Cover

trostrot



wohlig zarte fetzenlichter
mondgewärmt im abendkleid
jedes deiner kindsgesichter
verlacht mein ewig gleiches leid

ein bub auf vaters starken schultern
im sturzflug unterm blätterdach
nie hättest du mich fallen lassen
so gib auch heute auf mich acht


tauwerk



auf dem stege eng umschlungen
eine seilschaft ewiglich
ineinander fest verwoben
jeder zweifel von uns wich

kein schwert vermag uns so zu trennen
ohne knoten, ohne zwang
frei und doch gemeinsam schreiten
ohne angst und ohne bang


the thereminist



orbiting arrround your waist
painting worlds with fingertips
a child at work, a god at heart
a plea to stay, to not depart

beyond the walls of blurry hazZze
the two of us, a molten shade
a single word would mean the end
of dreams made out of things unsaid

I built my home upon the cliffs
far above the shipless shore
none to touch, you to adore
a sun to melt, a sky to pour

I wave my hand, conduct a smile
a lack of words to say goodbye
that's how it ends, that's what you are
a tiny dot, adrift, afar


labyrinthine



about to kiss I held your chin
a giggling girl, a devil's grin
out of embrace you slipped away
my fallen angel gone astray

I followed you into the maze
giant hedges, moisty haze
all I could see was your blue skirt
round the corners, all too pert

your teasing giggles filled the air
a darkened sky made of your hair
the more the paths I had to cross
the more the pain about my loss

filled with sadness, filled with scorn
entangled in a rose's thorn
to let me drown in disconcert
you left behind your blueish skirt


wanderlust



ich packe dich am handgelenk
ein fester griff und du bist mein
deine brüste, warm und prall
pressen gegen kaltes glas

von hinten komm ich über dich
mein atem riecht nach kirchenbank
dein dichtes haar streich ich beiseite
ein sanfter biss dir zum geleite

berauscht an deinem kehlenkelche
ranken meine küsse sich
saftig rotem efeu gleich
entlang dem halse ewiglich

küssend ziehe ich gen süden
ziehe geifernd meine spur
ein zungenreigen auf dem bauch
im nabeltal ein see aus schmauch


gleich wohlig warmer abendsonne
komm ich nun auf dich herab
ein ohrenmeer an dünnen wänden
mein kopf versinkt in deinen lenden

pulsierend, heiß und angeschwollen
dein schenkeleck, es tränt vor lust
du windest dich in feuchten leinen
süße gischt entspringt den beinen

erlöst von meinen zungenschlägen
versinkt dein leib in meinen armen
tausend meilen tiefe augen
hoffnungslos in dir verloren


astaxanthin



ich tat dir leid als du mich sahst
so ganz allein zur weihnachtszeit
ein lächeln fiel dir sanft zu boden
als du mich mit nach hause nahmst

ich schälte dich aus deinen kleidern
zwiebelhaut so kalt wie fisch
ich sehnte mich nach deinen gräten
zeit für reue gab es nicht

. . .

wie frischer lachs so zart und rosa
deine knospe sich mir zeigt
dank meinen rauen räuberslippen
ich um ihre schönheit weiß

wohin auch immer ich sie schicke
meine hand ist dort zu haus
jeder winkel deines körpers
eigens nur für mich erbaut


. .

wenn dann des schlafes träges tuch
dich sanft an meine seite legt
dann schließen unsre körper sich
frisch geküssten lippen gleich

.

am nächsten morgen klebte noch
die nacht ans unsren leibern
als imprägnierte leidenschaft
verbleibe ich in deinen kleidern


aufwachen



Wer ich bin,
wo ich bin,
wie spät es ist,
wie sehr ich dich liebe.


unkenntlichkeit



wie bist du nur so kalt geworden,
was ist es was dich so zerfrisst?
du siehst ja nicht mal in den spiegel,
und hoffst das du dich selbst vergisst.

die jahresringe unterm Aug',
eingekerbt mit heißem Harz.
In deinem Wald gedeiht kein Baum,
der Himmel blendet neon-schwarz.

du zitterst auch in warmen räumen,
die augenbraue zuckt im takt.
gedanken lesen kann ich kaum,
hast sie auch sorgsam eingepackt.

die zeit für uns neigt sich dem ende,
schweigend sitzen wir nun da.
ich sehe deine blicke fallen,
du schämst dich das ich dich so sah.


rorate


surre, kleine neontasse
zerbrich das licht am scherbensee
verschmilz mit bunten weihnachtssternen
zinnoberrotes mützenmeer

ein fell aus spänen an der schindel
gänsehaut am brettverbau
berührungen verpackt in wolle
ein kuss verweht im morgengrau

Imprint

Publication Date: 01-18-2009

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