Cover

Vorwort

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen mit Ihrer besten Freundin im Café und sie bringt Sie auf den neuesten Stand, was in ihrem Leben gerade so los ist. Fast so ist es, wenn Sie diesen kleinen literarischen Alltagsratgeber lesen – spannende lustige Geschichten mit alltagserprobten Tipps garniert.

Die Geschichten entspringen dabei voll dem Leben. Im Mittelpunkt der meisten Texte stehe ich, eine alleinerziehende selbständige Mutter, die ihre großen und kleinen Alltagsgeschichten festgehalten hat – authentisch, spritzig und mit dem Ziel, Ihnen, meinen Lesern, ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern und Sie für einen kurzen Moment aus Ihrem eigenen Alltag zu entführen.

Denn auch wenn die Kurzgeschichten dem Alltag entspringen, sind sie nie langweilig. Dafür sorgt zum einen das Leben an sich, aber auch eine erfrischend andere Sicht auf Dinge, die wir oftmals als alltäglich und Routine abtun, obwohl auch sie außergewöhnliche Erzählmomente beinhalten, die ich versuche, für Sie (neu) zu entdecken.

Ursprünglich sind die 52 Texte im Blog „Heldin des Alltags“ erschienen. Die 52 Kurzgeschichten für 52 Wochen, also ein Jahr, wurden für dieses Buch komplett überarbeitet. Sie sind thematisch zum Beispiel in Liebe, Dates und Singlebörsen, voll aus dem Leben oder kleine Lebensweisheiten eingeteilt. Sie können sie wöchentlich, sofort alle auf einmal oder auch nach Themen sortiert, lesen. Ganz, wie Sie möchten.

So, jetzt wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen!

 

Ihre Jana Behr 

 

 

 



Titelbild: @Thodoris Tibilis/fotolia

Kapitel 1

Auf der Suche nach dem "Einen": Hoffnungen, Dates und Singlebörsen

1. Freund finden, schwergemacht

„Warum hast du eigentlich keinen Freund?", werde ich oft gefragt. „Du bist doch so hübsch", geht es dann weiter. Und: „Ich verstehe das nicht". Ein Kopfschütteln. So ist das immer.

 


Tja, warum habe ich keinen Freund?

Eigentlich eine gute Frage. Vor allem vor dem Hintergrund, dass ich gesamt betrachtet in meinem Leben sehr viele Freunde hatte. Ich möchte jetzt keine Zahlen nennen, aber es waren genug. Mein Sohn denkt tatsächlich, dass ich einfach keine Männer brauche und auch keine will. Zum Glück meint er schon, dass ich durchaus Chancen hätte und es nicht hoffnungslos sei. Also, was ist in den letzten, oh mann, ich will es gar nicht aussprechen... fast sechs Jahren passiert? Wenn man den lieben Freunden Glauben schenkt, dann liegt es offensichtlich nicht an meinem Erscheinungsbild. Woran denn dann?



Der Fluch liegt auf einem kleinen Veedel im Süden Kölns

Also eins ist ja klar, oder? Wir alle haben schon Enttäuschungen in Sachen Liebe erlebt. Ich komischerweise erst in den letzten zehn Jahren. Davor habe immer ich mit den Männern Schluss gemacht und echt selten Liebeskummer gehabt. Dann aber zog ich in einen kleinen Stadtteil im Kölner Süden. Seitdem hatte ich etliche Amouren, aus denen  meist nichts wurde und das hat mir irgendwie mein Herz gebrochen. Eine früher auch hier lebende alleinerziehende Mutter meinte, dass auf diesem Ort iein Fluch läge. Auch sie hat sehr viele Jahre gebraucht, um eine neue Liebe zu finden. Natürlich ist ihr neuer Freund aus der Stadtmitte. Ich habe irgendwann beschlossen, mich nicht mehr zu verlieben und so ist es jetzt seit sechs Jahren.



So viele Möglichkeiten und kein Traumprinz in Sicht

Ich möchte meinen Alleinerziehendenstatus nicht überstrapazieren, aber die letzten Jahr waren schon wirklich anstrengend. Notorisch pleite, macht man sich halt abends eher Gedanken darüber, wie Geld im Portemonnaie bleibt oder reinkommt, als es in der Kneipe wieder auszugeben. Sie kennen das sicher auch, wenn einen massive Probleme beschäftigen, hat man keinen Kopf für eine schöne Frisur, um die Männerwelt zu beeindrucken. Ich bin einfach nicht mehr weggegangen. Und durch mein Wohnzimmer läuft leider kein Traumprinz. 

Ok, aber man könnte diesen ja im Supermarkt treffen. Sagt man ja so, dass man sich da gut kennen lernen kann. Ich nicht. Das liegt daran, dass ich es hasse, einkaufen zu gehen. Deshalb ist meine Aura, sobald ich den Supermarkt betrete, eher kontraproduktiv für die Männersuche.

An dieser Stelle kommt meist... Können Sie es sich schon denken? Ja, der Vorschlag Internet-Single-Börse! Super Idee! Und ich habe das tatsächlich schon auf diversen Plattformen versucht, aber das hat aus unterschiedlichen Gründen nicht geklappt.



Selbst schuld

Man könnte dieses Scheitern auch einfach zusammenfassen: Ich bin zu anspruchsvoll. Sogar so anspruchsvoll, dass ich meine Gefühle dem Geld und der Sicherheit immer vorgezogen habe, was ja nicht jede Frau macht. Und manchmal beneide ich diese Fähigkeit anderer Frauen sogar. Sie scheinen auf eine Schule gegangen zu sein, die ich leider verpasst habe. Anspruchsvoll bei mir heißt, dass ich, wie im Film, meinen Seelenpartner finden will. Ja, auch noch nach so vielen Jahren. Und ich glaube, das ist auch der wahre Grund, warum ich keinen Freund habe. Natürlich in Kombination mit den anderen: Wer Angst hat, enttäuscht zu werden, nicht rausgeht, sich gleichzeitig Sorgen um andere Dinge macht, nicht gerne einkaufen geht und dann auch noch von Single-Börsen genervt ist, tja der muss sich nicht wundern, wenn er alleine bleibt. Da ändert auch ein hübsches Lächeln nichts.

 

2. Männer kann man nicht shoppen

Ich will nochmal auf die Sache mit der Singlebörse zurückkommen. Also, grundsätzlich finde ich Internetbörsen ja eigentlich echt doof. Alles so virtuell und dieser tolle einzigartige Moment, wo es blitzt und flirrt zwischen zwei Menschen, der fehlt meist. Außer du triffst dich dann im Real Life und es funkt sofort. Soll es ja auch geben. Ich kenne einige, die sogar geheiratet haben, nachdem die sich im Internet kennen gelernt haben. Das ist das, was mich dazu treibt, regelmäßig meine Suche doch wieder in die virtuelle Welt zu verlegen.



Vielleicht diesmal

Dann raffe ich mich also nach einigen Jahren oder Monaten zu einem neuen Anlauf auf. Kaum ist mein Profil online, läuft mein Posteingang über. Frischfleisch! Für dieses „Problem" hatte ich lange Zeit eine Lösung: Shop a man, die etwas andere Single-Börse. Da konnte man den Mann in den Einkaufswagen legen! Ja, wirklich! Bevor man Mann nicht geshoppt hatte, durfte er einen nicht anschreiben! Super Lösung! Nur leider sind die pleite gegangen. Woran das wohl liegt?

Jedenfalls freue ich mich am Anfang immer und bin gespannt, wer denn diesmal schreibt. Ich lese fleißig jede Mail und beantworte sie auch, wie es sich gehört. Doof ist, dass Männer Altersangaben oder andere Vorstellungen, die Frau so hat, einfach nicht lesen können. Hat zur Folge, dass ich ganz langsam genervt davon bin, dass ich so vielen absagen muss.



Es kann auch zu schnell zu viel werden

Dann kommt die Phase, dass ich das Absagen lasse. Wenn ich einen ganz nett finde, fange ich natürlich auch an, mit ihm zu schreiben. Lustigerweise sind Männer in Singlebörsen sehr viel gesprächiger als man das so von Männern allgemeinhin kennt. Sie schreiben sich den Wolf. Das hat wiederum zur Folge, dass ich ganz langsam genervt bin vom vielen Schreiben und schlage vor, dass wir uns ja treffen könnten. Er will dann gerne davor telefonieren. Ich aber telefoniere grundsätzlich nicht gerne. Also echt schlechte Voraussetzungen. Aber irgendwie schaffe ich es, ihn direkt zu einem Treffen zu überreden. Und so sitze ich dann im Restaurant und warte. Und warte ... und warte. Einmal saß ich fast eine Stunde alleine da. Jetzt kann man sagen, selbst schuld, hättest ja gehen können. Andersherum, könnte ja jeder Mann auch mein Traumprinz sein... Es war natürlich ein Frosch.



Für was sind denn Singlebörsen sonst da? 

Ein anderes Mal fand ich ihn echt nett, aber nach dem Date bekam ich eine SMS, dass er sich nicht sicher sei, ob er für eine Beziehung bereit ist. ... What? Ich meine, diese Spielchen kennt man ja aus dem echten Leben auch. Auf einmal weiß Mann nicht, ob er bereit für eine feste Beziehung ist, oder aber er hat gerade beruflich soo viel zu tun. Ja, ok. Aber, wenn ich mich doch auf einer Internetplattform anmelde, die ja ausschließlich kein anderes Ziel als Beziehung hat, dann möchte ich mich doch nicht auch noch fragen müssen, ob der werte Herr jetzt gerade bereit dafür ist!

 

Na ja, also das geht dann so drei oder vier Treffen weiter. Mein Posteingang quillt über. Zig Männer wollen sich treffen oder noch besser, telefonieren ... urgh...Und dann ist Schluss! Ich habe dann einfach keine Lust mehr. Ich lösche den Account. Irgendwie bin ich nicht der Partnerbörsen-Typ. Und, na ja, Männer sind ja auch keine Produkte ...

3. Singlebörsen: Was sie bringen und was nicht…

Also, wenn ich mich besinne, habe ich schon ein bisschen Erfahrung mit Online-Partnersuchen… Angefangen hat das vor sieben Jahren. Davor habe ich meine Partner immer in der freien Wildbahn kennengelernt. Und, dann, von einem Tag auf den anderen, als wäre „Klick“ der Schalter von einer auf die andere Sekunde umgestellt worden, war das vorbei. Nicht, dass sich keiner mehr für mich interessiert hätte, aber es ist nie „mehr" passiert. Zum einen, weil ich wahrscheinlich zu wenig draußen war, aber zum anderen auch, weil ich dachte, jeder (Typ) könnte auf meiner Stirn „Single“ lesen. Und sofort sehen, dass ich ganz unbedingt einen Mann brauche… Vielleicht kennen Sie das ja auch? Nun ja. Das hatte zur Folge, dass ich keinen Mann mehr anlächelte und ihn, ob meines völlig gelangweilten Blickes, nur um ihm zu zeigen, dass ich es auf keinen Fall nötig hatte, verjagte. Hier meine ulitmativen Tipps zu den besten Singlebörsen.

 


Dating Café: für Frauen bis 45 umsonst!

Ich machte mich also auf, die deutsche Singlebörsen-Landschaft zu erkunden. Angefangen habe ich damals mit Dating Café. Was cool war, weil man bis 45 als Frau nichts bezahlen muss. Außerdem fand ich, dass dort auch einige kulturell bemittelte Männer zu finden waren. Auch wenn ich schon lange nicht mehr auf der Plattform war, kann ich sie dahingehend auf jeden Fall empfehlen.

 


Shop a man: Als Frau Männer noch kaufen konnte…

Dann wurde ich 46… Nein, ist ein Witz, auch auf Dating Café blieb ich nicht länger als meine obligatorischen zwei Monate. Länger halte ich es nie aus! Irgendwie bin ich schon nach kurzer Zeit von den zig Mails so überfordert und genervt, dass ich mich „Knall auf Fall“ abmelde. Ein tolle Lösung für das „überlaufende“ Mailfach war „Shop a man“. Ich liebte die Grafik und auch das System dahinter. Endlich wurde ich nicht mehr mit Mails bombardiert, sondern musste einen Mann erst einmal in meinen Einkaufswagen legen, bevor er mir schreiben durfte. Es war auch so lustig, wie das dargestellt war… Ein Männchen lag dann schräg  in einem Einkaufswagen! Großartig! Eine super Funktion, die die Macher des Portals leider nicht in bare Münze verwandeln konnten und deshalb „Shop a man“ den Bach runterging. Leider! So was suche ich bis heute!

 


Tinder: das Schicksal nach links oder rechts wischen

Ein ähnliches System bieten natürlich auch „Tinder“ und Co. Hier bekommt man ein Bild gezeigt und „ixt“ die Männer dann mit einem Klick auf das Kreuz weg oder gibt ihnen ein grünes Herzchen. Wenn dann auch der Mann einen nach rechts wischt, also ins gute „Kröpfchen“ tut, dann macht es „Bing“ und es kommt zu einem Match. Erst dann kann man demjenigen schreiben. Ich finde, eine super Sache, weil man dann nicht ins Blaue drauf hin Sympathiebekundungen rausschickt, sondern schon einmal einigermaßen auf der sicheren Seite ist. Sie merken meine Vorsicht. Denn lerne: Auch Männer in Singlebörsen möchten manchmal gar keine Beziehung und sie merken dies komischerweise erst beim dritten Date… tststs…. Ein erst wieder vor kurzem erlebtes Learning… Jedenfalls ist Tinder ganz praktisch und auch wenn die App einen schlechten Ruf hat, möchte nur jeder zweite Mann mit einem direkt ins Bett. Den kann man dann einfach blockieren…

 


Elitepartner – warum Klassiker nicht unbedingt besser sind

Jetzt ist es nicht so, dass ich nicht auch den Klassiker ausprobiert hätte: Elitepartner. Mein Gedanke dahinter war: ich Akademiker, er Akademiker. Passt dann vielleicht besser. Mein ehrliches Urteil? Also, Abschluss hin, Abschluss her: Einen „Qualitätsunterschied“ (schon ein komisches Wort in diesem Zusammenhang) konnte ich beim besten Willen nicht finden. Ist ja auch nicht so, dass Männer per se toller wären, nur, weil sie studiert hätten… Da kommt es auf andere Werte an…

 


Finya: kostenlos und trotzdem gut

Apropos, die Singlebörse, die mir bislang die meisten Männer „eingebracht“ hat, die es wenigstens bis zur ersten oder zweiten Dating-Runde geschafft haben, ist Finya. Finya hat noch einen weiteren Vorteil: das Partnerportal ist kostenlos. Wer mit ein bisschen Werbung leben kann, trifft damit meiner Meinung nach die beste Auswahl. Auch hier melde ich mich zwar regelmäßig nach zwei Monaten ab, aber ich komme immer wieder. Spätestens, wenn ich es da draußen in der realen Welt wieder einmal nicht gebacken bekommen habe, genug Männer anzulächeln.

 


Mein Lieblingsportal: „Im Gegenteil“

Meine Lieblings-Singlebörse ist allerdings „Im Gegenteil“. Auch wenn ich da noch nicht mitgemacht habe, weil ich denke, dass ich für die zu alt bin. Wenn ich mir die Suchenden anschaue, sind die allerhöchstens Mitte Dreißig, wenn überhaupt. Aber erst einmal kurz zum Prinzip von „Im Gegenteil“: Dort können sich Nach-Liebe-Suchende durch eine professionell gestaltete Reportage vorstellen und bekommen dann von interessierten Lesern Anfragen. Die super Idee: Ein Foto-Team und ein Redakteur kommen zu einem nach Hause, was ich toll finde, weil ja nichts authentischer ist. Es wird ein Interview geführt und gleichzeitig werden wirklich schöne Fotos gemacht… Ich würde da so gerne mal mitmachen! Auf der Seite steht zwar, jeder könne sich bewerben, aber da wäre ich ja eine Oma unter den Youngstern… Schade, ich habe den Machern von „Im Gegenteil“ schon mal vorgeshlagen, dass ich sie bei den älteren Semestern in der Story-Gestaltung usw. unterstützen würde, aber damals bekam ich nur die Antwort, dass sie an einem Konzept für ältere Singles arbeiten. Nun ja, nebenbei, ich werde immer älter…

 


Mein schrägstes Singlebörsen-Date

Es ist gar nicht so einfach, das eine schlimmste Date zu finden… weil ich schon einiges in dieser Hinsicht erlebt habe. Von Moderatoren, die „Gerne-Reden“ nicht nur im Job ausüben, sondern auch im Alltag einfach nicht mit dem Quatschen aufhören können, über depressive Männer, die zum Glück nicht direkt am Tisch anfangen zu heulen bis zu Typen, die einem beim Abschied sagen, dass sie sich vor dem nächsten Date erst einmal noch ein paar andere Kandidatinnen ansehen. Das Krasseste allerdings war, als einer direkt zur Begrüßung sagte: „Schlank ist das aber nicht!“ Und dann meinte er noch, dass ich die Männerwelt betrügen würde, wenn ich so Dinge, wie „schlank“ in mein Profil schreiben würde. Grmpf. Das saß… Und, weg war ich!

4. Der Männer-Internet-Übersetzer

Wie ich schon angedeutet habe, bin ich ja hin und wieder im Internet unterwegs, um einen Mann für mich zu suchen. Und, da ich das schon seit einiger Zeit mache, habe ich da so meine unterschiedlichen Erfahrungen gemacht. Witzig ist vor allem, dass ich mittlerweile alleine an der Art, wie, wann, wieviel und mit welchen Smilies Männer schreiben, bestimmen kann, wie die Männer dahinter sind.

Und, ich habe immer Recht. Wenn ich die Bew... äh... Kandidaten bzw. potenziellen Männer an meiner Seite (jetzt wollte ich doch schon Bewerber sagen... tststs...) treffe, ist es erstaunlich, wie perfekt mein Bild von ihnen war. Ich irre mich fast nie oder besser gesagt, nie. Also habe ich eine kurze Typologie erstellt, mit der Frau mögliche Kandidaten schneller bestimmen und gegebenenfalls gleich aussortieren kann.

 


Der Übereifrige

Er antwortet sehr zeitnah nach der Mail oder, wenn Sie ihn mit einem grünen Herzchen markiert haben. Er schreibt auch direkt mindestens fünf Zeilen, was weit mehr als der Durchschnitt ist. Bei ihm können Sie sicher sein und sich auf ihn verlassen. Er ist für Sie da und ist schnell von Ihnen begeistert. Das ist der Vorteil. Der Nachteil ist, dass er eventuell schon nach kurzer Zeit etwas anstrengend werden könnte. Wenn Sie zum Beispiel Partnerbörsen nur so nebenbei besuchen und nicht acht Stunden am Tag Zeit fürs Hin- und Her-Geschreibe haben. Oder, wenn Sie, so wie ich, nicht gerne private Mails schreiben. Dann kann das echt nervig werden. Vor allem verunsichert vielleicht auch die Armada an Smilies und Emoticons, die Ihnen schon zum Frühstück aus dem Handy entgegenströmt... Trotzdem: Diese Männer trifft man sogar, weil sie nett sind. Das Problem: nett ist nicht heiß.



Der Coole

Tja, dieser Typ ist nun genau das Gegenteil vom vorigen Beispiel. Er antwortet natürlich nicht sofort, sondern lässt sich auch mal ein paar Tage Zeit. Der Text fällt dann auch erwartet kurz aus: „Hey, wir wurden gematcht. Schreib mir mal was!" Äh, ja...? Meistens schreibe ich dann „Was" und das war's dann auch schon. Weil, die finden mich dann natürlich voll blöd. Aber nicht schlimm. Ich sie auch. Und, wenn man sich doch trifft, sind das die „Dates", die auch ganz schnell wieder vorbei sind, weil man seinem Kind doch noch unbedingt was zum Abendessen kochen muss.



Der Langweiler

Tja, dieser Herr ist ein bisschen schwer einzuschätzen. Es kann sein, dass er schon relativ früh schreibt. Erster Post könnte dann sein: "tinder sagt, wir stehen aufeinander, dann sage ich mal Hi..." Ich schreibe dann: „Ich denke nicht, dass tinder was sagen kann. Ich denke, du hast tinder gesagt, dass es mir das sagen soll..." Es folgt erst einmal eine 24-stündige Pause. Klar, muss erst einmal sacken. Dann kommt noch ein oberflächliches Hin- und Her-Geplänkel so bezüglich Job und so und das war's dann auch wieder.



Der Spießer

Diese Spezies ist, wie man sich vorstellen kann, gut vorbereitet und schickt erst einmal einen drei Handy-Bildschirmseiten-langen Lebenslauf. Danach weiß man eigentlich schon alles und will auch nicht mehr wissen.



Der Fordernde

Das ist tatsächlich der nervigste Typ. Die krasseste Variante, die mir jemals untergekommen ist, war einer, der mir das erste Mal um 10 Uhr morgens geschrieben hat. Da ich an diesem Tag beim Kunden arbeitete und ich, wie gesagt, auch noch andere Lebensinhalte als Männer und Partnerbörsen habe, hatte ich seine Anfrage gar nicht gesehen. Um zwölf schrieb er, dass ich wohl seine erste Mail nicht gesehen hätte... Um 15 Uhr, dass er das ja jetzt nicht nett fände, dass er nichts von mir höre. Um 18 hatte er mich gelöscht und noch einen Kommentar hinterlassen, dass ich, wenn ich jetzt schon so unzuverlässig wäre, ja im realen Leben bestimmt auch so sei und dass er lieber den Kontakt mit mir abbrechen würde... ??? Tja... dazu gibt es wohl nicht mehr viel zu sagen.

Mein Tipp: Hin und wieder klappt es dann doch, jemanden Nettes online kennen zu lernen. In den wenigen Fällen waren das Männer, mit denen ich von Anfang an über alles mögliche aus dem Alltag schrieb, wir uns schon über die Mails totlachten und, bei denen ich eigentlich gar nicht aufhören konnte, zu schreiben. Das ist für mich das beste Zeichen, dass es klappen könnte.

 

5. Top Ten der frustrierendsten Internet-Dates

Mein letztes Internet-Date war so so so frustrierend, dass ich mich, just in der Bahn sitzend, sofort von Tinder abgemeldet habe. Bäm! Keine Lust mehr auf Deprigeschichten, versetzt werden oder auf Anrufe warten, die dann doch nicht kommen...

Manchmal frage ich mich ja, ob ich überhaupt noch irgendwann einmal einen vernünftigen oder nur erträglichen Mann kennenlerne, der vielleicht auch noch ein bisschen nett und lustig ist, ein bisschen gut aussieht und auch noch einen Beruf hat, mit dem er wenigstens sein Abendessen bezahlen kann.

Hier die Top Ten der frustrierendsten Internet-Dates:


Platz 10

Der Typ kommt erst zwei Stunden später und hält dich die ganze Zeit vor Ort, indem er schwört, gleich da zu sein.

Platz 9

Der Typ verabschiedet sich von dir nach einem ganz netten Treffen, will sogar noch die Telefonnummer haben und ruft dann natürlich nie mehr an!

Platz 8

Der Typ ist ein Volldepri mit aktueller Lichtphase, die aber auch nichts daran ändern kann, dass dich alles an ihm herunterzieht.

Platz 7

Der Typ erzählt und erzählt.... und erzählt... Man schläft fast ein dabei und schafft doch nicht den Absprung.

Platz 6

Der Typ erscheint eigentlich ganz in Ordnung zu sein und dann begehst du den Fehler, ihn auf frühere Beziehungen anzusprechen... und du merkst, du bist

Imprint

Publisher: BookRix GmbH & Co. KG

Publication Date: 10-17-2017
ISBN: 978-3-7438-3663-1

All Rights Reserved

Dedication:
Dieses Buch widme ich meinem geliebten Sohn, der schon seit Jahren auf die Veröffentlichung meines ersten Buches wartet und immer daran geglaubt hat, auch wenn ich den Glauben daran schon lange aufgegeben hatte. Ich liebe dich.

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