empfohlene Ausfahrt Ost war gesperrt, so dass wir die Autobahn vorher verlassen mussten. Aber - fast wie während der gesamten Fahrt - wies uns unser Navi den richtigen Weg bis zu unserem Zielort Masserberg. In 4 Stunden hatten wie die Strecke von ca. 270 km zurückgelegt.

 

Auf der Rückreise, am 29. April 2018, hat uns unser Navi einen alternativen Weg vorgeschlagen, den wir als angenehmer empfanden. Bis Ilmenau ging der Weg wieder über die Landstrassen. Und wieder gab es Probleme mit der Auffahrt bzw. mit den entsprechenden Umleitungsschildern. Auf der Autobahn A71 kamen wir bis nach Erfurt und an Gotha vorbei auf der A4 bis hinter Eisenach, wo wir  über die Ausfahrt Eschwege nach Norden in Richtung Göttingen fuhren, um dort auf der A7 nach Hause in Hildesheim zu kommen. Auch hier benötigen ca. 4 Stunden.

 

Masserberg liegt im Westteil des Thüringer Schiefergebirges, das zum Thüringer Wald gehört. Unmittelbar südlich von Masserberg verläuft der Rennsteig, der über den 845 m hohen Eselsberg mit der Rennsteigwarte führt.

 

Die anderen Ortsteile befinden sich alle südlich des Rennsteigs und folgen bis auf Schnett dem Verlauf der Biber, deren Quelle am Sattel zwischen dem Eselsberg und dessen Nebengipfel Fehrenberg liegt.

 

                             Rennsteigwarte auf dem Eselsberg

                           

 An den Luftkuhrort Masserberg, der auf einer Höhe von 775 m Höhe liegt, konnten wir uns sehr schnell gewöhnen. Mit dem Kurhotel Auerhahn dagegen hatten wir unsere  Schwierigkeiten.

 

 Deshalb unternahmen wir nach unserer Ankunft erst einmal einen schönen Spaziergang durch Masserberg. Sehr schnell fanden wir auch den kleinen Supermarkt KOCH (der uns bereits aus dem Internet bekannt war), wo wir uns während der Urlaubstage mit Proviant versorgten.

 

 

                                         Masserberg

Leider erst an unserem letzten Tag vor der Abreise entdeckten wir das sehr gemütliche Café Kaiser an der Hauptstrasse bei der Masserberger Klinik. Nach unseren Wanderungen gönnten wir uns ein schönes Stück Kuchen mit einem ausgezeichneten Kaffee. Nach der ersten Wanderung auf dem RENNSTEIG wollten wir deshalb in dem Restaurant "Schöne Aussicht" einkehren. Leider konnte der freundliche Wirt unsere Wünsche nicht erfüllen. So fanden wir den Rasthof "Zum Breitenborn", der ganz in der Nähe lag. Am daruffolgenden Tag, einem Samstag, war der Gasthof leider geschlossen und so fanden wir das empfehlenswerte Café Kaiser.

 

                         Die Umgebung der Werraquelle

 

Für unsere Wanderung auf dem RENNSTEIG, am Freitag, den 27. April 2018, herrschten ideale Wetterbedingungen und so konnten wir ohne Einschränkungen wieder einmal eine  größere Tour unternehmen. In Erinnerung hatten wir immer noch unsere anstrengende  Besteigung der Burg Falkenstein vor mehr als 6  Jahren. Diese liegt ca. 200 km in nördlicher Richtung bei Wernigerode.

 

 Unser Ziel war die Werraquelle. Die Landschaft war sehr beeindruckend und die eingefasste Quelle konnten wir leicht finden, denn der Wanderweg war sehr gut ausgeschildert. Auf dem Rückweg benutzten wir einen Parallelweg zum RENNSTEIG..

 

Der RENNSTEIG ist ein etwa 170 km langer Weg auf dem Höhenkamm und führte als historischer Grenzweg durch den Thüringer Wald, das Thüringer Schiefergebirge und den Frankenwald. Außerdem ist er der älteste und mit etwa 100.000 Wanderern jährlich der meistbegangene Weitwanderweg Deutschlands. Er beginnt im Eisenacher Ortsteil Hörschel am Ufer der Werra und endet in Blankenstein an der Selbitzbrücke. 

 

                                     Goldisthal

 

 

Den zweiten Tag in Masserberg widmeten wir der Besichtigung eines der modernsten und größten Pumpspeicherkraftwerke am Ortsrand von Goldisthal. Dies ist ein sehr schönes Beispiel für das harmonische Nebeneinander von Natur und Technik. Bereits 1970 begann man zur Zeit der DDR mit den ersten Arbeiten. Die Inbetriebnahme erfolgte aber erst 2003 unter der Regie des Konzerns Vattenfall Europe Generation AG. Allein die Wassermenge des Oberbeckens von 12 Mio. m³ reicht für acht Stunden Turbinen-Volllastbetrieb. Damit kann der Freistaat Thüringen für einen Tag mit Strom versorgt werden. Das faszinierende Volumen (18,9 Mio. m³) und die Ausbreitung  des Unterbeckens lassen sich im malerischen Thüringer Wald auf einem  12 km langen Rundweg bewundern.

 

 

 

                            Das Unterbecken

 

 

Mit dem Auto fuhren wir in das 11 km entfernte  Goldisthal, wo wir sehr schnell einen Parkplatz fanden. Dann wanderten wir auf dem spannenden Rundweg bis zum ersten Aussichtspunkt oberhalb des Unterbeckens. Der weitere Wanderweg wurde uns dann zu schmal und wir begaben uns wieder auf den Rückweg. Unterwegs entdeckten wir eine befahrene Schotterstrasse, die uns ebenfalls zu verschiedenen Aussichtspunkten oberhalb des Unterbeckens führte. Hier gelangen uns eindrucksvolle Aufnahmen.

 

 

                                Das Oberbecken 

 

 

Als wir nach Goldisthal zurückkamen war das Haus der Natur geöffnet und man gab uns dort bereitwillig Informationen, um zum Oberbecken zu gelangen. Mit unserem Wagen fuhren wir zu einem größeren Parkplatz, der auf der Höhe unterhalb des nicht sichtbaren Oberbeckens lag. Wir wanderten an der Staumauer entlang und wurden zu einer Aussichtsplattform geleitet. Von dort hatte man einen herrlichen Überblick über das Oberbecken. Wir konnten im Hintergrund auch sehr schön Masserberg und die Rennsteigbaude auf dem Eselsberg erkennen.

 

 Bei beiden Wanderungen, die wieder unser Interesse für ausgiebige Touren mit der entsprechenden Ausrüstung weckten, fühlten wir uns nahezu alleine und vermißten die vielen Wanderer, die auf dem RENNSTEIG unterwegs sein sollten, nicht. Dagegen gab uns auch die Möglichkeit, Zeit für unsere innere Empfindungen und Eindrücke zu haben und diese auch zu Formulieren. Ein einzigartiger Gewinn in unserer hektischen Zeit!

 

 

 

 

 

 

 

10. Eindrücke vom SPREEWALD und dem Schlosspark BRANITZ bei COTTBUS

 

 

                                  Unterwegs im Spreewald

 

Bereits 1859 schrieb Theodor Fontane einen interessanten Reisebericht über seinen Wochenendausflug mit drei Freunden in den Spreewald. Am 6. August 1859 rollte die Nachtpost durch das Hallesche Tor. Auf der Cottbuser Chaussee ging es über Lichtenrade und Zossen, Baruth und Golßen durch die märkische „Streusandbüchse".  Unter dem Titel "In den Spreewald" veröffentlichte er vom 31. August bis 3. September 1859 in der Neuen Preußischen Zeitung seine Eindrücke. Dieser Zeitungstext liegt uns in dem Buch "Reisebilder von Gerstäcker bis Fontane" vom Hanser-Verlag vor. Das Studium dieses Fontane-Artikels war eine ausgezeichnete Einstimmung für unsere geplante Reise in den Spreewald, die in der Zeit vom 23. bis 29. Oktober 2018 stattfand.

 

 

Theodor Fontane fuhr mit der Nachtkutsche von Berlin nach Lübben (ca. 100 km) und kam dort am frühen Morgen an. Wir benötigten für die Strecke von Hildesheim nach Lübben (ca. 330 km - größtenteils Autobahn) 5 Stunden und trafen gegen 13 Uhr 30 im Spreewaldhotel Stephanshof in Lübben  ein.

 

Zu unserer Überraschung fiel unser Zimmer 303 (im 3. Stock mit Dachschräge) relativ klein aus. Der Grund war schnell gefunden: Wir hatten über Booking.com  gebucht, was bedeutet, dass dieses Vergleichsportal mindestens 15 Prozent Provision vom Hotelier erhält. Entsprechend schlechter war das reservierte Zimmer (Standard-Version). Wir gewöhnten uns an das Zimmer und fanden es schließlich ganz gemütlich. Daraus lernten aber auch, dass wir unsere Übernachtungen in Deutschland und den angrenzenden Ländern  direkt beim Hotel-Management vor Ort buchen.

 

 

                                   Spreewaldhotel Stephanshof

 

Von Vorteil war die Lage unseres schönen Hotels, denn bis zum interessanten Stadtzentrum konnten wir sehr leicht zu Fuß gelangen. Jutta und ich erkundigten am nächsten Morgen auf  einer Entdeckungstour die verschiedenen Sehenswürdigkeiten auf getrenntem Wege. Mich zog es zuerst zur Paul-Gerhardt-Kirche und Jutta besuchte das Museum Schloss Lübben

 

 

 

                          Paul-Gerhardt-Kirche in Lübben

 

Die Paul-Gerhardt-Kirche ist evangelisch  und gehört zum Kirchenkreis Niederlausitz. Sie wurde nach dem Theologen und Liederdichter Paul Gerhardt benannt, der hier von 1669 bis 1676 als 2. Pastor (Archidiakon) diente. Am 5. September 1668 war der Pfarrer von Lübben (Spreewald), Konrad Cnisius, verstorben. Der Rat von Lübben, das damals nicht zu Brandenburg, sondern zu Kursachsen gehörte, suchte einen geeigneten Nachfolger und entschied sich nach einer Gastpredigt – am 14. Oktober 1668 – für Paul Gerhardt.

 

 

                       Paul-Gerhardt-Denkmal vor der Kirche

 

Am 29. Oktober 1668 erhielt er durch den Bürgermeister und den Rat die Berufung in das Amt des Archidiakons (2. Pastor) an der damaligen Nikolaikirche. Wegen der Krankheit seines Sohnes und eines notwendigen Ausbaus der Pfarrwohnung verzögerte sich der Amtsantritt bis zum 16. Juni 1669. In Lübben leistete Gerhardt die geistlich-seelsorgerische und die organisatorische Arbeit zur Zufriedenheit der Kirchengemeinde. Er lebte bis zu seinem Tod  am 27. Mai 1676 (im 70. Lebensjahr) dort in bescheidenen Verhältnissen. Am 7. Juni 1676 wurde er im Chorraum nahe dem Altar seiner letzten Wirkungsstätte beigesetzt, die seit 1930 seinen Namen trägt.

 

Die frühen Erfahrungen (er wurde 1607 in Gräfenhainichen im Landkreis Wittenberg geboren) von Krieg, Krankheit und Tod prägten Gerhardt. Das spiegelt sich besonders in seinen Gedichten, die in ihrer Schlichtheit, Gefühlswärme und Singbarkeit zu Volksliedern geworden sind. Ob er Eigenes schuf oder aus den Psalmen der Bibel schöpfte, ob er die lateinischen Hymnen eines Arnulf von Löwen oder die Gebete Johann Arndts seinen Liedern zu Grunde legte, stets gelang es ihm, den bekannten Inhalt emotional zu bearbeiten.

 

 

 

 

In der Kirche entdeckte ich auch eine beklemmende Ausstellung über das Speziallager Ketschendorf mit dem Titel: Die Strasse, die in den Tod führte!

Das Speziallager Ketschendorf, am südlichen Ortsrand von Ketschendorf bei Fürstenwalde/Spree gelegen, war als Speziallager Nr. 5 eines von zehn solchen Lagern der sowjetischen Besatzungsmacht in der Sowjetischen Besatzungszone. Es bestand von April 1945 bis Februar 1947.

 

Über 4600 Internierte starben unter unmenschlichen Bedingungen, zum Beispiel an Unterernährung und Tuberkulose; sie wurden zwischen dem Lager und der Autobahn in Massengräbern verscharrt. 1952 wurden bei Ausschachtungsarbeiten für Wohnhäuser mehrere tausend Leichen gefunden.  Nach 1990 wurde in Ketschendorf eine Gedenkstätte für die Opfer des stalinistischen Terrors errichtet.

 

2013–2014 ist für das Internierungslager ein Totenbuch mit Name, Vorname, Geburtsdatum, Geburtsort, letztem Wohnort und Sterbedatum erarbeitet worden. In ihm sind die Namen von 4.722 Opfern des Lagers erfasst, 100 mehr, als bisher bekannt war. Pfarrer Eckhard Fichtmüller, seit 2010 Vorsitzender der Initiativgruppe Internierungslager Ketschendorf, wurde 2015 für seine Verdienste um die historische Aufarbeitung der Geschichte des Lagers die Ehrenbürgerschaft der Stadt Fürstenwalde verliehen.

 

                                  Brücke zur Schloss-Insel

 

 

 

 

 Nach diesen erbaulichen und auch beklemmenden Erlebnissen wanderte ich am Schloss mit dem Museum vorbei und begab mich auf die Schloss-Insel, von der ich beeindruckt war. Sie ist von Kanälen nahezu umschlossen und kam nur über mehrere Holzbrücken erreicht werden. Zwei Tage später waren wir während unserer 3,5-stündigen Kahnfahrt auch im Bereich der Schloss-Insel unterwegs und gewann so einen noch besseren Eindruck von dieser herrlichen Landschaft.

 

                      Der Kirchplatz von Lübbenau

 

Theodor Fontane fuhr 1859 am gleichen Tag mit der Kutsche weiter nach Lübbenau. Er schreibt von einer "guten Meile" Entfernung (7,5 Kilometer) zwischen Lübben und Lübbenau. Seine Reisegesellschaft übernachtete im Gasthof  "Zum Braunen Hirsch". Das Hotel existiert nicht mehr. In den Räumlichkeiten am Kirchplatz 1 befindet sich heute das Rathaus und die Touristinformation, Für uns waren es am nächsten Tag unserer Ferien im Auto ca. 12 km. Wir fuhren direkt auf den großen Parkplatz vor dem Hotel Schloss Lübbenau..Erstaunlicherweise war das Parken kostenlos, die Absperrschranken entfernt - nur ein Schild wies noch darauf hin, dass ein Tagesticket 7 Euro kosten würde.

 

Als die Fontane-Reisegruppe in der Kutsche am Sonntagmorgen den damaligen Gasthof "Zum Braunen Hirsch (heute Rathaus und Touristinformation,  Kirchplatz 1) erreichten, war es genau eine Stunde zu spät, um den bunten Korso der Spreewälder vom Hafen zur Lübbenauer Sankt-Nikolai-Kirche mitzuerleben. So konnte die Festtagstracht erst nach dem „wendischen Gottesdienst" begutachtet werden. Über das verpasste Eintreffen schrieb Theodor Fontane:

 

 ... wenn icn aller Sonntagsfrühe die Kirchgänger und Kirchgängerinnen des Spreewalds auf 50 bis 100 Böten die verschiedenen Spreearme herunterkommen und im vollen Sonntagsschmucke vor- und nebeneinander herfahrend, endlich am Parkufer anlangen und unter den Laubengängen des Lynarschen Schlosses hin still und bedächtig der Stadt und Kirche zuschreiten.

 

Wir waren in der entgegengesetzten Richtung unterwegs, denn wir wollten - an dem Lynarschen Schloss vorbei - die eindrucksvolle Parklandschaft genießen. Im Gegensatz zu den  buntgekleideten sonntäglichen Messebesuchern, war es an diesem Donnerstag unseres Ausfluges nach Lübbenau sehr ruhig. Wir waren im Park nahezu alleine unterwegs.

 

Graf zu Lynar ließ 1817 die alte Wasserburg im Renaissancestil abtragen und an gleicher Stelle das klassizistische Schloss  bauen (1817 bis 1820), das dem heutigen Aussehen entspricht. Nach 1817 entstand auch die wunderschöne Parklandschaft Nach schwierigen Rückgabeverhandlungen an die Lynarsche Familie erfolgte 1992 der Ausbau des Schlosses in ein 4-Sterne-Hotel.

 

Aber dann zog es uns auch in die Sankt-Nikolai-Kirche im Zentrum von Lübbenau, die auch Theodor Fontane am Sonntag, den 7. August 1859, besucht hat und wegen der sorbischen/wendischen  Sprache nichts verstand.. Die Sankt-Nikolai-Kirche ist eine evangelische Kirche.Sie zählt zum Dresdner Barock in der Niederlausitz und gehört zum gleichnamigen Kirchenkreis. Von 1738 bis 1741 entstand auf den Fundamenten des Vorgängerbaus ein neues Kirchengebäude nach Plänen von Johann Gottfried Findeisen aus Dresden im Barockstil.

 

 

                                Sankt-Nikolai-Kirche

 

Das Fundament des gesamten Gebäudes ruht auf Erlenstämmen. Im Jahr 1736 wurde das Vorgängergebäude wegen Baufälligkeit gesperrt und später abgerissen. Ursache der Baufälligkeit dürfte der sumpfige Untergrund gewesen sein, der auch der neuen Kirche Probleme bereitet hat und deshalb eingerammte Erlenstämme verwendet wurden.. Erster Patronatsherr der Kirche war Moritz Carl Graf zu Lynar. Die erste Predigt fand am 12. Februar 1741 statt. Am 25. September 1754 wurden drei Glocken im Turm installiert. Eine 1625 in Prag gegossene Glocke gehörte bereits zur alten Kirche.

 

 

 

 

 

                                   Taufengel

 

Aus dem Jahr 1864 stammt der aus Bronze gefertigte Taufengel. Die Skulptur ist ein Abguss eines dänischen Originals, welches von Bertel Thorvaldsen für die Frauenkirche in Kopenhagen geschaffen worden war. Den Abguss hatte die Gräfin zu Lynar (geborene von der Marwitz) anlässlich der Genesung ihres Kindes gestiftet und er wurde vermutlich in der Werkstatt des preußischen Bildhauers Christian Daniel Rauch gefertigt. Alexander Linnemann aus Frankfurt hat für die Kirche Glasfenster geschaffen.

 

Erinnerungskreuz an Wilhelm Friedrich Rochus Graf zu Lynar

 

 

In der Kirche befindet sich auch eine Gedenktafel für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Gemeindemitglieder. Weitere Gedenktafeln ehren die Familienmitglieder der Lynars zwischen 1781 und 1928. An der nordöstlichen Wand erinnert ein Holzkreuz an Wilhelm Friedrich Rochus Graf zu Lynar. Dieser war am 29. September 1944 als Widerstandskämpfer gegen die Nationalsozialisten, infolge des Attentats auf Adolf Hitler vom 20. Juli 1944, hingerichtet wurden. Das Johanniterkreuz stammt vom Dorffriedhof Seese, der einem Braunkohletagebau weichen musste. Wilhelm Graf zu Lynar hatte in Seese gelebt. Das Kreuz trägt den Bibelvers „Ich habe einen guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten.“

 

Nach dem Besuch der sonntäglichen Messe in Lübbenau zog es Theodor Fontane zur Kahntour. Er spricht von der Gondel, die er durch dsen Lynarschen Park in 5 Minuten am Hauptspreearm erreichte. Im Boot befanden sich drei Bänke mit Polster und Rückenlehne. Auch für die Verpflegung war gesorgt. Das Ziel war erst einmal das beliebte Spreewalddorf Lehde.

 

                                         Haus in Lehde

 

Da für uns die große Kahnfahrt noch bevorstand, wählten wir fast 160 Jahre später die kurze Fahrt mit dem Auto nach Lehde (ca. 2 km) . Allerdings endeten wir ca. 1 Kilometer vor dem Ziel auf einer Wiese, die von einem älteren Parkwächter als Parkplatz ausgewiesen wurde und wofür er 4 Euro Parkgebühr verlangte.

 

                                Das Feuerwehrhaus in Lehde

 

Der Fußmarsch gab uns die Gelegenheit, einen ersten Eindruck von dem idyllischen Lehde zu erhalten. Es scheint sich seit dem Besuch von Theodor Fontane nicht allzuviel verändert zu haben. In unserem Hotel wurde uns das Freilandmuseum Lehde empfohlen. Obwohl uns der Parkwächter die Richtung genannt hatte, waren wir erst nach einigem Suchen erfolgreich. Wir freuten uns die frühere Lebensweise der Wenden/Sorben.

 

 

 

                                 Das Freilandmuseum Lehde

 

Die Sorben/Wenden gehören zu den slawischen Volksstämmen, die sich im 6. Jahrhundert im Spreewald ansiedelten und bis heute untrennbar mit der Region verbunden sind. Den Besuchern des Spreewalds sticht vielerorts die Zweisprachigkeit der Beschilderungen ins Auge. Nach der großen Völkerwanderung im 6. Jahrhundert ließen sich hier die slawischen Siedler nieder. Die slawischen Burgwälle gehören noch heute zu den Zeugnissen dieser Ansiedlung.

 

 

                                Holzbrücke im Freilandmuseum

 

 

Der Name „Sorben“ ist dem slawischen Wort „Serby“ entlehnt und bezeichnet einen der rund 20 slawischen Volksstämme, die sich im Spreewald ansiedelten. Aus der Zeit der Römer stammt die Bezeichnung „Wenden“, die sich bis in die Neuzeit gehalten hat und alle slawischen Volksstämme umschließt. Beide Begriffe werden heutzutage synonym verwendet.

 

                                 Sorbische Führerin

 

Da es den Sorben nach ihrer Einwanderung nicht gelang, einen eigenen Staat zu gründen, wurden sie im Laufe der Jahrhunderte in das deutsche Kaiserreich eingegliedert. Um 1200 ließen sich dann deutsche Bauern, Kaufleute und Handwerker in der Region nieder und mischten sich mit dem slawischen Stamm der Sorben.

 

                             Waschtag im Freilandmuseum

 

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurden vermehrt deutschsprachige Lehrer an den Schulen eingesetzt, so dass die sorbische Sprache zunehmend zurückgedrängt wurde. Gegenwärtig leben noch 60.000 Sorben in der Lausitz, von denen nur noch wenige ihre sorbische Muttersprache sprechen. Lediglich die älteren Generationen pflegen die Sprache noch bei sorbischen Bräuchen und Veranstaltungen im Spreewald. Alle diese Zusammenhänge wurden von der sorbischen Führerin im Freilandmuseum sehr gut erklärt und wir fuhren mit einem guten Eindruck in unser Hotel in Lübben zurück..

 

Nun kam am nächsten Tag der Freitag - der Tag unserer sehnsüchtig erwarteten Kahnfahrt mit Bernd. Jutta hatte bereits von Hildesheim aus unsere persönliche Kahnfahrt organisiert. Es wurde aber auch vereinbart, dass sie sich nach unserer Ankunft in Lübben bei Bernd melden sollte. Dieser schlug bereits den Mittwoch (wir kamen am Dienstagnachmittag an) vor, da an diesem Tag schönes Wetter herrschen würde. Wir zogen den Freitag vor und wurden vom Wetter ebenfalls nicht enttäuscht.

 

 

                      Begrüssung am Startplatz der Kahntour

 

Die Abfahrtsstelle lag in den Schrebergärten an der Berste ca. 500 m vom Hotel entfernt. Um 11 Uhr ging es los und wir waren über 3,5 h unterwegs. Bernd stellte sich als sehr geschickter Bootsführer und kommunikationsfreudiger Reisebegleiter dar. Wir gewannen sehr schöne Eindrücke und zahlreiche Fotomotive.

 

                           Proviant für die Kahntour

 

Wie schon bei der Kahnfahrt von Theodor Fontane 1859 nach Lehde war auch für uns im Jahre 2018 der Tisch reichlich gedeckt. Wir führen zuerst auf der relativ breiten Spree in Richtung Berlin. Dann überlegte es sich Bernd aber anders und drehte rechts ab, um in die schmalen Kanäle zu gelangen.

 

 

 

                                           Gegenverkehr

 

Interessant war der wechselseitige Einsatz der 4 m langen Eschenstange und des Bootamotors. Letzterer kam nur zum Einsatz, wenn die Wassertiefe über 3 m lag und die Stange keinen Grund mehr hatte. Mit der Stange verlief alles sehr gräuschlos. Auf der gesamten Strecke gab es 4 Schleusen, wovon zwei  durch ehrenamtliche Helfer bedient wurden. Diese freuten sich über ein kleines Trinkgeld von 0,5 bis 1 Euro. Die beiden anderen bediente Bernd alleine und beanspruchte dabei auch unsere Hilfe

 

 

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                               Unterwegs im Spreewald

 

Wir haben sehr viel gesehen und waren von der längeren Kahnfahrt tief beeindrückt. Und ich fühlte mich wieder an meine Jugendzeit erinnert als ich mit 16 Jahren mit meinem eigenen Kanu in den Altrheimarmen unterwegs war, um dann über den Rhein in ein Wasserparadies zu gelangen, wo ich auf einer kleinen Insel mein Zelt aufbaute und als einsamer Trapper im Schlafsack übernachtete.

 

 

 

Das Grab des Fürst Pückler in der Seepyramide

 

Bei der Suche nach interessanten Schlössern in der häheren Umgebung sind wir auf das Stammschloss des berühmten Fürst Pückler und dem dortigen Park Branitz gestoßen. Dies wollten wir am Samstag besichtigen. Dazu fuhren wir nach von Lübben nach Cottbus (ca. 40 km)  und fanden den sehr schönen Parkanlage mit dem Schloss sudlich davon gelegen.

 

 

Mit dem Besuch der Parkanlage, die Fürst Pückler, mit großem Aufwand geschaffen hat, stieg auch mein Interesse an dieser Personlichkeit und fand viele Aspekte seiner Biographie sehr bewundernswert. Es war vor allen Dingen sein Können als Gartenbauarchitekt und sein Interesse für fremde Völker, die er besucht und über die er ausfühlich berichtet hat. In der Seepyramide, die sich Park Branitz befindet, liegt er mit seiner Gattin Lucie begraben.

 

 

 

                                 Haupfriedhof  Lübben

 

 

 

Der letzte Tag vor der Heimreise war ein Sonntag.  Wir besuchten den Gottesdienst (Mirjamsonntag) in der Paul-Gerhardt-Kirche in Lübben und den Hauptfriedhof. Um 1745 wurde an dieser Stelle ein Weinberg angelegt. Jedoch war das Gelände wegen der klimatischen Bedingungen für den Weinanbau nicht geeignet. Deshalb wurde der Weinberg für die Anlage eines neuen Friedhofes 1856 verkauft und am 24. November 1872 eingeweiht. Uns hat der Friedhof sehr gut gefallen und wirkte wie ein Platz der Stille. Bemerkenswert fanden wir die Anordnung der Urnengräber und die zahlreichen, formschönen schmiedeeisernen Gitter.

 

 

 






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Publication Date: 05-09-2018

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