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A little Voice




Viele Jahre ist es nun her, wo ich das letzte mal sprach. Oft saß ich in meinem Zimmer und sah mir alte aufnahmen von Konzerten an, wo ich als Background Sängerin sang. Jedes mal spürte ich den drang zu singen, ich öffnete den Mund, aber es kam einfach keine Stimme raus. Ich nahm meine Gitarre und spielte einige Lieder, bis mir tränen kam. Ich legte meine Gitarre sanft auf mein Bett und ging ins Wohnzimmer wo meine Schwester vor sich hin sang. Lea konnte über haupt nicht singen, doch ich lächelte sie an, denn auch wenn sie nicht gut singen konnte, merkte man, sie singt mit Leidenschaft. Ich setzte mich zu ihr und schaute Fern. Lea summte die ganze Zeit, wahrscheinlich hatte sie wieder ein Date. Ich schaute genervt zu ihr und dann war sie endlich still. Nach einer halben Stunde wurde mir Langweilig und ich ging, zog mir meine schwarze Jacke und Schuhe an. Ich machte mich auf den Weg zum Park, wo jeden Freitag viele Jugendliche hin gingen und sangen. Der Park war eine viertel Stunde von meinem zuhause entfernt. Gemütlich lief ich den Bürgersteig lang und bemerkte gar nicht wie mich ein Junge anrempelte. >> Es tut mir echt Leid << sagte er und ich schaute ihn verständnisvoll an, erst da merkte er, dass ich das Mädchen ohne Stimme war. >> Du bist doch Joleen << fragte er mit einem lächeln. Ich nickte. >> Ich bin Andre << sagte er, nahm meine Hand und schüttelte sie. Die anderen Leute versuchten nicht einmal mit mir zu reden. >> Ich hab gehört, als du noch gesprochen hast, hast du im Park gesungen << sagte er und schaute mich an. Ich nickte wieder und ging den Weg weiter. >> Willst du zum Park << fragte er und lief mit. Ich nickte wieder. >> Ab heute heißt du Joules << sagte er auf einmal. Ich schaute ihn verwundert an und machte einen deutlichen WIE BITTE Blick. Er fing an zu lachen, was mich noch wütender machte. >> Alle Mädchen sollten so schweigen wie du << sagte er lachend. Wir erreichten den Park und man konnte schon Menschen singen hören. Ich schloss meine Augen und lächelte. Erst als dieser Andre mich mit zog, öffnete ich meine Augen. Er lief immer schneller in Richtung der singenden Stimme. Ich konnte mir einen kleinen Schrei nicht unter drücken und dann blieb er stehen. >> Das ist also die Berühmte Stimme gewesen << sagte er fröhlich. >> Du wirst schon wieder reden und singen können, ich helfe dir dabei << sagte er. Seit ich meine Stimme verlor, hatte nie jemand so was zu mir gesagt. Ich nickte mit einem lächeln und auch er lächelte. Wir setzten uns auf eine Bank im Schatten und Andre fing wieder an zu reden. Er war eine richtige Quasselstrippe, nur am reden, es war nervig aber auch lustig. So vergingen einige Stunden, wir tauchten Handynummern aus und ich ging nachhause. >> Joleen wo warst du nur, wir haben uns solche Sorgen gemacht << sagte meine Mum und nahm mich fest in die Arme. Ich nahm mir ein Blatt und ein Stift und schrieb auf "Ich war im Park, habe dort den Leuten beim Singen zugehört und einen neuen Freund kennengelernt". >> Na gut, aber gib uns das nächste mal bitte bescheid << sagte sie und atmete erleichtert auf. Ich umarmte sie und ging in mein Zimmer. Ich lies mich in mein Bett fallen und bekam genau dann eine SMS von Andre. "Heey Joules, schreib mal deine Adresse auf, ich will dich morgen besuchen kommen" schrieb er. Ich schrieb ihm meine Adresse und das er mich nicht Joules nennen soll. Joules erinnerte mich an einen Hund und ich habe Angst vor Hunden. Ich mag einfach keine Hunde, weil mich mal früher ein Hund, ein Chihuahua um genau zu sein, Angegriffen hatte. Mein Gott wie ich dies Mutierten Ratten hasse. >> Jo << rief meine Schwester >> du hast besuch << setzte sie fort. Oh nein, sagt mir bitte nicht das es Andre ist. Skeptisch tapste ich die Treppe herunter und sah Andre. Bei seinem Anblick musste ich aufschreien. >> DA << schrie er begeistert. Verwirrt sah ich ihn an. >> Deine Stimme << sagte er. Ich verdrehte meine Augen. >> Kann ich mal dein Zimmer sehen << fragte er. Ich ging die Treppe hoch und er folge mir bis in mein Zimmer. Er sah sich genau um. >> Du spielst Gitarre << fragte er. Ich nickte und öffnete eine Tür. Es war die Tür meines Musikraums. In meinem Musikraum war noch ein Klavier und meine Lieder, die er sich genau ansah. Auf mein letzes und somit neustes wurde er aufmerksam.

Once a happy girl
she sings for her life
But then it happened
The dark figure came to her
She ran and run away
but the figure caught her

She cried for help
but no one heard
why nobody came
to help her out
she wanted him to stop
but without success
this was her last day



>> Hast du das, nachdem du nicht mehr gesprochen hast geschrieben << fragte er. Ich nickte und nahm es ihm wieder weg. Ich verstaute die dicke Mappe wieder gut im Regal, das nur mit so dicken Mappen geschmückt war. Ich setzte mich auf die Couch und auch er setzte sich. >> Joleen was ist damals passiert << fragte er mich mit einer sanften Stimme. Ich drehte mich um, da mir schon tränen kamen. Was erwartet er denn nur von mir, dass ich jetzt auf dem sturz an fange wie ein Wasserfall zu reden. Mir liefen die Tränen nur so die Wangen runter. Alles überforderte mich jetzt, obwohl ich echt froh bin, dass mich endlich jemand so behandelt, wie vor der Sache. Er redete mit mir, als ob ich nie meine Stimme verloren hätte. >> Joules, alles in Ordnung << sagte er und legte seine Hand auf meine Schulter. Ich zuckte zusammen. >> VERSCHWINDE << schrie ich auf einmal so laut, dass selbst ich Angst bekam. Mum und Dad kamen schnell rein gestürzt. Meine Mum nahm mich tröstend in die Arme und Dad verschwand mit Andre. >> Was hast du meiner Tochter angetan << hörte ich ihn noch schreien. Ich schloss meine Augen.

-Andres Sicht-

>> Nichts << schrie ich Joules Vater entgegen. >> Sie hat 2 Jahre nichts mehr gesagt und jetzt schreit sie einfach Verschwinde << sagte er wütend zu mir. >> Hören sie mir doch mal zu << entgegnete ich ihm. >> Dann beeil dich << sagte er aufgebracht. >> Ich glaube ... sie wurde ... << ab hier konnte ich nicht mehr weiter sprechen. Mir war es sehr unangenehm. Ich schluckte runter. >> ... Vergewaltigt << fügte ich dann doch noch hinzu. Ihr Vater blieb der Atem weg. Er setzte sich in den Sessel, der zufälliger weiße neben ihm war und fuhr sich durchs Haar. >> Als ich meine Hand auf ihre Schulter lag, schrie sie auf einmal und sie hat ein Lied geschrieben ... << sagte ich ihm. >> Das erklärt leider auch so einiges << sagte er. Ich machte mir echt Sorgen um Joules. Ihr Mutter kam runter. >> Joleen liegt jetzt erst mal in ihrem Bett << sagte Joules Mutter. >> Marie << sagte ihr Vater und ging auf ihre Mutter zu >> Joleen wurde Vergewaltigt << beendete er und nahm Joules Mutter in die Arme, die in Tränen ausbrach. Ich verabschiedete mich und ging durch die Haustür. Joules ... du tust mir echt Leid. Ich ging nachhause.

-Joleens Sicht-

Ich lag in meinem Bett und wischte mir ständig Tränen aus dem Gesicht. Ich wünschte ich hätte Andre nie kennen gelernt. Ist das alles eine Verschwörung gegen mich. 2 Jahre lang hatte ich kein Wort gesprochen und jetzt ist alles raus. Immer wieder kamen mir tränen, ich konnte sie nicht unterdrücken. Plötzlich klopfte es an meinem Fenster, ich stand auf und öffnete es. Andre winkte mir zu. Ich verdrehte meine Augen. Fragend sah ich ihn an. >> Hey kommst du mit << fragte er mit großen Augen, wie ein kleines Kind an Weihnachten. >> Wohin << fragte ich kaum hör bar. >> In den Park << sagte er mit einem lächeln. Meine Augen funkelten auf. >> Jaaaa << sagte ich fröhlich. Ich schloss leise das Fenster und verließ mein Zimmer, ging die Treppe runter, zog meine Jacke und Schuhe an. Draußen erwartete mich Andre, der nach meiner Hand packte und mich zum Park zog. >> Welches Lied wirst du singen << fragte er angespannt. >> Ich denke eines was es schon gibt << antwortete ich. >> Welches << fragte er. >> Bad Apple << antwortete ich. >> Ah okay << sagte er und wir liefen weiter zum Park. Endlich angekommen, musterten mich einige Leute. Ich trat, wie damals, in den Mittelpunkt. >> Ich werde nun Bad Apple singen, aber die deutsche Version << sagte ich und es wurde Still.


In der Dunkelheit, ganz umhüllt
Von tiefer Schwärze, Tanzt die Apathie
Doch ich werde ihrem Schritt nicht folgen
Mein Blick ist verhüllt und Ich kann mein
Herz nicht sehen
Selbst wenn es zerbricht
Interessiert - es- mich nicht

Ich beweg mich nicht, stehe still
Und warte schweigend
Doch es trägt mich fort
Denn die Risse der Zeit greifen nach mir
Es berührt mich nicht,
Ich will all das, nur vergessen
Ich bin wie ich bin
Und mehr zählt ja auch nicht.

Träum ich einen Traum?
Sehe ich die Wirklichkeit?
Meine Worte helfen nicht,
Denn ich bin noch nicht bereit.
Und die Traurigkeit in mir,
Erschöpft mich in dieser Zeit
Lieber würde ich nichts fühl'n,
Wäre von dem Leid befreit.

Was du sagst versteh ich nicht,
Es verwirrt mich fürchterlich
Mein Herz halte ich versteckt
Und Gefühle unentdeckt
Jag ich meinen Träumen nach
Werde ich bloß wieder schwach
Und so ich reiß alles mit,
In die tiefe Dunkelheit

Ich weiß gar nichts über dich
Ich weiß gar nichts über mich
Ich versteh mich selber nicht
Meine Welt hat kein Gesicht
Mach ich meine Augen auf
Nimmt das Unheil seinen Lauf
Und nun zerr ich alles mit
In die tiefe Dunkelheit




Das war die nur ein Teil von dem Lied. Bad Apple geht nämlich über 5 Minuten und ich sang es in der Short Version. Endlich konnte ich wieder singen, ich hatte meine Stimme so vermisst. Alle klatschten, pfiffen und riefen sogar Zugabe, doch egal wie sehr ich es liebte zu singen, nach 2 Jahren muss man sich eben Schritt für Schritt wieder dran gewöhnen. Ich verabschiedete mich von meinen neuen Fans und ging nachhause. Mein Hals tat weh und ich war müde. Danke Andre, dass du mir meine Stimme wieder gegeben hast.

She is back




Ich summte fröhlich vor mich hin, sang zwischen durch etwas, aber dann verstummte ich wieder, als mich ein kalter stechender Schmerz im Bauch traf. Ich zuckte zusammen. Ich wollte um Hilfe rufen, doch ich konnte nicht sprechen. Was war nur mit mir los? Ich stand vorsichtig auf und legte mich heulend in mein Bett. Ich zitterte am ganzen Leib, wieso? >> Joleen, du hast besuch << hörte ich meine Mutter rufen. Ich gab ihr keine Antwort. Ich hörte, wie jemand die Treppen hoch ging und schon hatte dieser jemand meine Zimmertür auf gerissen. >> Hallo Joules <<schrie er fröhlich. >> Wie oft noch ich heiße nicht Joules, mein Name ist Joleen! <<sagte ich wütend. >> Und mein Name Andreas << sagte er lachend. Ich zog meine Decke über mich. >> Was ist passiert << fragte er mich. Ich gab ihm keine Antwort. Andre lief um mein Bett und zog die Decke weg, er sah wie mir Tränen kamen. >> Joleen ... ist irgend was passiert << fragte er besorgt. >> Nein ... << antwortete ich. >> Sieht aber nicht danach aus << sagte er. >> Mein Gott, es ist wirklich nichts passiert! << schrie ich und zog die Decke wieder über mich. Andre zog die Decke erneut weg, doch dieses mal, nachdem ich versucht habe, die Decke erneut über mich zu ziehen, packte ich nach seiner Hand und fiel auf mich. Das war mir ja so peinlich. Ich merkte, dass Andre schnell aufspringen wollte, doch ich hielt ihn fest. Ich weiß nicht einmal wieso, doch wenn er bei mir ist, fühle ich mich stärker. Ich hielt ihm am T-shirt fest, doch er löste meine Hand sanft. Er sah auf seine Armbanduhr. >> Oh! Scheiße! << sagte er und ging. Natürlich war ich neugierig und zog mir schnell was an. Fertig angezogen kletterte ich aus meinem Fenster und folgte ihm. Er lief durch die komplette Stadt, wo ich seit 2 Jahren nicht mehr war, bis er schließlich an der Fußgängerzone, wo anscheinend heute wieder mal ein Fest statt fand, einen halt macht. Er setzte sich auf eine Bank und da blieb er auch. Plötzlich stand er auf. Er ging zu einem Mädchen, die einen wunderschönen Kimono trug und die Haare hochgesteckt hatte. War sie etwa seine Freundin? sie umarmten sich und gingen in die Menschenmasse hinein. Sollte ich ihnen folgen? Ich tat es!

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Publication Date: 03-19-2012

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