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Vorwort

 

Sprüche, Aphorismen und Gedanken

Worte als Wegweiser?

 

Die Worte von der Leine lassen, sie können umherstromern; vielleicht finden sie etwas? Was wäre gute Jagdbeute? Ein witziger Einfall, was Erhellendes, ein Wortspiel?

 

Schreiben ist die intensivere Form des Nachdenkens; es ist, als hätte man ein ungleich größeres Arbeitsgedächtnis. Man kann mit weitaus mehr Wörtern, Sätzen und Bildern jonglieren.

 

Im Wort "Schreiben" steckt der Schrei - Emotion steckt darin und das Tierisch-Unartikulierte, das der Autor dem Prozess der Denk-Reife unterwirft, damit es als Artikulation das Licht der Welt erblicken kann.

 

Schreiben kann auch ein Lebenselixier sein - aus der Quelle der Kreativität trinken.

 

Sprüche, Aphorismen und Gedanken

 

► Bad Boys

Bad Boys sind doch in. Ist aber die Frage, ob die Vampire, für die Frau sich entscheidet, dann wirklich so glitzernd sind. Ein Pirat ist eine schöne Alternative. Allerdings sollte man ihm dann seine Kaper-Leidenschaft verbieten und ihm keinesfalls einen Kaperbrief ausstellen. Ob er je in den Ehe-Hafen einlaufen wird? Er würde das Gefühl haben, einzulaufen, an Größe einzubüßen.

 

► Zauberformeln

Mit Zauberformeln kämpfen. Welche Sätze geben einem Kraft, wie kann man anderen Kraft geben über das Medium Sprache? Mut machen, Angriffe blockieren – so wie beim Aikido kann man Sprache in friedlicher Absicht verwenden.

 

► Frühling

Bezaubernd, wie dem Jahr der weiße Mantel abgenommen wird. Es fragt sich: Geht es jetzt ins Frühlings-Theater? Die Vögel beginnen schon mal mit der Ouvertüre, die Blüten lugen hinterm Vorhang hervor.

 

► Drabble

Drabble ist ihr Medium, sie albern im Pointen-Reich.

Freuen sich wie Max und Moritz über jeden Streich,

der den Leser foppt.

Keiner bändigt sie –

nur vom 100-Limit werden sie gestoppt.

 

► Crux der Liebe

Zwei Grundsätze machen die Liebe kompliziert: Man will immer das haben, was der andere hat. Und wenn man sein Ziel erreicht hat, locken schon weitere Ziele. Der Mensch ist nicht beständig. Immer auf der Suche; saturiert? Immer nur vorläufig. Man will etwas umso mehr, je mehr ein anderer dasselbe will, ist ja fast wie beim Sommerschlussverkauf.

 

► Fashion Victim

Ein Blick zurück in der Zeit, als die Hüften auf Kosten der Organe Haltung anzunehmen hatten. Da wurde gequetscht, gestaucht ... Hat die Mode da locker aus der Hüfte geschossen? War das zu wenig bedacht? Was tut man seinem Körper nur an: Spitze Schuhe scheinen da schon recht harmlos. Ist die Schönheit ein Drache, der man zu opfern hat? Die Schönheit fordert es. Das steht so im Raum, wird nicht hinterfragt. Nur die Art der Opfer ändert sich.

 

► Fördermittel

Der Zweck heiligt die Fördermittel?

 

► Tagträumerei

Tagträumereien, in denen Korallen und türkises Wasser ihren Auftritt haben. Die Realität ist aber nicht müßig, stellt Netze zur Verfügung – und fischt einen aus dem Meer der Träumereien wieder heraus.

 

► Orcas

Man hält die Orcas für Kuscheltiere – es gibt sie in der Gummi-Version; in Freizeitparks lassen die Zuschauer was springen, wenn sie springen. Dabei sind sie Spitzenprädatoren. Nun ja, der Mensch macht sie zu Mesoprädatoren – er jagt sie.

Ist vielleicht doch nicht so gut, dass der Orca so intelligent ist, das macht ihn für die Dressur interessant. Amöben will keiner dressieren.

Vielleicht gibt es ja bald eine App für Walisch.

 

► Glaube

Was macht der Glaube in der Welt, was ist das für eine seltsame Kraft, die in der Lage ist, es mit der Realität aufzunehmen, als sei sie Modelliermasse?

So wie Gott einst aus einem Klumpen Lehm den Menschen erschuf, so vermag Glaube zu formen und in gewissem Sinn dem Unbelebten Leben einzuhauchen. Man ist beseelt, hat Esprit, man ist erfüllt mit Vitalität. Man muss an sich glauben – und andere freuen sich, wenn man an sie glaubt. Eine seltsame Universal-Währung, die sich uns da präsentiert.

 

► Beten

Ist Beten noch zeitgemäß? Der moderne Mensch befiehlt sehr gern. Das ist zuverlässiger. Einer Bitte haftet das Ungewisse an – es steht dem anderen frei, ob er dem nachkommen möchte. Aber Gott würde sich Befehle wohl verbitten. Aber ob ständige Wiederholung – wie ein Mantra – des Gebetes ihn nicht vielmehr nervt? Er ist ja keine Behörde, wo man sich durch Drängelei und den einen oder anderen Geldschein in bevorzugte Position manövrieren könnte.

 

► Partner

Man ist auf der Suche – irgendwo muss es doch geeignete Kandidaten für das ultimative erotische Erlebnis geben, womöglich mit Verliebtheit inklusive. Oder aber, man kennt sich schon seit Jahren und die Liebe ist gerade dabei, die Biege zu machen. Kann man das wieder geradebiegen?

 

► Armer Tropf

Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt: Dann stellt sich heraus, dass dieser Tropfen nur in seiner Fantasie existiert. Er sollte lieber einen guten Tropfen trinken.

 

► Clownerie

Das Leben verkommt zur Clownerie. Dass man gegen etwas Skurriles kämpft, kriegt man gar nicht immer so mit. Man rationalisiert, findet Erklärungen, will das Skurrile ins Alltägliche integrieren.

 

► Schmetterling

Butterfly – lässt er sich unterbuttern? Die Landschaft wird zunehmend dem Menschen angepasst, der Schmetterling hat das Nachsehen. Wir vermiesen ihm das mit den Wiesen. Noch gaukelt er, fühlt sich aber verschaukelt. Schmetterlinge können nicht weinen – vielleicht wird es Zeit für ihn, das zu üben?

Bitte an den Schmetterling, dass er gemeinsam mit seinem Buddy, dem Frühling, seine Show abzieht. Vermutlich macht er aber die Flatter.

 

► Irre Computer

Errare humanum est. Aber die Computer holen auf. Je mehr KI, Künstliche Intelligenz, und Mustererkennung, umso weniger mustergültig sind sie. Die Wirklichkeit ist komplex, viele Faktoren mischen da mit, müssen zum Gesamtbild kombiniert werden.

 

► Falsifikation

Wie oft, dass die so schön ausgedachte Tat an der Realität scheitert. Wie eine Meereswoge, die nicht sanft ausrollt, sondern Bekanntschaft mit einer Klippe macht. Zu viele Vermutungen. Selbst die Wissenschaft ist davon betroffen, kann stets nur falsifizieren, nie verifizieren.

 

► Liebhaber

Der eine ist eine Platzpatrone, der andere ein widerlicher Patron, andere wollen nur zum Schuss kommen, manche haben einen Knall.

 

► Hundeelend

Der Hund verzeiht das Verlassen-Werden,

liegt seine Welt auch in Scherben.

Er ist Optimist:

Herrchen kommt gewiss bald zurück.

Ohne ihn ist's schon sehr trist,

er war trotz allem sein ganzes Glück.

 

► Mammuts

Mammuts – eventuell finden sich ja einige Elefanten, die bereit sind, Mammut-Babys auszutragen; oder kriegen sie sich mit ihrem Nachwuchs dann in die Haare?

 

► Pegasus

Pegasus – die richtige Einstellung ist wichtig: Wie verfährt man mit der Fantasie – ist man bereit, ihr die nötige Freiheit und den nötigen Freiraum zu lassen? Ein Wildpferd, kein Paradehengst, keine Schindmähre.

 

► Zweifel

Erstaunlich, dass es oft nicht der Mut ist, der einen auf den richtigen Weg führt, sondern der Zweifel.

 

► Gedächtnis

Schön, wenn man sich zu erinnern beginnt, wer man ist, und es einem nicht den Tag versaut.

 

► Lady Godiva

Lady Godiva – hoch zu Ross: Man könnte auch sagen, sie absolvierte eine Rosskur – und das Volk genas.

 

► Seelen-Zentrum

Seelen-Zentrum: Es eröffnet sich eine Welt eigenartiger Ordnung, als ob die Farben miteinander kommunizieren würden – versuchen, sich bei einem gemeinsamen Farbton zu treffen, einige Abweichler. Sie streben zur Mitte, die trotzdem seltsam unerreichbar bleibt. Es ist mehr ein Wirbel, ein Kreisen um ein Zentrum, was sie in der Tiefe vermuten.

 

► Panther

Die Dunkelheit und Angst als Panther, der gar nicht gut drauf ist. Tierisches Erbe, von dem wir hoffen, es mit Dompteur-Künsten soweit zu beeindrucken, dass es sich einigermaßen aufführt.

 

► Wal

Der Wal hat sich so gut seinem Element angepasst. Ungeheuerlich, dass wir ihm wegen Lampenöl das Licht ausblasen. Er ist eben kein guter Lobbyist, zwängt sich ungern in Parlamentsgebäude. Er braucht Wal-Helfer.

 

► Jenseits

Hund gestorben: Abschied vom treuen Begleiter, der nun im Jenseits um Quartier bittet, möglichst mit Aussicht auf die Lieblings-Plätze im Diesseits. Man will das ja im Auge behalten, was Frauchen so anstellt, und wie sich der Nachfolger so macht. Eventuell Einarbeitungs-Tipps zukommen lassen per Geister-Nachrichtensystem.

 

► Meerschweinchen

Meerschweinchen sind beliebte WG-Mitbewohner; sie beanspruchen vom Wohnraum als Habitat nur ein bescheidenes Plätzchen, beanspruchen die Fernbedienung nicht für sich, sind mit den meisten Sachen einverstanden.

 

► Kriege und Siege

Die Zahl der Kriegsbeteiligten hat sich ständig erhöht, als gälte es, darin Rekorde aufzustellen.

 

► Entlastung

Braucht es eine religiösen Begründung, dass da jemand für andere tätig wird, etwas auf sich nimmt, um die Last der anderen zu verringern? Keine Belastung sein, sondern im Gegenteil, dafür sorgen, dass das Leben mal nicht so schwer ist.

 

► Woll-Hase

Eine Hase aus der Gattung der Amigurumi. Aus Wolle gefertigt – so beginnt er seine Hasen-Laufbahn als Selfmade-Produkt. Man wünscht ihm viel Erfolg auf seinem weiteren Hoppelweg – obwohl, er wirkt unschlüssig, was er mit seiner neuen Existenzform anfangen soll. Sich mit allen in die Wolle kriegen? Dem Niedlichkeits-Schema trotzen und den Gremlins nacheifern?

 

► Firm

Firm bei Fremdwörtern; oder braucht man eine neue Firmware?

 

► Fahrrad fahren

Fahrrad fahren – man scheint ein Naturtalent zu sein, die Straße fliegt einem entgegen, das Fahrrad ist willig – zu willig – es spürt die Freiheit und will zeigen, was es kann. Let's roll, let the games begin! Wer denkt da an Rücktritt? Man ist ja kein Minister, der sich was hat zuschulden kommen lassen.

 

► Warnschuss

Kleiner Unfall – vielleicht ganz gut, dass das passiert ist: Ein Warnschuss vor den Bug. Anderen Kurs einschlagen – es sei denn, man will Colt Seavers nacheifern. Gelegentlich ein Vitamintrank für den Schutzengel und ihn rechtzeitig über die neuesten Pläne informieren.

 

► Waschen

Ein Casanova ist ja kein Waschlappen. Eine Hand wäscht die andere; aber er will ja mehr, als nur ihre Hände waschen. Sie gibt ihm eine Antwort, die sich gewaschen hat.

 

► Lochverstärker

Kinder können einem manchmal Löcher in den Bauch fragen – da wäre ein Lochverstärker vorteilhaft. Am Loch Ness könnte Nessie mittels eines Lochverstärkers eventuell eingefangen werden. Es gibt viele Verwendungsmöglichkeiten – auch Schwarzen Löchern kann sich der Raumfahrer sorgloser nähern, wenn er sie zuvor mittels eines Lochverstärkers geschützt hat – dann steht dem interdimsionalen Reisen nichts mehr im Weg.

 

► Walther von der Vögelweide

Walther von der Vögelweide – er geht mit ihr ihre Lieblingsstellungen durch. Ob er dabei Minnelieder singt? Auf dass er durch die Kraft seines Gesanges und seiner Liebestechniken bleibenden Eindruck hinterlässt.

 

► Begabung

Er muss nur das Gebiet finden, wo er was leisten kann – man muss ja nicht auf jedem Gebiet gut sein. Ganz im Gegenteil: Eine Begabung bringt es manchmal mit sich, dass sie die Energie von anderen Bereichen abzieht, abzweigt und auf das Hauptinteressengebiet fokussiert. Was soll er sich beispielsweise im Fremdwörter-Wald herumschlagen, wenn ihm die Mathematik eine Lichtung ist?

 

► Schicksal

Manchmal nimmt einen das Schicksal ziemlich hart ran; was denkt es sich dabei? Man ist ja schließlich kein Punching-Ball.

 

► Original und Kopie

Was ist Original und was Kopie? Eine Idee wird aufgegriffen, verwendet – so dass am Ende die nachfolgenden Werke oftmals die ursprünglichen Ideen übertreffen.

 

► Legenden

Schön, dass wir Legenden haben. Man will gar nicht genau ergründen, wie banal die Ausgangssituation war. Plain Vanilla wird so zu tausend leckeren Eissorten.

 

► Trau, schau, wem man seine Wünsche mitteilt, wen man mit der Wunscherfüllung beauftragt. Der Weihnachtsmann soll da ganz zuverlässig sein.

 

► Wünschen

Trau, schau, wem man seine Wünsche mitteilt, wen man mit der Wunscherfüllung beauftragt. Der Weihnachtsmann soll da ganz zuverlässig sein.

Wünsche nehmen es da sehr genau bei der Bestellung: Exakte Formulierung ist schon erforderlich – dem Dschinn nicht zu viel Spielraum lassen; verantwortlicher Auftraggeber bleiben. Aber manchmal ist es auch ganz nett, was der Dschinn sich für einen überlegt hat. Das Zufallselement mit integrieren. Flexibilität an den Tag legen. Dann offenbart sich das Glück – und auch wenn man auf dem Teppich bleibt – es kann sich ja um einen fliegenden Teppich handeln.

 

► Twitter-Storys

Wann ist das Leben kurzweilig? Man kann versuchen, der Komplexität des Lebens im Twitter-Format beizukommen; Gedanken komprimieren auf exakt 140 Zeichen; fasst Euch kurz. Kann man damit die Struktur des Glücks herausarbeiten, freilegen?

Normalerweise nutzt man die Gelegenheit für ausufernde Erläuterungen. Was, wenn Worte plötzlich so kostbar sind, dass es gilt, sie wie ein rares Luxusgut einzusetzen? Jedes Wort gewinnt damit an Bedeutung, wird mit zusätzlicher Last befrachtet – ein Spiel auf mehreren Ebenen.

Man kann einerseits eine ganze Welt oder eine Nation im Twitter-Stil dirigieren, andererseits ist etwas Redundanz oftmals nötig.

Aber vielleicht eine gute Übung, wenn es demnächst gilt, Gesetze im Twitter-Format zu verfassen – die Sekundärliteratur hat es dann nicht mit Schachtelsätzen zu tun, die sehr vieldeutbar sind. Einfachheit – verdient unsere Zeit das? Vor lauter Worten ist der Kern der Sache wie von einer Nebelwolke verhüllt. Künstliches Mysterium, da uns die Mythen weggenommen wurden. Der Wissenschafts-affine Mensch muss an die Macht der Worte und Zahlen glauben, die sich in Gesetzen, Hypothesen, Glaubenssätzen, Annahmen über die Welt manifestiert.

Genau den Absprungbalken treffen, die 140 als Maß. Gewissermaßen die kleine Schwester des Drabbles – dem ja 100 Wörter zur Verfügung stehen.

Collage – man verwendet ja immer schon Vorhandenes; macht sich dessen bewusst. Es ist vor allem ein Modifizieren. Selbst die Wissenschaft ist ein Hinzufügen; manchmal sind es Irrwege, Holzwege – auf denen man aber überraschend auf eine Lichtung stößt.

Kreativer Versuch – aus Spiel wird Ernst – das Sprachspiel findet sich plötzlich wieder in Gesellschaft von Problemen, die die Menschheit so umtreiben.

 

► Liebhaber

Wissen, was man will – ob man den Romantik-Kurs bevorzugt oder eher den Trimm-dich-Pfad.

 

► Hürdenläufer

Sind Grenzen der Gesellschaft so etwas wie Hürden, die ein Hürdenläufer rasant nimmt?

 

► Frauenversteher

Es gibt ja schon Apps, die übersetzen das: Mann – Frau – nicht, dass man aneinander vorbeiredet, nur weil man dieselben Worte und Phrasen verwendet, die aber je nach Situation und Anwender völlig anders zu interpretieren sind.

 

► Mayday

Alles neu macht der Mai – aber man muss ihm schon ein bisschen unter die Arme greifen. Er hört den Hilferuf: Mayday – und ist zur Stelle.

 

► Kommata

Komma – meist wird es vergessen, dabei ist es gut im Kommandieren: Bringt die Wörter in Reih und Glied. Die Komma-Brigade nicht vorschnell dezimieren.

 

► Treue

Manchmal wird die Treue zum Fluch,

da stellt man dann ein Bittgesuch

um Urlaub – aber nur in Gedanken,

man will den anderen ja nicht kränken.

 

► Sauna-Fantasien

Sauna-Fantasien – sie möchte sich wieder heiß fühlen, hat aber das Gefühl, sie sei kalter Kaffee. Noch ein Aufguss?

 

► Neue Bekanntschaften

Immer gut, neue Bekanntschaften zu machen – ob man diese dann vertiefen will, muss sich zeigen. Manchmal denkt aber aber gleich: Der soll mich kennenlernen.

 

► Trau Dich was

In der Realität hätte man Skrupel bei so einer Performance mitzuwirken, aber in der Fantasie-Parallelwelt sind solche Darbietungen auf der mentalen Showbühne wohl öfter als vermutet.

 

► Hochzeit

Manche zögern mit der Hochzeit – wenn sie 8 Jahre warten, dann haben sie womöglich ein Blumenkind aus eigener Fertigung bei der Hochzeit dabei.

 

► Das Universelle

Konfrontation mit dem Universellen. Der Mensch schrumpft – hatte man sich vorher wie ein Mittelklasse-Wagen gefühlt, ist es nunmehr ein Bobbycar. Einerseits schämt man sich seiner Eigenarten, andererseits tragen sie dazu bei, dass man sich inmitten von 7,6 Milliarden Exemplaren derselben Gattung als Individuum vorkommt.

 

► Chefetage

Im siebten Himmel – wie es da wohl so ist? In der Chefetage ist manches anders. Wobei zu fragen wäre, welche Heißgetränke die Engel so konsumieren; auf ihren Einsätzen wird es ja doch oft lausig kalt, Gewitterwolken, manches, was einem die Stimmung verhageln kann.

 

► Ruchbar

Bei manchen Sinnesorganen bedauert man es, dass der zugehörige Abschaltmechanismus im Bauplan gar nicht vorgesehen ist. Das stinkt einem. Wehe dem, der einen Riechkolben sein eigen nennen kann.

 

► Gewaltiger Moment

Hoffnung als Wunder; Licht überzieht den Horizont, füllt ihn aus; innerer Sonnenaufgang. Wie ihn festhalten? Gedanken jagen sich, sie bleiben nicht einfach auf Kommando stehen, auf dass man einen von ihnen mal genauer betrachten kann, ihn studieren, seine Tiefe erfassen; eintauchen in den Moment – kann man das lernen? Manchmal kommt einem das Leben sehr denkintensiv vor. Der Bewusstseinsstrom kommentiert wie ein engagierter Reporter, will sich alles vergegenwärtigen, will keine Secondhand-Realität.

 

► Weinen

Weint er anlässlich des Regens – steckt ihn das Wetter an, beschränkt sich das Regnen nicht auf die äußere Landschaft, wird die innere Seelenlandschaft mit einbezogen? Immerhin kann der Mensch weinen – ist was Besonderes; macht man zu selten Gebrauch davon? Auf der Welt gibt es viel Beweinenswertes. So wie es Lachtherapien gibt, könnte man auch Heul-Meetings veranstalten. Gemeinsames Flennen – der Erfolg wird in Millilitern gemessen. Warum soll man mit den Tränen kämpfen? Ihnen den Sieg überlassen.

Tränen trainieren – bei Frauen wirkt es oft Wunder, erstaunlich, wie weit sie mit ein paar Tränen kommen. Vielleicht sollte der Gender-Fortschritt gleiches den Männern auch ermöglichen? Ist ja zum Heulen, dass Männer dann gleich als Tränentier abgestempelt werden. Chuck Norris – heulen bis zum Morgengrauen. Tränendrüsen Reloaded.

 

► Wunschtraum

Wunschtraum – Wünsche nutzen manchmal die Gelegenheit und wechseln in die Realität hinüber. Bekommen sie Eintritt? Nicht, wenn sich Bedenken und Zurückhaltung als Türsteher betätigen.

 

► Seitensprung

Da die attraktive Frau nur Sonnenrille und Fußkettchen trägt, ist es mit seiner Beherrschung nicht weit her. Fünf Meter entfernt sitzt sie auf ihrem Strandtuch – die ideale Distanz für einen Seitensprung. Punktlandung. Und es hat ein Nachspiel – geht in die Verlängerung. Seine Frau beäugt das Ganze zwar sehr misstrauisch, aber sie steht kurz vor einem Sonnenstich – und so kann er erneut wieder in See stechen.

 

► Umkleide

Umkleide – hier bekommt auch gleich die Seele ein neues Gewand, verschönert kommt sie heraus.

 

► Muttertag

Muttertag: auf die Freuden, Familien-Managerin zu sein! Man selber würde gern mal streiken. Am Muttertag wird alles heimgezahlt: Ein Blumenstrauß, eine Schachtel Pralinen – kannst Dich ruhig bedienen.

Und am Ende heißt's: Man hat in der Erziehung alles falsch gemacht, die Gören verzogen, keine Pracht.

Wo ist sie nur, die Familien-Idylle? Gestern war sie doch noch da – oder gab's das nur in der Literatur, ist das gar nicht wahr? War so viel Stress schon immer die Norm? Eines steht fest: Die Mutter verdient Dank in aller Form.

 

► Märchenhaft

Wenn das Leben Dir Bullshit gibt, dann mach Gold daraus. Bewährtes Rezept seit Märchen-Tagen. Aber was, wenn das Märchenhafte zur Routine wird? Vielleicht ganz gut, wenn die Einhörner selten sind. Eine Herde davon ist genauso seltsam wie eine Pegasus-Herde. Man will die persönliche Bindung, da liegt der eigentliche Zauber; man will nicht von dreißig Pegasussen umworben werden.

 

► Selbstgespräche

Wie kann man sich auf Fahrten die Zeit vertreiben – Hörbücher hören? Imaginärem Gesprächspartner Vorträge halten, die brillant formuliert sind, aber leider hat sie niemand aufgesprochen oder zur Kenntnis genommen, vermutlich waren sie auch nur halb ausformuliert – man denkt sich so seinen Teil dazu, für einen selber klingt das stimmig, man hat die entsprechenden Bilder in Kopf – jetzt muss man das Ganze nur noch zu Papier bringen.

 

► Ja, Mai

Dieses Mal war der Mai

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Publisher: BookRix GmbH & Co. KG

Cover: Cover von digitalista/bigstockphoto.com
Publication Date: 01-31-2018
ISBN: 978-3-7438-5351-5

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