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Nun ist sie vorbei, die schöne Zeit mit dir an meiner Seite.

 

Mein lieber, kleiner Flo.

 

 

   

 

Dein Start ins Leben war alles andere als einfach. Man hat dich als Welpe in die Tötung gebracht. Gefunden habe ich dich 2011 im Internet und der flehentliche Blick signalisierte mir: Bitte hilf mir! Deine lieben, braunen Augen liessen mich nicht mehr los. Immer wieder fanden meine Finger dein Bildchen unter den Hunden in Not. Die Zeit bis zu deiner Ankunft bei uns wurde länger und schwieriger als gedacht. Ein grosser, schwarzer Hund packte dich und fügte dir arge Verletzungen zu. Ich war dabei und habe geholfen dich zusammen zu flicken. Noch nie habe ich so tief in ein Lebewesen hineingesehen. Heimkehren musste ich ohne dich, du warst nicht transportfähig und ich bangte um dein Leben. Ich bin überzeugt, du hast alle deine Kräfte mobilisiert, denn du hast gespürt: Wenn ich das schaffe, wendet sich mein Leben zum Besseren!

So kam der Tag der Übergabe auf einer Raststätte in Baden-Baden. Damit begannen achteinhalb Jahre mit uns, unseren Collies und unserer Mieze. Nie mehr musstest du in ein Tierheim zurück. Auch Ferien haben wir immer alle miteinander verbracht.

Auf deinen Papieren stand Bobek in ungarischer Schrift. Wir haben Flo (bitte ohne «h») für dich ausgesucht, weil du für unsere Begriffe von kleiner Statur warst und deine lustigen Sprünge in der Freiheit denen eines Flohs entsprachen.

Nach den ersten Wochen bei uns glaubten einige Spaziergänger, denen ich beinahe täglich begegnete, dass du noch ein wenig gewachsen wärest. Das war nicht möglich. Auch wenn wir dein Geburtsdatum nie kannten, ausgewachsen bei deiner Ankunft, warst du ganz gewiss. Den Grund erkannten wir vielmehr in deinem langsamen «Ankommen in einem besseren Leben» und vielleicht an einem ganz klein wenig Selbstbewusstsein, das du dir langsam aufgebaut hattest. Ganze drei Jahre brauchtest du, bis ich dein erstes «Wau» vernahm. Ich war dabei, das Futter für dich, Tiamo und Queeny herzurichten und dann habe ich es laut und deutlich vernommen: «Wuff!» Ich glaube du warst selbst erstaunt, über deinen Mut, ein erstes Mal zu bellen. Von da an hast du jeden Besucher gemeldet, bevor er die Haustüre mit Klingel erreichen konnte.

Dann ist unbemerkt ein Milztumor in deinem Bäuchlein gewachsen. In der Nacht zum 28. Dezember 2019 muss er aufgebrochen sein. Keinen Schmerzenslaut hast du von dir gegeben. Am Morgen konntest du dich nicht mehr auf den Beinchen halten. Es blieb uns und dem Tierarzt keine andere Wahl als dich einzuschläfern, um dir den Todeskampf zu ersparen. Deine Situation war chancenlos.

 

 

Flo, Pfingstmontag 2011 – 28. Dez. 2019

 

 

Wenn die Seele vor Trauer weint….

Es ist die Erlösung, sagt der Verstand!

Es ist zu früh, sagt das Herz!

Du fehlst mir so sehr, sagt die Liebe!

Es ist Gottes Wille, sagt der Glaube!

Doch wer sagt: «So ist nun mal das Leben»,

der hat keine Ahnung, wie weh das tut.

(Verfasser unbekannt)

 

Imprint

Publication Date: 02-29-2020

All Rights Reserved

Dedication:
Meinem lieben Flo und meinen früheren Hunden , die mich im Alter verlassen mussten.

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